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Gangos Blog

Im Zug Teil 1

05.08.2010 | Bilder5 | Kommentare0 | Rußland  - Novosibirsk, Novosibirskaya Oblast'
Nachdem wir viele Eindrücke aus Moskau mitnehmen konnten, sind wir am 1. August in die Transsibirische Eisenbahn eingestiegen. Glücklicherweise hat mit dem Ticket alles gut geklappt.

Das Abteil teilen wir mit zwei bzw. drei weiteren Leute. Eine Frau mit Tochter, die sich eines der unteren Betten teilen und ein Mädchen, das so etwa 16 sein muss und nur russisch spricht- ein Abenteuer. Das Mädchen war für die ersten paar Stunden auch gleich verschwunden, denn sie ist mit ihren Eltern und einer Reisegruppe unterwegs, die von einem Folklore Festival kommen und jetzt auf dem Heimweg in den Ural sind. Das liess sich allerdings nur mit Wörterbuch, Händen und Füssen, sowie ein paar Brocken deutsch der Mutter herausfinden. Die Mutter mit Tochter sind etwas schwierigere Zugbegleiter, denn die Frau hat einen Sprachfehler und streitet sehr viel mit ihrer Tochter (etwa 3-4) und haut jedes mal drauf- das ist nicht so einfach auszuhalten.

Ansonsten gibt es eine australische Reisegruppe in unserem Waggon, die bunt gemischt mit vielen Russen in den Abteilen verteilt sind. Direkt nebenan wohnt ein australisches Paar, Sharon und Leonard, mit denen wir uns auch schon anfreunden konnten. Sie kommen aus Melbourne und reisen auf der gleichen Strecke wie wir, allerdings mit anderen Aufenthalten. Vielleicht können wir sie in Ulan Bator oder Peking nochmal treffen?!

Das grösste Erlebnis, bisher, sind allerdings unsere russischen Freunde. Das sind die Eltern des Mädchens bei uns im Abteil- Nascha und deren Chor mit dem sie unterwegs sind. Insgesamt sind es 14 Leute. Schon bevor der Zug losfuhr, konnten wir sie kennen lernen und sie waren sehr freundlich. Die Mutter spricht sogar ein paar Brocken deutsch, allerdings war es das auch schon mit gemeinsamen Sprachen, was die Kommunikation etwas schwierig gestaltet. Das eigentliche Ereignis war gestern Abend (1. August): vier Kids aus dem Chor und die Mutter des Mädchens, Olga, kamen zu uns ins Abteil und haben, begleitet von ihrem Akkordeon, für uns gesungen. Sie singen russische Folklore-Lieder. Es war ganz toll! Schlicht der Wahnsinn! Leider mussten sie heute schon wieder aussteigen, sonst hätten wir bis zum Ende unseres Aufenthalts im Zug sicher russische Lieder singen können J Zum Abschied bekamen wir sogar Geschenke- zwei Figuren und einen Gürtel für Anna, dazu noch eine CD mit ihren Liedern. Wir waren richtig überwältigt. Als wir, um uns zu bedanken und auch einige Geschenke zurück geben zu können, in ihr Abteil gingen, konnten wir die dritte Klasse kennen lernen. Viele Betten in einem grossen Waggon und keine Abtrennungen. Mit so einer netten Gruppe, kann man es sicher auch dort aushalten. Und sie haben wieder, diesmal alle, für uns gesungen, während wir unsere Adressen austauschten. Zum Abschied am Bahnhof konnten wir dann nur noch winken und bedauern, dass sie schon wieder ausgestiegen sind.

Die Landschaft verändert sich ständig. Am Anfang waren es vor allem Birkenwälder. Je näher wir zum Ural kamen, desto hügeliger wurde es, und jetzt haben wir Grasweiden, gemischt mit Wäldern. Was es in Russland auf jeden Fall gibt ist jede Menge Platz, denn zwischen den Wäldern und Dörfern vergeht immer wieder eine lange Zeit. Aber meistens sieht man Wiesen und Wälder, davon ist Ingo auch fleisig am Fotos machen.

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