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Julies Blog

Kleine Unterschiede/ Geschichten…

20.07.2010 | Bilder0 | Kommentare0 | Burkina Faso 
Kleine Unterschiede/ Geschichten… * „Je peux te déposer quelque part ?“ Vor kurzem war ich allein auf dem Weg zu einem Treffen und...

...während meines 15minütigen Fußmarsches hielt eine Frau mit ihrem Roller an und fragte mich, ob sie mich irgendwo absetzen könne. Weil ich schon etwas transpirierte, stieg ich auf und als sie mich absetzte, meinte sie, dass ich sie auch anrufen kann zum abholen – jedoch dankend abgelehnt.

* Für unser Ghana-Visum benötigten wir 4 Passbilder. Da diese in Deutschland zu teuer sind, haben wir beschlossen auf dem Weg zur Botschaft, noch schnell welche machen zu lassen. Wie toll, dass es ein schön heißer Tag war und wir mit dem Fahrrad in die Stadt radelten. Nach 15 Minuten bei einem Photographen angehalten, „Photo à la minute“ geordert, Schweiß kurz abgewischt, mit rotem Kopf hingesetzt, 2 Bilder geschossen und der Herr war für ein paar Minuten verschwunden, kam mit 8 Bildern wieder. Wow wie hat er es bloß geschafft, dass wir so schön glänzen!? Gut, dass es hier nicht so streng/eng gesehen wird mit der „Schönheit & Norm“ der Bilder.

* Was ich ganz vergaß zu erzählen: Habe bewiesen, dass ich mich auch als Kakerlakenfängerin eigne. Bereits zuvor hatten wir einen „schwarzen Käfer“ im Bad, dieser wurde aber nach mehreren (Überlebens-)Versuchen in der Toilette herunter gespült. AN einem Abend kam Lotje halbnackt und schreiend aus dem Bad gehüpft, weil sich dort wieder eine Kakerlake aufhielt. Töten? Nein, das lockt noch mehr an. Eine Müsli-Schüssel + Papier geschnappt und das Vieh nach mehreren Versuchen und unter viel Mädchen-Gekreische (wir waren zu dritt vor der Tür des 1 x 1m Bads) gefangen. Weil ich nicht wollte, dass sie sofort wieder an der Wand hoch krabbelt, schmiss ich sie samt Schüssel weit aus dem Fenster. Nur blöd, dass der darauffolgende Regen diese wegspülte, bevor wie sie retten konnten….

* Die Küche des Hauses: sie ist mehr oder weniger draußen. An der Wand über der Kochstelle (=2Heizplatten eines Gasherdes am Boden) laufen immer ganz viele Echsen herum, zum Glück essen die die Fliegen… Mäuse/Ratten laufen auch gerne mal über die Tische. Richard, so als ob er sagen würde „hey in der Küche steht noch Dessert für dich.“, sagte „Clarice eine Maus in der Küche.“ Die Tatsache auch normal ansehend, erwiderte sie „So lange sie nicht in deiner Hose ist.“

Sonstige Tiere, die neben unseren Tellern+ Besteck bzw. bei den Kochtöpfen herumlaufen: Hühner, Katzen, Insekten und Ziegen kommen auch öfter mal die Tür herein und blöken ein freudiges „Hallo.“

* Das weiße Portemonnaie. Etwas unverschämt war letzte Woche ein Mann, der auch bei der „action sociale“ beschäftigt ist. (Das Waisenheim, welches in Kooperation mit einer italienischen Organisation steht, ist Teil dieser „action sociale“.) Was er dort genau macht, keine Ahnung. Direkt in der 1.Woche suchte er ein Gespräch auf Englisch mit mir, damit er sein Englisch verbessern kann. Damit es auch besser wird, sollte ich ihm englische Musik & Bücher mitbringen, dies war mein Tipp und er meinte es ernst, dass ich diese mitbringe… einfach so. Zwischeninformation: man sagt eigentlich immer, wenn man isst „du bist eingeladen“. Weil es nicht ernst und nur höflich gemeint ist, lautet die Antwort darauf „danke, guten Appetit.“ Dieser nervige Herr fragte uns in letzter Zeit öfter, ob er auch eingeladen ist, als wir auf dem Weg waren zu einer kleinen Pause (,ohne die wir nicht bis mittags und den Weg nach Hause durchhalten.) Ausweichende Antworten, bisschen Blabla und wir kamen um eine Antwort herum. Bereits da waren wir schon nicht sicher, wie er es meinte. Letzte Woche aßen wir gemütlich unser Viertel-Baguette, tranken unsere Cola und genossen die Pause zu zweit und fern von den Kindern… als dieser nervige Herr wieder auf Englisch uninteressante Dinge laberte und wieder fragt, ob er eingeladen ist. Wir sagten ja, doch die „normale& höfliche“ Antwort seinerseits blieb aus und er bestellte sich ein Bier, obwohl wir sagten, dass man das nicht während der Arbeit trinkt. Das nicht schon genug, kam noch seine „beschränkte“ Sichtweise + Einstellung hinzu, die sich durchs gesamte gezwungene Gespräch (von beiden Seiten aus) zog. „Die Weißen glauben, dass die Schwarzen Barbaren und Menschenfresser sind.“ Nein es ist nicht zum Lachen, da er das von einem Freund, der in Frankreich war, bestätigt kam… Erklärungsversuche unnütz. Aber ein richtiges Gespräch war ja eh nicht die Hauptsache, wollte er doch nur das nette weiße Portemonnaie melken. Danke für diese Sicht. Entschuldigung: aber eine Beschimpfung hinter seinem Rücken konnte nicht ausbleiben…

* Kino-Besuch: Ein indischer Film mit französischen Untertiteln (viel zu schnell & unvollständig). Beginn: 15-15.30h. Ab 15.20h lief der Film und bis eine Stunde später kamen immer wieder neue Leute ins Kino, welches sowieso schon ab 15h dunkel war und Sitznummern gab es auch keine (hätte man ja eh nicht gesehen). Das Ciné Nerwaya war insgesamt auch sehr groß, mit vielen und vor allem guten Sitzen. (Somit besser als die Kinos in den Eifel Städtchen.) Essen & Getränke brachte man selber mit oder kaufte es vor dem Kino an der Straße. Was jeden Europäer im Kino aufgeregt hätte: es wurde genüsslich geschmatzt, miteinander geredet und Handytelefonate geführt. Auch die Reaktionen waren anders. In einem europäischen Kino würde Stille herrschen, wenn das Pärchen sich zum 1.Mal nähert und romantisch umarmt, da man „gespannt“ die Fortsetzung sehen möchte. Hier jedoch wurde wild geklatscht und auch an für uns unmöglichen Stellen gelacht. Da mich der Film nicht sonderlich interessierte, fand ich die Kommentare von hinten, sowie das Geklatsche & Lachen an unerwarteten Stellen sehr amüsant.

°° Gestern war ich in dem Schwimmbad des „Hotel Independance“ und genoss unter der Sonne, auf meiner Liege liegend, einen schönen Cocktail.

*Heim: Faysal weinte und ich nahm ihn auf meinem Schoß. Als er sich abregte und schon wieder herumalberte, kam er zufällig an meine Brust und ich konnte mir folgenden Kommentar(, den eine Tantie immer scherzhaft benutzt, wenn die Kinder weinen und nicht aufhören wollen) nicht verkneifen: „Willst du an die Brust bzw. gestillt werden?“. Er bejahte und wollte wirklich meinen BH herunterziehen… Charles – mein kleines Schweinchen- machte auch direkt mit und sie zerrten und zerrten…ohne Erfolg. Jedoch das Lächeln und Glänzen in den Augen, wenn er diese Frage bejaht, lassen mich noch im Nachhinein den Kopf schütteln & auflachen.

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