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Die erste Etappe über Delhi nach Kathmandu

27.09.2007 | Bilder15 | Kommentare0 | Nepal  - Kathmandu
1. Tag Bevor es nach Nepal ging, war noch ein Zwischenstopp in Delhi eingeplant. Nur eine Nacht, doch die sollte es in sich haben. Angekommen am...

...Flughafen wurden wir von unserer Agentur abgeholt und ins Hotel gefahren. Es war schon dunkel und überall sah man Leute auf der Strasse liegen und schlafen. Manche in kleinen Hütten, andere ganz ohne Dach über dem Kopf. Willkommen in einer anderen Welt...
Schnell machten wir uns auf, die Gegend zu erkunden. Kaum Touristen, noch Einheimische auf den Strassen. Da fanden wir in einem Straßenzug laute Musik und eine Menschenmasse. Schnell wurden wir erkannt und man holte uns in Mitten des Geschehens. Noch ein wenig zurückhaltend, wussten wir gar nicht was uns geschieht. Da standen wir, drei Europäer umringt von Indern, die gerade einen ihrer Götter feierten und uns ganz offiziell begrüßten, uns einen Platz direkt vor der Bühne und Tee anboten. Nicht lang, dann wurde getanzt, Dramen dargestellt und einer der Männer erklärte uns das Geschehen auf Englisch. Ein bekannter Sänger aus Rajasthan war hier, um einen bestimmten Gott zu feiern und alle machten mit. Ein buntes Fest, so dass man die umgebende Armut gar nicht mehr sah. Die Menschen schienen fröhlich und wir waren fasziniert vom Geschehen. Gegen 4.00Uhr nachts wurde es ruhiger, Opfer wurden gebracht, wir durften den beiliegenden Tempel besichtigen und schlussendlich machten wir uns in Geleit unseres freiwilligen Übersetzers auf ins Hotel. Noch 2 Stunden Schlaf, dann ging es wieder zum Flughafen.

Flug nach Kathmandu

Sahara Airlines wartete auf uns...schon 3h vor Abflug am Flughafen, war wieder einmal warten und Zollerklärungen ausfüllen angesagt. Nach nur 2h Flug landeten wir endlich in Kathmandu. Schon am Eingang sahen wir ein Schild „Shoestring: Lars“. Damit waren wohl wir gemeint...Ein Fahrer schnappte sich unser Gepäck und auf ging es zum Hotel. Durch wildes Treiben und schmale Gassen ging es mit dem Minibus nach Thamel, dem bekannten Stadtteil wo es von Ständen und Souvenirläden nur so wimmelt. Schnell tauschten wir etwas Geld und starteten die erste Erkundungstour durch die Gassen. Rikschas, kleine Taxis und Händler in jeder Ecke...da lacht das Backpackerherz, endlich wieder da. Zum Abendessen suchten wir uns ein Newari-Restaurant...gar nicht erst lange warten, mit den einheimischen
Gerichten. Sichtlich müde von der vergangenen Nacht, gingen wir früh schlafen, um für die Stadtrundtour am nächsten Tag gerüstet zu sein.

Sightseeing Kathmandu
8.15 Uhr klingelte der Wecker. Schnell ein Frühstück und dann wartete schon unser Guide, um mit uns die Stadt zu entdecken. Mit dem Monkey Tempel starteten wir. Auf einem Hügel am Rande der Stadt gelegen, gab er uns einen ersten guten Eindruck von der kulturellen und religiösen Welt der Nepalesen. Sowohl Touristen als auch Einheimische pilgerten zum Tempel...um Bilder zu schießen oder die Götter zu ehren und die Gebetsmühlen zu drehen. Weiter ging es zum Durban Square...im Gewimmel von Pilgern und Händlern gingen wir als Touristen fast unter. Tempel, Paläste und Stupas prägten das Bild. Natürlich kamen wir nicht darum herum, ein Bild mit den „Heiligen Männern“ zu schießen. Wir wussten, dass sie nur für die Touristen hier saßen und auf Geld hofften, doch den Spaß war es uns wert. Ein echtes Highlight war Bodnath, eine riesige Stupa, die für die in die Region geflohenen Tibeter erbaut wurde. Bei einem Essen auf einem der Roof Top Restaurants hatten wir eine perfekte Sicht auf die Stupa und über die Dächer der Stadt. Überall wehten die Gebetsflaggen, Räucherstäbchen verbreiteten mystische Düfte und wir probierten uns durch Dhal Bhat und Momos aller Art. Nach unserer Runde um die Stupa (natürlich im Uhrzeigersinn) ging es zum letzten Ziel des Tages, Pashupatinath einer Hindu-Tempelanlage, wo die Toten am heiligen Fluss verbrannt werden und zu den fünf Elementen zurückkehren. Eine sehr beeindruckende Erfahrung...
Am Abend zogen wir wieder durch die Gassen, um Ausschau nach passenden Souvenirs zu halten. Nicht lang befanden wir uns inmitten von Preisverhandlungen und wilden Diskussionen, um das Glück des Händlers und den wahren Wert des Artikels, den wir ohnehin zu einem Schnäppchenpreis erhielten. Zwei Gebetsmühlen konnten wir erstehen, die so typischen Gebetsflaggen (eine willkommenes Mitbringsel für Freunde) und mit traditionellen Mustern bestickte Decken für das Sofa zu Hause.

Trekking im Kathmandutal
Heute sollte es bereits ernst werden. Unser Guide holte uns gegen 8.00 Uhr vom Hotel ab und wir fuhren aus Kathmandu raus zum Startpunkt unserer 2-tägigen Trekkingtour durchs Kathmandutal. Gleich am Anfang mussten wir einige Treppen steigen, um die 600 Höhenmeter zu überwinden. Auf dem Weg nach oben, begegneten uns viele Einheimische. Kinder, die jeden Tag den langen Weg in die Schule gingen, Arbeiter von den Feldern und Dorfbewohner, die ihre Produkte auf die Märkte in der Stadt brachten. Durch Reisfelder, kleine Bergdörfer und entlang von Wasserfällen führte der Weg immer Höher. Leider war das Wetter nicht ganz auf unserer Seite. Auf halbem Wege fing es leicht an zu regnen. Nach einer kurzen Pause mit Nudelsuppe und Tee ging es aufs letzte Stück des Tages. Einige sichtlich erschöpft, motivierte uns der Guide immer wieder aufs neue, das es nur noch 15min wären und es bald nur noch gerade gehen würde. Nach 5 Stunden erreichten wir erschöpft aber glücklich über das erreicht im Nebel unser Tagesziel Chisapani. Ein kleines Bergdorf bestehend aus ein paar Höfen und zwei oder drei Gästehäusern. Hotel Annapurna-View, so der viel versprechende Name unserer Unterkunft. Mit Kerzen auf dem Zimmer, falls der Generator ausfällt, Dusche und WC auf sehr einfachem Standard und einem Aufenthaltsraum machten wir es uns bei Mustang-Tee (einheimischer Schnaps mit Kaffee und Zucker) und einem nepalesischen Curry-Set gemütlich und warm.

Ein weiterer Tag Trekking
Heute sollte auf uns das großartige Panorama des Himalaja bei Sonnenaufgang auf uns warten. 6.00Uhr klingelte der Wecker, doch anscheinend war der Wettergott mal wieder nicht auf unserer Seite. Nebel, Regen und Wind...also weiterschlafen. 2 Stunden später befanden wir uns wieder auf dem Treck. Fünf Stunden sollte es dauern...entlang des Kammes, durch Dschungel, vorbei an kleinen Seen und immer wieder der Blick in Richtung Norden, doch die Sicht wurde nicht besser. Normalerweise sollte uns das Annapurnamassiv begleiten und uns die Tour versüßen. Stattdessen machten sich ein paar Blutsaugende Würmer an uns ran und wir freuten uns über heiße Suppe und Tee in einem kleinen Gästehaus auf halber Strecke hinunter ins Tal. Mit einem Schmunzeln (sichtlich amüsiert über uns im Regen laufenden „Touristen“) empfing uns die Familie. Schnell sammelten wir neue Kraft, um auch den Rest der Strecke zu bewältigen. Immer tiefer stiegen wir hinab, wieder durch Reisterassen und kleine Gehöfte, begegnete uns eine Gruppe einheimischer Frauen in ihren farbenfrohen Gewändern. Sie zeigten auf unsere Hände und wir wussten gar nicht was sie meinten. Unsere Guide übersetzte für uns... sie zeigten nur auf unsere Hände und sahen wohl, dass uns etwas kalt war und fanden das lustig. Sie in Flip Flops und in einfache Stofftücher gehüllt mit nur einem Plastiksack als Regenschutz...da fragt man sich, wozu man die ganze Ausrüstung aus Europa mitgebracht hat. Nach einer Flussdurchquerung und rutschigen steilen Pfaden sahen wir nach 8 Stunden endlich unseren Fahrer mit dem Minibus auf uns warten. Was wir beim Abstieg bereits befürchteten, stellte sich als Tatsache heraus, er konnte nicht weiter kommen, da die Straßen (Schlamm- und Felspisten) durch den Regen unpassierbar geworden waren. Völlig durchnässt und sichtlich müde fuhren wir nach Bhaktapur. Die geplanten 45min wurden zu 2 Stunden, da der dichte Verkehr und ein Streik ein schnelles vorankommen unmöglich machten. Im Hotel konnten wir endlich wieder eine warme Dusche nehmen, wenn auch nur bei Kerzenschein, da der Generator erst spät am Abend zu laufen begann. Eine kurze Runde durch die Stadt, zeigte uns schnell die Schönheit dieser sehr gut erhaltenen alten Königsstadt. Die Touristen waren bereits in ihre Hotels in Kathmandu zurückgekehrt, so dass wir die einzigen Fremden auf der Straße waren...ein schönes und doch seltsames Gefühl. Menschen die an kleinen Tempeln beten, neben spielenden Kindern und immer noch geschäftigen Händlern. Beim Abendessen hörten wir von der Straße laute Trommeln und das Schellen von Instrumenten. Ein Umzug mit Fackeln, lauten Trommeln und vielen Menschen bahnte sich seinen Weg durch die Gassen. Hier entschieden wir, dass wir unbedingt wiederkommen müssen, um diese gemütliche Stadt ein wenig intensiver zu erleben.

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