...mit der Zeit vergisst, aber meine Faulheit überwiegt offensichtlich meinen Hass. Wieder was über mich gelernt, aber das tut hier jetzt auch mal gar nix zur Sache! Dann lasst uns mal so gut es geht von vorne beginnen:
Das letzte mal schrieb ich ja, dass ich nun gekündigt habe und eigentlich weiterreisen will. Das ganze lief dann doch etwas schleppend ab. Erstmal blieb ich eine Woche noch in Nelson Bay um mich mit Bier, Kaffee und was weiß ich noch von den ganzen Freunden zu verabschieden. Viele der alten Freunde waren nicht mehr da, aber dafür einige neue. Da jeder aber unterschiedlich Zeit hatte, konnte ich das nicht an einem Tag abwickeln, sondern musste es auf mehrere Tage verteilen. Naja mehr Bier! Viel kann man da auch nicht zu sagen. Meistens nur im Pub getroffen und sich unterhalten. Am letzten Tag in Nelson Bay oder besser gesagt am letzten Abend hatte ich quasi ein Staffeltrinken. Angefangen mit Jasper, als der weg musste kam Julien, dann ist Lisa dazugestoßen, Julien ging heim und Dayle kam als letzter. Da im Winter alles früh schließt mussten wir da auch schon um 10 das Pub verlassen. Da der RSL (sowas wie ne Disco) als einziges offen hatte, sind wir dann noch dort hin. Dort wurde ich dann von Lisa und Dayle in die australische Kunst der Glücksspielautomaten eingeführt. Nicht dass ichs verstanden hätte, aber ich glaube das spielt dabei auch keine Rolle. Im Endeffekt hat Lisa gesagt drück den Knopf und dann den und jetzt den. So gewinnt man dann 3 Dollar und verliert 7. Danach habe ich mich dann doch eher aufs trinken konzentriert, aber Dayle und Lisa haben Geld gewonnen. Das ist der Unterschied an der Sache: Beim Glücksspiel kann man Geld gewinnen, tut es aber meistens nicht. Beim trinken kann man nur Geld verlieren, aber es macht einem nach einer Weile nix mehr aus =)
Da ich nach Nelson Bay ja nach Sydney wollte musste ich den Zug von Newcastle aus nehmen, da es dazu aber zu spät war, habe ich bei Lisa übernachtet. Geplant war dass ich 2 Tage dort bleibe. Es wurden dann aber 2 Wochen. War nicht mein Fehler. Lisa und ihr Freund haben mich gefüttert, mir ein eigenes Riesenbett gegeben und mich mit einer Vielzahl an Filmen vor einen Riesenfernseher gesetzt. Miete oder so musste ich nicht zahlen, nur wenn ich was essen wollte und selbst da nicht immer, also ein durchweg gutes Angebot! Als Ausgleich habe ich mich bemüht die Beiden im Haushalt zu unterstützen. Geschirr spülen und Küche putzen und Wäsche raushängen. Das war etwas kompliziert, weil Lisa nicht wollte dass ich ihre Unterwäsche aufhänge, das wäre ihr unangenehm. Da stand ich dann vor dem Haufen durchgemischte Wäsche und hab mein ganzes Ingenieurskönnen eingebracht, um die Wäsche aus dem Korb zu bekommen ohne die Unterwäsche zu durchwühlen. Erschwert wurde das ganze von hungrigen Katzen die sich ihr Sommerfell an meinen Beinen abgestreift hatten. Nichts desto trotz habe ich es gemeistert, wenn auch mit niesen, dank meiner Katzenallergie. Auch den Hund habe ich einmal versucht auszuführen. Versucht, weil Medowie wie eine Legostadt aussieht. Alle Häuser sehen gleich aus und wenn man nicht weiß wo man ist, findet man auch nicht mehr zurück. Ganz im Ernst dachte ich, dass der Hund sich als etwas nützlicher erweisen würde. Leider ist der Hund nen Depp. An jeder Kreuzung wo ich seine Intention abgewartet habe, ist er dann im Kreis um mich rumgelaufen und wusste ned wohin. Als dann die Häuser weniger wurde und der Wald mehr, fing auch der gute Hund an meinem Können als Hundeausführer zu zweifeln. Ich meine gesagt hat er nix, aber seine Blicke sagten mehr als Worte. Sie blieb öfter mal stehen und schaute mich einfach nur mit verzweifelten Augen an, als ob sie sagen wollte "Wir kommen nie wieder heim oder?". Aber man nennt mich nicht umsonst Björn "Die Brieftaube" Guilpain und nach einer (guten) Weile waren wir wieder zu Hause. Gipsy (der Hund) und ich beschlossen, es bei diesem einmaligen Ereignis des Spaziergangs zu belassen. Übrigens wars nass an dem Tag und ich bin in den Batsch gefallen. Voller Erfolg!
Egal. Der Aufenthalt war ansonsten sehr unterhaltsam. Ich habe viele Filme gesehen, wir waren paar mal in Newcastle aus, hatten Kaffee auf einer Makademiafarm und Lisas Mama hat 2 Mal für mich gekocht! Nach 2 Wochen hieß es dann auf nach Sydney.
In Sydney angekommen hat mich Rob am Bahnhof abgeholt und mich in das Hostel geführt, indem er wohnt. Nun habe ich nach Monaten auch mal wieder Rob gesehen und sogar im selben Dorm gewohnt. An das Hostelleben musste ich mich erstmal sehr langsam wieder gewöhnen. Laute Betrinknisse, die auch gerne mal bis morgens um 6 gehen. Und das alles im regnerischen Sydney. Achja bevor ichs vergesse, es ist im Moment kalt in Australien. Zumindest da wo ich bin. Mit kalt meine ich 15°C und nass. In Sydney war ich 2 Wochen und eigentlich habe ich wenig gemacht. 2 Tage habe ich mir die Kunst in Sydney angesehen. Einmal mit Rob und 2 Engländerinnen auf Cockatoo Island, der wohl wirrsten Kunstausstellung der Welt und das zweite Mal im Sydneymuseum mit Lisa. Da Lisa kunstinteressiert ist, konnte sie mich über den ganzen Kram aufklären und somit hatte ich dann doch etwas Kultur abbekommen. Nicht dass ich das gesucht hätte, aber man nimmts halt mit. Cockatoo Island hingegen war wie erwähnt eher sinnlos, aber voll durch von Gewalt geprägter Kunst und auch wenn ichs nicht verstanden habe, konnte ich mich an der Gewalt erfreuen.
Ansonsten habe ich wirklich nciht viel in Sydney gemacht, teils weils geregnet hat und teils weil ich einfach lustlos war. Nach 2 Wochen gings für mich dann nach Melbourne.
Nach Melbourne wollte ich mit dem Flugzeug, aber dafür braucht man ein Flugticket. Dafür musste ich mich aber durch den Regen bewegen und das hat dann unter anderem zu den 2 Wochen Sydney Aufenthalt beigetragen.
Als ichs dann endlich geschafft hatte ins "Student Flights" (heißt Studenten Flüge, aber darf jeder kaufen), hat mir die nette Dame auch geholfen einen Flug zu finden. Ich war morgens um 10 dort und sie wollte mich direkt in einen Flieger um 3 Uhr mittags setzen. Ich meinte dann, dass das so nicht geht, ob sie denn wüsste wie viel Wäsche ich noch zu waschen hätte?! Darauf konnte sie nur sagen, dass sie bisher nicht mal meinen Namen kennt und schon gar nicht wie lange ich nicht mehr gewaschen hätte. Wir haben uns dann auf einen Flug am nächsten Morgen geeinigt. Sie meinte auch noch, dass es einfach sei vom Flughafen nach Melbourne zu kommen. Daran merkte man auch dass sie nicht nur meinen Namen und meine Wäsche kennt, sondern auch meine Unfähigkeit. Dazu aber später mehr.
Am nächsten Morgen also auf zum Flughafen. Dorthin hat mich ein Shuttle gefahren, das vom Hostel organisiert wurde. Am Flughafen musste ich eingestehen, dass ich noch nie Domnestic (Inland) geflogen bin und doch etwas durch die Vielzahl der Schlangen irritiert war. Also zum guten Infoschalter der Jetstar (Fluggesellschaft auf meinem Flugticket). Die gute Frau dort war dann doch etwas gelangweilt von meinem "Schlangenproblem" und sagte nur, dass es absolut keine Rolle spielt wo ich mich hinstelle. Also einfach irgendwo hin und das lief auch halbwegs gut bis zur Handgepäckkontrolle. Der Mann dort meinte mein Gürtel wäre in Ordnung, aber er löste dann doch ein Biepen aus ... Also Gürtel aus, Hose hoch gehalten und wieder durchs Tor. Erfolgreich diesmal. Nicht so erfolgreich war mein Handgepäck. Laptop darf nicht in der Laptoptasche bleiben, also wieder zurück durchs Tor, Laptop raus und wieder zurück, mit rutschender Hose. Laptop in Ordnung diesmal. Mein Rucksack aber nicht. Der Indische Kontrollmann wollte den durchsuchen. Da ich ja nichts drin hatte, wars mir egal. Da fand er aber dann doch ein Multitool, dass mir mal Nina geschenkt hatte, bevor sie abgereist ist. Das war seit dem im Rucksack. Von Dezember bis Juni... Er stolz wien Oskar fragte was ich damit wolle. Ich sagte warn Geschenk, sollte nicht drin sein. Der gute Mann wollte mich wieder an den Anfang zum einchecken des Gepäcks schicken, da hät ich ihm beinahe eine gelangt. Als ob ich den ganzen Tor scheiß nochmal machen wollte. Ich sagte ihm er solls wegschmeißen, aber sah es ihn einstecken. Ich hoffe ernsthaft, dass er es in der Tasche vergisst und versucht zu fliegen...
Flug unkompliziert. In Melbourne dann also am Flughafen angekommen und mich an die Worte der Flugbucherin (mir fällt der richtige Ausdruck gerade nicht ein) erinnert und zum ersten Shuttle marschiert und gefragt ob er mich nach Melbourne fährt. Nö, er fahre wo anders hin. Also ein Fehlschlag. Auf meine Frage welches der Shuttles mich denn nach Melbourne bringt, begann sein Fragenkatalog. Wo genau in Melbourne? - Keine Ahnung. Welches Stadtviertel? - Keine Ahnung. Welches Hostel oder Hotel? - Keine Ahnung. Steig in den roten Bus....
Leicht zweifelnd an seiner Wahl, fragte ich am roten Bus noch mal nach, aber der fuhr mich doch tatsächlich nach Melbourne. In Melbourne angekommen gab es ein Hostelshuttle service. Also nichts wie hin und gefragt ob sie jedes Hostel anfahren. Die Frau meinte, klar und wo ich denn hin will. Keine Ahnung. Welches Viertel denn? - Keine Ahnung. Der Name vom Hostel? - Keine Ahnung. (Irgendwie kam mir das Gespräch bekannt vor). Sie fing dann an Hostels auf einer Karte zum umkreisen, was mir nach einer Weile zu lästig wurde und ich einfach nur fragte was das nächste ist. YHA Central! Super YHA sind immer super. Leicht genervt und schon ahnend was für ein Stress eine Shuttlebuchung für sie werden könnte meinte sie nur "Da kannste hinlaufen" und hats auf der Karte markiert. Natürlich ganz Björn gerecht mit einer genauen Linie der ich folgen sollte beim laufen. Geholfen hats nichts, bin trotzdem falsch gelaufen, aber diesmal wars nur zum Teil mein Fehler. Aus der Karte war nicht ersichtlich, dass es eine Findlersstreet, Findlersavenue und einen Findlersbulevard gibt. Irgendwann hab ichs dann doch geschafft und bekam ein ziemlich gutes Hostelzimmer. Natürlich war ein Deutscher schon im Zimmer. Den habe ich mir dann geschnappt und wir sind auf Sightseeing gegangen. Das heißt in Melbourne Botanischer Garten, Bahnhof, Chinatown und Kriegsdenkmäler. Auf Museen habe ich verzichtet. 2 Tage später ist der Deutsche weiter und ich bekam einen Engländer und einen neuen Deutschen aufs Zimmer. Da Fußball anstand war es von Vorteil, dass der Deutsche in Fußballfreak war. Erstmal im Zimmer die Bilder abgehangen, die Spieltabelle aufgehangen, dann Deutschlandfahne ausm Fenster und Becks gekauft. Bis auf Deutschland - Australien haben wir alle Spiele im Hostel gesehen. Erwähnenswert ist dabei aber auch nur das Australien- Deutschlandspiel. Das haben wir Publicviewing gesehen. So gut es ging. Die Australier mögen kein Fußball, aber sind sehr Nationalstolz und verlieren somit nicht mal gerne in was, das sie nicht mögen. Stimmung teils aggressiv und nach dem 3:0 sind dann auch Brandtfackeln hinter uns eingeschlagen. Passiert ist nix und eine Prügelei habe ich auch nicht mitbekommen.
Nach Melbourne flog ich dann nach Adelaide. Diesmal voller Erfahrung was das Fliegen angeht und ich hatte keine Probleme am Check In!
In Adelaide angekommen, musste ich leider feststellen, dass die Shuttlebusfahrer die selben dummen Fragen stellen. Aber ich will nicht langweilen und komme zum Punkt! Björn in Adelaide! In Adelaide gibts nicht viel, außer alte Häuser. Langweilige 4 Tage dort verbracht bis auf das Serbien - Deutschlandspiel, aber darüber wollen wir nicht reden.
Von Adelaide ging es dann mit einer Tour in die Wüste, aber dazu das nächste Mal mehr!
Gruß Björn "Flugexperte" Guilpain
huhu!
gibts dich auch noch!
Blogeintrag gelesen von 202 Besuchern.
Spam?