Was ist bisher geschehen...
Vor gut 4 ½ Wochen habe ich das erste Mal neuseeländischen Boden betreten und seit dem schon einiges gesehen und einiges erlebt.
Einen Teil davon habe ich ja schon in meinem ersten Blogeintrag zum verdauen gegeben. Also werde ich nun ohne große Umschweife versuchen da weiter zuerzählen wo ich das letzte Mal aufgehört habe.
Dem Schreck und dem Tsunami gerade so entkommen, zog es mich und meine Gefährten Volker, Magda und Vroni mit denen ich, mit Ausnahme von ein paar Tagen die ersten Wochen zusammen unterwegs war, ins Landesinnere, nach Rotorua.
Rotorua gillt als Stadt der Geysire und Thermalquellen und als das Zentrum der Maorikultur in Neuseeland.
Als wir in Rotorua ankamen vernahmen wir einen ich möchte es mal umschreiben nicht gerade angenehmen Geruch. Die gesamte Stadt stank nach faulen Eiern.
Das liegt daran das Rotorua in mitten eines Schwefelfeldes liegt, welches diesen „gewöhnungsbedürftigen“ Geruch verursacht.
Aber abgehärtete Backpacker wie wir nun einmal sind hieß es einmal tief Luft geholt und auf zum Hostel. Dort angekommen hieß es erst einmal erholen und an die sehr „eierlastige“ Luft gewöhnen.
Am nächsten Tag dann wollten wir uns etwas Kultur antun,um genauer zu sein Maori-Kultur und zwar in Form des Maoridorfes „Tewhakarewarewatangaoteopetauawahiao“ oder kurz „Whakarewarewa“. Nachdem wir es dann geschafft hatten den vollen Namen fließend aussprechen wurde uns auch Einlass in das Dorf gewährt. In „Whakarewarewa“ leben die Maori noch richtig und man erhält einen Einblick in die traditionelle Maorikultur.
Und die Maori leben wirklich so wie man sich es vorgestellt hat...
Mit einer Satelitenschüssel auf dem Dach, einem Auto in der Einfahrt und einem Ipod in der Hand, traditionell ebend.
Nachdem wir uns von diesem nennen wir es mal „Kulturschock“ erholt hatten lernten wir die wirkliche Maorikultur kennen. Wir sahen eine Tanzvorstellung und hatten eine Führung durch das Dorf wo uns viel über die Geschichte der Maori erzählt wurde.
Für den nächsten Tag war schönes Wetter angesagt und deshalb hatten wir geplant mit einer Seilbahn auf einen Berg bei Rotorua zu fahren, was wir auch taten.
Oben angekommen hatte man einen wunderschönen Ausblick über Rotorua und die Umgebung.
Aber wir waren nicht nur wegen des Ausblickes hier rauf gefahren, unser eigentliches Ziel waren die „Ludges“. Ludges das sind Plastikschüsseln mit Rädern und einer Bremse, eine Mischung aus Bob und Bobbycar mit denen man auf einem asphaltierten Weg den Berg runterfahren konnte.
Also nichts wie los.
Nach der ersten Fahrt wurde uns bewusst, dass die Neuseeländer in Sachen Sicherheit eine etwas andere Auffassung hatten als wir Deutschen. Eine Absicherung war nicht vorhanden und neben der Strecke ging es teiweise 3-5 m bergab, aber wir ließen uns den Spaß nicht nehmen und fuhren noch ein paar mal.
Am Abend waren wir dann auch dementsprechend ziehmlich k.o., deshalb ging es früh ins Bett, denn wir hatten wir den nächsten Tag schon etwas geplant. Es ging früh raus denn wir wollten Raften gehen, d.h. mit Schlauchbooten einen Fluss entlangschippern.
Als wir dann am Ort des Geschehens ankamen, bekamen wir unsere Ausrüstung und eine kurze Sicherheitseinfürhung, welche das meinte sogar unser Bootsführer notwendig war.(und das soll schon was heißen in NZ) Uns wurde erklärt was wir zu tun hatten wenn wir in Stromschnellen kommen und wie wir uns verhalten sollen wenn wir, den Höhepunkt der Fahrt, einen 7m hohen Wasserfall hinunterfallen. Danach sollten wir noch etwas unterschreiben, das uns niemand zwingt diesen Fluss zu befahren, der die höchste beschiffbare Kategorie darstellt, alles darüber wäre blanker Selbstmord meinte unser Guide.
Also ab gings ins kühle Nass und losgepaddelt.
Die Fahrt war anstrengend, aber ein heiden Spaß bis wir den Wasserfall erreicht hatten.
Vor uns lagen 7m Fall.
Noch einmal tief Luft geholt und los gehts.
Huuui, überlebt, meinte unser Guide und diesmal keine Verluste.
Eingige ungläubige Blicke später erreichten wir auch schon das Ende unser Reise.
Nach diesem Adrenalinkick am Vormittag hatten wir uns für den Nachmittag etwas entspannendereres ausgesucht uns zwar eine Spalandschaft mit vielen verschieden Hotpools.
So ließen wir den Tag entspannend auskligen.
In unserem Hostel hatte sich über die Tage eine Gruppe von Deutschen zusammengefunden und wir beschlossen alle zusammen in einen Naturpark mit dem klangvollen Namen „Volcanic Wonderland“ zufahren.
Dessen größte Attraktion war ein 15 m hoher Geysir der jeden Tag um 10.15Uhr ausbricht.
Als wir dann endlich, fast schon zu spät, im Park ankamen waren die Sitze um den Geysir schon längst voll, aber wir waren pünktlich. Und dann war es endlich soweit der Geysir bricht aus...
Was wir dann zusehen bekamen erinnerte mehr an einen Springbrunnen im Garten als an einen Geysir. Der „Ausbruch“, wenn man ihn überhaupt so nennen kann, wirkte sehr künstlich und unecht.
Und so, etwas von unseren Erwartungen erschlagen machten wir uns auf den Weg in den eigentlichen Park und hofften das dieser besser wäre als der Geysir.
So war es dann auch, der Park dessen Attraktion die sogenannten farbigen Seen sind machte seinem Ruf alle Ehre. Es war sehr beeidruckend zu sehen was für Wunder die Natur schaffen kann.
Nach diesem alles in allem doch schönen Tag hieß es für mich Abschied nehmen, denn die anderen wollten nach Taupo und für mich hieß es noch einmal gen Norden zu fahren zum Wwoofen.
Nach einem mehr oder weniger tränenreichen Abschied hieß es für mich auf nach Thames auf meine erste Wwoofingfarm.
Wer nicht weiß was wwoofen bedeutet, hier eine kleine Erklärung.
Wwoof heißt willing workers on organic farms. Was so viel heißt wie freiwillige Arbeiter auf organischen Farmen. Auf diesen Farmen arbeitet man und erhält dafür Kost und Logie.
Da war ich nun also irgendwo im Nirgendwo auf einer Farm mit noch 4 anderen Deutschen und einer Amerikanerin. Unser täglich Brot bestand darin Bäumchen zu pflanzen, Unkraut zu zupfen und eine Treppe zu bauen.
Nach 5 interessanten Tagen hatte ich einen guten Einblick in den Alltag auf einer Kiwifarm bekommen und das Fernweh zog mich weiter.
Nach einem kurzen Zwischenstop, von 3 Tagen, in Auckland wo ich mir das Auckland Museum angeschaut habe ging es für mich weiter nach Raglan.
Raglan gillt als beste Surferstadt Neuseelands und als guter Ort um jenes zu lernen.
Als ich in Raglan ankam schien die Sonne, dass konnte nur ein gutes Zeichen sein nach den langen Wochen des Regens im Rest Neuseelands. Und noch etwas war anders in Raglan, ich hörte nichts und wirklich nichts, kein deutsch nur englisch, kann das wirklich sein?
Ja es kann, ich war wirklich der einzige Deutsche im Hostel, was irgendwie recht angenehm war.
Insgesamt war ich 9 Tage in Raglan und habe dort einiges gemacht. Ich war unter anderem mit einem Kanadier Golf spielen. Ich stellte mich auch gar nicht mal so blöd dabei an den kleinen Ball zu treffen.
Da mein Gegenüber aber spielte wie Tiger Woods velor ich das Spiel mit gehörigem Abstand.
Nachdem ich mich den nächsten Tag nicht wirklich bewegen konnte, weil ich mir die Hüfte beim Golfen irgendwie verrengt hatte, war Raglan Time angesagt, d.h. in einer Hängematte liegen, die Sonne genießen und einfach nix tun.
Dann wollte ich jedoch endlich das machen weshalb ich nach Raglan gekommen bin, Surfen.
Ich schrieb mich also für einen Beginnerkurs in der örtlichen Surfschool ein.
Nach 3 Std. Übung schaffte ich es dann auch langsam mich auf dem Bord stehend zu halten, was irgendwie viel einfacher aussieht als es in Wirklichkeit ist.
So gingen die Tage ins Land und ich verbrachte sie mit Surfen, Kayaking oder einfach nix tun.
Nun naht der Abschied von Raglan ich weiß nicht warum, aber irgendwie zieht es mich weiter, mein nächstes Ziel Taupo.
Damit beende ich meinen 2ten Bericht mit einem herzlichen Kia Ora an alle Daheimgebliebenen.
Sebastian
Hallo Sebastian,
der 2. Blog ist auch sehr toll geschrieben, da schlumemrt ein Talent. Das ist eine sehr beeindruckende Beschreibung von Neuseeland. Man wird ja so richtig neidisch...
Weiterhin viel Spaß und viele beeindruckende Erlebnisse in NZ. Wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten Blog.
Liebe Grüße von den
Daheimgebliebenden
Hallo hallo Herr Gießelich!
Eins muss ich dir lassen - du schreibst so, dass man ganz traurig wird, nicht dabei zu sein. Und noch dazu hast du Sommer! Und gehst baden und surfen. Ich will auch! Ich hoffe du schreibst mal wieder. Bin mal gespannt, wie du dir Weihnachten so gestalten wirst. Hohohoho!
Liebe Grüße
Julia
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