...runterrappeln konnte, machte es zunehmend mehr Spaß. Auch die Seekrankheit bescherte mir keine unangenehmen Minuten wie bei der 1. Ausfahrt. Die Leute an Bord waren sehr unterschiedlich: Viele freuten sich schon über eine Gruppe von Großen Tümmlern, die kurz mit der Bugwelle mitschwammen, einige waren aber selbst mit 'ner Schule von Pilotwalen + Atlantischen Fleckendelfinen (immerhin innerhalb von 4 Stunden!) nicht zufrieden.
Neben den Ausflügen wollte ich möglichst viel von der Insel sehen, da sie mit 21 Durchschnittskilometern nicht groß ist, die Entfernungen durch ihren vielen Serpentinen aber nicht zu unterschätzen sind. Im Bus auf der Hinfahrt habe ich ein nettes Mädel kennengelernt. Wir verabredeten uns direkt zu einer Wanderung. Es war gar nicht so einfach eine Wanderung rauszufinden, da sie in einem abgelegteren Ort wohnte und die Busse bzw. Fähren von den jew. Wanderungsrouten entweder nicht zu meinem Ort oder nicht zu ihrem Ort zur passenden Zeiten wieder zurückfuhren. Wir haben uns letztendlich für eine Wanderung zu den "Weißen Höhlen" nach Las Casetas, Nähe der Hauptstadt San Sebastian entschieden. Im Wanderführer war sie mit "Mittel" gekennzeichnet und als "sehr einsam" beschrieben. Alles klar, auf geht's!
Die Strecke war sehr unterschiedlich in ihren Vegatationen, meist aber karg. Wir kamen durch einen Fichtenwald, an dem ein Stangenpfad vorbeiführte. Die "Stangen", wie man sie nannte, waren Holzgeländer. Diese durfte man aber auf keinen Fall benutzen, denn mit einem kleinen Schock musste wir auf dem engen Pfad feststellen (zudem war es heftigst windig), dass das Geländer am Ende hinter in die Felsschlucht herabhing. Uuuuhhaaaahh.... Abenteuer pur. Eigentlich liebe ich ja solche Herausforderungen, aber es sollte noch schlimmer werden.
Die Routen sind auf Gomera (vielleicht auch in vielen Gegenden mehr?!) durch sog. Steinmännchen gekennzeichnet. Mehrere Steine aufeinander gestapelt. Dadurch konnten die Wanderer sicher sein, dass sie noch die richtige Route folgen. Die Wege wurden für uns jedoch immer schwerer wiederzufinden. Oft mussten wir umdrehen, auf kleine Felsen klettern und andere Wege einschlagen, um die Weißen Höhlen zu finden. Unterwegs begegneten uns weit und breit keine Menschensseele. Das kam uns auch ein wenig "Spanisch" vor... Aber ja, die Piste war ja als "einsam" beschrieben. Nach einigen heftigen Windstürmen -mittlerweile hatte ich längst meinen Hut + Sonnenbrille abgesetzt, siehe Video an der rechten Seite!!!- kamen wir zu der Attraktion der Wanderung an. Den Weißen Höhlen.
Es waren von der Natur aus geschaffene Höhlen, die Schäfer dazu gebrauchten, ihre Ziegen sicher unterzubringen. Ziemlich verrückt, wenn man bedenkt, dass wir uns in ca. 700-800 m Höhe befanden und man die weite Strecke nur zu Fuß begehen konnte. Kleine Hütten aus Stein waren dort auch vorhanden und alles machte auf uns einen klein wenig gruseligen Eindruck. Knallalte Schuhe und Schädelknochen lagen hie und da rum. Naja, ich hatt's mir wahrscheinlich ein wenig "Schöner" vorgestellt. Interessant war es trotzdem!
Die Sonne schien uns auf den Pelz und windig war es immer noch. Ein wenig kaputt von dem Aufstieg machten wir uns auf dem Rückweg. An den Höhlen sollte es nach einiger Zeit, lt. Beschreibung, eine Strecke geben, die uns wieder auf der Anfangsstrecke lotste.
Ja, schöne Sch... Nachdem wir von einem Weg gedacht hatten, dass dieser der richtige ist, führte dieser schlichweg ins Nichts! Die Felsformationen waren so verfangen, dass man nicht mehr sah, ob man weiter oben oder unten den vorherigen Weg gelaufen ist, da es immer wieder auf und ab ging. Zudem konnte man sich an keinem Punkt orientieren, da es einfach nur karg war. Hier und da mal eine Palme oder mehrere Agarven. Zu der einen Seite konnten wir lediglich in weiter Entfernung den Teide von Teneriffa und das offene Meer sehen. Um uns herum hohe Felsen und Schluchten. Letztendlich kam es wie es kommen musste. Wir wussten nicht mehr wo vorne und hinten war.
Da wir schon sehr weit gelaufen sind, konnten wir die Höhlen auch nicht mehr wiederfinden. Nach 2. Stunden hin- und herkrackzeln kletterten wir den steilen Berg hinauf. Eeeendlich sahen wir die Höhlen. Zwar weit, weit weg, aber wir hatten wieder ein Wiedererkennungszeichen!!! Irgendwie schafften wir es, indem wir immer oben an der Spitze blieben und immer sehen konnten, wo wir waren, diese wiederzufinden. Und uns fiel ein riesengroßer Stein vom Herzen.
Irgendwann um halb neun abends kamen wir wieder im Ort an, wo uns ein freundlicher Spanier die letzten Kilometer nach San Seb. noch mit in seinem Pick-Up nahm. Wir waren von 10.00 Uhr morgens bis 20.30 Uhr unterwegs gewesen (die Wanderung war mit 4-5 Stunden betitelt!!). Alles wurde mir erst bewusst, als ich am nächsten Morgen mit einem tierischen Muskelkater und einigen Wunden an den Beinen vom Geröll+Sträuchern aufwachte. Ich glaub, uns hätte sonst was passieren können... AAaaber es ist ja nochmal gut gegangen! =)
Die andere Wanderung, die Vivi und ich zusammen, 2 Wochen später, unternahmen, ging auf einen deutlichen "Tourismuswanderweg", denn darauf bestanden wir! Ich mietete mir ein Wagen und holte sie ab. Zwischendurch gibt es auf den Straßen immer wieder tolle Aussichtspunkte (Mirador), wo ich einfach anhalten und die Landschauft bestaunen musste. Wir wanderten in Hermigua an einem schönen Wasserfall und sattem Grün vorbei, was richtig toll war. Zwischendurch begegneten wir auch viele andere nette Wandertruppen. In Vallehermoso genossen wir typische gomerische Küche. Tunfischfilet, Pan, Patatas Arugadas (schrumpelige, kleine Salzkartoffeln) mit Mojo Rojo + Mojo Verde (rote Chili- und grüne Koriandersoße) gabs. Seeehhr gut!! In Agulo, einem bunten Dörfchen rundeten wir unsern Ausflug ab. Wir gingen entlang der Küste und beobachteten Rote Felsenkrabben, die meinen Apfel zwischen ihren Scheren nahmen und angeblich sehr mochten! ;o) Demnächst mehr von der Fotoexkursion, Tauchgängen+Mountainbiketour im 4. o. 5. Teil...
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