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Ka kite ano Aoterao! Auf Wiedersehen Neuseeland! Teil -1

13.11.2010 | Bilder29 | Kommentare0 | Neuseeland 
Hallo ihr Lieben! Also, nachdem Anika zwar jetzt schon seit fast drei Monaten, die wir wieder in Deutschland sind, meinte, dass sie den letzten abschließenden Blog...

...für unsere Neuseeland-Reise schreiben würde und es bislang nicht geschafft hat, dachte ich mir: "Du hast in Neuseeland die gesamte Zeit gefaulenzt, jetzt bist du auch mal dran."

Wie ihr dem Titel entnehmen könnte sind wir inzwischen wieder in Deutschland angekommen, wir sind gesund und haben fast alles ganz gut überstanden.

Die letzten knapp drei Monate Neuseeland waren ziemlich hektisch. Die Arbeit auf den Kiwiplantagen beim Prunen, also dem stutzen und beschneiden der Kiwipflanzen, war bei weitem anstrengender als das Kiwipflücken und hat uns so gut wie kein Geld beschert, dafür eine Menge Ärgereien. Zum Glück war nicht alles schlecht, denn wir haben eine ganze Menge weiterer liebenswerter Leute kennen gelernt:

Begaht und Adelaide, ein weitgereister Inder und eine von Herzen fröhliche Maori-Dame. Die beiden haben uns unsere Tage beim Prunen sehr versüßt, weil sie sich den lieben langen Tag gefoppt haben. Anika musste immer wieder herzlich lachen.

Oder John, ein lauter australischer Maori, mit dem Auftreten eines Australiers und dem Herz eines Kiwis.

Und das nur um ein paar zu nennen.

Irgendwann jedoch war es genug mit unserer Zeit auf dem Holiday-Park, immerhin haben wir dort die längste Zeit unserer ganzen Reise verbracht und immer noch drängte es uns die Nordinsel zu sehen, also haben wir einfach unsere sieben Sachen ins Mobby-Mobil geschmissen und haben unsere letzte große Reise in Neuseeland gemacht.

Der Abschied vom Holiday-Park war gar nicht so einfach, denn wir haben wirklich viele gute Erfahrungen dort gesammelt und ließen eine Menge neuer Freunde zurück. Nicht zuletzt unsere Van-Katze Buddy. Buddy war eine große und ziemlich kräftige Katze mit einem sehr anspruchsvollen und besitzergreifenden Charakter. Man konnte sich dem Eindruck nicht erwehren, dass sie unter den Katzen, die auf dem Holiday-Park zahlreich waren, so etwas wie eine Häuptlingsstellung einnahm. Mehrmals geriet sie mit anderen Katzen aneinander, weil sich diese auch von uns streicheln oder füttern lassen wollten. Buddy schlief die meiste Zeit mit uns in unserem Van und gab uns in kalten Nächten ein wenig zusätzliche Wärme. Der Abschied von ihr fiel uns besonders schwer, weil man richtig sehen konnte, dass sie spürte, dass wir nicht zurückkehren würden.

Am Tag vor unserer Abreise hatten wir dann noch eine kleine Abschiedsfeier mit den Leuten aus dem Camp und am nächsten morgen starteten wir unsere Reise in Richtung Waikato Region und machten einen kurzen Abstecher in das nicht wirklich besondere Matamata oder besser bekannt als Hobbingen. Die i-Site dort war hübsch im Stil der Hobbithöhlen gestaltet und Gollum saß mitten auf einer großen Verkehrsinsel, spannend war das nicht wirklich, aber wir haben es uns mal wieder in einem wirklich schön eingerichtetem Kaffee gemütlich gemacht.

Von hier aus ging es weiter in Richtung Raglan, einem Surferstädtchen, das in vielerlei Hinsicht an Takaka auf der Südinsel erinnerte. Hier hatten wir noch einmal richtig schönes Wetter und kamen zu einem der zahlreichen Surforte, wo die ganzen Surfer wie Robben oder Pinguine im Wasser lagen. Es war ein schönes und sehr beruhigendes Gefühl einfach dort zu sitzen und sie zu beobachten. Am nächsten Tag führte uns unser Weg weiter in Richtung King Country an der Küste entlang und hoch hinauf an Punkte, bei denen man das Gefühl bekommen konnte, die einzigen Menschen auf dem Planeten zu sein.

Wir besuchten die magischen Waitomo Caves mit ihren schönen Felsformationen und Glühwürmchen, eine einzigartige Angora-Kaninchen-Schär-Farm, die wunderschöne und weiche Angorawolle produzierten, von dort in nach Te Kuiti, die Kiwiana-Stadt. Kiwiana sind all die Dinge, die als typisch für Kiwis gelten, weshalb man hier viel über Kiwis-Vögel, Buzzy-Bees, Pavlova und Co. erfahren konnte.

Danach fuhren wir in Richtung Taranaki über den Forgotten World Highway, wo Mobby seine letzte Panne mit uns haben sollte. Naja, wir haben natürlich versucht das Beste daraus zu machen und sind gleich nach der Reperatur wieder aufgebrochen und sind durch das sehr einsame und schöne Land des Forgotten World Highways gefahren, in dem man den Eindruck hatte als könne um jede Ecke ein gewaltiger Dinosaurier auftauchen. Die Fahrt bescherte uns ein paar unglaublich schöne Blicke auf die Schneebedeckten Vulkane des Tongariro National Parks, den wir vor etwa vier Monaten durchwandert hatten. Und schließlich auf den Mount Taranaki, der einsam und allein aus einer recht Flachen Landschaft in die Höhe steigt und wie ein schneebedeckter Bilderbuchberg aussieht.

Nach der langen und anstrengenden Fahrt kamen wir nach Stratford, wo wir in einem Museum lange Zeit mit drei alten Damen unterhalten haben, weil eine der drei glaubte in Anika ein ihr bekanntes Gesicht zu erkennen. Wir suchten uns einen Schlafplatz, legten uns zur Ruhe und wachten schließlich mit Aussicht auf den Taranaki wieder auf. Wir fanden, dass es ein tolles Gefühl sein muss, jeden Morgen aufzuwachen und die schöne Aussicht auf diesen Vulkanriesen zu haben.

Als nächstes kamen wir nach New Plymouth. Die Stadt hatte einfach ein gutes Flair und es ist nicht schwierig zu erraten, warum sie als die Stadt gilt, in der es sich am besten leben lässt in Neuseeland. Das Wetter war uns auch wohlgesonnen und so starteten wir unseren ersten Tag in New Plymouth mit dem Coastal Walkway, einem mehrere Kilometer langen Spazierweg, der fast genauso lang ist wie New Plymouth selbst. Dann besuchten wir noch das Museum, wo wir sogar in den Genuss einer kleinen Cultural Performance der Maoris kamen. Diese führten zu viert einen Haka, den berühmten Tanz der Maoris vor und dazu auch noch ein paar weitere Gesänge. Wir spazierten dann noch durch den großen Park und besuchten einen kleinen Zoo. Den Tag ließen wir dann bei einem Tee am See ausklingen.

Da wir ja leider unter Zeitdruck standen, brachen wir auch bald darauf schon wieder auf. Diesmal führte es uns zu dem Surf Highway, der um den Taranaki herumführte und zu unzähligen Surfstränden führt. Der Rest der Reise war relativ ereignislos, an vielen Stellen schön, aber nicht wirklich besonders. Und als wir die Ostküste erreichten, fing das schlechte Regenwetter wieder an und auch ansonsten war die Ostküste nicht besonders spannend. Hastings war einfach eine verhältnismäßig große Stadt ohne besonderen Charme und Napier war schön anzusehen, wegen der vielen Gebäude im Art Déco-Stil, aber auch hier hielt es uns nicht lange.

Erst in Gisborne, wo Käptn James Cook zum ersten Mal neuseeländischen Boden betrat hielten wir uns wieder länger auf. Hier schlenderten wir ein bisschen durch die Stadt und begutachteten ein paar der Sehenswürdigkeiten, die sich hauptsächlich auf James Cook bezogen, vertrieben uns die in einem Cafe, dass direkt über einer Buchhandlung lag und gingen in ein Museum mit einer unglaublich coolen Ausstellung. Ich weiß nicht, wie oft Anika diesen kleinen Raum mit Bildern und Figuren von Fantasiegestalten betreten und verlassen hat, aber es hat sehr großen Spaß gemacht. Von hier aus nahmen wir den direkten Weg an die Nordküste und fuhren die Ostküste nicht bis zum Ende, weil es uns bei dem Regenwetter vermutlich sowieso nicht viel Freude bereitet hätte.

Also kamen wir schon viel früher als erwartet wieder in Te Puke an, um unsere Kräfte erneut für unsere letzte kleine Tour auf neuseeländischem Boden zu sammeln und unsere Freunde im Holiday Park noch einmal zu besuchen. Hier wurden wir von Begaht und Adelaide zu einem unglaublich guten Essen eingeladen und hatten eine Kawa-Partie. Kawa ist eine Wurzel, die auf Tonga und Samoa wächst. Diese wird zu Pulver verarbeitet und dann in aufwendiger Arbeit im Wasser gelöst, welches dann berauschende Wirkung hervorruft und entspannt.

Weiter ging es zur Coromandel Halbinsel, doch da sich das Wetter nur kurzzeitig besserte fuhren diese eigentlich auch nur schnell ab und begaben uns sehr schnell nach Auckland, wo wir für eine Woche bei Bekannten bleiben konnten, was uns genug Zeit gab unser Mobby Mobil zu verkaufen, dass wir erstmal auf Vordermann bringen mussten. Also räumten wir auf und putzten und wuschen, sogar mit einer deutschen Waschmaschine und versuchten all das, was wir nach Deutschland nehmen wollten in unsere Taschen zu kriegen. Am Ende sahen unsere Sachen wieder sauber aus und das Mobby Mobil glänzte regelrecht.

Dann kam der Teil vor dem wir eigentich am meisten Sorge hatten. Mobby wirklich verkaufen. Weil wir über das Internet nicht viel Erfolg hatten und beinahe sogar einem Betrüger auf den Leim gegangen wären, besuchten wir die Automärkte in Auckland. Zuerst auf einem recht kleinen Automarkt, wo wir den halben Tag ohne wirkliche Interessenten standen bis dann endlich jemand kam, dem Mobby auf Anhieb gefiel. Sarah, eine junge Deutsche, die gerade erst in Neuseeland angekommen war, hätte Mobby vermutlich am liebsten noch am selben Tag mitgenommen. Doch besuchten wir erst noch den zweiten, wesentlich größeren Automarkt, wo wir dann schon ein wenig mehr, aber sehr halbherzige Interessenten hatten. Nach einigem Hin und Her, sowie mehr oder minder harten Preisverhandlungen, einem mechanischem Check und einigem Blut schwitzen bei der ersten Autofahrt unserer auf der linken Spur unerfahrenen Käuferin, waren wir sicher, dass wir mit Sarah guten Nachfolger für das Mobby Mobil hatten. Jemanden bei dem wir uns sicher sein konnten, dass sie ihn genauso gut behandeln würde, wie wir es getan haben.

Und dann kam der Abschied. Elf Monate hatte uns Mobby in all unseren Lebenslagen begleitet und es war wirklich traurig als wir hörten wie Mobby mit Sarah zu neuen Abenteuern in Neuseeland aufbrach.

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