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Aankees Blog

Tag 20 - Keep left!

25.08.2009 | Bilder22 | Kommentare3 | Neuseeland 
Nun wird hart geschuftet! Heute war mein erster Tag als Van-Driver. Doch erstmal der Reihe nach: Sonntag – 23.8.: Mein letzter Tag im Hostel! Mein letzter Tag...

...gechillte Lässigkeit! Um 4 pm machte ich mich, schwer bepackt, auf den Weg zur Zentralen Busstation Aucklands. Sarah begleitete mich noch ein Stück, von den anderen hab ich mich schon vorher verabschiedet. Doch wie sagt man so schön: Man sieht sich ja immer 2mal im Leben und mit einigen bleibt man ja auch im Kontakt – zumindest in NZ. Mit Nadine z.B. wollte ich dann vielleicht mit dem Van rumziehen – aber es ändert sich hier alles so schnell. Deshalb einfach mal abwarten und in Kontakt bleiben.

Noch ein paar kleine Andenkenfotos und ab nach Glen Eden – ein Stadtteil von Auckland. Der Ort meiner neuen Arbeitsstelle.Mit dem Bus braucht man ca 45 min und auf dem Weg dahin, hab ich auch sofort wieder meinen Chinesen (Patrick) rumlaufen sehen – wie war das mit 2mal sehen?

Ich wurde von Pierre Phillipe – dem Franzosen (21), der zusammen mit Ana, der Spanierin (27) das Unternehmen als Urlaubsvertretung für Freunde leitet - abgeholt und in ein kleines Häuschen gebracht.Ich musste einige Zeit auf ihn warten, da ich früher da war als erwartet. Als ich dann da saß, habe ich mir alle möglichen Autos angeschaut, die rumfuhren und mich gefragt, wie wohl deren Van aussieht. Ich wusste ja gar nichts darüber, aber ich muss sagen, meine Erwartungen wurden erfüllt. Nicht der schönste Van, ein wenig rostig, aber voll funktionsfähig. Also voll in Ordnung!

Als ich dann ankam, saßen (fast) alle im Wohnzimmer und haben einen Film geguckt. Alle heißt: Eine Spanierin und ein Franzose, die jetzt auch noch hier sind und 2 weitere Franzosen, die aber gleich am nächsten Tag gefahren sind). Nachdem Ana mich kurz vorgestellt und mir die Namen der anderen genannt hat (die ich auch schon wieder vergessen habe), 1-2 Worte zu der Wohnung verloren hat, setzte ich mich dann zu den Anderen aufs Sofa. Abends wurde dann lecker gegrillt und dann war auch schon Zeit fürs Bettchen. Das Zimmer teile ich mir mit einer Japanerin (ihren Namen hab ich mir erst recht nicht merken können). Übrings ist hier keiner deutsch – das heißt: Nur englisch reden! Tut mir auch mal ganz gut.

Am nächsten Tag sollte ich eigentlich schon anfangen zu arbeiten, jedoch war das Wetter zu schlecht, also noch ein Tag Aufschub. Zum Glück habe ich hier Internet und so habe ich mich so ein wenig beschäftigt.

Um 16 Uhr gab es dann aber doch Fahrpraxis! Da ich an Gangschaltung aber nicht ans Linksfahren gewöhnt bin, die Japanerin (die auch erst seit ein paar Tagen hier ist) nur Automatik gefahren ist, dafür aber das Linksfahren geübt ist, taten wir uns zusammen und fuhren ein wenig mit einem Van durch die Gegend. Ich muss sage, es ist leichter als gedacht links zu fahren. Man muss sich nur rechtzeitig klar machen, wo die linke Seite der Straße ist, in die man einbiegt. Etwas anders ist der Kreisverkehr – anstatt zu blinken wenn man rausfahren will, zeigt man schon die Richtung an, wenn man reinfährt. Dementsprechend Blinker links – 1. Ausfahrt; kein Blinker – 2. Ausfahrt; Blinker rechts – 3. Aufahrt... mh, was macht man eigentlich wenn man einmal im Kreis fährt? Außerdem gibt es im Kreisel zwei Innenkreisel – der äußere ist für die, die nach links und „geradeaus“ wollen und der Innere für die 3. Ausfahrt. Hört sich leicht kompliziert an, ist es aber gar nicht so.

Als wir dann so die City gecruist sind, zeigte sie mir die Plätze, wo sie Früchte verkauft hat (ein Platz davon ist jetzt meiner) und fuhren einfach mal drauf los. Aber, wie das so kommt, wenn man einfach drauf losfährt: „we got lost!“. Nachdem wir einige Zeit durch die Gegend gefahren sind, waren wir doch recht froh, als wir dann das Schild „Roland Hill“ sahen – wir waren „zuhause“! Wir hatten zwar eine Stadtkarte, aber als ich gefahren bin, hat die Japanerin auf diese geguckt und uns scheinbar verloren – doch ich habe uns nach Hause gelotst, nachdem wir gewechselt haben. In Neuseeland habe ich sowieso wirklich eine unglaubliche Orientierung! Ernst gemeint!

Abends bereiteten die Japanerin und ich noch ein leckeres Abendessen und als es darum ging, wer abspülen muss, haben wir das geklärt wie echte Männer – Schnick. Schnack, Schnuck! Und wer hat gewonnen? Moi! Top!

Ich habe übrings einen kleinen Freund: Catitito! - mein neuer Schmusekater (oder ist es eine Katze, ich weiß es nicht!). Abends wenn wir einen Film gucken kuschelt sie sich auf meinen Schoss oder legt sich auf meinen Bauch und chillt eine Runde. Oder auch wenn ich im Wohnzimmer sitze und am Laptop schreibe setzt sie sich gerne so, dass sie auf meinen Armen liegt und ich nicht schreiben kann.. Catitito weiß, wie man Streichelneinheiten bekommt!

Kommen wir nun zum heutigen Tag – mein erster Arbeitstag! Um halb 12 geht es jeden Morgen (oder Mittag, wie ihr wollt) los, dann 4 Stunden Arbeit und dann zurück.

Doch alles der Reihe nach. Ich werde ich nun einmal meinen Tagesablauf erklären: Es beginnt damit, dass ich Kisten mit Avocados, Orangen, Zitronen und anderen der Saison entsprechenden Früchte auf meinen Van laden muss. Heute hat das noch Pierre Phillipe gemacht, um mir alles zu zeigen. Ich habe dann eine Liste mit der Kistenanzahl und dementsprechend muss ich meinen kleinen Laster dann beladen. Dazu kommen dann noch Schilder mit „Kiwifruit“ , „Avocados“ und „Sweet Oranges“. Tüten zum Verpacken der Früchte nicht vergessen, ganz wichtig! Und das Wechselgeld – und dann geht es auch schon los!

Mein heutiger Platz ist ca 10 Minuten vom Haus entfernt (es kann aber gut sein, dass sich der noch verändert und ich später woanders hin muss). Dort werden dann die Schild aufgestellt. Da man meistens mit seinem Wagen an der Straße steht, muss man die Schilder dann in einigem Abstand aufstellen, damit die Leute wissen, dass es dich und deine Früchte überhaupt gibt – und so leicht sind die nicht. Vor allem unhandlich! Aber ich bin ja ein starkes Mädchen.

Die nächsten 4 Stunden verbringe ich dann damit, darauf zu warten, dass Autos halten und ich meine Früchte verkaufe. Die Früchte werden in „Bags“ angeboten. Das sind in Plastiktüten gepackte Früchte (z.B. 6x Orangen, 12x Kiwifruit oder 8x Onion – sowas). Muss ich nebenbei dann auch immer wieder neu verpacken. Die Avocados sind übrings hier unglaublich billig: 50 dollarcents – 25eurocents. Nix ist das! Sollte glatt Schiffsladungen nach Deutschland verschicken. Wenn dann Leute kommen, springe ich aus meinen Fahrerhäuschen (mach es mir während der Wartezeit da drin mit Musik gemütlich) und erzähle allen immer wieder das Gleiche: „10 Avocados 5 Dollar!“ bla bla.. Die Leute hier sind wirklich sehr freundlich (jedenfalls größtenteils) und halten auch mal ein kleines Pläuschchen mit dir – natürlich alles auf englisch. Ein Wink und ein Lächeln zum Abschied und dann sind sie wieder weg.

Übrings gibt es in Neuseeland keine Vorgaben für Nummernschilder der Autos – d.h. Sie sind nicht irgendwie geordnet nach Kreisen oder ähnliches. Es ist einfach eine zufällige Kombination von Zahlen und Buchstaben, ohne jede Regel. Wenn man jedoch genug Geld auf den Tisch legt (ich hab was von 400 Dollar gehört – 200 Euro), kriegt man sein Nummernschild nach Wahl. Natürlich wenn es noch nicht belegt ist. So sah ich heute ein Audi TT mit dem Nummernschild „The TT“, oder letztens auch „Smile“.

Alles in allem ist es eine wirklich entspannende Arbeit (vielleicht auch nach einer Weile zu entspannend – man wird sehen). Als ich dann aber zurückfahren wollte war das eine einzige Tortur.

Zunächst muss man sein Gemüse wieder auf den Truck laden und die Schilder einsammeln. Und wie das so ist, kommen genau in dem Moment, in dem du dich auf den Weg machst, die Leute und wollen noch mal was kaufen.

Alles noch ganz gechillt, als ich dann aber losfahren wollte merkte ich, dass ich nicht genau wusste, wie man die hintere Ladefläche festmacht. Ich also irgendwie irgendwas irgendwo drangeklemmt und gehofft, dass das nicht aufgeht und womöglich meine Ladung auf die Straße fliegt.

Ich also ruhig losgefahren und nach einigen Minuten (so um die 3) höre ich ein Scheppern. Natürlich erstmal SCHOCK! und links rangefahren. Muss ich erwähnen, dass einige Autos hinter mir waren? Steige aus und sehe, dass die Klappe doch tatsächlich aufgegangen ist. Das Problem ist ja auch, dass ich nach hinten nichts sehe, da dort die Schilder meine Sicht versperren. Hab die Klappe dann doch irgendwie festbekommen, hab das System erkannt! Dann wieder rein in den Wagen und Gas gegeben... der Motor heult auf, die Räder drehen durch und ich denke nur „Verdammt! Du steckst fest!“ Wieder raus aus dem Auto und mir das ganze mal angeschaut. Überlegung war dann: Gut, du rollst mal ein wenig zurück, vielleicht geht’s dann weiter. Vorher abgesichert, dass da kein Graben oder ähnliches ist, in den ich dann rollen könnte. Einsteigen, Motor an, Rückrollen und Gas. Kurze Strecke nach vorne und wieder Stop. Nochmal ausgestiegen und mir das genauer angeschaut.Hab dann gemerkt, dass da eine hohe Kante war, über die der Vorderreifen nicht so leicht kam. Dachte ich mir dann also: Gas geben und drüber! Der Motor heult auf, es gibt einen Ruck und die der Wagen schaukelt über die Ecke. FREI! Blick in den Seitenspiegel, dass ich auch nichts verloren habe durch das Geschaukel, kein grüner Kasten zu gehen – weiter geht’s.

Als nächstes kam ich dann in einen Kreisel. Pierre Phillipe hatte irgendwas von Kreisel nach links erzählt (ich bin zwar hingefahren, aber irgendwie hab ich nicht so ganz aufgepasst – wie war das mit Orientierung?). Links konnte aber nicht sein, also nach rechts. Hab dann aber doch schnell gemerkt, dass auch das falsch war und befand mich im eher städtischen Bereich mit kleiner Einkaufsstraße. Und RUMS! Da hab ich doch glatt einen dicken Hubbel auf dem Boden übersehen (so einer, wo man langsam (!) drüber fahren soll; da kommen ja auch immer die tiefergelegten Autos nicht drüber). Sofort nach einer Wendemöglichkeit gesucht. Parkplatz! Ausgezeichnet, und drauf. Naja, so schnell ging das doch nicht, da ich nach rechts abbiegen musste (das ist so wie hier linksabbiegen, also über die andere Fahrbahn drüber). Ein schier endloser Fluss von entgegenkommenden Autos ließ mich fast verzweifeln, bis sich dann doch eine Frau erbarmte mich vorzulassen.Doch was sehen meine entsetzen Augen? Ein komplett voller Parkplatz, und nicht gerade groß! Trotzdem blieb mir keine andere Möglichkeit als zu manövrieren und um 180 Grad zu drehen. Glücklicherweise fuhr dann ein Auto aus einer Parklücke und ich machte mich daran mit meinem kleinen Monstrum vorsichtig auszuholen und in einem Zug zu drehen. Da der Parkplatz aber wie gesagt nicht sonderlich groß war, passte mein Truck so ca einmal quer drüber. Also musste ich mich langsam in die freigewordene Parklücke rollen lassen – hatte ich ja vorher schon so taxiert für den nun eintretenden Fall, dass ich nicht rumkomme. Scheibe runterkurbeln und Kopf rausstrecken um kein Auto beim Rückwärtsrollen zu rammen (zum Glück (?) war es leicht abschüssig). Tja, und schon wendete sich dieses ach so scheinheilige Glück gegen mich, musste ich doch nun wieder anfahren. Zudem war ich doch recht nah an den andren PKW herangekommen. Also half nur: Gas geben! Der Motor heult auf und... ich habe es geschafft! FREI!

Nun wieder zurück zum Kreisel, wusste ich doch nun, dass es der nächste Kreisel sein musste, an dem ich nach rechts biegen musste! RUMS! Hab ich doch glatt diesen Hubbel wieder vergessen. Die armen Zitronen!

Ab in den Kreisel (Anke! Keep left)! Nimmt mir doch glatt ein Bus die Vorfahrt.. bremsen und weiter geht’s! Den richtigen Kreisel erwischt, die richtige Richtung gewählt. Und dann sehe ich auch schon bald das willkommene Schild „Roland Hill“. Und rein! Ich folge der Straße.. folge der Straße.. folge der Straße.. erreiche das Ende der Straße.. aber wo ist der Eingang? Ok, war das wohl doch nicht Roland Hill. Wendemanöver (diesmal um einiges leichter, sind doch keine gefährlichen PKWs im Weg) und ab zurück. Kaum komme ich dann an die Kreuzung, an der ich fälschlicherweise nach rechts in die vermeintliche „Roland Hill“ abgebogen bin, sehe ich, dass schräg vor mir die wahre „Roland Hill“ liegt. Straße überqueren und dann endlich erreiche ich auch die Einfahrt. Hab da wohl ein wenig schräg geguckt!Vorsichtig durch den schmalen Gang schlängeln und dann bin ich auch schon da! Puh, Stress lass nach!

Ich trapper nun zur Haustür vorne, mir wird geöffnet, doch Ana sagt mir, dass Pierre Phillippe unten auf mich wartet, da der Van noch ausgeladen werden muss. Wieder zurück in den Hof und abladen. Kisten in die Garage, nachzählen (das sind nun eine 0,75 Kiste, also 0,25 verkauft), Schilder an die richtige Stelle schaffen, hoch und Geld zählen und DANN bin ich auch fertig!!Erstmal aufs Sofa gechillt und ein wenig relaxen – das darf ich ja wohl nach all dem Stress! Das nächste Mal wird dir Rückfahrt sicher besser.

Nun weiß ich, wie man sich mit einem Wohnwagen in Rotterdam fühlt, aber dann auch noch auf der linken Seite!!

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Kommentare (3)

  • (#1) Sandra sagte am 31.08.09 um 12:29 Uhr:

    :D
    Du hast ja echt Spaß beim Verkaufen (Fotos) xD
    Aber voll der Monster-Truck...

    Und du bist mit einer Japanerin auf einem Zimmer? *_*
    Das erfreut mein kleines Japan-Herz xD
    Find ich voll toll.

    Ganz liebe Grüße von Philipp, der sitzt grade neben mir (:
    Bin nämlich wieder zu Hause.
    Hihi.

    Hdl.

  • (#2) Manni sagte am 04.09.09 um 15:35 Uhr:

    xD sehr cool Anke die Truckerin

    erinnert micvh an das Lied livin' like a trucker von Rory Gallagher^^

    You'll never catch me working 9 to 5,
    That's for some people, but me I wanna ride.
    All around the world, to the planets end,
    I've seen some places, but more I ain't seen yet.

    hörs dir mal an^^

    schreib mal wieder :-)

    Gruß

    Manni

  • (#3) Johanna sagte am 10.09.09 um 21:38 Uhr:

    Ich würde mich glaube ich nie trauen mit so nem Ding zu fahren und dann noch auf der falschen Seite ... Respekt =D


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