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Der Weg zum Everest

03.10.2007 | Bilder15 | Kommentare1 | China  - Lhasa, Xizang
Start mit dem Landcruiser 7.00 Uhr morgens ging es los. Nachdem wir Katja am Flughafen verabschiedeten, ging es mit dem Landcruiser zum ersten...

...großen Pass auf über 4950m. Ein grandioser Blick über den Yamdrok-Tso See und die schneebedeckten Berge im Hintergrund erwartete uns hier. Weiter ging es entlang des Friendship-Highways durch ein langes Tal, immer entlang eines wilden Flusses. Stopp an einer Stelle, wo Räucherstäbchen hergestellt wurden…Die Landschaft wechselte von steilen Bergen und Tälern zu endlosen Hochebenen und wüstenartigen Sanddünen. Kurz vor Schluss, führte uns der Fahrer auf ein „Abkürzung“. Nun ging es auf einer Schotterpiste durch Terrain, durch entlegene Dörfer, über Sanddünen und ausgetrocknete Flüsse. Die Schaukeltour dauerte etwa eine Stunde dann erreichten wir wieder den Highway nach Gyantse. Nach 8 Stunden im Landcruiser waren wir froh im Hotel anzukommen. Zum Abendessen versuchten wir ein vom Lonely Planet empfohlenes China-Restaurant… leider nicht wirklich überzeugend! Mit Kartenspielen und heißem Tee machten wir es uns im Hotelzimmer bequem, da außer streunenden Hunden niemand auf der Straße anzutreffen war.

Gyantse - Shigatse und Tashilhunpo Kloster
Die nahe gelegene Pelkor Chöde Monastery war unser erster Stopp. Eine 9 Stockwerke hohe Stupa konnten wir von innen besichtigen. Mit Fotos war es wie immer schwierig. Entweder zahlen (von 10 – 1500 Yuan war alles möglich) oder ganz verboten. Der Aufstieg zur gegenüberliegenden Festung war anstrengender als vermutet. Hunderte Treppen und dann die dünne Luft auf fast 4000m. Aber die Aussicht über das weite Tal und die Stadt mit dem Kloster entschädigten dafür. Auch hier gab es ein Tashi Restaurant, welches wieder einmal sehr zu empfehlen ist. Auf der Fahrt nach Shigatse besuchten wir noch ein kleine Mühle für Gerstenmehl, dem Grundnahrungsmittel der Tibeter. Nach 2 Stunden erreichten wir Shigatse und das Tashilhunpo Kloster, dem Sitz des Panchem Lama. Hier befindet sich ebenfalls die größte sitzende Buddhastatue (26m hoch, aus Bronze und Gold) der Welt. Nach dem check-in im Yak-Hotel gab es Abendessen, wo auch sonst, im Tashi Restaurant (top!) bei einer Flasche Lhasa Beer.

Shigatse - Sakya Kloster
Nach 3 Stunden und dem 4800m hohen Tso La Pass erreichten wir Sakya. Ein kleiner Ort mit einem sehr bedeutenden Kloster in den Bergen. Auf 4270m gelegen, fiel der Aufstieg zum Kloster entsprechend schwer. Die vier weißen Stupa leuchteten geradezu im Kontrast zum den kargen Berghängen. Mit letzter Kraft kletterte ich zu einem Kloster für Nonnen. Der Rest gönnte sich eine Pause in der untergehenden Sonne mit Blick auf die Berge. Danach gönnten wir uns eine Extrarunde Schlaf und zu essen gab es für uns auch nur Kekse und Tee (Auswirkungen der Höhe).

Der Tag des Mt. Everest
Heute sollte es soweit sein…das Everest Basecamp war das Tagesziel. Zuvor mussten wir noch zwei Pässe (5200m) überqueren. Das Wetter, diesmal auf unserer Seite, bescherte uns einen tollen Tag. Schon bald konnten wir ein erstes Mal den höchsten Berg der Welt aus der Ferne bewundern. Alle Kameras liefen heiß, für das perfekte Foto vor diesem Giganten. Leider dauerte unsere Fahrt über Schotterpisten, felsiges Gelände und steile Pässe etwas länger, so dass es für den Aufstieg zum Basecamp zu spät wurde. Unterwegs gab es noch Mittag in einem kleinen Dorf entlang der Strecke. Sobald die Sonne unterging, wurde der Wind bitter kalt. Dennoch ließen wir es uns nicht nehmen, eine Runde um das Rongbuk Kloster zu laufen und den Mt. Everest im Licht des Sonnenunterganges zu genießen. Die Zimmer im Klostergästehaus waren sehr einfach. Die vorhandenen Toiletten versuchte man zu vermeiden und Duschen existierten nicht. Dafür gab es ein gut geheiztes Restaurant für alle, in dem man auch etwas zwischen die Zähne bekam und heißer Tee serviert wurde (Masala Tee für mich).

Basecamp und der wilde Ritt zur Grenze
Schon vor den ersten Sonnenstrahlen ging es raus. Recht kalt, doch besser als erwartet schlüpften wir aus den warmen Betten und machten uns bereit für die letzten 8km zu Fuß zum Basecamp. Nur 200 Höhenmeter, und dennoch musste ich mich auf die Atmung konzentrieren, wollte ich nicht plötzlich anfangen nach Luft zu schnappen. Unterwegs passierten wir noch ein kleines Zeltdorf, indem Touristen nächtigen konnten und kleine Restaurants in Zelten aufgebaut waren. Von hier war es auch möglich mit dem Pferdekarren die letzten Kilometer zu fahren. Doch der Stolz war zu groß. Nach einer weiteren Abkürzung entlang des beschwerlichen Weges fand ich mich selbst 200m oberhalb des Basecamps wieder, aber hatte dafür eine tolle Aussicht über das Tal und erspähte sogar ein paar Gämsen und andere nicht sehr scheue Tiere. So musste ich ein paar Meter zurückklettern und war am Ende später da als Tonia und Benedetta. Das Basecamp war leer, nur ein Militärposten war zu sehen…die eigentliche Saison für den Anstieg auf den Gipfel ist im Mai. Auf dem Weg nach unten gönnten wir uns den Luxus des Pferdekarrens….ein wenig staubig und nicht wirklich schneller kamen wir glücklich im Tal an, wo unsere Guide schon auf uns wartete. 8 Stunden Fahrt lagen vor uns. Eine weitere Abkürzung durch die Prärie bescherte uns einen wahrhaftigen Ritt wie auf einem wilden Stier. 2 stundenlang ging es durch wildes Gelände. Steile Abhänge tief ins Tal, weite Ebenen, entlegene Dörfer, wandernde Nomaden mit ihren Yaks, Wanderer auf dem Everest Treck und sogar ein paar mutige Biker kreuzten unseren Weg. Eine beeindruckende Umgebung und eine Erfahrung die ich trotz der Strapazen nicht missen möchte. Wieder auf dem Friendship-Highway endete auch auf diesem der geteerte Abschnitt. Auf einem weiteren Pass auf über 5000m konnten wir den Xi-Xi-Bangma sehen, den einzigen völlig in Tibet befindlichen 8000er. Danach ging es nur noch abwärts, was nicht heißen soll weniger aufregend. Im Tal des Bothe Kosi ging es auf abenteuerlichen Bergstraßen die auch noch im „Bau“ waren auf unter 2000m. Schon fast dunkel, stoppte uns und den ganzen Convoy von Landcruisern hinter uns ein Erdrutsch, er die Straße mit Felsblöcken zugeschüttet hatte. Niemand schien zuständig, so dass einige Fahrer anfingen die Felsen im Scheinwerferlicht mit der Hand aus dem Weg zu räumen. Kurz darauf ging es weiter und wir erreichten etwas verspätet den Grenzort zu Nepal.

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