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Aankees Blog

Tag 283 - 283 Tage

15.05.2010 | Bilder15 | Kommentare2 | Neuseeland 
12.05.2010 – Kinnlade auf dem Boden Das erste, was ich in zurück in Neuseeland machte war eine heiße Dusche nehmen. Um 5 Uhr morgens konnte ich mich...

...in Syndey einfach nicht zwingen unter den eiskalten Strahl zu springen. 5 Uhr morgens ist ja schon total bekloppt. Und dann kalt duschen? Unmöglich!
Und überhaupt: Vor ein paar Stunden war ich noch in Sydney. Ein anderer Kontinent. Und nach nur 3 ½ Stunden Flug war ich schon wieder in Neuseeland. Diese heutige Technik.
War es wirklich schon 2 Wochen her, dass ich in Australien angekommen bin? Erschlagen von Sydneys Größe und unglaublich froh, entgegen aller Erwartungen doch nicht allein da zu stehen. War die Zeit wirklich so schnell vergangen? Unmöglich zu begreifen und doch belegen Bilder und Erinnerung es.

Wie soll das erst werden, wenn ich wieder in Deutschland bin? Wird mir Neuseeland nur als ein Traum vorkommen? Werde ich es vermissen? Werde ich mich einleben können? Werde ich es jemals wieder lernen auf der rechten Seite zu fahren?
Schalten sie nächste Woche wieder ein, wenn es heißt: Anke zurück in Deutschland. Wird sie es schaffen ihr normales Leben wieder aufzunehmen?

Schweren Herzens verabschiedete ich mich von Australien, doch freue ich mich auch wieder auf die Ankunft in Neuseeland. Denn Dirk wartet auf mich! Ihn hatte ich mit Lisa kennengelernt und wenige Tage später, als Lisa dann abflog, kam er noch am selben Tag nach Auckland und wir machten für 3 Tage gemeinsam die Stadt unsicher.
In 2 Tagen sollte ich in den Flieger nach Deutschland steigen und auch Dirk wird Neuseeland an diesem Tag verlassen um noch 2 Wochen in Thailand zu bleiben, bevor auch er nach Deutschland zurückfliegt.

Es war nicht so, als hätten wir uns 2 Wochen nicht gesehen. Sowieso scheint es uns, als würden wir uns nicht erst ein paar Tage kennen. Ein Hallo und schon geht das Geplapper wieder los.

Abends gingen wir noch raus und da ereignete sich das für mich eines meiner krassesten Erlebnisse in Neuseeland. Top 3 ist es auf jeden Fall mit dabei!
Bevor Dirk und ich aus dem Hostel gingen, fragte ich kurz durchs Dirks Zimmer, ob jemand mitkommen wollte. So machten Dirk und ich uns mit Verstärkung von Julian auf den Weg. Wir quatschen über dies und das, und irgendwann später fragte ich Julian dann, der aus der Nähe von Tübingen kam, ob er denn dieses oder jenes Städtchen kannte.
Tübingen war mir erst ein Begriff seitdem ich mit Stefan reiste. Also fragte ich Julian dann, ob er auch das größere Städtchen nahe Stefans Heimatdorf kenne. Nach einem Ja wollte ich es dann wissen - ich nannte das kleine 900 Einwohner große Dörfchen, aus dem Stefan stammte. Ich staunte ja schon nicht schlecht, als Julian das dann auch noch kannte. Doch der Knaller kam darauf. Julians Frage: „Kennst du Stefan Knaus?“
Ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen!!! Hatte ich gerade richtig gehört? Hatte ich Stefan schon einmal vorher erwähnt?

Meine Kinnlade knallte auf den Boden. Sollte es wirklich einen solchen Zufall in dieser Welt geben?
Wie sich herausstellte, ist Julian (Achtung, nun wird es kompliziert) der Bruder, einer guten Freundin von Stefans Schwester. Außerdem hatte Julian Stefans Moped gekauft. Sie kannte sich also wirklich!
Im Nachhinein fiel mir dann ein, dass Stefan erwähnt hatte, dass ein Freund von ihm nach Neuseeland kommen wollte. Doch ich kannte weder Namen, noch wusste ich wie er aussieht, oder wann er denn kommen sollte – ich hatte es einfach komplett vergessen.
Auch Julian hatte von mir gehört, doch nur als Stefans Freundin, die mit ihr lange Zeit gereist ist. Er kannte ebenfalls keine Namen, noch hatte er Fotos gesehen und auch er wusste nicht, dass ich noch da war.

Also bitte: Wie viel größer hätte der Zufall noch sein können? Dass wir uns treffen (ok, Stefan hatte seine Handykarte in dem Hostel hinterlegt, in dem wir die letzten Tage verbrachten, bevor er nach Amerika flog – deshalb war dann auch Julian dort), doch wir waren nicht in den selben Zimmern; welch Zufall, dass gerade er mitgekommen ist? Und dass wir es rausfanden? Also bitte! Und da behaupte nochmal einer, das Leben schreibe nicht die beste Geschichten!

13.05.2010 – Mein letzter Tag in Neuseeland – Shoppen!
Noch schnell ein paar letzte Souvenirs und Klamotten kaufen und danach traf ich mich dann noch mit Dirk in der Stadt (Julian war am Vormittag weitergereist). Ein wenig durch die Straßen laufen und dann schlenderten wir auch schon wieder zurück ins Hostel. Bye, bye Queenstreet!

Um eine Hungerattacke des abends zu stillen kratzten wir noch die letzten Essensreste aus Dirks Vorrat zusammen und so bestand mein letztes Dinner in Neuseeland aus Nudeln mit Ketchup kredenzt mit Ei und Brot. Ein Lob an den Koch!

14.05.2010 – Ein Dieb verlässt Neuseeland
Nach 3 Stunden Schlaf quälte ich mich um 4:30 wieder aus dem Bett. Doch dann ereignete sich etwas Ungeheuerliches - auf meine letzten Tage bzw. meinen letzten Tag in Neuseeland beging ich Mundraub.
Eigentlich hatten Dirk und ich uns noch ein wenig Brot für den Morgen übrig gelassen. Jedoch entdeckte ich in dieser frühen Morgenstund, dass Schimmel das Brot ungenießbar machte.
Schweren Herzens stibitzte ich mir 2 Scheiben Toast aus einer noch recht vollen Packung aus einer Tüte eines anderen Hostelgastes (ja, ich bin doch (fast) gut erzogen worden).
Ich erinnerte ich daran, wie Thijs und ich am vorletzten Morgen in Sydney feststellen mussten, dass unser komplettes, gerade neu gekauftes schönes Brot mit sogar ein paar Körnern und unser ebenfalls so gut wie volles Nutella Glas aus unserer Tüte im Schrank gestohlen wurde. Welche guter Start in den Morgen. Also führte unser Gang noch vor dem Frühstück in den Supermarkt.

Nach 12 Stunden Flug (ein letzter Abschiedswink Northlands und dann entzog sich Neuseeland meinem Blick) kam ich auf dem Flughafen in Korea (Seoul) an. Flugbedingt hatte ich einen fast 15-stündigen Aufenthalt über Nacht. Deshalb bezahlte die Fluggesellschaft mir eine Übernachtung in einem übelsten Nobelschuppen!

Es war alles geregelt – Abgeholen vom Flughafen, Shuttel zum Hotel, Gutscheine für Abendessen, Frühstücken und einen Lunch am Flughafen und den Shuttel zurück zum Flughafen.
Ich kam erst gar nicht so richtig darauf klar, sich plötzlich in die Verantwortung anderer Menschen zu begeben. Du wurdest dorthin geschickt, hierhin geführt und sogar der Liftknopf wurde dir gedrückt.
Von Selbstständigkeit und eigenem Planen auf Vorbereitung und Kontrolle umzustellen war im ersten Moment zu viel für mich. Doch ich ergab mich meinem Schicksal (was angesichts meiner Planlosigkeit schlussendlich doch gar nicht so schwer war) und ließ mir den Weg weisen.

Man gab mir ein Zimmer ganz für mich allein. FÜR MICH ALLEIN! EIN ZIMMER – ALLEIN MEINS! Bis spät in die Nacht war ich fest davon überzeugt, dass sie mir noch jemanden in das leerstehende Bett stecken würden. Ich konnte mir nicht vorstellen, warum ein Hotel ein Zimmer NUR FÜR MICH haben sollte.
Nicht dass ich mich nicht darüber freute. Ich tanzte durch MEIN Zimmer, breitete mich in MEINEM Bad aus und wollte gar nicht mehr raus.

Ein wenig überfordert war ich irgendwie schon von dem ganzen Luxus! Ein angewärmter Klositz ist schon erschreckend, und ihr könnte euch gar nicht vorstellen, wie schwer es ist eine Spülung zu finden, wenn neben dir eine Fernbedienung auf Koreanisch für die Toilette ist, mit der du sogar die Temperatur des Sitzes bestimmen konntest. Oder da waren dann irgendwelche kleine Mädchengesichter draufgemalt und Springbrunnen.
Aber letztendlich fand ich sie doch – an einem Platz, wo Spülungen an normalen Toiletten auch sind.

Natürlich war ich nicht auf ein solches Nobelhotel vorbereitet, dementsprechend lief ich dann mit meiner Designer-Jogginghose zum Buffet. Doch auch hier war ich überfordert. Mit meinem Teller in der Hand stand ich hilflos vor all den unbekannten Speisen. Nach drei Mal Kreisen entschied ich mich einfach erstmal einen Salat zu nehmen. So viel kann man da schließlich nicht falsch machen. Bevor ich mich dann wichtigeren Entscheidungen die weitere Mahlzeit betreffend zuwenden musste, wartete ich lieber auf einen Neuseeländer, den ich im Bus getroffen hatte. Mit seiner Unterstützung legte sich meine Hilflosigkeit und ich probierte mich durch so gut wie alles. Auf meinem Teller landete sogar eine Muschel (IIIIIIH – hätte sie am liebsten sofort wieder ausgespuckt), Sushi (ich glaub da war Kaviar drauf) und vieles mehr, wovon ich keine Ahnung hatte, was ich dazu mir nahm.

Gestärkt und verstört, was ich da gegessen hatte – schließlich sind wir in Korea, liefen Christian (der Neuseeländer) und ich noch einmal um den Block um das Hotel herum. Viel mehr als koreanische, komische Zeichen („Zeichen, Zeichen, Danger! „- Uh, was ist denn hier gefährlich?) gab es leider nicht zu sehen und so ging es notgedrungen (oh, so ein Pech aber auch) recht schnell wieder in MEIN super Zimmer zurück. Ich wollte gar nicht schlafen gehen, sondern MEIN super Zimmer mit MEINEM Bad genießen.
Ich stellte meinen Wecker auch extra früher, damit ich in Ruhe noch das Zimmer ausnutzen konnte.

15.05.2010 – Deutschland!
Und dann kam auch schon der letzte Teil meiner über 9-monatigen Reise. Noch einmal 11 Stunden im Flugzeug absitzen und dann landete ich auch schon in Frankfurt! Gierig sah ich aus meinem kleinen Guckloch (hatte doch tatsächlich auf beiden Flügen einen Fenstersitz bekommen!) und nahm Deutschland in mich auf. Die Wälder, die Felder, die Plattenbauten. Mit Freude las ich jedes deutsches Schild und lauschte den deutschen Ansagen.

Und mit noch viel mehr Freude umarmte ich meine Familie!!

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Kommentare (2)

  • (#1) Stefan sagte am 29.05.10 um 01:27 Uhr:

    Haha!
    4500 Einwohner, da lache ich ja... 900 waere die richtige Zahl gewesen!

  • (#2) Aankee sagte am 29.05.10 um 13:49 Uhr:

    Da hab ich mich wohl vergoogelt - gleich verbessert!


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