...die Insel fahren und überall halten (wenn man Glück hat), nach Avarua - mit immerhin 2000 Einwohnern die Hauptstadt der 15 Cook-Inseln. Ich erkundigte mich nach einer Unterkunft-Alternative, die mit meinem Budget harmoniert, wartete eine Stunde auf den nächsten vorbeikommenden Bus und stieg an der Südostseite der Insel, am Muri Beach, wieder aus.
Vara´s Beachhouse wurde mein Zuhause für die verbleibenden 5 Nächte. Wenn man über die nachlassende Wirkung des Insektenraumsprays, unzählige geschwollene Insektenstiche an Jana-Armen und Jana-Beinen, vieeel Ungeziefer (ihr glaubt ja gar nicht, wie groß Kakerlaken werden können) und die hygienischen Zustände in Küche & sanitären Anlagen hinwegsieht, war´s dort wirklich schön. Man brauchte das Zimmer ja wirklich nur zum Schlafen... der Außenbereich war traumhaft. Ich stieg aus dem Bett, schob die Türe in der Glasfront auf und schon stand ich auf dem Sonnendeck, dessen Liegestühle zum Entspannen, Sonnenbaden & Lesen einluden. Nicht zu vergessen meine geliebte Hängematte, die im Halbschatten zwischen zwei Kokospalmen schaukelte und mein erklärter Lieblingsplatz war.
Eine Treppe führte runter auf den wunderschönen Strand, der exakt so aussieht, wie sich ein deutscher Tourist einen Südseestrand vorstellt - weißer Sand, auf dem gelegentlich eine Kokosnuss liegt, klares, flaches Wasser, über dem sich ein traumhaft blauer Himmel spannt, und in der Lagune zwei vorgelagerte Inseln voller Kokospalmen. Mit Palmwedeln gedeckte Boote beförderten Touristen vom teuersten Hotel am Muri Beach zu einer der Inseln hinaus - dabei ist das Wasser so flach, dass man fast den ganzen Weg hindurchlaufen kann.
Nach dem missglückten ersten Tag konnte ich meinen Aufenthalt auf Rarotonga also richtig genießen. Nichtstun ist sehr anstrengend - ich zumindest kann nicht jeden Tag nur in der Sonne liegen - deshalb fuhr ich gelegentlich ins Städtchen Avarua, um zu bummeln oder den Wochenmarkt zu besuchen. Und feiern können die Inselbewohner... wow. Ich hatte zwei ausgelassene Clubbing-Nächte mit meinen Mitbewohnern aus Vara´s Beachhouse. Auf Rarotonga tragen übrigens nicht nur Frauen Blumengirlanden um den Hals und Frangipani-Blüten hinter dem Ohr - "left ear single, right ear taken". Ein schöner Brauch, finde ich.
Der letzte Tag zog sich endlos... unser Flug nach Los Angeles ging erst um Mitternacht. Einem Marktbesuch folgte ein ausgedehntes Sonnenbad, eine letzte Dusche vor der Flugreise, eine riesige, grüne, stachelige Frucht, deren Fleisch besser schmeckte als es aussah, mein Abschieds-Trumpet-Eis, das finale Packen und noch eine Weile Kartenspiel, bis uns endlich ein Omnibus abholte und zum Flughafen brachte. Der Abflugbereich des Flughafens ist genauso abenteuerlich provisorisch wie der Rest des Gebäudes. Ich konnte die Augen kaum noch offen halten. Der Hawaiihemd-Mann mit seiner Gitarre sang uns ein paar Abschiedslieder und wünschte uns eine gute Reise. Als Gastgeschenk ließ jeder von uns noch 55 neuseeländische Dollar Ausreisegebühr da. Immer wieder gerne.
Auf Rarotonga gibts doch Nachtleben?! Sehr schön, also tagsüber Strand und abends Blüten hinters Ohr klemmen. :) Und gut zu wissen, dass man das Backpackers International wohl meiden sollte. ;)
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