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CrocodileAndis Blog

Roadtrippin' with my two favourite allies, fully loaded, we got snacks and supplies.

28.05.2010 | Bilder0 | Kommentare3 | Australien  - Perth, Western Australia
So Freunde, jetzt gibts erstmal einen Teil des Blogs nachdem sich schon manche Leute gefragt haben, ob ich überhaupt noch lebe. Ja, ich lebe! Die letzten paar Tage...

...war ich im Karijini Nationalpark und war ohne Mobileempfang und Internet und mein Netbook war ohne Strom, daher mal kein Sterbenswörtchen von mir. Das soll sich ändern - here we go!

Montag,

heute ist Behördentag, d.h. wir fahren durch die City of Perth und verfahren uns so dann und wann, aber so ist das eben, wenn man als moderner Mensch kein Navi und keine Karten hat. Wer kann sich schon am Sonnenstand orientieren?

Die Behördengänge an sich sind unerwartet aalglatt durchgelaufen, ohne irgendwelche Komplikationen. Ganz ungewohnt, aber gut! Der Trip rückt Stück für Stück glücklicherweise näher!

Dienstag,

noch ein Tag bis zum Roadtrip - die Stimmung steigt wie ein Luftballon. Heute kam Melli auch wieder zurück von ihrem Eukalypthuspflanzjob und ich hab sie abgeholt. Im Auto. Ganz locker mal eben in der Nacht durch Perth gecruist und mit links zurückgefunden. Allerdings hart durchgeschwitzt vor Nervosität, weils das erste Mal seit 8 Jahren und das 7te Mal nach der Fahrschule ist, dass ich ein Auto gefahren hab. Erschwerend kam hinzu, dass in Australien ja Linksverkehr herrscht. Wouhou! Aber ich bin cool geblieben und hab den 85er Volvo ganz souverän durch die nächtlichen Straßen gelenkt als wär ich Hermes.

Gegen Abend hab ich noch einen bayerischen Abend organisiert mit original Weißwurst und Leberkäs und Salat. Leider konnt ich nicht jeden davon überzeugen die Weißwurst ordentlich zu pellen, aber geschmeckt hats jeden. Im Anschluß haben wir mit unseren Freunden aus dem Backpacker zu einem letzten infernalen Paukenschlag ausgeholt:

Unsere Abschlußparty war von der allerfeinsten Sorte. Womöglich etwas ZU heftig. Fakt ist, dass wir am

Mittwoch

nicht in der Lage waren, zu fahren. Zum einen weil Joe noch eine romantische Zeit (Sexy time) hatte und der Rest komplett durch den Wind war bis in den tiefen Nachmittag.

Der Vorschlag, dass wir unsere Reise um einen Tag verschieben, wurde mit Kusshand angenommen. Also noch relaxt und abends ganz brav ins Bettchen

Donnerstag

Nachdem das gestern wirklich nicht so ganz nach Plan lief, haben wir uns geschworen heute so früh wie möglich zu fahren - und siehe da: Hat perfekt geklappt, dass wir um 9 Uhr losfahren.

Wie gerufen kam die Sonne raus, als wir die Maschine gestartet haben. Ein gutes Omen! Dann endlich der große Augenblick: Endlich sind wir aus Perth rausgekommen. Wie ich auf diesen Moment gewartet hab... Großartig!

Und nach einer Stunde war es zum ersten Mal da: Das australische Outback! Ganz großes Tennis. Nachdem die letzten Wochen von ner urbanen Szenerie bestimmt wurden, dreht sich nun alles um wahre Schönheit Australiens: die endlose Weite des Outbacks, das scheinbar noch etwas endloser als das Universum ist, die steppenartige Pflanzenwelt mit nie gesehenen Kakteen, Orchideen und seltsame Bäume, die die deutsche Eiche ziemlich alt aussehen lassen.

Endstation war für heute Geraldton - bis dato ist die Reise etwas wackelig, denn: Als wir um 0 Uhr ankommen, haben alle Backpacker bereits geschlossen, aber das wussten wir zu dem Zeitpunkt nicht. Wir waren noch bis 2 Uhr auf der Suche nach Backpackerhostels. No way, alle abgeschlossen! Also ist kurzer Hand Plan B in Kraft getreten, der da lautet im Auto zu schlafen. War im Endeffekt bequemer als es sich anhört (Stichwort: Loungesessel im Volvo), bloß die Mädels hatten mutmaßlich die Schnauze mal so richtig voll ;)

Track des Tages war definitv und aus gegebenem Anlass "Road trippin" von den red hot chilli peppers. Was auch sonst?

Freitag

Auf dem Weg nach Kalbarri. Die Sonne brennt runter, der Asphalt ist höllenheiß und lässt die Luft darüber flirren. Der Volvo schnurrt wie ein Kätzchen und schiebt uns Kilometer für Kilometer näher ans Ziel. Roadtrip galore!

Irgendwann auf der Strecke dann: Shell beach. Ich dachte mir: Hört sich gut an, bremse unseren Oldtimer ab und biege zum Beach. Als wir dort ankamen, ist mir ganz gepflegt die Kinnlade nach unten gedroppt vor so viel Schönheit: Ein ganzer Strand voll von kleinen Muschelschalen, so weit das Auge reicht. Selbst, wenn man anfängt zu buddeln: Schalen über Schalen, milliarden und Abermilliarden Muscheln im corporate design: weiß.

Dann kam Kalbarri, ein malerisches Dorf an der Küste gelegen und von einem Riff umlagert. Die Mädels wollten ins Backpacker, aber Joe und ich wollten ein bißchen Kohle sparen und haben ein Barbeque am Strand mit allem, was dazu gehört und dann im Auto pennen. In Australien ist es nämlich so, dass an jedem Strand kostenlose Automatikgrille (By the way: Plural von Grill???) stehen. Das Fleisch war würzig und die Spaghetti aus der Dose. Das war immerhin mit Abstand die beste Mahlzeit seit etlichen Tagen, denn die Erhährung sah bis jetzt folgendermaßen aus: früh ne Banane und ein Dickmacherbrot, Mittag Fisch aus der Konserve und Dickmacherbrot, abends Dickmacherbrot mit wahlweise Spaghetti aus der Dose oder Fisch aus der Dose.

Als wir dann im Bett, oder beziehungsweise im Autositz waren, ist ein Sturm von Ausmaßen aufgezogen, dass ich befürchtet hat, dass sich unser Volvo in die Arche Noah umwandelt.

Samstag

Die Route lautet: raus aus Kalbarri, rein nach Denham, die Segel sind gesetzt - der Wind günstig. Ahoi, ihr Landratten!

Erste Station war der Kalbarri Nationalpark mit den Sehenswürdigkeiten Nature window und Z-bend. Der Nationalpark an sich ist eine Schönheit aus korrodierten und erodierten Verrücktheiten in 100 Metern tiefe rostrote Sandsteinschluchten geschliffen - den Kontrast bildet die grüne Vegetation mit allen Pflanzen, die ich bis jetzt noch nicht kannte. Wir erinnern uns, dass es gestern aus allen, Petrus zur Verfügung stehenden, Kübeln geregnet hat. Ihr wisst schon: Plans are bullshit, weil: Die Schotterstraße dorthin war gesperrt, wegen den Regenfällen.

Zum Glück konnten wir wenigstens einen Teil der Schluchten über normale Straßen erreichen und uns den 1B Plan anschauen. Der Canyon war natürlich trotzdem atemberaubend wie ein Vakuum und in einen konnte man sogar runtergehen und sich die ganze Sache aus der Nähe anschauen. Spektakulär!

Abends sind wir dann in Denham angekommen und der Fahrer war: *trommelwirbel* Ich. Gut, gell?! Ich darf jetzt auch mit den großen Jungs fahren. Da fällt mir ein: Fahren ist hier ein Klacks mit Automatikschaltung und niedrigen Km/h Zahlen, aber da liegt das Problem: Man muss super konzentriert sein, wenn man erstmal auf Straßen ist, auf denen es kilometerweit immer nur geradeaus geht und ab und zu einfach mal ein Kanguroo dazwischen springt.

Also, back to topic: Abends in Denham angekommen und das Bayernspiel geschaut und da ist die Stimmung mal ganz schnell nach unten gedroppt. Eigentlich wollte ich ja nach dem Spiel meines Siegeszigarre anzünden, aber nix wars... Diego Milito, brenne in der Hölle! Da schmort er dann wahrscheinlich neben K-P Boateng.

Sonntag

Nach 1 1/2 Stunden Schlaf dann gleich wieder um 6 Uhr aus dem Bett gedroppt, denn das Protokoll sieht vor, dass Monkey Mia in aller Herrgotts Frühe angesteuert werden sollte, denn da sind die Delfine so zahm, dass sie zwischen deinen Füßen rumschwimmen. Und tatsächlich, dem war so. Ich hatte meine erste Nah-Delfin-Erfahrung in meinem Leben und musste mich aber gleichzeitig wundern, dass man die Tiere so konditioniert, dass sie immer zum fressen erscheinen, aber gleichzeitig die Plakette "Naturschutz" aufdrückt. Beeindruckend wars auf jeden Fall.

Dann weiter zu den Stromatolites. Das sind Mikroben, die im seichten Wasser leben und im Laufe der Jahrtausenden mit korallenartiger Langsamkeit Steine im Wasser gebildet haben, die wiederum Sauerstoff produzieren. Ziemlich interessant das Ganze: man kann sogar die kleinen Bläschen aufsteigen sehen.

Track des Tages: Lemontree von Fools garden.

Den Rest des heutigen Tags hab ich schlicht und einfach total entkräftet verpennt.

Montag

Man merkt, dass wir immer weiter von jeder gottverdammten Zivilisation entfernt sind, denn die Kosten für z.B. Benzin oder Lebensmittel sind einfach mal 50 bis 100 % teurer.

Coral Bay

Den Weg nach Coral Bay säumen abertausende merkwürdige Steinformation, die etwas an Birnen erinneren, nur eben 2 bis 4 Meter hoch. Des Nachts schlafen Joe und ich immer etwas außerhalb auf Truckerparkplätzen an den Straßen und Highways, so auch heute. Weil es kalt war, haben wir uns einen Birnenstein mit einem großen Loch ausgesucht und darin unser Lagerfeuerchen geschürt. Das ganze wird am Besten mit einer Flasche Wein und einem unglaublichen Sternenhimmel kombiniert. Apropos Sterne: Da wir ja auf der anderen Seite der Welt sind, sehen wir nicht mehr eure langweiligen, ausgelutschten Sternbilder, sondern komplett neue Konstellation -plus, da ja wir geographisch im absoluten Niemandsland sind, ohne Zivilationslichter, auch so ziemlich jeden der Menschheit bekannten Stern. Neidisch, wa?!? Zurecht!!!

Ansonten gabs heute ein richtiges Schmankerl: Schnorcheln im Korallenriff. Nachdem ja am Karlsfelder oder Feringasee nicht so wirkliche Highlights geboten sind, sind mir hier sämtliche Kinnladen nach unten geklappt. Korallen in allen Farben und Formen und bunt und eine wirklich starke Palette an Unterwassergetier. Wow! Gänsehaut deluxe!

Unser heutiger Dauergast in der Roadtriptracklist heißt diesmal: Fireflies von Owl City.

Dienstag

Exmouth

Wieder schnorcheln im Korallenriff, inlusive Reefsharks, Riesenmuscheln und alle möglichen Fischarten, die ihr bereits aus findet Nemo kennt, inklusive Clownfisch. Schnorcheln ist mal so richtig fun!

Abends war ich Chaffeur und diesmal hatte ich meine erste richtige Lektion: Aus der Dunkelheit ist vor mir ein Wallaby auf Crashkurs gegangen und ich hab das erste Mal in meinem Leben eine Nothalt-artige Vollbremsung hinlegen müssen. Dem Wallaby war dann doch das Leben lieber und hat im letzten Moment beigedreht und wir haben nichts an unserem Volvo geschrottet. Klingt wie eine Win-Win-Situation!

Mittwoch

Wir verlassen Exmouth in aller Herrgotts Frühe in Richtung Karijini und die Farbtöne verändern sich, die Erde färbt sich jetzt in sattes rostrot und bildet einen Hammerkontrast zu dem weißen Gras und den grünen Büschen und Sträuchern. Der Wahnsinn in Landschaftsgestalt. Während ich gerade den Eintrag fertig schreibe, kommen wir an gigantischen Felsformationen vorbei mit leuchtend roten Aborigineezeichnungen. Wirklich, wirklich großartig!

Auf dem Weg haben wir eine gemeinsame Freundin aus dem 12:01 Backpacker in Perth an nem Roadhouse getroffen. Aber, so komisch es klingt, dass man ein paar tausend Kilometer entfernt irgendwelche Leute trifft - es kommt so oft vor, um nicht zu sagen täglich, zumindest auf unserem Roadtrip. Leute, die ich aus Sydney kenne, sind in Perth, Leute aus Perth , irgendwo auf der Straße im Outback. Sehr verrückt. Ich hab auf dem Roadtrip mehr Leute wieder getroffen als irgendwo in München in der Innenstadt innerhalb eines Jahres.

Wenn die Dämmerung einsetzt, sind die Wallabys aktiv. Als nach ner halben Stunde immer noch keins von den kleinen Kanguruhs zu sehen war, ist Joe weiter mit 110 Km/h weitergefahren. Plötzlich taucht eins auf und - BAMM. Rest in pieces. Zurück blieben ein paar Haarbüschel und ein kleine Delle an der Tür. Joana übernimmt, fährt allerdings nur 60 und 2 Minuten später... BAMM. Diesmal haben wir den kleinen Fratz "nur" schwer verletzt. Aber es war klar, dass dem schwer röchelnden und unkontrolliert zitternden Fellknäuel nicht mehr geholfen werden kann, also hab ich einen schweren Stein genommen und sein Leiden verkürzt. Damit hab ich jetzt ein Wallaby auf dem Gewissen, aber wohl eine gute Tat hinter mir. Zum Glück haben wir kein weiteres, der zahlreich streunenden Emus, Kühe oder Pferde mitgenommen. Bei diesen großen Tieren wär dann wohl unser Trip vorzeitig zu Ende.

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Kommentare (3)

  • (#1) Onkelchen sagte am 03.06.10 um 17:51 Uhr:

    Hey Chicken George ,
    Na endlich wieder mal was zum lesen, Zeit wird`s wenn Du denn Reise Pulitzer bekommen willst.
    Aha , Deutsche Eiche is mickrig !!! Soso Junger merk Dir eines : Die Deutsche Eiche is ned zum unterkrieg`n . Und für was haben wir Dich zur BW geschickt ?? Um sich in der Dunkelheit nach den Sternen zu orientieren Gebirgsjäger sei Dank. Ach ja ich vergaß Du hast ja jetzt die andere Sternenseite zum orientieren :-) ( Hast Du Darth Vader auch schon in den Sternen gesehen? Nee, Scherz beiseite . Bin froh das es Dir gut geht. Und nimm soviel Eindrücke für Dein Leben mit wie Du nur kannst. Ich find`s super das Du den Schritt gewagt hast. Bin sozusagen stolz auf meinen einzigen Neffen den Outbackler , sozusagen.
    Halt die ohren steif und Du weißt die Wiedersehens Zigarre rauchen wir gemeinsam
    Alles liebe und tolle Sternenabende wünsch ich Dir .
    Dei Onkelchen

  • (#2) Onkelchen sagte am 14.07.10 um 22:55 Uhr:

    hey Junger !!!!

    Lebst Du noch??? mach mir wirklich Sorgen , schreib mal wieder was !!! O.K.
    Dei Onkelchen

  • (#3) Andreas sagte am 15.07.10 um 09:53 Uhr:

    immer noch am Leben, aber ich bins leid jeden Tag irgendwas zu schreiben. Mal schauen, vielleicht aktivier ich das Blog schreiben wieder, aber es ist der Wahnsinn. Ich bräuchte eigenlich nen Mitarbeiter, der meine Mails beantwortet. Eigenlich war ich hier um Urlaub zu machen und zu arbeiten und nicht jeden Tag 2 Stunden zu schreiben ;)

    Ich bin grad in Port Hedland und hab nen Reinigungsjob um ein paar Euro zu verdienen!

    CU,
    dei Neffe!


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