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Anja_Madelines Blog

Quambone, oder - Was, wo seid ihr??!!

07.10.2010 | Bilder10 | Kommentare5 | Australien  - Innisfail, Queensland
Ok, ein neuer Blogeintrtag. Es ist zwar schon etwas laenger her (ca. 2 Wochen), dass wir da waren, aber besser spaet als nie! Also, fangen wir an... Quambone - Ein Leben, wie in einer Soap

Setting: Etwa 2 Stunden von Dubbo entfernt, in "the middle of nowhere" eingekreist von Luft und Staub liegt Quambone.

Einwohnerzahl etwa 180.

Altersdurchschnitt 40+ oder unter 18.

In und um die wenigen weit verstreuten Haeuser herrscht eine "kreative Ordnung", soll heissen, in den Vorgaerten Autowracks, Reste von Dingen, die mal gelebt haben, und Sachen, die bereits beginnen wieder Leben zu entwickeln (es gab aber auch ein paar Ausnahmen, die den Namen Haus und Garten auch verdient haben. So z.B. die Schule, die echt niedlich war, weiteres dazu spaeter)

Zu den Sehenswuerdigkeiten: In Quambone befindet sich die kleinste Buecherei Australiens (was ein Hingucker!), ein "Peace Tree", oeffentliche Toiletten, in die sich aber niemand reintraut, 2 Kirchen(!) und ein "Post office", von dem aus, man nur Briefe abholen kann, aber keine verschicken. Doch der Mittelpunkt des oeffentlichen Lebens ist das SUNDOWNER HOTEL/MOTEL (Anlaufstelle fuer alle einsamen Seelen, aber auch Familien und vorbeifahrende Trucker, die sich auf ihrem langen Weg durchs Nichts ein paar Bundabergs(Rum) hinter die Binde kippen wollen).

Schon morgens um 12 wird die Tucka Tucka St., an der das Sundowner liegt zur meistbefahrenen Strasse Quambones. 5 Minuten Fussmarsch sind ja auch kaum zu bewaeltigen.

Das Sundowner selbst: Der Pub riecht so, wie er aussieht oder auch schlimmer. Jeden Morgen rennt man gegen eine Wand aus abgestandem Bier und toten Tieren ("Tere is a dead mouse somewhere. I don't know, you might find it" Zitat Sean). Abblaetterne Farbe, obwohl der Bruder des Besitzers Maler ist, Mama und Papa Spinnen mit ihren Teenagern (Zitat Sean), Froesche, die an den Fensterscheiben kleben, oder in den Pizzaschachteln chillen, Mosquitos Innen wie Aussen - Einfach nur ranzig, aber keiner beschwert sich!

Die Kueche: Abgelaufene Lebensmittel lagern im siffigen Kuehlschrank und der Tiefkuehltruhe, deren Kuehlleistung fragwuerdig ist bzw. durch regelmaessige Stromausfaelle unterbrochen wird. Das lustige ist, dass wenn man einfach nur da steht sich von alleine bewegt, da der Boden mit mehreren Fettschichten ueberzogen ist (Die Pommes waren aber der Hamma!!).

Aud der Kueche heraus langt man zu den 30$ Uebernachtungsmoeglichkeiten. Wer hier uebernachtet hat entweder einen zu hohen Promillewert (obwohl die hier auch alle betrunken, sammt Kindern im Auto fahren), muss total verzweifelt sein und absolut keien anderen Ausweg sehen, ist Jackeroo oder Jilleroo (Schafhirt, der alle paar Wochen mal wieder zurueck in die Zivilisation kommt), oder heisst Anja und Madeline!!

Achja, die Innenausstattung: Ein bis zwei durchgelegene, quitschende Betten, ein Heater( Oh Wunder mit Fernbedienung, der aber nicht all zu viel gebracht hat, weil die Tier so kapputt war, dass man eine Faust haette durchstecken koennen). das Badezimmer war ganz ok. Man konnte sogar Morgens und Abends beim Zaehneputzen einem kleinen gruenen Frosch auf den Kopf spucken. Der naechtliche, raschelnde Mausebesuch, der staendig an unserem foodbag interessiert war, aber nie etwas ass, loeste das um ca. Mitternacht endene Hundegebell ab.

Wenn man morgens aus der Tuer tritt und den Blick nach Links schweifen laesst entdeckt man ein weiteres Highlight: den quamboner Pool, der aber so gut wie immer verschlossen war. Soweit zum Setting.

Darsteller:

Die Hauptpersonen:

Sean "the sheep" Golledge:

Der 40 jaehrige noch bei Mama wohnende Pubbesitzer (sucht angeblich eine Frau! bei Interesse melden). Sean hat eien leicht schwulen touch. Ob er es wirklich ist wissen nur er und die Sterne, aber wir denken schon;) Waehrend der ganzen Zeit schaffte er es nicht eine klare Aussage/Ansage zu machen, was wohl unter anderem lag, dass sein Lieblingswort "maybe" ist. Er bezahlt fuer sein eigenes Bier und ist einfach ein Weichei, wie es im Buche steht. Wenn es darauf ankommt ist er aber auch sehr hilfsbereit. Durch seine Schusseligkeit vergisst er des Oefteren neues Bier zu bestellen, oder andere wichtige Sachen zu erledigen. Grade heute haben wir erfahren, dass er saemtliche Schluessel des Sundowner verloren hat, inklusive Safe, so dass sie diesen aufsaegen mussten um an die Kasse zu kommen. Typisch! Noch eine typische Sean Aktion war es, als er Samstagmorgens vor unserer Tuer stand: Es folgt ein Originaldialog:

Erst heute haben wir erfahren, dass Sean alle, aber auch wirklich alle Schluessel fuer das Sundowner verloren hat, so dass sie komplett neue Schloesser brauchen und den Tresor aufsaegen mussten. Typisch! Auch typisch fuer ihn war eine Situation an einem Samstagmorgen.

Es folgt ein Originaldialog:

Es ist 11 Uhr morgens.

“Klopf, klopf!” (ein kurzer Blickwechsel und wir sin duns einig, wir schlafen noch!)

2 Minuten spaeter.

“Klopf, klopf, klopf!” (wieder keine Reaktion unsererseits, denn wir schlafen ja noch!)

Sean:”Eenyaa, are you in there?”

Anja:”Aehae, yeaeh!”

Sean:”Oh, you guys are still sleeping?”

Wir: (ein total verschlafenes und genervtes) ”Aha!”

Sean:”Aehh, do you guys wanna work at 11:30?”

Anja:”What time is it now?”

Sean:”It’s about 10 I guess!”

Anja:”Madeline, wie viel Uhr ist es wirklich?”

Madeline:”11!!”

Anja:”Sean, it’s 11 o’clock!”

Sean:”Ok, then can you open the pub and clean it at 11:45, maybeee?”

Wir:”Ok?!!” (leicht geschockt von seiner Dreistigkeit)

Sean:”Ok, I’m off now. I’m busy!” (und weg war er)

Wir versuchten uns im Eiltempo fertig zu machen, schoben uns einen Toast rein und oeffneten den Pub, vor dem schon die ersten Leute warteten. Natuerlich mussten genau an dem Morgen ungewoehlich viele Customers kommen – Als haette er es geahnt! Danke Sean!!!

Ohne seine "barmaid-bodyguards" (Melli und Moni) waere er komplett aufgeschmissen. Die schickt er naemlich vor, wenn sich mal wieder eine Schlaegerei anbahnt. Er selbst hingegen verschwindet dann mal schnell in der Kueche, wie immer wenn mal wieder irgendwas schiefgeht.

In der Kueche angekommen platzt er dann vermutlich grade in ein Streitgespraech zwischen Cat und Cindy. Die beiden arbeiten ab und zu in der Kueche.
Cindy: Sie ist die Proll-Klischee-Lesbe des Dorfes. Staemmiges Mannsbild einer Frau, fettige blondierte kurze Locken, schwarze scharfkantige Zaehne und ein fettes Tattoo auf dem Unterarm. Ihr Lieblingssnack: Twirl (austral. Schokoriegel, den sie sich jeden Tag mehrmals reinschiebt!) Cindy hat eine Affaere mit
Kat, die seit langem verheiratet ist (mit einem Mann, der aber nie zu Huse ist) und 5 Kinder hat. Sie trinkt nur “Strongbow” und wird tierisch aggressive, wenn mal wieder keins da ist. Des oefteren eskalieren die Streitgespraeche zwischen ihnen auch mal und warden zu einem handfesten “Woman-Fight”, bei dem mit selten Glaeser und Flaschen an Holz, Stein oder auch menschlichem Gewebe zerschellen (arme Moni!)
Dabei stehen sie den maennlichen Raufbolden in nichts nach!

Die “Barmaids”: Ohne diese beiden Maedels koennte Sean den Laden schliessen. Es gaebe kein Essen, kein Bier und auch keine Kunden. Der Job Barmaid bedeutet in Quambone dass du der Arsch fuer alles bist und dafuer nicht mal gut bezahlt wirst und alles heist auch alles! Sean ist ja bekanntlich zu busy dafuer und kann noch nicht mal seine eigene Kasse bedienen. Hiermit druecken wir Melanie und Monique (ebenfalls Luechtringer) unseren tiefsten Respekt aus. Wir haetten/haben es nicht so lange durchgehalten.

Nebendarsteller:
Hierzu gehoeren die ganzen Bob, Bills, Pauls und Gregs, die den Pub jeden Tag aufs neue mit ihrer Anwesenheit beglueckten und die Biertanks leerten. Ausserdem die Kinder, die sich mit Suessigkeiten vollstopfen und eine Aboriginie-Frau, die mit 2 Kindern an der Hand und einem Saeugling auf dem Arm eine Flasche Hochprozentiges kauft und Zigaretten fuer 26$. Nicht zu vergessen die Katze “Antonia Banderas”, die wir so genannt haben, weil sie so aussieht, wie die Katze aus Shrek, die jeder ausser uns tot sehen wollte. (“…because she eats very preciuos birds! Zitat Sean)

Jetzt fragt ihr euch sicher: “Was um Himmelswillen wollten sie da?”

Naja, Sydney war nich unsere Traumstadt (ueberbewertet) und als Melli uns schreib, dass wir sie mal besuchen sollten und dass die Moeglichkeit bestand ihren Job zuuebernehmen, sobald sie weiter ziehen wuerden, zogen wir los.
Doch wir stellten dort schon am 2. Tag fest, dass es doch nicht so unser Ding ist Alkoholiker mit Alkohol zu fuettern und jeden Tag die selben, eintoenigen Geschichten zu hoeren. Wir erlebten natuerlich auch coole Sachen, z.B. sind wir mit Ross, einem Farmersjungen, nachts um 12, auf der Ladeflaeche seines Pick-Ups durchs Outback gebrettert. Er wollte unbedingt ein Wildschwein abknallen, doch da hatte wir entschieden was dagegen, obwohl sie wirklich eine Plage zu sein schenen und man hier auch nicht viel anderes machen kann. Gott sei dank life un skein Schwein ueber den Weg. Dafuer ueberfuhren wir leider einen armen Hasen!
An einem anderen Tag besuchten wir die Schule, die aus 3 kleinen weissen Schulhaeusern besteht. Jede Klasse hat ihr eigens Haeuschen (2 Klassen mit ungefaehr 30 Kindern insgesammt). Die Lehrerin war total nett und wir zeigten den Kindern Euros, dt Buecher und versuchten ihnen zu erklaeren, was eine Zentralheizung ist! Ein wunderbarer Tag!

Doch obwohl es nach den ersten beiden Naechten, die echt mega kalt waren (dicke Socken, Pulli, 3 Decken) immer waermer und schoener wurde beschlossen wir uns zur Flucht aus Quambone, was sich aber als gar nicht so einfach gestaltete…

Die Flucht(versuche)

Nach etlichen Stunden in “Sean’s Buero” (Kabuff mit Sandboden) an einem verstaubten uns zur Verzwweiflung treibenden Pc, haben wir es schliesslich geschafft eine 1. Moeglichkeit heraus zu finden. Der 1. Plan war es naemlich irgendwie nach Newcastle zu kommen und von dort aus irgendwie nach Brisbane zu gelangen, da Anja dort Verwandte hat. Das Busticket haette nur 75$ gekostet und es waere perfekt gewesen, doch leider scheiterte der Plan daran, das suns niemand wie gedacht nach Newcastle mitnehmen konnte. Peter, der fahren wollte, fuhr leider erst in 4 Wochen und solange wollten wir hier definitive nicht mehr bleiben!
2. Plan: Sean hatte den beiden Maedels schon seit langem versprochen, dass sie mal ein Wochenende in Lightning Ridge (Opalhauptstadt Australiens) verbringen koennten. Wir guckten im Internet nach einer Verbindung von Lightning nach Brisbane und BINGO!! Von da aus fuhr ein Greyhound Bus. Also habe wir Sean solange belabert, bi ser dann “The Ridge” fur uns gebucht hat. Nach Stunden in der Greyhound-Warteschleife und der passenden Musik, die Anja fast hat durchdrehen lassen und noch dazu mit der Creditkarte, haben wir schliesslich unseren Weg in die Freiheit gebucht. (Ihr koennt euch garnicht vorstellen, was wir da durchgemacht haben!)

Missen wollen wir die Zeit in “Australiens 2. schlimmsten Dorf” (Zitat Hans), aber auch auf keinen Fall, denn was wir erlebt haben war das echte, unverfaelschte Australien mit Ecken und sehr vielen Kanten.
So wurde auch das Waeschewaschen zu einem echten Abenteuer (wie das Fotao von der Waschmaschine vielleicht schon erahnen laesst!) Das alte Schaetzchen da hintem im Schuppen wollte nicht immer so wie wir. Doch mit Tritten, gutem Zureden und der Hilfe von Melli und Moni schafften wir es dann doch irgendwann unsere Sachen einigermassen sauber zu bekommen. Noch schwieriger sauber zu kriegen, war jedoch Sean’s, outback-untaugliche Schrottschleuder. Ein blauer Kia im Outback, Sean, ne, ne!! Denn fuer unseren Trip nach Lightning wollten wir uns nicht wieder in dieses fahrende Biotop setzen. Dann lieber 3 Stunden putzen!!!

Achso noch was zum Abschluss: Wir hatten zwar echt viel zu lachen mit den ganzen komischen Voegeln da (z.B. als wir ihnen unser “Australien-Slangbuch” zeigten, (Danke Maren, es ist zwar absolut realitaetsfern, aber hat uns schon viele lustige Momente beschert), aber wirklich viele der Leute da haben echt ein ernstzunehmendes Alkoholproblem. Fast keiner arbeitet hier. Sie werden vom Staat unterstuetzt, weil sie soweit weg von allem, inklusive Jobmoeglichkeiten, leben. Alles was wir geschrieben habeb, haben wir ohne Uebertreibungen wirklich so erlebt, auch wenn es sich manchmal ziemlich abgedreht anhoert.

Reisetipp zum Schluss: How to play with mossies:

Man nehme ein Muecke/Mosquito und bietet ihm sein Blut an (einfach Arn hinhalten), dann wartet man, bis das Biest zusticht und haelt augenblicklich die Luft an. Jetzt kann man das Vieh naemlich anstuppsen, ohne, dasses wegfliegen kann. Es ist quasi am Arm festgesaugt! Was ein Spass!!

Probierts aus;)

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Kommentare (5)

  • (#1) Anja_Madeline sagte am 10.10.10 um 10:17 Uhr:

    stellen noch mehr fotos dazu rein, hat aber eben nicht wirklich geklappt;)

  • (#2) Monique Diedrich sagte am 11.10.10 um 05:06 Uhr:

    echt geiler blog maedels!!! und ja, ihr habt recht, wenn ihr schreibt, dass alles so passiert ist ;) ich weiss auch nicht, wie wir das hier so lange aushalten XD aber irgndwie moechte ich die zeit hier auch nicht missen. wir haben hier in quambone schon viel schraeges erlebt (ja erst diese woche wurde unsere unterwaesche von der waescheleine geklaut lol) aber wir haben auch viele schoene und aufregende momente, die uns hier halten.
    es war echt super euch (auch wenn es nur kurz war) hier zu haben! anja, wir vermissen deine scherze und deine lache schrecklich : 0
    maedels, wir sehen uns spaetestens in nimbin^^ haltet die ohren steif und bringt uns ein paar bananen mit lol

  • (#3) Maren sagte am 12.10.10 um 12:30 Uhr:

    Leute, super! Klasse Eintrag! :) Schön, dass ihr soviel Spaß habt!!

  • (#4) Anja_Madeline sagte am 15.10.10 um 05:26 Uhr:

    oh mir sind grad erstmal die vielen fehler aufgefallen, upps!! naja egal. ist ja keine deutschklausur

  • (#5) Michael sagte am 20.10.10 um 11:33 Uhr:

    Wir wollen auch eín wenig Spass haben, wenn hier das Wetter schon sooooo trüb ist. Wo bleibt der nächste Blog.


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