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Teil 1 der Nordinsel-Erkundungstour

21.08.2010 | Bilder30 | Kommentare1 | Neuseeland  - Turangi
Mein letzter Eintrag ist zwar schon eine Weile her und eigentlich bin ich ja auch schon wieder in Deutschland, aber beenden will ich doch noch, was ich angefangen habe. Heute also ein besonders langer Bericht.

Für unseren ersten Tag "in Freiheit" nach der langen Zeit in Coromandel, den 21. 6., hatten wir uns eine Wanderung zwischen Paeroa und Waihi vorgenommen, also sozusagen am Fuß der Halbinsel. Paeroa ist übrigens neuseelandweit berühmt für die Limonade, die dort erfunden wurde, Lemon&Paeroa oder kurz L&P, sehr süß.

Unser Weg begann wie üblich an einem Parkplatz. Er führte am Karangahake River entlang. Gleich am anderen Ufer verlief etwas unromantisch die Straße, aber gerade dort, wo das Flussbett wirklich ein "Gorge", also eine Schlucht war und das Wasser über Felsen sprudelte, war es sehr schön. Bald liefen wir aber eher über offeneres Gelände, der früheren Strecke der Bahn folgend. Die wurde hier vorallem für die Goldgräber gebaut, um die Rohstoffe zu transportieren, später wurde sie aber auch zum Personentransport genutzt. Inzwischen gibt es nichteinmal mehr die Schienen, dafür aber am Anfang und am Ende der Wanderung Ruinen von den Fabriken und Maschinenhallen.

Zwischendrin gab es auch einen kleinen Wasserfall zu sehen, der beim richtigen Licht sogar einen kleinen Regenbogen hervorzauberte. Bei den Ruinen selbst war es seltsam, wie geplegt alles rundherum war, mit sauber gemähtem Rasen, aber man will ja für die Touristen zugäglich sein. Sogar eine kleine Bimmelbahn gibt es, die auf schmalen Schienen Runden um das Gelände dreht.

Auf dem Rückweg liefen wir durch den ehemaligen Eisenbahntunnel. Einen Kilometer ist der lang und eher spärlich beleuchtet. Zum Glück war der Boden weitestgehend eben, nur auf Pfützen mussten wir acht geben, die vom Tropfwasser gebildet wurden, das überall durch die Wände sickerte. Zuerst schien das Ende des Tunnels gar nicht näher zu kommen, das war etwas unheimlich aber dann ging es ganz fix und schon standen wir wieder im Hellen.

Nach diesem kleinen Abenteuer fuhren wir gleich weiter nach Tauranga, wo wir uns auf einem Campingplatz einquartierten.

Den folgenden Tag nutzten wir, um uns ein wenig in Tauranga umzusehen und Einkäufe für die nächste Woche zu erledigen, schließlich würden wir ersteinmal wieder eine Weile unterwegs sein. Wir fuhren aber auch bis zum Mount Maunganui. Statt den zu besteigen entschieden wir uns diesmal für den Rundweg, der am Fuß des Berges dicht am Wasser entlang führt. Dabei hatten wir einen schönen Blick hinüber nach Tauranga, aufs weite Meer und den hübschen Strand. Statt in den Pazifik sprangen wir dann aber lieber ins Schwimmbecken im "Bay wave", dem örtlichen Schwimmbad, und entspannten danach im Spa Pool. Wer braucht schon eine Badewanne?

Tags darauf ging es noch einmal nach Rotorua, denn wir hatten beim letzten Besuch das "thermale Wunderland" Wai-O-Tapu noch verschoben, das musste jetzt also nachgeholt werden. Trotz trüben Wetters enttäuschten die farbenfrohen Schwefel- und Mineralablagerungen nicht und mit weniger Besuchern als im Sommer hatte man auch das Gefühl, alles selbst entdecken zu können. Noch immer bringen mich Bezeichnungen wie "Devils Inkpot", "Oyster Pool" oder "Champagne Pool" zum schmunzeln, zumal sie oft etwas weit hergeholt sind, doch die Attraktionen werden dadurch ja nicht weniger schön. Leider waren wir schon zu spät dran, um den Ausbruch des Lady-Knox Geysirs anschauen zu können, aber mit einem Stempel auf unseren Eintrittskarten war uns das auch am nächsten Tag noch erlaubt.

Diese Chance ließen wir uns dann auch nicht entgehen und fuhren am nächsten Morgen nocheinmal vorbei. Auch beim zweiten Mal (nach meinem letzten Besuch im Oktober), machte es Spaß, zuzusehen, wie der Geysir erst dampfte, dann blubberte und dann eine immer höhere Fontäne in den Himmel schoss. Immer wieder ein schönes Fotomotiv.

Danach ging es direkt weiter, über Taupo nach Turangi, am südlichen Ende des Lake Taupo. Der Ort sah vorallem im Nieselregen etwas trostlos aus, ist aber im Sommer gut besucht, da er nah am Tongariro Nationalpark liegt und somit der ideale Ausgangspunkt für die wahrscheinlich bekannteste Wanderung in Neuseeland ist, das Tongariro Crossing. In acht Stunden durchquert man dabei die Vulkanlandschaft. Anstrengen soll das sein, aber auch sehr schön, also wollten auch wir es wagen.

Zuerst einmal verschoben wir aber die Buchung des Busses noch, eben wegen des eher mäßigen Wetters, und sahen uns noch ein thermales Wunder an: in einem kleinen Ort bei Turangi namens Tokaanu gibt es heiße Quellen, denen sowohl ein Badehaus als auch ein kleiner Wanderweg angeschlossen ist. Wir entschieden uns für zweiteren und wurden mit warmen Dampf, blubberdem Schlamm und unheimlich tiefem, klarem Wasser belohnt. Das verführte geradezu, mal einen Zeh hineinzuhalten, aber nachdem ich gelesen hatte, dass das Wasser mehr als 150°C heiß sein kann, sah ich doch von dieser Idee ab.

Nach einer Nacht auf einem beinahe leeren Campingplatz sah auch der nächste Tag nicht viel freundlicher aus und der Wetterbericht verhieß nichts Gutes. Ein weiterer Ersatz war also nötig. Turangi ist allerdings nicht nur wegen des Tongariro Crossings bekannt, sondern auch wegen des Forellenreichtums seiner Gewässer. Entsprechend war es ein logischer Schritt, hier ein nationales Forellenzentrum einzurichten, in dem Besucher alles erfahren können, was es über Aufzucht und Fang der Fische zu wissen gibt.

Auf einem gut ausgebauten Rundweg sahen wir hier Forellenbecken, einen Angelteich für Kinder und den Tongariro River, in dem schon Mitglieder der Royal Family geangelt haben. Oder eher gefischt, denn hier wird offenbar die Technik des Fliegenfischens vorgezogen. Mir gefiel besonders die Möglichkeit, durch eine große Glasscheibe unter die Wasseroberfläche eines kleineren Flussen zu gucken, wo erwartungsvoll einige Forellen in der Strömung standen. Sie werden dort wohl öfter einmal gefüttert.

Da all das nicht viel Zeit in Anspruch genommen hatte, machten wir uns gelich zu einer weiteren kurzen Wanderung auf. Die führte uns am Ufer des Lake Taupo zu einem Aussichtspunkt, von dem man weit über den See sehen konnte.

Inzwischen hatten wir uns überlegt, den Bus zum Beginn des Crossings und vom Ende zurück einfach zu buchen, besser würde es erstmal nicht werden. Wir begaben uns also ins i-Site, wo man uns leider sagte, es würden derzeit keine Busse fahren. Keiner der Anbieter fäht bei dem Wetter, zumal man sich auf einer Hochebene bewegt, die inzwischen schon ordentlich eingeschneit ist. Die Skipisten im Park hatten erst kürzlich eröffnet. Man schlug uns aber einen Alternativweg vor, der nicht über die Berge führt, sondern zwischen ihnen hindurch, und somit auch bei schlechteren Witterungsverhältnissen sicher ist. Ich war zwar trotzdem etwas enttäuscht, aber gegen das Wetter kann man nunmal nichts machen und dieser Weg schien mir ein guter Ersatz zu sein.

Leider sollte ich auch am nächsten Tag nocheinmal enttäuscht werden. je näher wir Whakapapa-Village kamen, dem Ausgangspunkt unseres Vorhabens, um so nebeliger wurde es. Von Mount Ruhapehu und Mount Ngauruhoe (alias der Schicksalsberg aus dem Herrn der Ringe) war absolut nichts zu sehen. Nachdem wir im durchaus schön gestalteten i-Site eine Entscheidung vor uns her geschoben hatten, überredete Peter mich, zumindest die Hälfte des Weges trotzdem zu gehen. Dort gibt es einen Wasserfall, der sich prima als umkehrpunkt eignet, zumal zwei verschiedene, etwa gleich lange Strecken hin bzw. zurück führen. Die blauen Kraterseen würden wir so nicht erreichen, aber wir wollten auch nicht unnötig lange draußen herumlaufen.

Wenigstens kam so aber die regenkluft zum Einsatz, die wir uns vor dem Kepler Track zugelegt hatten. meine Regenhose hielt auch wirklich schön trocken und warm. Vorallem auf dem Weg zum wasserfall hin war im Nebel kaum etwas von der Landschaft zu sehen und auch meine Laune war eher... bewölkt. Wi näherten uns dem Wasserfall schließlich von oben, sodass wir ihn erst sahen, als wir eine Treppe in der Nähe herabsteigen mussten. das war dann so beeindruckend, dass meine Laune sich schlagartig besserte. Durch warme Suppe aus der Thermosflasche und Müsliriegel zusätzlich aufgemuntert, war ich dann auch für den Rückweg bereit und stimmte gern zu, noch eben zum Skigebiet hoch zu fahren. Dick lag der Schnee noch nicht, überall schauten schwarze Flecken Vuklangestein heraus, aber das hatte einen ganz besonderen Reiz. Wir machten es uns bei heißer Schokolade und Kaffe in einer Skihütte gemütlich und sahen den immer dicker werdenen Flocken draußen zu. Sehr gemütlich.

Auf dem Rückweg nach Turangi hatten wir dann tatsächlich nocheinmal Glück und konnten zwischen den Wolken zumindest den Fuß des Mount Ngauruhoe sehen. Spätestens jetzt war ich wieder mit der Welt versöhnt.

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Kommentare (1)

  • (#1) carmenw sagte am 24.08.10 um 23:02 Uhr:

    Jetzt noch zu kommentieren ist komisch. Wir könnten ja auch telefonieren oder direkt kommunizieren.


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