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Americandreamgirls' Blog

von der Verschollenen...

12.10.2010 | Bilder0 | Kommentare1 | USA 
Sonntag, 5. September 2010. Ich befinde mich irgendwo in Ostvirginia, vermutlich Küstennähe, es ist 11.05 Uhr morgens und ich dachte, da ich gerade so...

...gemütlich in meiner Hängematte verweile, dass ich doch mal wieder einen Blogeintrag schreiben könnte. Wo ich genau bin? Wie gesagt, keine Ahnung. Ich begleite meine Hostfamily dieses Wochenende mal wieder zu ihrem Camper und schaue auf die bright side of life..

Momentan bereue ich sehr, dass ich so lang gewartet habe, um mal wieder was hören zu lassen, denn in der Zwischenzeit ist einiges passiert:

Gegen Ende der Sommerferien (Ende August) hat mich die liebe Amanda aus dem hohen Norden besucht. Leider konnte sie nur sechs Tage bleiben, aber wir haben die Zeit natürlich ausgiebig genutzt, um DC zu besichtigen, zu shoppen und natürlich zu feiern –mal wieder im amerikanischen Stil auf irgendwelchen Hausparties ohne Disko und tralala. Ja, so langsam fehlt mir der Musikpark doch schon ein wenig ^^ Unser Trip nach D.C. verlief ein wenig chaotisch: Nachdem wir erst mal ewig über den Highway getuckert sind, mit gefühlten 80 km/h (das speed limit liegt bei ca. 110, aber das ist aufgrund der grandiosen Autobahnführung des amerikanischen Staatssystems nicht immer erreichbar – dazu später mehr) sind wir irgendwann in downtown D.C. angekommen. Wir haben zwar relativ schnell einen Parkplatz gefunden, aber wie das natürlich so ist, hatte keiner nen Plan wo wir eigentlich hin müssen. Abhilfe hat uns mein tolles -natürlich von der hast family gesponsertes – Navigationssystem geschafft, das uns zur nächsten Metrostation geführt hat. Nach ca. zwanzig Minuten Bahnfahrt waren wir dann auf der National Mall, die Area, in der die ganzen Sehenswürdigkeiten wie das Washington Monument, das Weiße Haus und das Lincoln Memorial sind. Eigentlich könnte man das ganze innerhalb von ner halben Stunde abklappern, nun denn, nach ca. sechs Stunden begaben wir uns bereit für den Heimweg auf Autosuche, was uns ca. eine weitere Stunde gekostet hat. Endlich am Auto angekommen, haben wir natürlich die Autobahnauffahrt nicht gefunden, und mussten, dann nachdem wir ne Weile in der Gegend rumgefahren sind, fesstellen, dass wir ca. 10 Minuten zu Fuß von der National Mall weg waren, uns also das Metroticket, die 30 minütige Suche nach einer Metrostation und sonstige Lapallien hätten sparen können. Das nächste Mal sind wir dann klüger.

Am letzten Tag von Amandas Aufenthalt war auch der erste Schultag und verdammt, ich hätte nie gedacht, dass man aus so nem Pipfax so ein großes Tara machen kann. Erst mal sind morgens um halb sieben die Großeltern, ausgerüstet mit Fotoapparat und Videokamera erschienen. Die Eltern waren beide zu Hause, weil man sich für so einen besonderen Tag natürlich auch mal einen Urlaubstag gönnen kann. Die Kinder, die sowieso keine Lust hatten aufzustehen und sich für die Schule fertig zu machen, waren dann natürlich noch mehr aus dem Häuschen, weil das ganze Haus belagert war, sodass wir fast den Schulbus verpasst hätten. Glücklicherweise hat es uns aber dann trotzdem noch gereicht und der Opa konnte voller Freude, den bewegenden Moment aufnehmen, in dem die Kids in den Schulbus marschiert sind und der Schulbus langsam aus der Neighborhood rausgefahren ist. Es haben eigentlich nur noch die Einschulungsgeschenke gefehlt. Im Übrigen waren die Kinder schon davor in der Schule und mir wurde gesagt, dass diese Zeremonie jedes Jahr vollzogen wird – na gut, wer Spaß dran hat.

Zum Beginn des neuen Schuljahres war alles noch etwas chaotisch; ich wusste nicht genau, wann ich die Kinder aufwecken muss, wie viel Zeit wir morgens brauchen zum fertig machen, wann sie genau wieder heimkommen, usw. Mittlerweile hat sich das alles normalisiert und ich kann die Tage total genießen. Momentan sieht mein Tagesablauf wie folgt aus: 7 am. Der Wecker klingelt. Snooze. 7.05. Der Wecker klingelt erneut. Snooze again. 7.10. Schon wieder der scheiß Wecker. Noch einmal snoozen. 7.15. Time to wake up. Kurzer Gang ins Bad, Kiddies wecken (Richie braucht da manchmal etwas länger, da er meint morgens rumpissen zu müssen. Doof, dass er so wunderschön leicht ist und ich ihn einfach ins Bad tragen kann, um ihn mal kurz mit kaltem Wasser abzuduschen), Frühstück machen, zum Bus bringen, schlafen. So gegen 4 Uhr mittags sind die Stinkerchen dann wieder zu Hause und ab da verbringen wir dann die Zeit mit Hausaufgaben machen, draußen spielen, basteln und dergleichen. An der Anfangseuphorie bezüglich meiner Gastfamilie hat sich immer noch nichts geändert, im Gegenteil: Sowohl mit host mum als auch dad versteh ich mich super, wir unternehmen viel zusammen und haben total viel Spaß. Anfang September waren wir z.B. mit dem Boot meiner Gastgroßeltern auf Tour, purer Luxus =) Mit den Kindern ist es noch besser, da ich ja den ganzen Tag mit ihnen verbringe und ich hab wirklich das Gefühl, dass sie mich mittlerweile als Familienmitglied akzeptiert haben und mich total in ihr Herz geschlossen haben – ist natürlich andersrum genauso. Ich hoffe sehr, dass das alles auch so bleibt, aber ich bin da sehr optimistisch.

Nun denn, vom Familienleben zum viel wichtigeren Teil- MIR =P Wie bereits angekündigt hätte ich ja eigentlich einen Unikurs belegen sollen. Eigentlich. Leider ist das alles nicht so wie geplant verlaufen, da ich mit meinem außerordentlichen Engagement es ein wenig verpennt hab, mich für die Uni einzuschreiben. Nächstes Semester dann. Dafür kann ich die Zeit morgens dann um einiges besser für die essentiellen Dinge des Lebens nutzen: Schlafen, relaxen, sonnen (dabei hab ich mich aus Versehen schon mal ausgesperrt, wie gut, dass unser Garagentor mit Pincode geöffnet wird^^), shoppen, schlafen. Und natürlich nicht zu vergessen: das weite Spektrum der amerikanischen TV soaps nutzen, wobei zu erwähnen wäre, dass die Amis anscheinend großen Gefallen daran haben, jede Serie mit 3000 Werbeunterbrechungen zu ruinieren, was mich selbstverständlich aber nicht davon abhält, mir den ganzen Scheiß trotzdem reinzuziehen.

Das Abendprogramm: Nachdem ich die Kinder abends so gegen halb neun ins Bett gebracht hab, geht’s nach wie vor jeden Abend in unsere Hookahbar. Normalerweise bin ich da immer mit den anderen au pair Mädels (Sarah, Malin, Anneke, Daniela, Alice), wobei wir gelegentlich auch etwas seltsame Bekanntschaften aufmachen. Zu erwähnen wären an dieser Stelle Trucker Traye und seine amigos. Trucker Traye ist ein kleiner Fettsack, der einen ca. zwei einhalb Meter hohen Truck fährt (nein, nicht übertrieben, schaut euch die Bilder an) und abgesehen von diesem kleinen benefit ein wenig dumm ist. Seine amigos waren aber ganz amüssant, weshalb wir, nachdem unsere hookahbar dann um 12 uhr zumachte, kurzerhand mit den Jungs auf den Walmartparkplatz zum gemütlichen Grill out um 1.30 am gefahren sind. Daniela und ich haben uns dann irgend wann einfach auf die Wiese gelegt, um die Sterne zu bewundern, während die Jungs um uns rumstanden, um uns zu bewundern. Alles etwas sehr suspekt - dachte vermutlich auch die Freundin von Matt, der das ganze so gar nicht zu gefallen schien. Einige Tage später erreichte mich dann im Facebook eine wunderschöne Nachricht, aus der ich nun ein paar Phrasen zitieren möchte: „hey, are you the german girl that hangs out with my boyfriend and his friends all the time? […] just wanted to let you know he was bragging to me about how he 'loved german girls' which gives me all the more reason to believe something is going on. i'm not one to start drama but when it comes to him i would literally kill someone. if you could please, not talk to him, or don't put yourself around him i'd appreciate it. […]i love him very much, and times might be tough for us right now but that's not an invitation for you; you any girl for that matter, to fuck with him.

hope you understand, and you have a wonderful day. “ Klingt doch alles ganz lovely. Abgesehen, von der Tatsache, dass weder er sich an uns rangeschmissen hat, noch andersrum, ist das ganze ja very amussing und ich muss sagen, ich habe gelernt, das amerikanische bitches drama zu lieben. Es scheint wohl so, dass sich die Guten hier, ein wenig durch die deutsche Präsenz angegriffen fühlen und meinen, hier ein wenig rumscheißern zu müssen, was natürlich immer wieder zu meiner persönlichen Belustigung beiträgt – und ja, sie war nicht die Einzige, die uns so nett zu finden schien. Abgesehen, von so ein paar kleinen Zwischenfällchen, läuft hier aber soweit alles bestens. Ich lern immer wieder viele tolle neue Leute hier kennen und hab super Unterhaltungen. Zwar hab ich mittlerweile festgestellt, dass ich hier vermutlich nicht dauerhaft leben könnte, und dass es doch einige Dinge gibt, die ich in Deutschland um einiges besser und angenehmer finde, aber alles im allen bin ich immer noch super froh, diesen Schritt gewagt zu haben, hier her zu gehen, und es war definitv eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe.

Um diesen Blogeintrag nicht all zu lang zu gestalten (eigentlich hab ich noch super viel zu erzählen – part three der “Dinge, die in Amerika anders sind” Liste z.B.), hoffe ich einfach, dass ich sehr bald mal wieder in der Muse bin, nochmal was zu schreiben, um euch auf dem Laufenden zu halten. Ich hoffe, dass bei euch alles glatt läuft und freu mich natürlich immer was zu hören. Viele liebe Grüße aus dem immer noch sonnigen Virginia =))

PS: mittlerweile ist es der 12. Oktober, es hat mich also mehr als einen Monat gebraucht, um diesesen Blogeintrag fertig zustellen, Schande über mich =P

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Kommentare (1)

  • (#1) Viktor sagte am 14.10.10 um 00:17 Uhr:

    Can't wait to see all of that... 64 days to go :o)


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