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Franzis Blog

Dalwallinu - Erlebnis Arbeiten im Outbackpub

10.01.2008 | Bilder11 | Kommentare0 | Australien  - Dalwallinu, Western Australia
Dalwallinu- Jobben im Outback Pub Und endlich: das Abenteuer Pub konnte beginnen!! Alles so spannend! Bararbeit hat mir sowieso immer schon Spass bereitet...

...und dann im Pub im Outback, echtes australisches Leute & Leben kennenlernen! Wohl mein bestes Erlebnis in Australien!

Alle Fotoalben von meinem Leben in DALWALLINU findet ihr unter folgende Links (Anmeldung nicht noetig, ihr kommt direkt zu den Fotos):

http://www.facebook.com/album.php?aid=22930&l=12484&id=637186514
http://www.facebook.com/album.php?aid=23028&l=f408b&id=637186514
http://www.facebook.com/album.php?aid=23117&l=a095a&id=637186514
http://www.facebook.com/album.php?aid=23675&l=4c06b&id=637186514

Nachdem wir am 20.09. von Perth mit Paul nach "Dally" mitgefahren sind, fingen wir auch gleich abends an. Dann lernten wir auch gleich die Leute kennen, mit denen wir meist zusammen arbeiteten. Unser Chef Dennis, Gerry, Sharona und einige mehr. Denise, mit ihr bin ich ja zusammen angekommen, ist bereits nach 10 Wochen abgereist, ich verweilte noch 4 Wochen laenger dort, bis Ende Dezember, verbrachte somit auch Weihnachten dort, aber dazu spaeter mehr.

Gewohnt haben wir direkt im Hotel, welches sich im gleichen Gebaeude befindet. (ein Motel gibt es im Hof des Gebaeudes, wo die ganzen Arbeiter immer naechtigten). Wir teilten uns ein Zimmer, 'frau' weiss ja nie, was sich fuer Gestalten rumtreiben. Unterkunft und alles an Verpflegung, was es in der Kueche gab, kriegten wir gestellt, also mussten wir nix extra bezahlen. Dafuer war der Lohn geringer. Am Anfang kamen wir schon etwas durcheinander, da es fuer viele Biere etc diverse Abkuerzungen gibt. Aus Toohey Extra Dry wird schnell mal TED oder aus Victoria Bitter VB. Aber "too easy", wie alle hier sagen.

Beschreib ich euch mal etwas den Pub: Zu dem Pub gibt es auch einen kleinen Getraenkeladen und einen Speisesaal, welche ineinander uebergehen. Alles ist im gleichen Gebaeude und wurde auch von uns bedient. Im Speiseraum war nur an bestimmten Tagen was los, wenn es Reservierungen gab und besonders in der Vorweihnachtszeit, also waren wir meist Springer, aber hauptsaechlich im Pub taetig. Angefangen haben wir taeglich17 Uhr, die Zeit davor hatten wir frei. Ausser freitags und samstags wurden wir immer abwechselnd in der Kueche eingeteilt, da es dann zur Mittagszeit busy werden konnte.Ich hatte meinen freien Tag montags, dann setzte ich mich meist vor die Theke anstatt hinter. Wie lange der Pub geoeffnet hat? Das ist ganz unterschiedlich, wochentags meist 22- 23 Uhr, freitags und samstags waren die langen Naechte, sicher bis 24 Uhr. Dann hiess es zum Schluss: "Wer moechte noch Take-aways?". Ein wichtiger Bestandteil u.a. im Pub ist die Wettecke ("TAB"), welche wir auch bedienten und man in den meisten Pubs findet. Manche Leute kommen extra wegen Wetten her, einige Aborigenes leben sogar vom Wetten.

Komme ich mal zum interessantesten Teil: Die Menschen und Geschichten. Besonders dies machte meinen Aufenthalt so interessant, der Kontakt mit den Einwohnern, hier "Locals" genannt (unter ihnen einige Aborigines). Taeglich waren Locals im Pub, ansonsten auch oft Arbeiter, denn hier in der Gegend finden viele Arbeit in Mienen oder als Strassenarbeiter. Ansonsten gibts um Dalwallinu viele Farmen, meist unvorstellbar gross zum Teil. Im Oktober und November war die grosse Ernte ('Harvest" genannt, aber leider fiel die dieses Jahr mager aus, da eine Jahrhunderttrockenheit herrschte, die Weizen, welche hier zum groessten Teil vorhanden sind, wuchsen nicht sehr hoch, zuuu wenig Regen), es wurde ruhiger im Pub, da die meisten Farmer lange arbeiteten oder oft auch abends/ nachts, wenn es nicht mehr so heiss war. Viele Arbeiter hatten einige Tage in der Gegend und kamen nach einigen Wochen wieder. Ausser dem Ort Dalwallinu gibts hier nicht viel in der Gegend. Nur Landschaft pur, auch viel gruen. Touristen kommen hierfuer die Wildflowers her. Viele Leute kamen auch auf Durchreise in den Pub, oft auch aus Perth, von einigen wurde ich auch nach Perth eingeladen um von ihnen die Stadt zeigen zu lassen. Nett sind sie nun wirklich, die Australier bzw die "Aussies".

Ja, es gab auch junge Leute hier in Dalwallinu und Umgebung. Eigentlich zieht es viele nach abgeschlossener Schule in groessere Orte oder Staedte wie Perth, aber einige bleiben auch hier haengen, einige finden einen Job, arbeiten im Ort oder bleiben Farmer/innen.

Die langen Abende waren immer freitags und samstags, dann treffen sich alle Jugendlichen und Junggebliebenen, betrinken sich zum grossen Teil und dann nach Schliessen des Pubs (24 Uhr) geht es meist noch zu einem Haus, denn was anderes zum Weggehen gibts ja hier nicht. Aber die Hausparties waren immer ganz witzig, wenn man sich immer die betrunkenen Leute anschaute (wer mich kennt, weiss ich bin kein grosser Trinker) und ich denen dann beim naechsten Mal die Bilder zeigte und Storys erzaehlte.

Neben der Arbeit im Pub kam nach einigen Wochen die Arbeit im Supermarkt im Ort hinzu. Immer donnerstags & freitags arbeiteten wir 8- 16 Uhr, dann anschliessend ab 17 Uhr normal im Pub. Lange Tage. Im Supermarkt raeumten wir die Regale ein, die Ware kam an diesen Tagen. Nach einigen Wochen fingen wir auch an der Kasse an ("Check-out"), dass fand ich spannender, der Kontakt mit den Leuten.

Ein Highlight fuer mich war der Besuch von einer Farm, auf welche uns Hannes mitgenommen hatte, ein Deutscher Bauer, den wir im Pub kennengelernt hatten. Er verbringt knapp ein Jahr hier. Dort erlebten wir an einigen Tagen das richtige Farmleben, halfen auch kraeftig mit. Sogar an meinem Geburtstag (11.10.) verbrachte ich auf der Farm. An dem Tag wurde den Schafen der Hintern abrasiert, Denise und ich sortierten dann die gute Wolle von der in scheisse-getraenkte, unnutzbare Wolle. Hehe, witzig oder? Und ich bekam sogar einen Kuchen. Als wir auf der Farm waren, sangen alle fuer mich ein Staendchen, wie suess. Und ich durfte erfahren, dass man sich hier nicht was beim Auspusten wuenscht, sondern wenn man den Kuchen anschneidet (aber beim Wunsch ja nicht bis unten durchschneiden!). Abends gings in den Pub, wo ich mit Locals Pool spielte und zusammen sass. Spaeter am Abend, bekam ich von allen nochmal ein Staendchen. An anderen Tagen auf der Farm trieben wir Schafe mit den Hunden ein, halfen mit, als die Schafe Marken ins Ohr geschossen bekamen und noch einiges mehr. Ich fuhr auch mal Traktor und Quad, das war der Spass schlechthin! Auf einer anderen Farm durfte wir auch mal beim Schafscheren Hand anlegen, dazu die Schafe mit voller Kraft auf den Boden bringen und dann versuchte ich zu scheren, nicht mal so einfach wie es immer ausschaut.

In den gesamt 14 Wochen, die ich in Dally verweilte, war ich einmal in Perth, gleich in der 2. Woche, mit Denise, nur fuer einen Tag (haben uns die bekannte Perth Royal Show angeschaut, eine Art Rummel und Messe und am Abend zufaellig eine Bekannte von Denise nach zig Jahren zufaellig wiedergetroffen), da wir uns schlecht mehrere Tage freinehmen konnten. Aber die Zeit in Dally verflog eh wie verrueckt. Jede Woche stellten wir fest, dass ja tatsaechlich schon wieder eine Woche rum ist!! Und das, obwohl wir fast nur in Dally waren, aber durch die verschiedenen Leute und manche Events. Zum Beispiel wurde in Australien am 06.11.' 07 der grosse Melbourne Cup gefeiert, das ist ein Event, wo ein Pferderennen die ganze Nation fiebern laesst. Im Rahmenprogramm gab es noch weitere Rennen, aber fuer das eine grosse Rennen kamen alle in den Pub. Den Abend davor wurden Pferde "versteigert", auf die wurde gewettet. Fuer dieses Event kamen alle in den Pub und schauten gespannt auf den Bildschirm. Ein weiteres Event, was aber laenger lief, war die Aktion "Movember", d.h. den ganzen November ueber haben sich die Maenner einen Schnurbart wachsen lassen und somit Geld fuer die Brustkrebsinitiative gesammelt (gegen diese Art von Krebs wurde im letzten Jahr viel getan und ueberall bekam man das mit). Anfang Dezember wurde dann an einem Abend der beste Schnurbart gewaehlt, der Pub war dazu gerammelt voll. Wenn ihr euch meine Fotos anschaut, koennt ihr leicht erkennen, dass sich viele einen Schnurbart wachsen lassen haben.

Und bald war auch schon Weihnachten. Aber so richtig kam bei mir keine Stimmung dafuer auf, viel zu heiss und Weihnachtsdeko in der Hitze (es war um die 40 Grad, zu heiss um im Garten zu sitzen und an diesem Tag war in der Umgebung der heisseste Ort auf der Welt fuer diesen Tag, glaube 47 Grad, hammer!!), schon anders. Der grosse Tag findet in Australien am 25.12. statt, dann gibt es ein grosses Mittagessen (nicht wie bei uns abends), abends werden dann die Reste gegessen. Ich wurde fuer diesen Tag von meiner Chefin vom Supermarkt zu ihrer Familie eingeladen. Was typisch hier ist: zum Essen gab es Schwein, Truthahn und Huehnchen, dies verspeisen sie mit Apfelmus! Haeh, verkehrte Welt, haha, aber war lecker. In der Vorweihnachtszeit war es oft voll im Pub und im Speisesaal, da viele Firmen ihr Weihachtsessen hier verbrachten ("Function" genannt).

Und dann hiess es langsam Abschied nehmen von den ganzen Personen, mit denen ich die letzten Monate zusammen verbracht hatte. Dazu liess ich soviel wie moeglich auf Karten verewigen, damit sie mir immer in Erinnerung bleiben. Mit einigen werde ich auch weiterhin Kontakt pflegen und auch nochmal in den Pub kommen, vielleicht nochmal arbeiten?! Man weiss ja nie *g*

Auf jeden Fall habe ich die 3 Monate mit viel Spass verbracht!

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