...jedoch schon morgens beim Zeltabbau und auch die ganze Strecke über - der Regen wurde sogar noch heftiger. Bei Carmanah Creek, nach nur 8 Kilometern mussten wir im "Chez Monique", der einzigen "Imbissbude" auf der ganzen Strecke Unterschlupf suchen. Dort konnten wir uns aufwärmen und haben zu guter Letzt entschieden auch dort zu übernachten... Eine Wohltat für unsere durchnässten Glieder aber leider ein Rückschlag, was die Wegstrecke angeht.
Am fünften Tag wurden wir dafür mit herrlichem Sonnenschein belohnt! Wir brachen recht früh auf, da unser Ziel Tsusiat Falls war... in 19 Kilometer Entfernung!!!! Wir liefen an diesem Tag sage und schreibe 19 Kilometer in unglaublichen 13 Stunden!!!! Der Weg war teilweise angenehm, meistens jedoch das alte Lied: Wurzeln, Schlammlöcher, Leitern, Strand... Auf dieser Etappe hat uns lustigerweise von "Chez Monique" aus ein kleiner Beagle namens Charly begleitet. Er ist uns nach- bzw. vorgelaufen bis zum Nitinat Lake wo wir ans andere Ufer übergesetzt wurden. "Der wartet jetzt auf den nächsten, mit dem er wieder in die andere Richtung bis Chez Monique mitlaufen kann" hat uns dort gottseidank der Fährmann versichert. Anderenfalls hätte es mir das Herz gebrochen, den Süßen einfach zurück zu lassen! Dieser Tag hatte alles: Inland und Strand im regelmäßigen Wechsel. An diesem Abend waren wir alle richtig kaputt und sind todmüde in unsere Zelte gekrochen!
Da wir am Ende des fünften Tages schon teilweise erkennen konnten, dass die Strecke einfacher wird, ist uns Tag sechs relativ leicht gefallen. Zumal wir auch über die Hälfte hinaus waren und uns das nochmal einen zusätzlichen Schub gegeben hatte. An diesem Morgen ließen wir uns mal länger Zeit mit Frühstück, Rucksack packen und Abmarsch. Abwechselnd am Strand und im Inland unterwegs liefen wir recht gemütliche 12 Kilometer und landeten abends in Michigan Creek, unserem letzten Zeltplatz.
Ja, und dann war es auch schon fast geschafft: 12 Kilometer waren übrig, die wir am siebten und letzten Tag zurückzulegen hatten. Gegen 13 Uhr kamen wir erschöpft aber auch überglücklich am Trailhead in Pachena Bay an. Wir hatten unser selbstgesetztes Ziel, den Trail in sieben Tagen zu wandern, geschafft! Da waren wir ganz schön stolz drauf! Im Büro meldeten wir uns ab, fuhren mit dem Taxi nach Pachena und warteten auf unsere Fähre, die uns nach Port Alberni brachte wo wir von einem Freund abgeholt wurden.
Als Fazit muss man sagen, dass der Trail wirklich sehr anspruchsvoll ist. Hat man eine solche Wanderung mit schwerem Gepäck zuvor noch nie gemacht, wird es eine harte Tour, egal wie sportlich man ist. Die Landschaft, die wir in den sieben Tagen erlebt und durchwandert haben hat uns absolut begeistert. Jedoch hatten wir kaum Zeit, die ganze Schönheit zu genießen. Ein oder zwei Tage mehr für die Strecke von 75 Kilometern hätte uns die Anstrengungen wahrscheinlich um einiges erleichtert.
Blogeintrag gelesen von 346 Besuchern.