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Basties Blog

Von Tuis, Kakas und anderen schrägen Vögeln

09.02.2010 | Bilder13 | Kommentare0 | Neuseeland  - Stewart Island/Raikura
Da stand ich nun also in Bluff und es ist wirklich nicht mehr als Invercargills Hafen. Bis auf die Fähre nach Stewart Island, gibt es wirklich keinen erdenklichen Grund hierherzukommen.

In der Wartehalle der Fähre wurde mir dann doch etwas mulmig, denn vor mir lag eine einstündige Fahrt über die Fouvaux Street, einer der unruhigsten Wasserstraßen der Welt, wo sich das Wetter innerhalb von Minuten verändern kann.

Aber um nach Stewart Island zukommen war mir fast alles recht.

So hieß es wieder eine Tablette gegen Seekrankheit geschluckt und auf gehts.

Bei der Fähre handelte es sich um einen Highspeed Catamaran, der übers Wasser zu fliegen schien.

Unser Kapitän versicherte uns kurz nach der Abfahrt, dass wir einen perfekten Tag für die Überfahrt gewählt hatten, da das Meer komplett ruhig war und es auch nicht nach großen Wetterumschwüngen aussah.

Nach einer guten Stunde erreichte ich unbeschadet Stewart Island.

Stewart Island, Neuseelands südlichster bewohnter Außenposten, hat ungefähr 2/3tel der Größe des Saarlands und ca. 400 permanente Bewohner.

Auf Stewart Island befindet sich der Rakiura National Park, welcher 89% der Fläche Stewart Islands bedeckt.

Bis auf das Örtchen Oban gibt es keine weiteren Siedlungen.

Und genau in diesem Oban war ich nun also, einem kleinen verschlafenen Ort mit einem kleinen Supermarkt und einem Pub.

Mein Hostel mit dem Namen „Bunkers Backpackers“ lag am Rande von Oban und ich musste ganze 4 min bis zum Supermarkt der sehr zentral gelegen ist laufen.

Da war ich nun also fernab des hektischen Treibens der übrigen Welt, auf Stewart Island schien die Welt still zu stehen, alles verlief etwas langsamer und ruhiger.

Und so vergingen die ersten 2 Tage auf Stewart Island für mich auch ohne große Ausflüge oder sonstige Aktivitäten.

Dann hieß es aber endlich mal etwas unternehmen, mein Ziel: Ulva Island.

Bei Ulva Island, handelt es sich um ein Vogelschutzgebiet, welches vor Stewart Island liegt.

Auf Ulva Island wurden sämtliche vom Menschen eingeschleppten Tiere wie Ratten, Wiesel und ähnliche Predatoren ausgerottet, um es zu einem Ort zu machen der den Meschen das Neueseeland zeigt, wie es war, bevor der Mensch seinen Fuß auf es gesetzt hat.

Nach einer kurzen Bootsfahrt war ich da.

Es ist wirklich schwer zu beschreiben wie mein erster Eindruck von Ulva Island war, man kann es wohl am ehesten mit einer Kapelle vergleichen, einer Kapelle im Wald, in der ein Chor aus Vögeln freudig singt.

Es war ein magischer Ort fernab jeglicher Zivilisation.

Eine Insel auf der die Vögel die alleinigen Herrscher sind.

Ganze 6 Stunde verbrachte ich auf Ulva Island und ich genoß jede Minute davon.

Mein Ziel war es alle Vogelarten die es auf der Insel gibt zu sehen, leider ist es mir nicht ganz gelungen, aber dennoch habe ich es geschafft einen Großteil zu sehen.

Als ich wieder in Oban war, war es so als kehrte man in eine andere Welt zurück.

Für die nächsten Tage hatte ich mir nichts besonderes vorgenommen, ich entspannte und erkundte auf unzähligen Wanderwegen die Insel.

Und ohne das ich es geplant hatte blieb ich ganze 9 Tage auf Stewart Island und ich wäre auch noch länger geblieben wenn mein Geld, dass ich für meinen eigentlich dreitägigen Aufenthalt mitgenommen hatte, länger gereicht hätte.

Ich habe in dieser viel zu kurzen Zeit eigentlich viel zu wenig gesehen und dennoch einiges erlebt.

Von schrägen Vögeln über sehr nette Einheimische die mir Neuseelands Nationalsport Rugby näher gebracht haben, bis hin zu einer atemberaubenden Natur hat mir Stewart Island so einiges geboten und wird mir als eins meiner besonderen Highlights in Neuseeland im Gedächnis bleiben.

Dann war der Tag der Abreise gekommen, ich stand an den Docks und wartete auf meine Fähre zurück aufs Festland.

Die See war wieder sehr ruhig und auf meinem Weg zurück nach Bluff flog noch ein Albatross an der Fähre vorbei so als wolle er auf Wiedersehen sagen.

So endet meine Reise zu Neuseelands wildem Außenposten, auf dem Neuseeland noch das geblieben ist was es einst war, ein menschenleeres Paradies auf Erden.

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