Registrieren  |  Tour

-Johanna-s Blog

Whale-watching Kajaktour auf den San Juan Islands

31.08.2010 | Bilder21 | Kommentare1 | USA  - Seattle, Washington
Dieses Wochenende gings schon wieder raus aus Seattle, diesmal allerdings in die ganz andere Richtung: zu den San Juan Islands, immernoch im Puget Sound, aber schon kurz...

...vor Kanada. Das Programm hieß wieder Natur und ein bisschen Fitness, allerdings gings diesmal Paddeln und nicht Bergwandern. Und es gab Wale zu sehen statt der Murmeltiere :)

Samstag hieß es leider schon kurz vor fünf raus aus dem warmen Bettchen und ab in den kalten Morgen, da der "Victoria Clipper" von Seattle nach Friday Harbour nicht keine Rücksicht auf Langschläfer nimmt...dreiviertel acht Abfahrt klingt ja erstmal nicht schlecht, wenn man allerdings ne Stunde vorher einchecken muss und dann noch die Zeit dazunimmt, die man zum Aufstehen und bis zum Hafen braucht, wirds verdammt früh. Im Großen und Ganzen war das aber gut so, denn obwohl deutlich mehr als Spazierdampfer-Tempo vorgelegt wurde braucht das Dampferchen 3,5 Stunden bis nach Friday Harbour.

Sehr optimistisch hab ich mich zuerst mal aufs Oberdeck ins Freie gesetzt, ich will ja schließlich was von meiner Fahrt haben... Naja, war auch nur ein bisschen kalt am Anfang. Bis wir losgefahren sind, dann wars richtig eklig - alles weggeweht, was nicht niet und nagelfest war, Haare überall, nur nicht da, wo sie sein sollen, Kamera ruhig halten bei der Windstärke unmöglich, noch nie im August so gefroren. Also, nicht so der beste Platz für die ganze Fahrt. Deshalb dann lieber nach drinnen gewechselt, auch nicht viel wärmer, aber nicht ganz so windig. Frühstück gabs dann auch nochmal, Fazit: ungetoasteter Bagel = nicht wirklich lecker, Marmelade = viel zu süß, Joghurt = siehe Marmelade, Apfelmus: hier habensie wohl den Zucker für die Marmelade und den Joghurt eingespart. Aber wir wollen ja nicht meckern, denn das war noch alles um Welten besser als der Kaffee und der Tee. Den konnte man zwar kostenlos nachfüllen, aber prinzipiell ist man wahrscheinlich froh, wenn man eine Tasse leer bekommen hat ;)

Ein bisschen schöne Küstenlandschaft und Robben gabs aber auch zu sehen, ohne dass man sich oben wegwehen lässt. Und so lang waren die dreieinhalb Stunden dann auch irgendwie gar nicht, dann hieß es schon welcome to the San Juan Islands...Friday Harbour wird in jeder Touristenbrochure als "picturesque" beschrieben. Naja, ist schon ganz nett, aber so malerisch fand ichs jetzt auch nich. Erstmal war ich immernoch ziemlich durchgefroren und hatte irgendwie trotz zweiten Frühstück wiedermal Hunger, also war die erste Mission, einen Snack zum Mittag zu finden. Denkste. Ich hab ganze drei Runden durchs Dorf gemacht bevor ich mich aufgerafft hab, dann eben doch die teure Pizza zu essen. Es gibt auf der ganzen Insel keine Fastfood- oder Supermarktketten und demzufolge auch kein billiges Essen. 90% von dem, was angeboten wird, sind Burger und Fish and Chips. Beides nicht so ganz mein Ding. Der Rest bleibt für Chinesen und "amerikanische Restaurants". Was sie alle gemeinsam haben, sie sind sauteuer und man kann nicht einfach hingehen und sich reinsetzen, sondern man wird platziert...und meistens ist kein Platz frei, dann heißt es zur Theke gehen, sich in eine Warteliste eintragen und draußen warten, bis die Kellnerin den namen aufruft. Eher gewöhnungsbedürftig. Pizza war trotzdem lecker.

Nach dem Mittag waren die zwei Stunden auch schon fast rum und es ging weiter mit dem nächsten festen Programmpunkt: Kajaktour. Es gab einen Abholservice, sodass man ganz bequem in Friday Harbour ins Auto steigen und sich nach Snug Harbour auf der Westseite der Insel kutschieren lassen konnte, von wo aus es dann hieß ab ins Kajak und losgepaddelt. Naja, erstmal gabs natürlich noch ne ewig lange Anleitung und Sicherheitsbelehrung, die Tour ist ja für so absolute Anfänger wie mich geplant...Leider hat die chinesische Lady hinter mir das mit dem Lenken und synchron Paddeln nicht so ganz verstanden, was das Vorwärtskommen (und erstrecht das auf der Stelle treiben und rückwärts Paddeln) etwas schwieriger gemacht hat. Ich war dann doch froh, nicht die Tagestour gebucht zu haben, hab nämlich recht schnell festgestellt, dass man da doch einige Muskeln braucht, die sonst gar nicht da sind ;) Aber eigentlich gings sehr ruhig zu, sind kaum vom Fleck gekommen, weil es ständig was zu gucken und ne Menge Tierchen zu entdecken gab. Die Amis waren alle total begeistert von den Quallen, naja, konnt ich nicht so nachvollziehen, Quallen gibt’s bei uns ja fast überall. Nur die ganz großen roten waren etwas spektakulärer, die möchte ich dann auch nicht anfassen, könnte wehtun ;) Außerdem gabs noch ziemlich große Seesterne zu bestaunen.

Und dann, ich hab ja nicht so ganz dran geglaubt, tatsächlich Wale. Die waren jetzt nicht unglaublich nah, aber ich wollte ja auch nicht, dass mir einer auf den Schoß hüpft ^^ Aber auch aus ein paar hundert Metern Entfernung eine tolle Erfahrung, mal richtige Wale zu erleben. Einer hat uns sogar den Gefallen getan und ist gesprungen, der Rest hat nur gepustet und uns mal ne Rückenflosse gezeigt… Aber an sich – wieder mal echt Glück gehabt. Whale watching gebucht und auch noch Wale gesehen und außerdem war das Wetter mittlerweile so warm und sonnig, dass man im T-Shirt kajaken konnte. Also, super Tour, kann ich nur empfehlen :-) Hab dann allerdings schon ein wenig Panik gekriegt, weil wir keine Anstalten machten, umzudrehen, und ich ja auch noch irgendwie wieder nach Seattle zurück musste, am Strand schlafen war irgendwie nicht zu verlockend. Dann gings aber doch zurück und – kaum zu glauben, weil der Hinweg knappe zwei Stunden gedauert hat – nach 15 Minuten kräftig Paddeln waren wir wieder am Dock und konnten die eingeschlafenen Beine strecken und die sexy Schwimmwesten loswerden. Drei-Stunden-Kajaktour pünktlich beendet :-) Und noch ein kleiner Kommentar zu kuriosen amerikanischen Gesetzen: wir sind in einem Schutzgebiet gepaddelt, wo es Pflicht ist, Walen nicht näher als 400 Yards zu kommen, und, sollte es doch mal passieren, dass man ihnen näher als 100 Yards ist, sich sofort zurückzuziehen und vor allem, nie ihren Weg zu kreuzen (weder vorm noch hinterm Wal), sondern immer seitlich zu ihnen zu treiben. Okay, soweit verständlich. Wenn man sich die ganze Bucht voller motorisierter Speedboote anguckt, die Lärm machen wie Flugzeuge und zwischen denen dann überall Wale auftauchen, versteht man allerdings nicht mehr so ganz genau, wieso es Regeln für Kajaks gibt…Naja, was solls.

Dann ging es wieder mit dem Kajak-Van zurück nach Friday Harbour (übrigens gleich eine bequeme Gelegenheit, auch die Landschaft im Inneren der Insel anzugucken: unerwartet, aber hier siehts aus wie in der Steppe, alles furztrocken). Von dort hieß gings mit Kenmore Air zurück. Das heißt, mit einem Wasserflugzeug, das seit 1967 nicht mehr gebaut wird. Da musste man schon nochmal Vertrauen in den Piloten (der auch noch total „confused“ war) und die Technik aufbringen. Aber der „Otter“ hat uns heil (und in nur 35 Minuten) zurück zum Lake Union gebracht und Landungen auf dem Wasser sind (auch wenn die von weitem schrecklich aussehen) wesentlich sanfter als die einer Boing auf dem Rollfeld von Seatac^^ Dann war ich auch ziemlich k.o. und es nach ein bisschen Busfahren hieß es Essen und ab ins Bett – Fazit: super Tag und wiedermal Glück mit dem Wetter und allem anderen :-)

Bookmark and Share

Weitere Fotos



Kommentare (1)

  • (#1) Hanna sagte am 17.09.10 um 23:55 Uhr:

    Man o man, du machst ja Sachen!
    Geht es dir gut?

    Grüße aus der Heimat!


Kommentar hinzufügen

Falls du ein globalzoo-Mitglied bist, bitte zuerst einloggen!
Name
Emailadresse
(wird nicht angezeigt)
Dein Kommentar
Spam-Schutz Bitte trage das Ergebnis der Rechnung in das Feld ein.
24 - sieben =
All links get rel="nofollow". Spam entries will be deleted automatically!
 

Blogeintrag gelesen von 240 Besuchern.

Alle Blogeinträge nach...


-Johanna-