Und dann darf ich schonmal was vorweg nehmen. Heute war glaub der Tag, der mir das einzigartigste Erlebnis meiner Reise gebracht hat. Was das war, werdet ihr am Ende des Blogs erfahren.
Nach den entspannten Tagen in Cairns ging es letzten Dienstag den 26 April auf die Farm. Es handelt sich um eine Cattlefarm, also eine Rinderfarm mit ca. 300 Rindern und großen Feldern zur Heu und Saatgutherstellung.
Ich wurde von Vibike vom Bus abgeholt und wurde gleich herzlich in die Familie aufgenommen. Neben der Mutter sind da noch der Vater Michael, oder Mick genannt (Juhu, ich habe Mick Dundee kennen gelernt^^), die 12 jährige Mathilda, Victor ist 11 Jahre, Mia 2 Jahre und der kleinste, Felix, ist 4 Monate. Victor mochte mich sofort, weil ich noch am gleichen Abend Wii Sports mit ihm spielte.
Zur Famiie gehören noch eine niedliche Katze und zwei Hunde, die zwar total lieb, aber reine Arbeitstiere sind. Das heisst, sie sind den ganzen Tag an der Leine ausserhalb des Hauses und werden nur zum Gassi oder Arbeiten frei gelassen. Ausserdem sind da noch ein paar Pferde.
Ich schlafe in meinem eigenen Raum, sogar in meinem eigenen Caravan und habe ein Bad nur für mich. Der einzigste Nachteil daran ist, das es Nachts ziemlich kalt wird und gerne mal Frösche in der Dusche oder dem Abfluss rumhüpfen.
Am Mittwoch begann mein Arbeitstag dann um 7:30 Uhr. Da Victor noch Osterferien hatte, begleitete er Mick und mich. Wir begannen damit eine alte Mauer einzureissen, die helfen sollte, Wasser in einem Rückhaltebecken zu stauen. Da sie unterspült wurde, rissen wir die Überreste zuerst ein und bereiteten dann den Untergrund vor, um eine neue aufzubauen.
Da das Haus und die Felder alle auf einem riesen Grundstück liegen, kehrten wir zwischendurch auf einen Tee und zum Lunch zum Haus zurück. Hat schon Vorteile seine Arbeitszeit so selber einzuteilen. Am Nachmittag zementierten wir dann als Fundament eine Stahlleiste auf den Stein. Das Abendessen war dann wie schon am Vortag fantastisch. Endlich keine Nudeln mit Soße mehr, sondern Lasagne, Hänchen oder Gulasch und am Donnerstag sogar ein riesiges Rindersteak vom Grill. Schmatz!
Die nächsten zwei Tage verbrachten wir dann damit die Mauer weiter aufzubauen, die Bewässerungssysteme wieder und wieder zu reparieren und die Felder mit einer Brühe aus gehäckseltem Fisch zu düngen. Das hatte dann zur Folge, dass ich 2 Tage durchgehend nach Fisch stank.
Die Arbeit ist anstrengend, aber man sieht was man geschafft hat und es macht spass. Ausserdem wurde ich hier wirklich als Teil der Familie aufgenommen, darf mir was zum Essen machen wenn ich Hunger habe oder Abends ein Bier holen. Auch zum gemeinsamen Tv schauen und sogar zu einem Dartabend mit seinen Freunden, ludt Mick mich ein. Was ich aber ablehnte, da ich aufgrund des starken Australischen Akzents kaum ein Wort verstehe, wenn sie sich hier schnell Unterhalten.
So fühlt es sich ein wenig an wie daheim, mit der Ausnahme, das ich in Australien bin und Arbeiten erledige, die zu Hause wohl nicht anfallen würden. Damit komme ich zu diesem Wochenende. Anstatt faul auf dem Sofa zu liegen, half ich beim Mustering!
Da die Rinder hier auf riesigen Flächen frei umher laufen, weiss niemand wieviele Rinder man genau besitzt und um sie zum Schlachthof zu bringen, muss man sie erst einmal einfangen. Also bekam ich eines Nachmittags einen Crashkurs im Reiten. Jawohl im Reiten. Das Gelände ist hier so uneben, das man die Arbeit nur zu Pferd erledigen kann. So verbrachte ich fast den kompletten Samstag auf dem Rücken meines lieben Pferdes Jolly.
Mit Mick, seinen Brüdern Simon und Gary und ihrem Vater trieb ich die Rinder zusammen und daraufhin zum ca 6km entfernten Yard. Da ich natürlich nicht wirklich gut reiten kann, ritt ich meistens hinter den Rindern her und trieb sie ein wenig vorwärts. Das Problem war leider nur, das Jolly ganz genau spürte dass ich keine Ahnung vom Reiten besaß und so folgte er meinen Befehlen nur sporadisch wenn er gerade Lust dazu hatte. Die meiste Zeit hatte ich Probleme damit ihn Vorwärts zu treiben.
Da es ihm aber anscheinend genauso viel Freude bereitete meine Anweisungen zu missachten, wie den anderen Reitern zu folgen, gallopierte er auf einmal los und folgte meinem Vordermann. Ich konnte mich zwar im Sattel halten, dieser rutschte aber seitlich runter. Und so hing der Sattel an der linken Flanke, ich mit dem linken Bein noch im Steigbügel, während der Rest meines Körpers auf dem sandigen Boden zum ruhen kam. Dies blieb zum Glück mein einzigster Crash. Ansonsten kam ich erstaunlich gut zurecht.
Nach ca. 7 oder 8 Stunden erreichten wir das Ziel. Mein Hintern tat zwar ein wenig weh, aber ich muss sagen, ich bin doch ganz schön stolz auf mich. Eine so lange Zeit auf dem Pferd über Stock und Stein, zwischen engen Bäumen durch und durch kleine Flüsse, das soll mir erstmal einer ohne Reiterfahrung nachmachen.
Völlig geschafft trank ich dann am Abend noch ein paar Bier mit Vibike. Heute morgen begann dann wie schon gesagt ein ganz besonderer Tag. Neben dem Zusammentreiben der Tiere, gehört nämlich noch das Sortieren, Brandmarken, Hörner stutzen und Kastrieren zum Mustering dazu.
Dafür sind die Yards da. Man sortiert die Rinder zuerst nach Alter in verschiedene kleine Gehege. Dann treibt man sie nach und nach in eine Box. Es folgt, wie schon gesagt, die Kastration der männlichen Tiere, die Hörner werden abgeschnitten und sie bekommen eine Markierung in die Ohren und eine Brandmarkung auf den Hintern. Die älteren Tiere werden im stehen behandelt, während die Jüngeren in eine Aparatur eingeklemmt und dann auf den Boden gelegt werden.
Meine Aufgabe war es die Tiere festzuhalten. Denn hier gibt es nicht wie in Deutschland eine Nakose, sondern alles wird bei vollem Bewusstsein durchgeführt. Eine blutige Angelegenheit, die nichts für Menschen mit schwachen Nerven ist.
Ausserdem nicht ganz ungefährlich. So behandelt zu werden gefällt ihnen natürlich ganz und gar nicht. Und ich bekam ein schweres Metallgatter gegen den Kopf, als ein grösseres Exemplar versuchte auszubrechen und ich leider auf der anderen Seite stand. Aber keine Sorge, nichts passiert.
Man kann das Schauspiel schwer beschreiben und auch Bilder können die Situation wahrscheinlich kaum wiedergeben. Zusammengefasst aber einer der verrücktesten Tage meines Lebens. Ein Erlebnis, das ich wahrscheinlich nie wieder machen werde und von dem ich nicht weiss, ob ich es nochmal machen möchte. Ich bin aber froh, das ich es einmal sehen durfte. So war es ein tolles Gefühl am Abend die ganze Erde, den Kot und das Blut in der Dusche von mir abzuwaschen.
Ich bin sehr gespannt, was in den nächsten Tagen noch so auf mich zukommt, auch wenn das wohl kaum noch zu toppen ist.
Ganz viele liebe Grüsse in die wahrscheinlich geschockte Welt
Euer Benny
Dieser Eintrag wurde in der Kategorie Australien erstellt.
Hey Stemmler,
ulltra man^^ sowas erlebt man nicht alle Tage^^
da gings auf Tanjas Farm ein bischen weniger blutig zur Sache^^ aber dickes Erlebnis!
Kompliment zu deinen Reitkünsten, soll ja richtig fit halten^^ und dann gleich 8 Stunden, Respekt....
Ebenso zu dem Rinderwahn ^^ den du dir da gegeben hast :P weiß nicht wie ich mich da angestellt hätte :D
Ich glaub so langsam, dass bei dir jedes Erlebnis die vorherigen toppen kann^^;
Erst springst ausm Flieger, dann bastelst dir dein eigenes Messer und jetzt lieferst dir einen Ringkampf mit Rindviecher ( hast die Alliteration bemerkt ;) und einem Metallgitter.....alter Dickschädel :P
Auf weiterhin so coole Erlebnisse und spannende Blogeinträge !!
Liebe Grüße
Dominik
PS: Auch wenn man ü, ä und ö schreiben kann; deine Schreibfehler werden nicht weniger :D:D
Baaah Benny,
das sieht aber nicht sehr nett aus was ihr da mit den armen Tieren macht...
Sowas ist bestimmt ein Erlebnis, aber oh oh wenn das die Tanja und die Maren lesen^^
Aber hört sich ja alles ganz toll an was ihr da sonst so macht :D das mit den Reitversuchen hätte ich ja zu gerne gesehen:D :D ich hätte mich da bestimmt auch nich so gut angestellt.
Also dann lass die Frösche aber wenigstens in ruhe in deinen Abflüssen planschen und machs gut :)
Entschuldigt bitte meine Schreibfehler, ich sollte den Blog wohl in Zukunft nochmal durchlesen bevor ich ihn hochlade^^.
Und ja, ich habe die Alliterationen bemerkt, sehr gut Dome. Aber jetzt ist wohl schluss mit den Megaerlebnissen, aber wir werden sehen.
Bis denne
Hey Benny,
sind gerade auch online und haben deinen Blog gelesen. Das ist echt mal ne krasse erfahrung! Hast du (d)ein paar Eier behalten dürfen und/oder hast sie jetzt in nem Glas im Zimmer stehen!
Genieß deine kleine \"neue\" Familie!
Wir umarmen dich!
Kuss
Ann und David
Hi Benny,
hast du eig jemals beim Meister geschafft, falls nein, jetzt ist es Kinderkacke für dich. Konntest du die Tiere echt im Zaum halten, ich kann mir das eig nich vorstellen, dass du so ein Rind an den Beinen festhalten kannst, wenn es weg will, die ham doch so eine mächtige Beinmuskulatur...
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Was deine Rechschreibfehler betrifft, dazu sag ich nur, was Hänschen nicht lernte, das lernt Hans nimmer mehr^^ und deine Rechtschreibkünste kenn ich ja aus unserem Deutschkurs. Soooo, genug herumgehackt, jetzt die positiven Sachen:-P
Dass du Mike Dundee erwähnst, sehr geiler Gedanke von dir^^ die Filme sind einfach zu geil XD
Jetzt kannst du sogar richtig Reiten, da passt du perfekt zu deinem Cowgirl in Canada.
Genieß dein Survivaltraining auf der Farm und verletzt dich nich.
Grüßlee aus dem Badischen Sensti
PS: Ich bete für dich, dass Tanja und Maren dich nich für die Bilder umbringen/verfluchen.
Ich glaub nach deiner Reise kommst du als anderer Mensch wieder! Ist die richtige Einstellung wenn man alles mitmacht was so geht und ansteht. Mutig auf jeden Fall. Nix gegen Blut und so, aber nach einem Tag sich aufs Pferd zu setzen toppt des :D !
liebe Grüße
Joel
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