...weiß ich noch gar nicht, wo ich anfangen soll und aufhören darf...
Jedem, aber wirklich jedem wird es so gehen, wenn er mit gleichen Gefühl heim fliegt wie ich, er wird sich fragen, war dass die Wirklichkeit.
Eine Reise bedeutet sich selbst zu suchen – jenes alte Leben hinter sich zu lassen und von neuem zu beginnen. Man sollte aber nicht den Fehler begehen und denken, man nimmt nichts mit, von den alten Lasten, die wir alle mit uns rum tragen.
Wie sagt man so schön, jeder hat sein Päckchen zu tragen, es liegt an einem selbst, ob es zu einer Last wird.
Ich habe viele Leute getroffen, die Ihre Zeit in vollen Zügen genossen haben, die Freunde gefunden haben, manche Liebe, manch Traum hat sich erfüllt. Nirgendwo sonst, habe ich in kurzer Zeit so viele Menschen durch mein Leben kommen und gehen sehen, wie hier und jetzt, auf meiner Reise.
Man bekommt schnell ein Gespür wer einen weiter bringt, mit wem man sich versteht und baut auf Gemeinsamkeiten auf.
Es gab aber auch viele, die immer versucht haben, davon zu laufen und dann feststellen mussten, dass es nichts bringt. Man muss sich dem Leben stellen, auch wenn es nicht immer einfach ist. So eine Reise kann einem dabei weiterhelfen, wenn man sich seinen Problemen stellt und es zulässt.
Es wird Menschen geben, die sagen, mir hat es nicht gefallen, mir hat es nichts gebracht oder sie sagen, dass die Sehnsucht nach daheim größer war, als alles, was Sie hier erlebt haben. Ich kann dem nur widersprechen, aber ich kann verstehen, dass nicht alle so fühlen.
Meine Erfahrungen waren insgesamt positiv. Ich kann davon berichten, wie es mir ging und kann auch für andere sprechen – obwohl in meinen Augen alle etwas zu sagen haben, doch nicht alle wollen es auch.
Im Nachhinein war es wie ein Anfang von etwas neuem, die Reise ist mehr als eine Auszeit. Es war nicht nur eine tolle Erfahrung, viele sind jetzt von der Sehnsucht in die Ferne gepackt, jetzt noch mehr, als vor der Reise. Sie wissen einfach was es heißt, los zu lassen, dem Alltag zu entfliehen und zu leben.
Was heißt eigentlich Leben, ich meine nicht damit am Leben bleiben, dass versuchen wir alle, jeden Tag....in manchen Ländern diese Erde ist das echt schwierig, aber ich spreche von unserer Gesellschaft, so wie wir Sie kennen.
Wir gehen in die Arbeit, Tag für Tag, kommen heim, Essen etwas und gehen irgendwann ins Bett. Wofür, damit wir uns von dem Geld, was übrig bleibt, etwas kaufen können, was rechtfertigt, was wir sind – wir spiegeln die Gesellschaft, ob wir es wollen oder nicht.
Jemand der diesem Alltag entflohen ist, weiß wovon ich rede. Jeder wirkt merken, dass er dieses Leben nicht vermisst, da es egal zu welchen Zeitpunkt wieder von vorne beginnen kann.
Es geht gar nicht darum, mal seine Ruhe zu haben, mal nicht zu arbeiten, es geht darum, einfach mal man selbst zu sein. Auf so einer Reise lernt man sich selbst besser kennen, man merkt in kurzer Zeit, dass man nicht viel braucht, um glücklich zu sein. Es geht darum, dass Leben zu genießen, endlich mal mit offenen Augen zu sehen, was um einen herum ist. Und wenn man es geschafft hat, dann will man die Augen gar nicht mehr schließen, vor allem nicht in einem Land, wie Neuseeland, das so schön ist, dass man es fast schon für unnatürlich hält.
Ich schreibe diese Worte, weil sie mir etwas bedeuten. Ich möchte damit zum Ausdruck bringen, was mir diese Reise bedeutet hat. Mir kommt es vor, dass ich die Zeit viel intensiver erlebt habe, fast kam es mir vor, als würde sie kurz langsamer laufen.
In den fünf oder zehn Jahren davor, habe ich nicht so viel bewusst erlebt, wie hier und jetzt.
Mein Leben hat sich dadurch verändert, ich bin ein anderer, besserer Mensch geworden und dafür bin ich dankbar.
Ich kann nur jedem empfehlen, zu tun, was ich getan habe, einfach mal los zulassen und sich keine Gedanken machen, was vielleicht passiert – sondern sich darauf freuen, dass etwas passiert, mit einem selbst.
Eines ist sicher, dies wird nicht meine letzte Reise sein, nicht wenn ich es verhindern kann.
Natürlich geht das Leben weiter, man muss sich den Herausforderungen stellen, die in der Gegenwart und Zukunft anstehen, aber eines möchte ich nie wieder missen, dass Gefühl zu Leben.
Euch Allen eine tolle Reise, möge Sie nie enden und so verlaufen, wie die meine.
Viele Grüße
Stefan
Vor 5 Jahren habe ich während eines Thailandurlaubs in dem vom Reeder Niels Stolberg geschaffenen Waisenhaus für Tsunamiwaisen, der Beluga School for Live,. gewohnt und den Entschluss gefasst, nach meinem Arbeitsleben in ferne Länder zu reisen, um dort den Kindern zu helfen. Sofort nach dem Eintritt in die Altersteilzeit war ich in Costa Rica, im letzten Jahr in Namibia und Mexiko und am 1.3. geht es nach Guatemala.
Nach den auf diesen Reisen gewonnenen Eindrücken und Erkenntnissen kann ich Stefan nur voll und ganz zustimmen.
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