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E-Lectrix' Blog

Wrap Up

20.10.2008 | Bilder27 | Kommentare1 | Schweiz  - Genève, Genève
Viele Dinge sind in den letzten Wochen geschehen. Ein Highlight jagte das andere. Heimische Besucher in fremden Gefilden. Was tut man gegen Lackgeruch? Was gegen Flecken...

...auf dem Boden? Warum rennt die Zeit davon? Wie bringt man Hühner zum Eierlegen? Warum legt man sich mit Blasenschwäche nach einer Party auf der Veranda zum Schlafen?

Fragen über Fragen, Tatsachen über Tatsachen. Fangen wir mittendrin vorne an und arbeiten uns nach halbwegs hinten durch. Erster zu erwähnender Punkt ist der Besuch von Andrea und Tobi in Geneva. Lang ist’s her. Spät donnerstags nachts klingelte es an der Tür und die zwei standen da. Im Gepäck ein Kasten Hofgebräutes, das natürlich nicht der einzige Grund zur Freude war. Freitags nach der Arbeit wurde fleißig Sushi gerollt, ein Festmahl auf den Tisch gezaubert und zusammen mit Esther und ihrer Schwester auch gleich wieder zunichte gemacht. Abends ging’s in die Innenstadt, wo ein Kahn auf dem See elektronische Musik zum Besten gab, wir jedoch dem Steg der Elektro-Kajüte den Vorzug gaben. Samstags ging’s hoch auf den Saleve, um die Aussicht auf Geneva und nach Annecy zu bewundern. Der Blick auf den Mount Blanc blieb allerdings von diesigem Wetter und Wolken versperrt. Annecy begeisterte am Nachmittag mit schmalen Gassen, leckerem Eis und netter Altstadt, weniger mit den Massen an Touristen zu denen ja aber auch wir gehörten. Abends stand in Plan-les-Ouates das Plein-les-Watts Reggae und Ska - Festival mit abgefahrenen Gestalten auf der Bühne auf dem Programm. 5 Minuten von der Haustür entfernt, lud es zum Verweilen ein. Der Sonntag endete mit der Erkenntnis, dass Wassertaxis nichts extra kosten und Schweizer Schokolade nicht lange unangetastet bleibt. Dann war die München-Crew auch leider schon wieder auf dem Rückweg und das Hofgebräute leer.

Hochzeitsglocken läuteten mich nach Hause. Es wurde geknipst, Freudentränen vergossen, Luftballons gen Himmel geschickt und viel gefeiert. Nach einer langen, alkoholreichen Nacht fuhren uns die Taxis davon, Angela und Kai erwarteten mit Reis gefüllte Luftballons. Leider blieb mir die Möglichkeit verwehrt, viele Einheimische mit meinem Besuch zu beehren. Es ging montags auch schon wieder zurück.

Vorträge füllten die folgenden Tage ebenso wie Apero-, Cocktail- und Special-Cheese-Party. Die drei Fragezeichen erreichten Geneva und stellten fest, dass die Zeit zwischen 9 Minuten 30 und 9 Minuten 20 hier etwas langsamer vergeht. Ob das an den wilden Experimenten am CERN liegt bleibt zu klären. Der Freitagabend wurde mit Havana Club und Becks Bieren eingeläutet und endete mit getanzten Namen, Iris-Datensätzen und Diskussionen über die Uniformen der Prinzengarde. Samstags wurde die Stadt erkundet, geogecasht, ein oder zwei Kater vertrieben und der dritte bis Montag aufgehoben. V-förmige Bäume sind in erheblicher Anzahl vorhanden und stellen schlechte Verstecke dar.

Die folgenden 10 Tage standen im Zeichen von Renovierung. Der Wohnort wurde gewechselt. Späte Erkenntnisse über die Güte des nicht-gewählten Maler & Lackierer Berufs stimmten mich positiv. Weinessig hilft nur bedingt gegen Lackgeruch, stellt in Kombination mit viel Lüften durchaus eine Option dar. Wer zu stark aufträgt, muss mit den Konsequenzen leben. Aceton aus dem Labor hilft auch gegen die schlimmsten Farbkleckser auf dem Boden, geöffnete Fenster des nachts stehen einer schnellen Erkältungsgenesung im Weg und Schlafsäcke können auch über längere Zeit als adäquater Deckenersatz verwendet werden.

Laborbesuche und 3D-Demonstrationen an meiner Workstation, machen die Arbeit nicht unbedingt einfacher. Die Familie wurde wieder vereint, mitgebrachte Leckereien dankbar von allen Bewohnern des Hauses auf- und eingenommen. Mittelalterliche Städte lockten mit Eiscreme und Crêpe – eine willkommene Abwechslung zum geschmolzenen Käse des Fondues und den 350g Pferde-, Lamm- und Rindersteaks. Geneva trotzte trotz des schönen Wetters mit eisiger Kälte. Französische Diskotheken ähneln sehr denen, die ich schon vor Jahren aufhörte zu besuchen. Zimmer sehen mit passenden Möbeln und Pflanzen einfach besser aus als mit gestapelten Umzugskisten; die richtige Beratung vorausgesetzt. ( Danke Isa! ) Drei Tage können sehr schnell leider wieder vorbei sein.

Vier neue Mitbewohner in der „maison de bonne heure“ organisieren eine Party. 150 Krawattierte folgen der einladenden Geste und haben eine Menge Spaß. Eingebildete DJs, Fensterbeschmierende Punks und bettnässende Betrunkene auf der Veranda sind die Kehrseite der Medaille. Dreimal Putzen macht die Wohnung wieder rein, auch ohne Meister Propper. Beachvolleyball nach Partys hat mehr Spaßcharakter als sportlichen Ehrgeiz. Erzählte Partygeschichten sind unter Kollegen gern gesehene Abwechslung zur alltäglichen Arbeit.

Vier Stunden Schlaf vor der Zugfahrt und nach einer PhD-Thesis-Defense-Party führen nur bedingt zur Aufmerksamkeitssteigerung vor Konferenzvorträgen und benötigtem, obligatorischem Networking. Goodies kann man auch ermüdet in seine Taschen wandern lassen. Chris Lipinski ist ein feiner Mann mit gewaltiger Stimme und großer Präsenz.

Der Aufstieg auf den Saleve erfordert gewisse Vorsichtsmaßnahmen, einiges an Kondition und festes Schuhwerk. Fahrradfahrten zum Startpunkt der Wanderung dauern länger als versprochene 10 Minuten, Abfahrten auf dem Rückweg sollten besser mit funktionierenden Bremsen durchgeführt werden.

Die Heimat ruft, ich folge! Reserviert mir Zeit in eurem strikten Zeitplan für das kommende Wochenende!

Aus. Punkt. Schluss.

Matthias

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Kommentare (1)

  • (#1) Yusuf sagte am 21.10.08 um 13:26 Uhr:

    Wow,
    das wissenschaftlich trockene Schreiben von unzähligen hintereinander gereihten Hauptsätzen hast du definitiv schon raus. Aber es macht trotzdem Spaß deinen Blog zu verfolgen.

    Auf bald,
    Yusuf


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