...Messe. Davor haben wir uns noch einen superleckeren Punch zusammengebraut, soweit es uns halt gelang, da wir nicht genau wussten, was da reingehoert. Das fertige Elexier hat dann sehr lecker geschmeckt, auch wenn die anderen Hostelbewohner uns angeschaut haben als ob wir gerade Menschenfleisch essen. Sie hatten so etwas wohl noch nie gesehen. Aber alle die probierten, fanden's dann ueberraschend gut.
So gingen wir dann froehlich zu unserem verdienten Abendessen. Der Haken an der Sache war, dass wir das Restaurant nicht mehr fanden. :-(
Ein bisschen fuehlte ich mich an Josef und Maria erinnert, wie wir da so verzweifelt durch die leeren Strassen Sydneys irrten und ueberall nach den weiss-blauen Farben des Restaurants suchten. Um kurz nach 22Uhr standen wir dann davor. Doch die Ernuechterung folgte auf dem Fusse: Sie schliessen gerade!
Dann reduzierten wir notgedrungen unsere kulinarischen Ansprueche und statt Schweinehaxn gab's halt dann ein Subwaysandwich. Der Subway war dann quasi unser Stall von Betlehem. :-)
Die Kathedrale fanden wir dann wenigstens (ist auch schwer zu uebersehen), doch leider schienen viele Leute eine Weihnachtsmesse mit einer Touristenattraktion zu verwechseln. Anders war es nicht zu erklaeren, dass die Kathedrale proppenvoll war mit film- und photowuetigen Leuten, die aber alle nur ein paar Minuten blieben um dann wieder vom naechsten Schwung Papparazzi ersetzt zu werden. Das zerstoerte leider die ansonsten total schoen aufgezogene Messe und die wundervollen Christmas-Chorals.
Fuer den 1. Weihnachtsfeiertag war dann ein Strandtag eingeplant. Wir wollten mit meinem Auto aus Sydney raus fahren, um nicht mit den Touristenmassen an Bondi und Co zu collidieren.
Doch gleich morgens kam die Ernuechterung: Ueber Sydney hingen dichte dunkle Wolken. Wer will da denn an den Strand gehen? Aber es bestand ja die Hoffnung, dass es noch besser wuerde. Das wurde es dann auch, allerdings erst um 15Uhr.
Aber egal, wir fuhren eilig aus der Stadt, wobei wir allerdings nicht ganz die richtige Richtung erwischten und dann ploetzlich ins Inland statt ans Meer fuhren. Bei der Gelegenheit nahmen wir dann gleich noch 2 belgische Hitchhiker mit, die uns, hoeflich wie sie waren, auch gleich Drogen anboten, die wir natuerlich dankbar annahmen. :-) Ich musste ja nicht Autofahren oder so...
Als wir die beiden abgesetzt hatten, schafften wir es dann doch noch ans Meer und hatten da auch noch eine schoene Zeit bevor dann bald schon die Sonne unterging.
Das war also Weihnachten in Sydney.
Ach ja, das bayr. Essen holten wir am 27.Dezember nach und das war wirklich eine wahre Freude. Als Sahnehaeubchen goennte ich mir eine bayr. Bierkombo, d.h. 5 verschiedene kleine Bierversucherl.
Das Bild, das ich dazu noch nachliefere, zeigt diese Freude glaube ich recht deutlich.:-)
Das naechste Event, das dann anstand, war Silvester. Und da versuchen mehrere Millionen Menschen einen moeglichst guten Blick auf die Harbour Bridge zu bekommen, da dort das Zentrum des Feuerwerks ist.
Wir hatte das grosse Glueck, dass unser Hostel uns einen Spitzenplatz reserviert hatte, fuer den wir nicht einmal - wie die meisten - schon in den Morgenstunden anstehen mussten, sondern ganz bequem um 16Uhr eintrudeln konnten.
Den Tipp unserer Hotelmanagerin Miranda griffen wir natuerlich auf und fuellten - wie geheissen - unseren Wodka in Wasserflaschen und mixten ihn mit Saft oder Limo. Doch ich - schlau wie ich bin- versuchte natuerlich auch noch meinen geliebten Gerstensaft mitzunehmen, was zunaechst auch gut klappte. Der Kontrolleur am Eingang war viel zu faul in den Untiefen meiner Tasche zu wuehlen. Aber da hatte ich mich zu frueh gefreut. Als ich dann gemuetlich sass und gerade meine Dose oeffnete, klopfte mir ein 'freundlicher' Polizist auf die Schulter und konfiszierte alle meine Dosen. Auf die Idee, dass in den anderen Flaschen noch mehr war, kam er allerdings nicht. War also halb so schlimm. Zusaetzlich war mir das Mitleid der Leute um mich herum gewiss, sodass ich das Verlorene vielfach zurueckgeschenkt bekam. :-)
Die Anne stellte an diesem Tag ihre besondere Befaehigung fuer gutes Timing unter Beweiss. Sie hatte sich naemlich mit irgendwas den Magen verdorben und musste oefters mal das schoene Luxusmittagessen (Haehnchen mit Pommes, Salat und Kaesenudeln), das wir uns gegoennt hatten, in den Bueschen verteilen. (Ich behaupte, dass es ihr Freilandhaehnchen war, ich hatte mit meinem Kaefighaehnchen naemlich gar keine Probleme)
Das war aber alles vergessen als dann um 21Uhr das erste und um Mitternacht das zweite, viel groessere Feuerwerk begann. War das erste eher noch enttaeuschend, fand ich, dass das zweite - trotz der Kuerze - absolut mega!
Und der Rest des Abends/der Nacht war dann einfach nur ein riesiges schoenes Fest!
Damit kann ich in meiner to-see-before-I-die-Liste einen weiteren Punkt abhaken.
In den kommenden Wochen begann dann der weit weniger lustige Teil meines Sydneyaufenthalts. Ich musste einen Job suchen und die Registration fuer mein Auto verlaengern, was ich beides anfangs fuer nicht so schwer hielt.
Inzwischen weiss ich, dass das der groesste Irrtum meines Lebens war.
Ach ja vorher noch zu meinen aktuellen Lebensumstaenden: Ich musste mein Auto aus Sydney schaffen, da es hier einfach keine kostenlosen Parkplaetze gibt und die Strafzettel bei 81Dollar anfangen (hab ich mir auch gleich einen eingefangen).
Seitdem wohne ich in Hornsby, einer Vorstadt die ca. 45 Min. vom Zentrum entfernt ist, am Bahnhof in meinem Auto. Mein Badezimmer ist in einem nahegelegenen Einkaufszentrum, wo ich inzwischen schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt habe. Und meine Duschen finde ich an einem der Stadtstraende von Sydney. That's life!!
Den Tag verbringe ich mit Lesen, 4-5 Std. pro Tag Englisch Lernen fuer den Toefl-Test, den ich fuers Studium brauche, Einkaufen oder mit Jobrecherche. Das alles mache ich am Strand, in der Buecherei oder im Park. Langweilig ist es komischerweise gar nicht. :-)
Jetzt aber die Autogeschichte: Alles begann mit einer Checkliste, die ich komplett haben muss, bevor die Sache abgeschlossen werden kann. Dann begann ich auch brav meine ganzen bunten Slips zu sammeln, die ich braeuchte. Der erste war noch einfach. Der gruene kostet "nur" 630Dollar, ohne Haken. Der blaue hingegen kostet eigtl. nur 50 und ist eine Art Tuev-Check. easy, dachte ich. Denkste, leider musste ich Reparaturen fuer 700Dollar vornehmen bevor ich wieder verkehrstauglich sei. Komisch, dass ich beim Kauf 2 Monate vorher noch super bestanden hatte. Aber ich bin ja jetzt in New South Wales und da checkt man ja genauer. :-(
Dann brauchte ich nur noch eine residential address, meine abmontierten Numberplates und dann sollte es das sein. Aber da hatte ich die Rechnung ohne die Greensliptante gemacht. Die hatte sich bei einer Nummer im Slip vertippt, weshalb ich noch einmal alle Bueros abklappern musste um das ausbessern zu lassen. Aber dann konnte ich fuer 340Dollar endlich meine neuen Kennzeichen anmontieren und bin jetzt dank einer weiteren Zahlung von 440Dollar auch noch so gut es geht versichert.
Toll, nicht wahr. Fuer preiswerte 2100 Dollar darf ich jetzt ein weiteres Jahr Australiens Strassen unsicher machen. (Zur Erinnerung, ich hatte das Auto fuer 2000Dollar gekauft)
Das waere aber alles nur halb so schlimm gewesen, wenn ich einen Job haette, denn dann haette ich das in ein paar Wochen wieder drin. Stattdessen habe ich jetzt nach 2 Monaten, abgesehen von einem 3-Tages-Job, nichts als Absagen.
Finanzkrise und Missernte sei dank!!!
Meine Lehre, die ich aus der Sache ziehe ist, dass ich Saetzen wie "ruf in 2 Tagen noch mal an, dann bekommen wir einen Grossauftrag" keinerlei Bedeutung mehr beimesse. :-)
So koennen 2 Monate vergehen und man denkt immer, alles ist okay, da ja noch so viele Bewerbungen ohne Antwort sind.
Jetzt ist es mir aber dann doch zu bunt geworden und ich fahre jetzt morgen Richtung Melbourne, mit der Hoffnung entweder dort oder auf dem Weg was zu finden.
Ach ja, mir gefaellts trotz allem super hier und Sydney ist eine richtig tolle Stadt!!!
Ich habe in diesem Eintrag glaube ich in der zweiten Haelfte die negativen Seiten ein wenig ueberbetont.
So, mal guggen, was die kommende Etappe bringt. Aber das ist Zukunftsmusik...
Ganz viel Glueck fuer die naechste Zeit und wenn alles mistig wird, kratz dein letztes Geld zusammen und komm schon jetzt nach Neuseeland....ist wunderschoen hier und guenstiger :-)
wo bleiben die heiß erwarteten bilder?? =]
viel spaß noch...
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