...pünktlich und brachte uns zum Flughafen. Mit China Airlines sollte es über die höchsten Berge der Welt nach Lhasa gehen. Wir erwarteten das Schlimmste auf Grund der Berge und der Höhe, doch der 2 Stunden dauernde Flug war wie jeder andere. Wir erspähten zwischen den Wolken sogar ein paar der hohen Berge, Mt. Everest war uns jedoch noch nicht vergönnt. In Lhasa, auf 3650m Höhe angekommen, spürten wir sofort den Unterschied. Die Luft war sehr trocken und warm, auch wenn wir die Auswirkungen der Höhe und der dünnen Luft noch nicht sofort bemerkten. Nachdem wir mit unserem Gruppenvisum schnell die Formalitäten erledigt hatten, erwartete uns bereits unser tibetischer Guide am Ausgang und begrüßte und mit den traditionellen weißen Schälen. Während der Fahrt nach Lhasa bekamen wir einen ersten Eindruck von der Landschaft Tibets. Berge, weite Täler, trockene Steppen und klarer blauer Himmel. Schnell verstanden wir, warum wir viel Wasser trinken sollten. 3ltr pro Tag, was uns angesichts der trockenen und tagsüber heißen Luft nicht schwer fiel. Für den Abend erhielten wir einen Essensgutschein für das Dunya´s, ein Restaurant mit einem Mix aus internationaler Küche und einheimischen Zutaten. So endete ich mit Indonesischem Fried Rice mit Yakfleisch. Sehr zu empfehlen. Leider hielt die Freude nicht lange an, denn kurz später verspürte ich die Auswirkungen der Höhe... leichter Kopfschmerz und Übelkeit waren die Folge. Vielleicht war es aber auch nur das Essen. Jedenfalls verbrachte ich den Rest des Abends im Bett und hoffte auf Besserung.
Jokhang und Potala Palace
Am Morgen fühlte ich mich bereits wieder gut und war gespannt auf die Stadtrundtour mit unserem Guide. Trotz schwachen Magens gab es ein kleines Frühstück zur Stärkung. Wir starteten am Jokhang, einem Kloster mitten in der Stadt, welches vom Barkhor Circuit umschlossen war. Hier befanden sich hunderte Tibeter aus den Bergregionen auf ihrer Pilgerfahrt. Sie beteten vor dem Kloster, bahnten sich ihren Weg durch die vielen Kapellen im Inneren und huldigten ihre Götter. Der Geruch der Butterkerzen und Weihrauch ließ eine einzigartige Stimmung entstehen. Mönche gingen ihren Aufgaben nach und die Touristen mischten sich unter das rege Treiben der Gläubigen. Viele verschiedene Buddhastatuen und Bildnisse von früheren Lamas und heiligen Beschützern zierten die zahlreichen Räume. Das meiste davon würde ich wohl erst nach mehrmaligen hören und sehen verstehen. Auf dem Dach es Jokhang konnte man zum Potala Palace rüberschauen, den wir am Nachmittag besuchen sollten. Danach gingen wir auf die Kora (auf dem Barkhor Circuit), welcher eher einem Markt glich. Kurz darauf hat uns unser Guide zu einem Mittagssnack in ihr Elternhaus eingeladen. Mit erstaunen entdeckten wir ein Bild des derzeitigen Dalai Lama (in Tibet verboten). Die schenkte uns Tee ein, welcher mit Salz gemixt war und servierte uns Tsampa, eine einheimische Speise, welche in Tibet als Grundnahrungsmittel gilt und aus Gerste, Yakkäse, Butter und Wasser hergestellt wird. Nicht stark im Geschmack doch sehr trocken und ohne Tee für westlichen Geschmack schwer zu genießen. Dafür bereitete uns ihre Mutter auch noch Kartoffeln mit einer scharfen Soße zum satt werden. Nach dieser sehr interessanten Einführung ins Leben der Tibeter ging es auf zum Potala Palace. Der einstige Sitz des Dalai Lama war natürlich ein Höhepunkt. Wenn mittlerweile auch fast unbewohnt und vom chinesischen Militär besetzt ist der Palast ein sehr beeindruckendes Zeichen der tibetischen Kultur und Geschichte. Eine für uns scheinbar unwirkliche Welt, die es sich nur schwer vorzustellen gelingt und von der westlichen Welt völlig verschieden. Mit einer Aussicht über Lhasa ging dieser Tag dem Ende zu. Noch ein wenig in den Shops nach Souvenirs schauen, einem Masala Tee bei Sonnenuntergang mit Aussicht auf Barkhor Square und Dinner in einem chinesischen Straßenrestaurant.
Drepung Kloster, Norbulingka
Heute standen zwei weitere Klöster auf dem Programm. Unsere Guide holte uns ab und es ging zur Drepung Monastery etwas außerhalb von Lhasa. Gelegen am Hang eines Berges hatte man eine tolle Aussicht. Die seit Jahrhunderten bestehende Kultur der Tibeter und die Praktiken des tibetischen Buddhismus konnte man hier sehr gut beobachten. Noch immer kommen hunderte Menschen täglich aus den Bergregionen, um hier zu beten und die Götter gut zu stimmen. Norbulingka, der Sommerpalast des Dalai Lama war umgeben von einem schönen mit Blumen und Pflanzen bestückten Park, in dem sich der Lama von seinen Ämtern zurückzog und sich erholte. Mittag gab es im von vielen Seiten empfohlenen Tashi1, ein sehr einfaches familiengeführtes Restaurant mit ausgezeichneter Küche. In der Sera Monastery konnten wir am Nachmittag die Mönche im Debating Club beobachten. Ein seltsames Schauspiel, an dem die Mönche offensichtlich sehr viel Vergnügen fanden. Ein weiterer Abend zwischen Souvenirshops und Restaurants folgte, auch wenn der Magen immer mal wieder streikte.
Erster Ausfall und Vorbereitung für die Tour
Am Morgen fiel die Entscheidung, dass Katja nach Hause fliegen muss. Nach Fieber und Übelkeit über 2 Tage im Bett war es wohl besser für sie, nicht höher zu gehen. Unser Agent vor Ort organisierte alles Nötige und Flüge wurden von Shoestring gebucht. In der Zwischenzeit konnte der Rest von uns noch ein wenig in Lhasa umherschlendern und letzte Besorgungen für den Trip erledigen.(Warme Jacken, Handschuh und Mützen waren angesichts der 5200m am Everest Basecamp sehr beliebt). Von einem Restaurant auf den Barkhor Square schauend, bestellten wir eine Flasche tibetischen Wein…wie sich herausstellte 54% stark, so dass der Nachmittag recht lustig wurde. Ein letztes Abendessen im Dunya’s, um den Magen ein wenig zu verwöhnen. Diesmal Yak-Enchilada!
Hat auch echt Spaß gemacht...die Fahrt mit dem Shoestring Landcruiser war ideal. So kommt man in Gegenden, wo normale Busse gar nicht mehr hin kommen und Touristen noch immer eine Seltenheit sind. Unser tibetischer Guide konnte uns auch einen guten Einblick in das Leben der Menschen hier vermitteln. Wer die Berge mag und die Kultur der Tibeter mal hautnah erleben möchte, der sollte unbedingt die Reise nach Tibet angehen....ihr werdet begeistert sein!!!
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