...diesen Ort richtig auszusprechen, was automatisch zur Erheiterung zumindest unter Nicht-Schweden führt. Zweitens, alles und jeder referiert über Växjö lediglich als alte Universitätsstadt. Da Lund ebenfalls eine solche ist und es hier toll ist, muss es in Växjö ja einiges zu entdecken geben - so die Theorie! ;) In der Praxis ist es wohl so, dass diese Referenz darauf zurück geht, dass hier nichts los ist - zumindest im Winter.
Da die Tourismusinformation geschlossen hatte (samstags..!), ließen wir uns von unseren Augen und den Hinweisschildern leiten sowie den wenigen Infos, die wir im Vorfeld durch googlen einholen konnten. Unsere Tour begann somit bei wirklich ungemütlichem Wetter am Dom, der von außen farbenfroh aber von innen relativ unspektakulär war. Ein bis zwei kleine Details hatte er trotzdem, z.B. war die innere Eingangstür aus Glas mit schöner Glasgravur (und einer nicht ganz so gelungenen nackten Eva ;)) verziert.
Außerdem waren wir noch im Smålands Museum, in dem Glas eine wichtige Rolle spielt. Die Ausstellung war zum Teil auch echt interessant und sehr kreativ aufbereitet. So richtig wohlfühlen konnte ich mich trotzdem nicht, hatte ich doch ständig das Negativbild des Elefanten im Porzellanladens im Hinterkopf. Passiert ist glücklicherweise nichts, was auch daran liegen könnte, dass Absperrungen die Besucher auf ausreichend Abstand gehalten haben. Das ging soweit, dass man nicht über dieses Absperrungsband greifen durfte (was natürlich verständlich ist, weil anfassen verboten war), aber das hat es auch erschwert, auf Dinge zu zeigen, auf die ich meine Freundin aufmerksam machen wollte (jedes Mal ging ein sehr hässlicher Alarm los, ich bin bestimmt in die Alarm-Rekorde eingegangen.. Aber interessiert hat es seltsamerweise niemanden).
Unsere nächste Station war in einer Pizzaria/Dönerladen/Whatever, in der wir beide wohl das ekligste Essen seit unseres ganzen Schwedenaufenthalts gegessen haben. Die tropical pizza meiner Freundin bestand zu ungefähr 1% aus den angekündigten Zutaten und stattdessen haben die Köche auf Bananen zurückgegriffen.. Wer kennt es nicht, Bananen auf der Pizza; auch der Rest der Pizza sah nicht sehr lecker aus. Ich hatte fast schon Glück mit meinem Dönerteller, der nur mit einer ekligen Soße durchtränkt war.
Unser letzter Halt sollte das Teleborg Schloss werden. Um dorthin zu gelangen, haben wir eine Busfahrt in Kauf genommen und haben beim Auffinden der richtigen Buslinie und des Schlosses tolle Unterstützung von einem Passanten bekommen - tack så mycket! Dieser hat uns ebenfalls davon berichtet, dass Växjö die grünste Stadt in Europa sei.. davon konnten wir uns leider wegen des Schnees noch nicht überzeugen :)
Das Schloss selbst war echt schön, es gehört aber schon eher zur kleineren Sorte. Von innen ist es mittlerweile wohl ein Hotel, so ganz sicher waren wir uns nicht, ob wir nun erlaubt waren, darin rumzuturnen oder nicht, aber uns hat niemand rausgeschmissen.
Dummerweise habe ich mich danach beim Busplan verlesen, sodass wir länger am Schloss verbleiben mussten, denn die Busse fahren tatsächlich NOCH seltener als die Busse in Trier! So hatten wir dann auch noch Zeit, etwas über den Campus der Uni zu schlendern, die zu meiner Überraschung ganz und gar nicht alt aussah, aber möglicherweise haben wir auch nur einen Teil davon gesehen.
Mein letzter Punkt über Växjö könnte möglicherweise für ganz Schweden gelten, nämlich die Tatsache, dass es momentan Winter ist und ich mir nicht ganz sicher bin, ob es sowas wie ein Winterland oder Sommerland gibt. In meinem ersten Aufenthalt in Schweden (Sommer 2006) hat das Land eine ganz besondere Faszination in mir ausgelöst, was wohl mit der ständigen Nähe zum Wasser zu tun hat - seien es Seen, Kanäle oder das Meer. Diese Landschaften sind nicht nur schön anzusehen, sondern bieten auch einen unerschöpflichen Reichtum an Aktivitäten, sei es schwimmen, Kanufahren, wandern, zelten usw. Im Moment fällt mir auf, wie sehr mir das fehlt.
Växjö wie auch Stockholm haben mir bewusst gemacht, wie sehr Schnee und Winter diese Faszination raubt, und sie mir nicht in gleichem Maße zurück gibt. Aufgrund des Schnees, kann man Seen nicht mehr von normalen Schneefeldern unterscheiden. Wenn man über eine Brücke geht, ist man sich dessen kaum bewusst, denn unter einem sieht man kein plätscherndes Wasser, nicht einmal eine gefrorene Eisschicht, sondern nur Schnee. Bisher löst der schwedische Winter nicht die gleiche Begeisterung in mir aus, wie der schwedische Sommer ( + Herbst; Frühling muss noch getestet werden), denn die Schneelandschaften hier unterscheiden sich kaum von zu Hause, sind in Südschweden sogar fast enttäuschender als ein Winter im Hunsrück (in stillem Gedenken an den viel zu schnell geschmolzenen Riesen-Schneeberg!). Ich begrabe aber noch nicht all meine Hoffnung, hoffe ich doch noch eine verzauberte Winterlandschaft in Lappland zu sehen :) Es sei nur eine Notiz für mich, dass ich die Städte, die ich im Winter bereist habe, definitiv nochmals im Sommergewand sehen muss, denn sie werden ganz anders wirken.
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