...schöne Wanderung um die Halbinsel gemacht hatten (gemeinsam mit einem deutschen Pärchen mit Baby, das wir kennen gerlernt hatten), las ich abends meine Mails, u.a. von dem Unternehmen des Delfinschwimmens, warum ich denn mittags nicht zum Törn erschienen bin. Dummerweise hatte ich gedacht, dass meine Buchung freitags und eben nicht donnerstags war...
Am nächsten Tag klärte ich mit dem Unternehmen, dass ich ohne zusätzliche Kosten am Mittagstrip dabei sein konnte. Leider war der Wind und die See so stark, dass der Cruise gecancelt wurde... Nun denn, zum Trost habe ich mir eine Massage gegönnt. Weniger die Massage als die Erzählungen der Maori-Masseurin waren sehr interessant. Sie erzählte mir viele Details über die von ihr und ihrer Familie gelebten Bräuche als Maori, toll!
Gestern sind wir dann nach Christchurch ins Hotel gefahren und haben unser geliebtes Zuhause, den Camper, abgegeben, heul... Ein komisches Gefühl, wieder in einem Haus zu schlafen, zu duschen, auf Toilette zu gehen. Wir brauchen gar nicht so viel Platz! Zum Abschluss unserer Reise wollten wir unbedingt in dem tollen Fine Dine Restaurant hier im Hause essen gehen. Und siehe da: Das Hotel konnte uns eine Babysitterin spontan besorgen, so dass wir zum ersten Mal ohne Jasper den Abend und das Essen genießen konnten. Jasper hat die Dame (Denise) gar nicht kennen gelernt, da er durchgeschlafen hat (leicht verdientes Geld für Denise!).
Hier in Christchurch sieht man übrigens noch sehr viel von den Erdbeben, just vorgestern war eines mit der Stärke von 4,5. Die zerstörte Innenstadt ist abgesperrt. Die Geschäfte sind nun in Container untergebracht. In diesen Tagen findet ein Straßenmusiker-/Comedyfestival für die leidgeplagten Bürger statt. Im Park gegenüber treten kostenlos auf mehreren Bühnen internationale Gaukler, Artisten und Kabarettisten auf... Eine sehr schöne, entspannte Atmosphäre in der Trümmerstadt!
Morgens gehts dann zunächst per Flugzeug zurück nach Auckland, dann nach Hongkong, Helsinki und finally Düsseldorf!
Hier kommen abschließend und nach 7148,1 km unsere Erkenntnisse der tollen Elternzeit-Reise in NZ!
Leben im Camper:
- Irgendetwas sucht man immer.
- Dinge finden ihren Platz.
- Auch im Camper gibt es eine feste Sitzordnung.
- Es lohnt, folgende Dinge zusätzlich zu kaufen: ein scharfes Messer, eine Bratpfanne, eine Teekanne, einen Besen.
- Kaffeesatz lässt den Schmutzwassertank stinken und verstopfen.
- Kaufe immer Duftmüllbeutel (z.B. Limette).
- Die Kleidung falten lohnt sich nicht.
- Wenn Du denkst, Du hast wenig mitgenommen, nimm noch weniger mit. Du trägst eh immer das Gleiche.
- Glaube nicht der Angabe, dass Dein Camper weniger als 15 l auf 100 km verbraucht.
- Merke Dir die Höhe deines Campers.
- Zu viel Camperfahren macht seekrank.
- Sand im Bett ist fies.
- „Dumpen“ wird zum Volkssport.
- Auf dem Campingplatz wird man schnell und äußerst motiviert zum heimlichen Spion (dank der getönten Scheiben!), besonders dann, wenn der Camper nebenan versucht rückwärts einzuparken.
- Deutsche Camper erkennt man an ihrer Kleidung (Jack Wolfskin).
- Auf Campingplätzen lernt man kurz zu duschen, da sonst das kalte Wasser droht.
Einkaufen/Shoppen:
- Sammle die Einkaufsbons: Sie sind Gutscheine beim Tanken.
- Outdoorgeschäfte sind ein „Must-go“. Frage nach der Kundenkarte, sie lohnt!
- Neuseeländer deklarieren ihr Toastbrot mit Körnern als „deutsches Vollkornbrot“.
- Neuseeländische Windeln (Huggies) sind besser als deutsche Pampers. Es gibt sie in blau und rosa, getrennt nach Geschlechtern.
- Es gibt in Neuseeland keine kleinen Supermärkte.
Verkehr:
- 100 km/h is a target… Eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h wäre in Deutschland eine 30er-Zone!
- Dass Neuseeländer keine Fahrschulen besuchen, ist nicht immer von Vorteil.
- Ein Baumtransporter fährt schneller als ein Camper.
- Camperfahrer grüßen sich!
- Gravel roads machen sich auch nach Tagen noch als extreme Feinstaubbelastung im Camper bemerkbar.
- Neuseeländische Straßenpoller biegen sich beim Überfahren.
Wetter/Natur:
- Glaube keinem Neuseeländer, wenn er sagt, dass der Sommer sonst viel wärmer und trockener sei.
- Wenn du denkst, dass Sandfliegen bei Regen verschwinden, liegst Du falsch: Sie kommen dann erst recht.
- Sandfliegen können in Hosenbeine krabbeln. Bekämpfe sie nicht, lebe mit ihnen. Nach 10 000 Stichen bist Du immun.
- Windelwund-Salbe hilft gegen Sandfliegen-Juckreiz.
- Ein als „easy-walk“ gekennzeichneter Wanderweg ist nicht kinderwagen-/rollstuhlgeeignet!
- Nehme bei einem Walk Kleidung für 4 Jahreszeiten mit; Du brauchst sie!
- Ohne Heizung im Camper übersteht man keinen neuseeländischen Sommer.
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