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Adele13s Blog

Froh sei das neue Jahr!!!

05.01.2012 | Bilder0 | Kommentare1 | Großbritannien 
Frohes neues Jahr, viel Energie, Zuversicht und Lebensfreude wünsche ich euch Allen!! Da schreibe ich mal wieder, seit langer Zeit. Ich habe viel zu tun. Nicht,...

...dass ich es tun müsste, die Wahl steht mir frei. Aber ich will es tun. Nun, ihr kennt mich ja- ich will immer viel zu tun haben, was mich in gewisser Weise erfüllt. So kommt es, dass ich das Programm für einen Halloweenvolkstanz gestalte, eine Rede halte, im Gottesdienst singe während zu Hause mein Sonntagslamm im Ofen schmort . . .

Anfangs schrieb ich noch Tagebuch, doch nach und nach wurde ich nachlässig. Ich habe den Überblick über die Ereignisse und Erlebnisse verloren . . . und dann rennt die Zeit so dahin.

Du machst die Augen auf und zu, dann ist schon wieder eine Woche vergangen. Wie schnell das geht!!

Viel ist passiert in der Zeit, seit ich das letzte Mal geschrieben habe. Ich habe einen täglichen Rhythmus entwickelt, doch jeder Tag ist anders, keiner gleicht dem anderen.

Nie habe ich das Gefühl von Einfalt oder Alltagstrott. Denn jeder Tag hält Überraschungen bereit, die du nicht vorhersehen kannst. Besonders wenn du mit Menschen zusammenlebst, die so viel Freude an großen wie an kleinen Dingen haben. Ich liebe meine vier Hausbewohner von Herzen für ihren Humor und für Alle Eigenschaften und Vulnerabilitäten, die sie haben.

Nan, die kleine, leise sprechende 59 jährige Lady liebt Süßigkeiten über Alles- und Musik! Wenn ich in meinem Zimmer sitze und Musik höre, klopft es manchmal sachte an der Tür und- herein kommt eine tanzende Nan. Während wir am Essenstisch sitzen, zwinkern wir uns zu und müssen dann beide kichern. Und wenn ich gerade abspüle, nimmt sie ihre Brille ab, schmiegt ihre Wange an meine und flüstert „I love you!“

Mit Martin mache ich jeden Morgen Physiotherapieübungen für seinen Arm. Ich glaube, er genießt die ungeteilte Aufmerksamkeit. Danach helfe ich ihm beim Handewäschen. Und anschließend mache ich ihm sein Frühstück. Für Martin besteht das ganze Leben aus Problemen- die er mir manchmal am Frühstückstisch sehr laustark in mein müdes Ohr sagt. Er hat ständig Sorge, zu spät zu kommen, die Brille fällt ständig von seiner Nase und er mischt gern in Dingen anderer Leute mit. Doch sein Humor ist genial.

James ist sehr feinfühlig und hilfsbereit, doch schnell überfordert. Auch fällt es ihm schwer, Entscheidungen zu treffen, weshalb man sehr vorsichtig sein muss, ihn nicht zu beeinflussen. Mit ihm mache ich auch Übungen für seinen Rücken, denn dieser beschert ihm Schmerzen. Er ist ein guter Freund.

Pat ist sehr großzügig und gesellig. Sie nimmt sich ihre Zeit für Alles, Hektik gibt es in ihrem Leben nicht. Morgens bleibt sie lieber in ihrem Zimmer, weil sie eine Weile braucht, um in Kommunikationslaune zu kommen.

Sie Alle sind gute Freunde und schenken mir ihr Vertrauen-was ich sehr schätze. Wir unterstützen uns gegenseitig und helfen einander.

Mit meine Hauseltern komme ich sehr gut klar- ich habe viele Freiheiten, das heißt ich kann abends Leute einladen, muss nicht oft zu Hause bleiben, wenn ein longterm Co-Worker meeting ist. Sie sind beide um die vierzig Jahre alt- innerlich jedoch viel jünger. Liegt das vielleicht an den Kindern? Ich sehe sie beide ständig oranisieren, Medikamente geben, Protokolle schreiben... und genieße es, wenn wir mal einen Moment, in der wir uns unterhalten können. Als Hauseltern hast du viele Aufgaben und Verantwortung. Letztens habe ich auf die Ferienkinder aufgepasst, weil beide Eltern zu Kursen und meetings gehen mussten. Birgit sagte zu mir, dass mich der Himmel geschickt haben müsse weil ich so easy-going bin und dass sie sich entlastet fühlt.

Ich fühle mich wohl, weil ich akzeptiert bin und die Leute sich auf mich verlassen. Inzwischen trage ich ziemlich viel Verantwortung -und bin stolz darauf. Das macht mich selbstbewusst.

Mein Gärtnermeister ist auch oft bei Kursen oder meetings, dann bin ich mit Hannah und Johanna und unserem Team Fiona, Sam, Anne und Julia allein und haben eine Menge Spaß.

Anfangs war es schwierig, selbstständig die Gartenarbeit zu koordinieren. Doch nachdem wir einen Rundgang im Garten gemacht hatten und zu jedem Areal die Pläne erfuhren, fühlten wir uns sicherer. Wir entschieden auch selbst, was gerade die wichtigsten Jobs sind. Der Garten wird immer hübscher und gepflegter! Hannah und ich wollen außerdem den Eingang zum Garten mit einem Rosenbogen verschönern, Blumen pflanzen und kleine Weidezäune weben. Ich habe eine Leidenschaft für Unkraut jäten entwickelt, denn danach sehen die Beete so gesund aus.

Einmal in der Woche lernen wir Theorie über Pflanzen, sprechen über die Fruchtplanung für nächstes Jahr, wie die einzelnen Gemüsesorten propagiert werden, über Wuchsgesetzte der Pflanzen und ihre Verbindung mit dem Kosmos . . . Ich liebe den Garten, ich liebe es, mit der Natur zu arbeiten.

Im Winter ändert sich unser Arbeitrhythmus, weil es eher dunkel wird. Eines unserer letzten großen Projekte war Chicoréewurzeln zu beerdigen. Momentan ernten wir die Schote- ein teures Edelgemüse ist das, denn es steckt viel manuelle Arbeit dahinter. Außerdem bereiten wir die Beete für den Frühling vor und müssen manche Pflanzen frostsicher abdecken. Dieser Herbst war ungewöhnlich warm sodass wir immernoch Salat ernten können. Manche Pflanzen begannen, wieder Knospen zu entwickeln. Das Klima liegt aber nicht nur an dem Wandel, sondern auch an der Planetenkonstellation, die Einfluss auf die Wärme der Regionen auf der Erde hat.

Oh ich könnte noch viel mehr aus meinem Gartenschuppen plaudern, doch das könnte vielleicht irgendwann zusammenhanglos werden, weil ich so viel in meinem Kopf habe, das ich erzählen will.

Was ich noch gar nicht erwähnt habe ist, dass man als young Co-worker in einem Camphill ein Foundation-year macht und somit einen Foundationcourse. Dabei haben wir uns dienstags abends zum gemeinsamen Abendessen in der Coffebar mit allen young Co-workers getroffen. Mittwochs hatten wir morgens erst Gymnastik oder Eurhythmie, dann lernten wir über Gesundheit und Pflege, Sicherheit betrefffend Feuerschutz etc... Die Grundlagen, die man eben wissen muss, um hier veranwortungsvoll handeln zu können. Nicht zu vergessen: Wir hatten die Möglichkeit, gemeinsam ein wenig Handarbeit zu machen. Es gab Holzdrechseln, Filzbilder, russische Eier, Wichtel, und Töpfern. Dabei habe ich gemerkt, wie sehr sich meine Hände nach sichtbarer Kreativität in Form von Plastik sehnen.

Anfang Dezember endete der erste eher trockene Teil des Foundation courses. Der nächste Teil wird dann wohl mehr die Idee der Atnroprosophie und Camphills vertreten. Mit dem Ende hatten wir auch unsere reviews, in denen wir uns mit einem houseparent, dem workmaster, dem Botton friend (dein Tutor hier) und dem Foundationcoursemenschen trafen und darüber sprachen, wie unsere Zeit im Dorf bisher war. Alle waren sie sehr zufrieden und einig, dass meine Anwesenheit hilfreich und unterstützend ist. Ja, ich teile meine Energie gern mit Menschen, die sie schätzen und sehen, was ich tue. Ich erhalte im Gegenzug auch etwas. Dankbarkeit. Und wie gesagt, Vertrauen. Ich entwickle mich und habe das Bedürfnis, zu lernen und wie ein Baum zu wachsen, meine Äste auszubreiten und meine Persönlichkeit zu entfalten. Wenn wir innerlich wachsen, dann hat das einen großen Einfluss auf unsere Umwelt, mehr als wir uns vorstellen können. Wir können Alles mit Liebe tun, sogar ein Klo können wir liebevoll putzen, denn danach ist es so schön sauber. Es ist so wichtig, wie wir Dinge tun, wie wir miteinander sprechen und umgehen. Und es ist interessant, zu beobachten, wieviel Wirkung wir durch unsere Stimmung und Verfassung auf unsere Umgebung haben.

Sobald ich eine ruhige Minute finde, schreibe ich mehr über die Weihnachtszeit in Botton und die neuesten Ereignisse-Fortsetzung folgt . . .

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Kommentare (1)

  • (#1) Sas sagte am 10.01. um 20:47 Uhr:

    Liebe Adeli, dein Leben hört sich sooo toll an :) Freu mich, wenn du wieder da bist und alles noch mehr erzählen kannst!!! <3


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