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Lil222s Blog

typisch irischer Urlaub

12.07.2009 | Bilder20 | Kommentare0 | Irland  - Dublin, Dublin
Am Montag sollte es endlich auf die große Tour gehen! Am Morgen noch fix bei Abbey Tours zur Schlafsack-Übergabe reingeguckt und auf zum Mietwagen... Dort...

...verließ uns das irische Glück. Es musste eigentlich nach diesem ewigen Hin-und-Her so weit kommen. Wir haben keinen Mietwagen bekommen.

Zu jung! Konditionen wurden im Januar geändert, ab da nur noch ab 25 Jahren.

Ich glaub es jetzt nicht, erstmal 2 Minuten Überreaktion, dann über eine Stunde Diskussion, über den Buchungsverlauf, denn die gute Frau hatte es nicht gleich alle Umstände mitbekommen. Okay, zugegeben, es war auch eine schlechte Grundlage, das Alter (22Jahre) und dann noch die Kreditkarte, die auf mich läuft, ich aber kein Fahrer oder Co-Fahrer sein kann, da ich dato erst 20 Jahre war. Aber ich wie mein Kopf das so will und sich vorgestellt hat, musste es da einen Weg geben, nach guten zwei Wochen, hatte ich noch einmal alle Details klar geschickt und bestätigt bekommen. Also war dieser Ausgang schon mal nicht meine Schuld. Obwohl ich mich bei der Bestätigung, der mir unbekannten dritten Mittlerfirma, schon über Mindestalter 23 Jahre, gewundert habe. Aber nach dreifacher Bestätigung musste mich das wohl nichts angehen, hatte mit dem Betrieb ja auch keinen Kontakt.

Gut, was nun, heim, abreagieren und los zu Bus Aras , auf dem Weg noch ein Bagpack und ein Zelt gekauft und los gings mit dem nächsten Bus zur Westküste, war ja schließlich unser Ziel. So fuhren wir erstmal nach Galway, gegen 19.30 Uhr waren wir auch irgendwann einmal angekommen... Ein wunderschöner, chaotischer Abend, fix einen Joghurt und ein Sandwich im nächsten Centra geholt und etwas die Stadt bei Nacht angesehen, entlang der Küste konnte uns nichts bis hin zu unserem plötzlich gesichteten Ziel aufhalten, Salthill, ein Hügel am entfernten Ende der Promenade. Entlang von einem urigen Jahrmarkt und Nachtbadern, oder eher „Eisbadern“ denn es war mit zwei Pullovern nicht wirklich warm.

Der nächste Tag begann gegen 7.00 Uhr um den ersten Bus nach Connemara zu bekommen. Doch irgendwie sollte es nicht sein, eine zweitägige Fahrradtour stand an und es regnete vom Feinsten... Unsere Unentschlossenheit machte uns bis Mittag unausstehlich, doch dann, „Sch.. drauf“, Fahrrad her. (es gab übrigens auch nur einen Händler) den Preis noch ordentlich gedrückt und mit den, hmmm, wie soll man das nennen, hatte ja Ähnlichkeit mit einem Fahrrad, aber als solches bezeichnen wollte ich es nicht gleich. Egal, ohne Schutzblech ab durch die Pampa, man nannte es ausgezeichnete Fahrradroute, sie sollte entlang der Schnellstraße führen, nochmal umgedreht und andere Strecke zum Nationalpark. Das sollte unser Übernachtungsziel sein, schön in den Bergen ungestört, haben wir gedacht, so aber nicht die Parkwacht. Nun gut, erstmal ein bisschen wandern, den Gipfel konnte man vergessen, man wussten auf Grund der „überaus weiten“ Sicht nicht mal wie weit es noch gewesen wäre und was man hätte verpassen können. Ja, wieder unten angekommen, hieß nächster Schritt: Rat einholen, gibt es überhaupt was tolles an Inside-Attractions. NEIN. Dann wurde der Tag aber doch noch gut, wir fuhren auf Rat des Hostel-Besitzers einfach weiter, denn man kann überall zelten, solange man keinen damit belästigt. Entlang des romantischen Castles, durch zwei atemberaubende Bergzüge bis hin zum Lough. Dort wollten wir schlafen, ein Plätzchen wie für uns geschaffen. Romanze pur, und es regnete nicht mehr, selbst wir waren wieder trocken. Und warm genug für ein kurzes Bad im See war es auch, irgendwie musste wir uns ja mal waschen...

Unsere erste Begegnung waren ein Touristenbus, der uns beim Aufbrechen zusah... witzig... Und wie sollte es auch sein, nicht weit gefahren, es begann zu regnen. Und wie, es hörte nicht mehr auf, aber da kam uns das kleine Dorf „Roundstones“ gerade recht, eine Werkstatt für keltische Trommeln, eine kleine Kaffeestube und älteste Geschäfte waren ein willkommener Unterschlupf. Im übrigen, nochmal zu der Sachenmenge, die mein Freund mit nach Irland schleppte, davon hatte er logischer weise nur eine kurze Hosen und die Badehosen mit auf Tour genommen, ganz logisch, zudem da die Hose nach dem ersten Tag Radtour toll aussah. Ich sag nur Regen und kein Schutzblech.

Am Abend ging es wieder zurück nach Galway unser Knotenpunkt, haben wir übrigens immer nur nachts gesehen, haben auch jede der drei Nächte an einer anderen Stelle gezeltet. Erste Nacht abgelegen, einsam an dem Fuß des Salthills, dritte Nacht an der Flussmündung des Lough Ernes und die vierte Nacht am Fluss Erne...

Der vierte Tag führte uns nach Sligo, Richtung Norden, auf Grund des tollen Tipp den Tag bevor von einem Pub-Keeper, er meinte er würde Bunratty bevorzugen, aber wir brauchen uns nicht zwischen Bunratty und Sligo entscheiden, denn Bunratty und The Burren kann man an einem Tag machen, es ist nicht weit entfernt und die Busse würden gut fahren, also einfach erreichbar. Hat er gedacht, vielleicht mit Auto aber nicht mit Bus.

Schon Sligo, plante ich meinen Trip allein, denn es fuhren nur noch ein Bus zum Ziel aber nicht zurück, also Trampen, was ich doch schon geübt hab. So trifft man Surfergirls, die wegen zu wenig Wind, in Irland kaum vorstellbar, auf wandern umgestiegen sind. Glücklicherweise auch Mitfahrgelegenheiten mit Stadtrundfahrt, weil er selbst nur Besucher war, und Endstation wieder Sligo, so braucht man keinen Bus. Sligo ist sehr schön, klein, übersichtlich, alt und gemütlich.

Der fünfte Tag wie gesagt Burren und Bunratty, in den Burren angekommen (Aufbruch 7.00 Uhr) kam uns die Realität wieder ein. Zum Wander wäre ein Auto nicht schlecht, denn es geht nicht gleich vor Ort los, ein Sturm war angesagt und Bus nach Bunratty gibt’s nur einen der in einer Stunde fährt, das ich nicht lache. Umplanen wie gewohnt, kann ich nun gut, nach den Burren Cave, lässt sich die Cliffs of Moher gut anschließen. Fix ein Auto angehalten und ab zum Cave, Falknerstation und Nationalpark, dem Regen entkommen. Die Iren sind sooo nett, da wird uns am Eingang doch nicht noch eine Mitfahrgelegenheit bis zum eigentlichen Eingang besorgt!? Und anschließend sind wir noch im Sonnenschein auf den Gipfel gestiegen. Und das alles for free, denn ich hatte ja die Heritage-card von Abbey Tours, quasi VIP-Gast. lol! Auf dem Weg zu den Cliffs hat der Linienbus nicht erstmal eine halbe Stunde Verspätung gehabt („Ihr wisst wie das auf irischen Strassen ist!“) und auch noch einen Foto-stop eingelegt, hallo, ein Linienbus, der Busfahrer als Fotograf, unglaublich! Die Cliffs an sich haben mich ehrlich gesagt nicht so beeindruckt, Spaß hatte ich trotzdem, ja hinlegen und unbedingt die Klippen runtergucken. Und das machen dir gleich alle nach, great fun! Das Glück kam dabei wieder zurück zu uns, denn es fuhr noch ein Bus abends nach Bunratty. Da fragt mich die Busfahrerin doch nicht wirklich ob wir morgen wieder abgeholt werden wollen und ob uns die Zeit passt, was ist wenn nicht, kommt sie wohl später, die war mal nett!

Bunratty kann ich nur empfehlen, in drei Stunden schafft man alles grad so, also Zeit einplanen, schöne urigen kleine Häuschen, überall Feuer, niedlich irisch. Bilder sagen mehr.

Also wieder vom Bus abgeholt und das Staff-Weekend von Abbey Tours gesponsert stand an, eine Nacht das Musikdorf „Doolin“ die zweite Nacht Arran Island, „Inis Mean“, ein Traum von Irland. Es begann schon mit der Ankunft, wo wollen wir genau abgesetzt werden, die Busfahrerin uns noch den Abholdienst vom BB besorgt, keine Sorgen, keine Probleme. Im BB angekommen, was wollen wir heut noch unternehmen, eine tolle Höhle mit riesen Stalagniten und –titen kommt uns gerade recht und sie versprach nicht zu viel, umwerfend schön und richtig gut gemacht, stockdunkel und plötzlich ist die riesige Schönheit vor dir, wow! Der krönende Abschluss des Tages war alte irische Livemusik in einem der drei Pubs in Doolin, willkommen in Irland, das Dorf macht seinem Namen alle Ehre. Und ab ins willkommene Bett, nach 5 Nächten harrten Boden.

Die irische Freundlichkeit ging weiter, wir wurden noch bis in den Hafen gebracht, keine Umstände sind zu viel, sollten sich die Deutschen mal eine Scheibe abschneiden. Aber die nächste Übernachtung findet auf der Insider-Insel statt, da kommt man nicht so einfach hin und weg. Hinzu über die kleinste Insel „Inis Oir“, ganz niedlich, besteht aus 90% Steinmauern, für was frag mich nicht, aber ein angenehmer Abstecher zum Abschalten. Und auf dem Heimweg musste man erstmal bei der Fähre anrufen, um überhaupt abgeholt zu werden... Jetzt kommt der Höhepunkt des Urlaubs, es war umwerfend, atemberaubend, unglaublich schön. Eine Wanderung über die unendlichen Mauern zum anderen Ende der verlassenen Insel zu den Klippen. Georg, ich und Natur, einfach nichts, Entspannung pur, diese Atmosphäre ist unbeschreiblich. Es war ein unheimlicher Wellengang, die lärmende Brandung, Wellen über mich hinaus, und Regen. Es musste ja noch richtig anfangen zu regnen, damit wir nicht vergessen, dass wir in Irland sind, ich war noch nie so nass. Doch der hat in diesem Moment nicht gestört, die Situation war zu ergreifend. Den kürzesten Weg durch die Mauern zu finden ist unmöglich, doch sie gaben einen guten Schutz, wenn man sich hinter sie gesetzt hat, konnte man sich kurz von der Nässe erholen. Der beste Weg führte uns entlang der Klippen bis zum Zipfel der Insel und quer durch zum BB. Eine zuvorkommende Begrüßung, die Sachen in den Trockner, Zeitungspapier für die Schuhe und ein tolles Dinner. Ich war so müde, dass aus meinen 10 Minuten ruhen, 2 Stunden schlafen wurde.

Der letzte Tag brachte uns über die größte und kommerzielle Insel „Inis Mor“ zurück nach Galway. Ach ja, da es keine Direktverbindung zu unserer Geheiminsel gab, haben wir komischerweise auch nichts für den Transport bezahlt, will mich nicht beschweren. Von Galway ging es mit dem Bus wieder nach Dublin, wo wir uns noch ein Dinner im Pub als tollen Abschluss unserer Tour gegönnt haben.

Das war mal ein Trip mit Bus, Mitfahrgelegenheit, Rad und Fuß, anstrengend aber richtig gut, was ich in Irland alles durch- und mitmache, ein Spaß!

>Planed, revised, improved... nur so geht’s in Irland!<

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