...die Strecke rausgesucht und wollten sie genau abfahren. Sydney soll ja, wie wir damals von Werner erfahren haben, recht unuebersichtlich sein. Egal, da muss man durch und so was muss man mal gemacht haben. Also nicht wie los. Reinzukommen war nicht das Problem. Das Problem war eher die richtige Spur zu erwischen um in die richtigen Suburbs zu kommen. Unsere erste Adresse war ein Hostel in Newtown, das natuerlich im voraus schon gebucht war. Gerade angekommen, fanden wir heraus, dass da niemand unsere Reservierung angenommen hatte, aber netterweise bekamen wir doch noch ein teures Doppelzimmer.
Da wir in Sydney mehrere Monate verbringen wollten, haben wir uns ueberlegt mal zu schauen was so ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft kostet. Da es zwar teuer, aber nicht so teuer wie ein Hostel war, begannen wir noch am selben Tag zu stoebern. Wir waren guter Laune und meldeten uns auf ein paar Anzeigen, da wir der Meinung waren, dass es wahrscheinlich ein paar Tage dauern wuerde bis sich ueberhaupt was tut. Naja eine halber Stunde spaeter erhielten wir dann die Einladung zu einer Wohnungsbesichtigung in der Innenstadt. Wir machten noch fuer den selben Abend einen Termin aus und los ging es.
Die Wohnung wurde von einem Frannzosen untervermietet, der Probleme hatte uns alles genau zu erklaeren und dann noch mit versteckten Kosten kam. Trotz alledem sagten wir zu, da es nicht sooo schlimm war und wir ja eine Unterkunft an Silvester brauchten und maaaaan die Lage war super. Wir sollten die ersten zwei Wochen im voraus zahlen, die sogenannte Bond oder wie das bei uns heisst, Kaution. Dazu kam auch noch Internet und alle drei Monate die Rechnung fuer Strom usw. Und zu guter letzt Pfand von 100 Dollar fuer jeden Schluessel.
Ok wenn das eben so ist. Dann ist das halt so. Nun sollte ein Termin gefunden werden, an dem wir ihm jeweils 100 Dollar geben würden und er uns die Schlüssel. Nun kam er mit Ausreden, dass er Geld als Sicherheit braucht, falls wir abspringen und das ziemlich schnell und die Schlüssel könne er uns erst später geben. Naja Freundchen nicht mit uns -erst Schlüssel-dann Kohle!!
Glücklicherweise haben wir ein super saubere, große Wohnung etwas außerhalb der Innenstadt gefunden, die alles im Preis inbegriffen hatte, und auch noch um einiges günstiger war, mit Reis-Flatrate!!!! Dort sagten wir zu. Allerdings mussten wir noch ca 2 Wochen warten bis wir überhaupt einziehen durften.
Wir hatten ja noch unseren schicken grünen Juicycamper, mit dem wir dann eine Woche im Lane Cove National Park übernachtet haben. Dieser Campingplatz lag neben genau neben einem Nationalpark, in dem es Vögel gab, die Geräusche wie Affen machten, einen Riesenschwarm Kakadus, die uns morgens ab 7 weckten, natürlich Lorikeets und ein lustiges Tier, dass ich liebevoll Schweinekatz genannt habe, da es aussah wie eine Katze mit Schweinenase. In dieser Woche regnete es fast ausschließlich und war nachts richtig kalt also trieben wir uns fast nur im nahe gelegenen Shoppingcenter rum oder sind ab und zu mal zu IKEA Köttbullar essen gegangen und uns den Bauch mit Getränken und heißer Schokolade vollzuhauen. Zum Glück gehören wir zu den Frauen, die von Shoppingcentern und Schokolade nie genug bekommen können ;-)
Am Ende der Woche war es endlich soweit. Nach einem langen Monat gings es nun wieder in ein Hostel. Da das tolle Hostel wieder ausgebucht war, hat Tamy eines in der Nähe unserer Autovermietung gefunden, sodass wir nicht mehr durch Sydney fahren musste. Naja die Bewertung, dass da Kakerlaken zu Hause wären haben wir dann leider zu spät gelesen. Das Hostel lag in Kings Cross. Moment kurz nachdenken... Wo hatten Ursula und Werner noch gleich gesagt, sollen wir nicht hingehen??? Hm Oh ja Kings Cross!! Upsi, zu spät. Wir sind ja toughe Mädels ohne Furcht! War auch natürlich nicht so schlimm wie die älteren Herrschaften immer tun. Ein paar Prostituiert auf der Straße, mehrer Nachtbars, Bettler und Obdachlose in den Seitenstraßen. Das Hostel an sich war ganz ok. Kakerlaken konnten wir bis auf zwei Mal nicht entdecken und die Bewohner waren allesamt recht nett und wir hatten zum Teil lustige Abend mit Spiel und Spaß. Manche Nächte waren dann nicht so lustig.
In unserem Viererzimmer übernachteten außer uns noch ein Pärchen aus England, die unfreundlicherweise die beiden unteren Betten für sich nutzten. Die ersten Tage ging noch alles gut. Doch einer Nachts hatte die Dame Probleme mit -ich glaub- allem! Zuerst hat sie bis 1 Uhr in die Nacht rein im Zimmer telefoniert, oder besser gesagt, sie hing bis um 1 Uhr nachts in der Warteschleife und das muss man dann natürlich auch auf Lautsprecher stellen. Dann als das wohl nicht so geklappt hatte wie sie wollte ist sie raus um dort mit ihrer Mutter zu telefonieren. Wir waren froh, dass es endlich ruhig war, löschten das Licht und wollten schlafen. Ich bin dann zum Glück eingeschlafen. Tamy leider nicht. Der Typ hat auch geschlafen. Das Mädel vergisst natürlich ihren Schlüssel, klopft, Tamy muss runterklettern und ihr öffnen. " Sorry!", "No Problem". Dann geht sie wieder raus. Dummerweise vergisst sie wohl immer wieder ihren Schlüssel und telefoniert dann total laut vor der Tür, sodass Tamy mehrer Male aufstehen muss um die Tür zu öffnen, da ihr Freund ja schläft, was man an seinen superlauten Schnarchen erkennen konnte. Als sie dann in den frühen Morgenstunden endlich mit dem Telefonieren fertig war, musste sie noch einen Streit mit ihre Macker anfangen, der sie dann mit leiser Stimme beruhigen wollte. Nütze nichts. Dann endlich, als der Morgen graute und es fast 7 Uhr war legte sie sich dann unter mein Bett. dann kamen Schluchzlaute. OK jetzt muss geheult werden, dass ihr Typ sie trösten kommt. Gleich haben wir es überstanden!!! Hahaha ja ne die Versöhnung folgte noch. Zuerst tröstete er sie und entschuldigte sich tausendmal und da ja jetzt alles geklärt war, und sich alle wieder vertragen, muss man das mit Rhythmischer Bettgymnastik feiern.
Zum Glück gab es dann auch schon bald Frühstück und wir konnten das Zimmer verlassen, denn unser erster Aufenthalt in Sydneys Innenstadt folgte, aber leider nur um die Jobsuche beginnen zu lassen. Aber dazu später mehr
Viele Liebe Grüße
Vani
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