Seit einer Woche haben wir einen neuen Mitbewohner, Steen, 26 Jahre alt aus Dänemark. Er startet jetzt sein Auslandssemester in Architektur hier in Christchurch. Wir wollen natürlich, dass er sich direkt gut aufgehoben fühlt und nehmen ihn direkt mit auf Tour.
Freitagnacht = Partynacht!
Steen pokert sehr gerne und Brian liebt Black Jack, ich bin ein super Glücksbringer und das macht uns zum perfekten Trio im Christchurch Casino. Ein großartiger Ort. Ein Ort wo alles goldig glänzt und das große Geld lockt… wo große Träume entstehen und sterben. Das Glückspiel ruft! Der erste Black Jack Tisch bringt Brian wirklich kein Glück, sodass ich ihm alle gewonnen Coins wegnehme, sodass er sie nicht verspielen kann. Das stellt sich als sinnvolle Sache heraus wenn man bedenkt, dass er den Tisch mit leeren Händen verlässt. Und der Einsatz den ich gesichert habe alles ist was bleibt.
Während Stehen sich am Pokertisch (Texas Hold’em) versucht, wohl bemerkt der erste professionelle Pokertisch an dem er je gesessen hat (Üblicherweise spielt er online), … überredet mich Brian ihm seinen Einsatz wiederzugeben um am anderen Tisch weiterzuspielen.
Nun, Stehen verliert. Man muss sagen er hatte einfach kein Glück. Im der Mitte liegen die Karten, unter anderem eine Königin, zwei Königinnen hat er in der Hand, deswegen geht er aufs Ganze, zwei Königinnen sind schon sehr gut… Dummerweise sind die zwei Könige vom Spieler gegenüber besser… sodass der gute Däne aus seinem ersten echten Spiel mit 100€ Minus herausgeht… Zu schade, kein guter Anfang.
Brian indes hat am zweiten Tisch mehr Glück und hält sich immer knapp über +/- 0. Jetzt komm ich natürlich als Glücksbringer ins Spiel. Und direkt läuft das Ding. Die Black Jacks kommen uns zugeflogen. Dennoch, nach eingespielten 150 Dollar verabschieden wir uns lieber. Wir wollen ja noch tanzen gehen.
Nicht im Shooters, denn dort kommt man nur mit Ausweis rein, den Stehen leider nicht mithat. Aber in direkter Nachbarschaft hat die Woche ein neuer Club aufgemacht. Den schauen wir uns an. Nett gemacht, Musik ist gut und Pooltables stehen zu freien Verfügung. Leider ist das Publikum im Schnitt 5-8 Jahre jünger als wir, also geht nach zwei Runden Pool zur nächsten Bar. Da ich nicht trinke wird’s immer lustiger den Jungs zuzuhören denn der Inhalt der Gespräche wird spürbar unsinniger… Die Party endet um 4Uhr für uns denn es hat leider nichts mehr auf… Wir sollten es auf einem Samstag versuchen.
Dennoch, umso besser, wir haben ja viel vor am Wochenende. Stehen und ich verquatschen uns zu Hause ein wenig, sodass es dann erst gegen 6Uhr ins Bett geht. Und um 12Uhr mittags bin ich dank Alkohollosigkeit natürlich die erste die wach ist. Die Sonne scheint, das müssen wir nutzen. Schnell die Jungs wecken und auf die Straße mit uns. Schön an den Strand in Governor‘s Bay auf dem Weg nach Akaroa legen… Dann weiter. Akaroa naht.
Akaroa ist ein kleines französisches Städtchen auf der gleichnamigen „Halbinsel“ vor Christchurch. Bekannt durch die Artenvielfalt der Meerestiere und der französischen Bäckereien. Wir übernachten in einem Farm-Hostel hoch oben auf dem Berg und können, während wir in den Hängematten im Garten liegen, das Meer beobachten. Mit meinem Ingenieur Brian und meinem Architekt Steen spiele ich dann Jenga und verliere das Spiel zum ersten Mal in meinem Leben. Haha
Der nächste Tag wird dann spannend für uns. Das erste Geschenkt meiner Chefin wird eingelöst.
Wir gehen mit Delfinen schwimmen!
Alles ist organisiert und man heißt uns direkt mit herzlichen Grüßen willkommen. Der Taucheranzug hängt auch schon bereit und er ist TROCKEN! Damit fängt der Tag definitiv gut an. Obgleich es trotzdem schwer ist in das enge Ding zu kommen was natürlich zu kurz ist für mich, immer das gleiche Problem… Dennoch, Aufgabe gemeistert und auch die Jungs sind in ihren Anzügen. Kurze Einführung von unserer Tour-Leiterin und rauf geht’s auf Boot um die kleinsten Delfine der Welt zu sehen.
Black Cat Cruises, unser Unternehmen für diese Tour ist wirklich sehr gut organisiert, überaus freundlich und absolut kompetent. Und für diese Worte wurde ich nicht bezahlt! Es gilt jederzeit die Delfine zu schützen, die dürfen nicht gestört werden und man muss Geduld mitbringen damit sie zu einem geschwommen kommen. Daher suchen wir einen Delfin Pot der an uns interessiert scheint.
Nach 10 Minuten auf dem Wasser sehen wir die ersten Delfine. Diese zeigen uns aber ihr Desinteresse sodass wir weiterfahren. Der nächste Pott besteht aus zwei erwachsenen Delfinen und einem Babydelfin. Die wollen wir natürlich auf gar keinen Fall stören. Und dann, weiter fünf Minuten später kommt ein Delfin-Pot (Herde) auf uns zu geschwommen und schwimmt um uns herum. Das werden unsere Spielgefährten für heute.
Mit den Taucher- oder Thermo-Schwimmanzügen muss man das Schwimmen erst mal neu lernen. Die bleiben nämlich von alleine an der Oberfläche, was das Fortbewegen irgendwie erschwert. Um das Interesse der Delfine zu wecken sollen wir unter Wasser Geräusche machen. So wird der Schnorchel schnell zum Mikrofon für mich und die Taucherbrille zur Trommel. Ein riesen Spaß. Und das offensichtlich auch für die Delfine. Die ziehen nach ein paar Minuten schon ihre Kreise um uns und scheinen das Entertainmentprogramm zu genießen. Und Brian hat eine wasserfeste Kamera => Happy Days!
Hector Delfine sind, wie schon erwähnt, die kleinsten Delfine der Welt und nur in Neuseeland zu finden. Sie sind deutlich kleiner als Menschen und wiegen nur maximal 45kg. Die Hautdicke ist vergleichbar mit der Haut direkt unterm menschlichen Auge, was sie sehr anfällig für Verletzungen macht. Deswegen werden wir gebeten die Delfine nicht anzufassen. Doch das machen mit die kleinen Racker echt schwer, indem sie mit nur 5cm Distanz an mir vorbeischwimmen. Soooo niedlich, ich liebe sie.
Wir haben das große Glück und sind offensichtlich interessant genug für die Kleinen um allen anderen Delfinen Bescheid zu sagen. Schnell werden wir von vier verschiedenen Herden umgeben. Eine großartige Erfahrung ich bin absolut hypnotisiert. Wunderschöne Tiere! Für mich waren sie ja sonst immer nur große Fische. Haha… Aber meine Meinung hab ich nun endgültig geändert und direkt über den WWF (World Wide Fund for Nature) einen Hector Delfin adoptiert. Der bekommt jetzt finanzielle Unterstützung und natürlich einen Namen von mir;
Ich nenne ihn Rudi!
Nach dieser absolut wahnsinnigen Erfahrung beenden wir den tollen Nachmittag mit einer Schiffstour durch den gesamten Hafen. Wir sehen weitere Delfine, Robben und das süßeste überhaupt: Blaue Pinguine!
Alles ist um sonst für uns, wir werden dem Kapitän vorgestellt und direkt von ihm in die Führerkabine eingeladen. Er erklärt uns wie alles funktioniert, was wir alles so um uns herum finden und ist offen für jede Frage.
Ach ich liebe Neuseeland! Und ich bin definitiv süchtig… will gar nicht dran denken wie die Entzugserscheinungen einschlagen wenn ich wieder zu Hause bin…
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