...Raumgröße in der Kabine war jedenfalls deutlich höher. Ich hab sage und schreibe 3,5 stunden am stück geschlafen und dann nach kurzer Wachphase nochmal knapp 1,5 Stunden. Sonst schlafe ich höchstens eine dreitviertel stunde bis Stunde.
Ein tolles Feature war das man beim Unterhaltungssystem auf drei Live Kameras schalten konnte die einem die Außenwelt rund ums Flugzeug zeigten.
In Singapur angekommen ging alles seinen normalen Lauf, Immigration (die erstaunlich schnell ging) Gepäck holen und raus aus dem Flughafen ins Hotel. Da die ersten zwei Übernachtungen zu meinem Shell Better World Project (SBWP) erwartete mich ein feines Hotel der \"gehobenen\" Klasse. Kurz nach de Einchecken machte ich mich auch direkt auf den Weg Singapur aufs neue zu erkunden. Ich lief ein wenig nahe der Marina Bay umher und aß im Kopitam, was ein Restaurant-Imbiss Mix ist. Es gibt verschiedene Theken die jeweils andere asiatische Gerichte anbieten.
Anschließend lief ich mehr oder weniger planlos umher. Allerdings war ich im\"modernen\" Singapurteil und überall waren Shopping Malls und Restaurants mit Weihnachtsschmuck. Dafür war ich natürlich nicht hier, so entschied ich mich die Ubahn nach Chinatown zu nehmen. Dort streifte ich etwas durch die Strassen und setzte mich in ein Restaurant um ein großes Tiger Beer zu trinken. Ziemlich müde vom Reisen entschloß ich mich aber danach zum Hotel zurück zu kehren, nicht zuletzt weil mein Weiterflug nach Kota Kinabalu (KK) schon um 8:50uhr ging und ich gegen 6:15Uhr aufbrechen mußte.
Tag 2.
Kurz nach dem einchecken traf ich mich mit Martin aus Holland der zu meinem Team beim SBWP gehört. Wir hatten den selben Flug nach KK gebucht und uns am Flughafen verabredet.
Martin ist 39 Jahre alt und hat zwei Töchter, ein netter Kerl obwohl er Holländer ist ;-)
Wir aßen gemeinsam zum Frühstück und betraten wenig später das Flugzeug. 2,5 Stunden dauerte der Flug nach KK, also quasi einmal Kölle nach Mallorca. Kota Kinabalu ist die zweitgrößte Stadt in Malaysia, aber macht irgendwie nicht so den Eindruck einer Großstadt.
Als wir ankamen fing es ziemlich an zu regnen und wenn ich sagen ziemlich dann meine ich das auch. Allerdings wurde ich später am Tag eines besseren belehrt es geht nämlich noch deutlich! mehr.
Nach einer kurzen Verschnaufpause liefen wir etwas umher. Später meldete sich Quentin bei mir, er hatte meine Nummer da wir uns im Hotel treffen wollten. So setzen wir uns ins Hotelcafe und warteten. In der Zwischenzeit geseelte sich auch Joyce zu uns. Sie ist eine Malayin aus Kuala Lumpur. Sie ist Ende 20, typisch klein und quirlig. Mein erster Eindruck war das sie ein bißchen die Streberin der Gruppe sein wird. Als Local weiß sie natürlich mehr über die Umgebung etc.
Dann stieß Quentin zu uns. 27 Jahre alt aus Frankreich und ein richtiger Surfer Sunnyboy den die Frauen lieben. Wenn er die Stirn runzelt, macht er locker James Dean Konkurenz.
Durch Zufall kam auch noch Claire hinzu, sie ist 32 und kommt aus Irland. Sie scheint auch echt nett zu sein. Sie hat wohl mal Rugby gespielt. Wobei sie jetzt nicht wirkt wie eine Frau die Rugby spielt.
Es fehlten also nur noch 2 bzw. 3 den 1 Person wird am Projekt teilnehmen der nicht von Shell ist. Wir sollten sie aber erst am nächsten Tag kennen lernen.
Anschließend tranken wir alle was und es wurde natürlich über die Arbeit gesprochen. Wer macht was, wo, wie und warum. Nach einiger Zeit wurde das allerdings etwas langweillig und mir fielen fast die Augen zu. Zum Glück entschieden wir uns dann aber gemeinsam Essen zu gehen. Wir gingen raus und liefen in Richtung eines Sea Food Restaurants welches Joyce wohl kannte. Leider fing es an zu regnen. Lustig dabei zu sehen ist Martin. Er hatte mehrfach betont wie gerne er draußen arbeitet und das ihm z.B. Regen gar nichts ausmacht. Also ging er ganz lässig weiter und überkreutze demonstrativ die Hände hinterm Rücken wie Opa Heinrich beim Sonntagsspaziergang.
Da der Regen immer stärker wurde entschlossen wir uns ein Taxi zu nehmen. Im Restaurant bestellte Joyce dann verschiedene Sachen für uns zusammen. Größtenteils sehr lecker und recht günstig für so viele Leute. Danach fuhren wir zurück ins Hotel, da die meisten erst heute angekommen waren und dementsprechend müde.
Tag 3.
Beim Frühstück lernten wir die anderen 3 Teilnehmer kennen. Zwei weitere Shell Mitarbeiter Namens Edward aus Holland, ein Äygpter Namens Achmed und ein japanischer Student Names Nuriki. Schon bei der Frage nach dem Namen von Nuriki stellte sich heraus, das ich wohl doch nicht der schlechts-englisch-sprechende sein werde.
Man hat wirklich das Gefühl Nuriki versteht nur Railstation. Nach dem Frühstück gings zum Safety and Health Briefing. Simon von einer Privatfirma unterrichtet Trottel wie uns in Verhalten im Regenwald. So was ist das gefährlichste Tier im Regenwald? Der gemeine Moskito, den die Schweine übertragen Malaria und diverse Fieberarten. Und im Gegensatz zu Schlangen, Skorpionen und all dem Zeugs sehen dich Moskitos als Beute.
Eins der Hauptthemen waren Blutegel, die wohl sehr häufig vorkommen und ebenfalls Jagd auf uns machen. Simon versprach uns, das jeder damit in Kontakt kommen wird. Wir werden es erleben. Nach diversen Ausführungen von Gefahren waren die meisten schon gar nicht mehr so scharf auf den Wald...
Nach dem Briefing gings ab zum Flughafen, leider war wohl der eigentliche Flug überbucht und wir mußten in eine andere Stadt ausweichen. Dies bedeutete 1 Stunde mehr Fahrt ins erste Camp...
Die Fahrt ins Camp war ok, allerdings wurde mir gegen Ende leider etwas schlecht. Fast am Camp angekommen erspähten wir auch unser erstes Großwild, ein Reh.
Wir bezogen unsere Unterkunft, ein langliches Haus in dem wie in einer Jugendherberge Hochbetten standen. Allerdings war es eher ein großer Raum der längs unterteilt war. Nach dem Abendessen erklärte uns Glen, der hauptamtliche Wissenschaftler diverse Sachen über Borneo, den Regenwald etc.
Danach war es auch schon Zeit ins Bett zu gehen.
Tag 4.
Am nächsten Morgen machten wir uns auf unseren 15minütigen Fussmarsch zum Frühstück. Anschließend betraten wir zum erstenmal den eigentlichen Regenwald. Hier erhielten wir einige Erläuterungen wie wir erkennen können in welchen Zustand sich der Wald befindet. Und ich hatte die Ehre der erste der Gruppe zu sein, auf dem ein Blutegel rumrannte. Genau genommmen handelte es sich um ein Tigerleech, anders als bei einem normalen leech(=Blutegel) merkt man wenn die Dinger einem beißen und aussaugen.
Auf unserem Rückweg zur Unterkunft, frischte der Wind auf und ehe wir reagieren konnten kam eine tosende Regenwand auf uns zu. Innerhalb von 10 sekunden waren wir bis auf die Haut nass. Den Laufschritt zwischen anfänglichen Schneller Gehen und Rennen ließen wir komplett aus.
Wenig später sammelten uns die Jeeps auf, um uns in unser Camp zu bringen in dem wir die restliche Zeit verbringen werden.
Nach ein paar Minuten war die Fahrt auch schon wieder zu Ende den ein großer Baum der während des Sturms umgefallen war versperrte die komplette Strasse. So richtig wie im Hollywoodfilm, nur das wir am Ende nicht von irgendwelchen Monster gejagt wurden. Einer der Jeeps fuhr zurück und besorgte geeignete Argumente in Form einer Kettensäge. Gut das wir nicht weiter weg waren, den es lagen noch 3 Stunden fahrt vor uns.
Auf unseren Weg zum Malua Forest Reserve, hielten wir an verschiedenen Stellen wo man den Unterschiedlichen Schaden des Waldes durch Abholzung sehen konnte. Und an einer Stelle passierte es dann wir sahen Orang Utans!!! Eine Mutter mit ihrem Baby. Ein wirklicher Jackpot. Allerdings schienen sie gerade die Bäume zu wechseln, in unserer Anwesenheit blieb die Mutter am Boden ud versteckte sich. Das Baby war aber bereits auf dem Baum und wußte nicht so recht was es machen sollte. Es entschied sich dazu weiter nach oben zu klettern. Von Zeit zu Zeit schaute es besorgt nach unten. Wir verließen die Stelle kurz, als wir wiederkehrten sahen wir wie beide gemeinsam über andere Bäume den Bereich verließen. Das war wirklich ein unbeschreibliches Gefühl sowas zu erleben....
...im Camp angekommen gabs erstmal Mittagessen. Anschließend bezogen wir unser Quartier. Die Behausung ist sehr offen, von meinem Bett aus kann ich direkt auf den Fluß und den Regenwald blicken. Später machten uns Dzaiman und Vanni, beides angehende Wissenschatler uns mit den Einrichtungen des Camps vertraut. Der Rest des Tages war frei, so gingen wir als erstes im Fluß schwimmen. Abends gab es noch eine Besprechung wo jeder erzählte wer er war, welches Hobbys jeder hatte etc. Zudem wurden wir in Teams für die nächsten Tage eingeteilt. Anschließend gings schon fast ab ins Bett.
Tag 5.
Erster richtiger Arbeitstag. 6:00uhr ich wache auf da es hell wir, wenig später rieche ich angebratenen Knoblauch. 7:00uhr, ich sitze am Frühstückstisch, natürlich alles draußen und esse gebratenen Reis (natürlich mit dem angebratenen Knoblauch). ;-)
Um 8:00uhr starteten wir, zuerst mit ein wenig Übungen zum lockern der Muskeln. Man erwartet es nicht, aber im Regenwald geht es ganz schön rauf und runter.
Ich war im Team Biodiversity zusammen mit Joyce und Achmed. Wir fuhren mit Vanni und einem Einheimischen zum Plot 57 (Der Wald in diesem Gebiet ist in gedachte Quadrahte unterteilt). Ich glaube es dauert Jahre bis man weiß wo die einzelnen Plots sind.
Unsere Aufgabe bestand in verschiedenen Meßaufgaben. Es ging darum wie sehr der Boden durch Regen und andere Einflüße abgetragen wurde (Soil Erotion). An vielen Stellen die abschüssig sind wurden vor Jahren kleine Alurahmen gesetzt. Auf die Rahmen wurde ein 3Meter langes Lineal aus Alu gesteckt. In definierten Abständen wurde der Abstand vom Lineal zum untergrund gemesen. Bei Abtragung wird der Abstand natürlich mehr. Ebenso wurde die Bodenfeuchtigkeit gemesen. Eine andere Messung bestand darin den Winkel der Abtragung zu messen, dies geschah mit einem Klinometer. Zu guter letzt wurde die Dichte der Baumkronen über den abschüssigen Erdteil gemesen. Dies geschah mit einem Densiometer. Erinnert stark an einen kompass, aber statt einer Anzeige befindet sich dort ein gekrümmter Spiegel mit vielen Quadrahten drauf. Man schaut aus einer bestimmten Position drauf und zählt für jedes Quadraht die prozentuale Waldfläche in 25% Schritten die sich spiegelt. Schwer zu erklären.
An einigen Stellen entnahmen wir zudem Bodenproben. Insgesamt machten wir diese Messungen an 14 verschiedenen Stellen
Da wir ziemlich weit im Wald waren, hatten wir unser Mittagessen quasi Vor Ort. Die netten Damen, die uns immer bekochen haben unser Mittagessen bereits am morgen vorbereitet. Wir machten es uns auf dem mehr oder weniger nassen Waldboden gemütlich.
Die Arbeit hier draußen ist wirklich sehr ermüdend, da es sehr warm und feucht ist, man schwitzt quasi wie ein Schwein. Ich trinke zwischen 3-4 Liter am Tag und gehe nur zweimal aufs Klo. Zusätzlich geht im Regenwald quasi kein Wind.
Gegen 14:00uhr kehrten wir zum Camp zurück. Wir genossen 1 Stunde Pause. Danach war Laborarbeit angesagt. Wir bereiteten zuvor gezogene und bereits getrocktnete Bodenproben für Analyse vor. Hierfür mußte die Trockene Erde gesiebt werden und die Teile die größer als 2mm waren wurden mit einem Stein zerkleinert und erneut gesiebt.
Nach dem Abendessen schauten wir noch eine Doku über den Regenwald. Einigen inklusive mir fielen dabei allerdings bereits die Augen zu obwohl die Doku sehr interessant war.
Kurz vor neun gingen wir bereits ins Bett und nach wenigen Minuten war ich bereits im Reich der Träume. Approps Träume, trotz der Malaria Medikamente deren Nebenwirkungen unter anderem Angstgefühl, Haarausfall, Depressionen und seltsame Träume sind, schlafe ich hier ausgezeichnet. Obwohl der Wald wirklich laut ist in der Nacht. Die Grillen grillen was das Zeug hält, Frösche pflegen eine Unterhaltung, Vögel tauschen sich aus und ab und zu hört man in der Ferne Gibbons.
Tag 6.
So Tierbilanz bisher: Zwei Orang Utans, zwei Rehe, ein recht großer Waran, ein am Boden lebender Vogel etwa so groß wie eine Katze, eine Gottesanbetterin, Frösche, Tausendfüßler und allerhand andere Insekten. Wo wir wieder beim Thema wären. Hier beißt oder sticht echt so gut wie alles was rumfliegt oder kriecht. Ich wurde bisher von folgenden Tieren attakiert: Blutegel, Moskito, Sandfly, Bremse, Feuerameise. Der Biss der Feuerameise war mit Abstand der schmerzhafteste, diese verdammte Vieh, das hat echt weh getan. Fast wie ein Wespenstich. Hätte ich nicht vermutet.
Der Tag began in etwa gleich wie der letzte. Nach dem Aufstehen erstmal im Fluß baden und waschen. Anschließend frühstücken, es gab Nudelsuppe :-D und danach back to work. An diesem Tag war ich in einem anderen Team. Unsere Aufgabe heute bestand darin Setzlinge im Wald zu vermessen. Diese wurden vor teils vor mehreren Jahren teils vor Monaten geplanzt. Noch bevor wir mit der Arbeit angefangen haben merkte ich einen leichten Schmerz am Übergang vom Oberschenkel zum Po. Ich zog die Hose runter und siehe da, so ein verdammtes Blutegel war dabei mich auszusaugen. War nicht so toll, aber auch nicht wirklich schlimm. Weiter mit der Arbeit: Es wurde die Gesamthöhe der Setzlinge gemessen, wenn vorhanden die Baumkrone. Der Durchmesser am Boden, wenn größer als 1,30m auch in dieser Höhe, die Anzahl der Blätter und wie am anderen Tag auch die Dichte der umliegenden Baumkronen. Insgesamt wurden knapp 50 Setzlinge vermessen.
Nach dem Mittagessen war wieder Laborarbeit angesagt. Insectsorting. Mit Hilfe eines Mikroskop wurden Insekten von Gras, Erde, Baumrinde etc. getrennt. Teilweise sind die Insekten so klein das man mit dem bloßen auge nur einen Punkt erkennt und diesen Punkt niemals als Lebewesen indentifizieren würde.
Vor dem Abendessen lag ich auf meinem Bett und schaute zu wie es dunkel wurde. Geckos begannen ihre Beute zu jagen, sehr interessant zu sehen wie schnell die zuschnappen können. Auf einmal kam Claire reingerannt und sage nur \"Elephants\"!!!
Alle sprangen natürlich auf um zu sehen was da los war. Inzwischen war es bereits stockdunkel. Es schien so als hätten die Einheimischen eine Elefantenherde gehört. Wir gingen in einer großen Gruppe den Camppfad hoch bis zur Straße. Leider war kein Elefant zu sehen. Wir folgten der Strasse nicht da es zu gefährlich war. Jeder mag Elefanten, allerdings können die schnell aggressiv werden und was die mit einem Menschen anstellen kann sich ja jeder denken.
Wir kehrten also zurück und aßen zu Abend. Später lauschten wir noch einem Vortrag von einem der angehenden Wissenschatler. Außerdem informierte er uns das sich die Regeln durch die Präsenz der Elefanten geändert haben. Wir durften nicht mehr alleine unsere Unterkunft verlassen und zwei Einheimische sollten die Nacht über wach bleiben und überprüfen ob die Elefanten zurückkommen.
Gegen 21:00uhr entschieden sich die Verantwortlichen, das wir mit den Jeeps die Straße entlang fahren um eventuell doch noch Elefanten zu sehen. Jeder war natürlich Feuer und Flamme.
Als wir starteten zog Nebel auf und es war ein echt mystischer Moment die Strasse im Scheinwerferlicht und Nebel entlang zu fahren. Zudem war auf jedem Pick Up jemand mit einem Scheinwerfer positioniert. Direkt neben unserem Camp konnte man erkennen das die Elefanten hier entlang gegangen sind. Man sah Elefantenkacke und diverses frisches Urwaldzeugs auf der Strasse rumliegen. Wenn ich hier schreibe \"Strasse\" meine ich natürlich einen Feldweg :-) Schon nach wenigen hundert Metern stoppte der erste Jeep. Da waren sie tatsächlich! Ich konnte zwei Elefanten sehen die gerade in den Wald hineingingen. Einfach Unglaublich!!! Wir warteten etwas aber man sah nur das sich etwas im Wald bewegte, es ist wirklich verdammt dunkel hier.
Wir fuhren weiter und hofften das die Elefanten vielleicht in unserer Abwesenheit zurückkehrten. Wenig Später hielten wir erneut. Im Baum sahen wir ein Flugeichhörnchen. Wirklich total süß. Es saß da oben, der buschige Schwanz hing herunter und es glotzte uns an. Das Hörnchen war größer als ich gedacht hätte, in etwa 40cm lang, plus Schwanz.
Nach 2-3 km wendeten wir. Und siehe da, wir sahen die Elefanten an der alten Stelle wieder! Diesesmal deutlich länger. Allerdings trompetete einer der Elefanten und machte andere Geräusche die einen Experten wissen ließ das es Zeit war weiter zu fahren.
Mit dieser weiteren tollen Erfahrung war es natürlich schön ins Bett zu fallen.
Tag 6.
Langsam kommt Routine rein. Aufstehen, frühstücken und Arbeiten. Heute machten wir die selben Arbeiten wie am Tag zuvor inklusive der Insektensortiererei. Oh es gab doch einen Unterschied, zum ersten mal schien die Sonne in vollen Zügen. Wir nutzen das um einige Sachen zu waschen und zum trocknen aufzuhängen. Hier ist alles feucht, jedes Kleidungsstück welches man morgens anzieht ist so richtig widerlich klamm, sogar die High Tech fast Drying Sachen. Nicht auszudenken was meine Kamera davon hält.
Heute stand der eigentliche Nightdrive an. Nach dem Abendessen standen alle bewaffnet mit Taschenlampen und Kameras parat. In 2 Jeeps aufgeteilt ging es 45 minuten die Strasse entlang und wieder 45 minuten zurück. Heute hatten wir allerdings nicht so viel Glück, wir sahen ein paar Civits, den deutschen Namen kenne ich nicht. Es ist eine Mischung aus Wiesel und Katze, wobei der Körper Wiesel ist und der Kopf Katze. Ansonsten hielten sich die Tiere eher bedeckt ;-)
Tag 7.
Haha, Recreatinal Day, also Freizeit Tag. Heute mußten wir nicht arbeiten. Trotzdem war um 6:15 Uhr aufstehen angesagt, den es war geplant das wir den Tag in der Borneo Rainforest Lodge verbringen würden. Ein Luxus Resort für Reiche die den Regenwald sehen wollen aber nicht auf Komfort verzichten können. Also wieder ab in die Jeeps es waren knapp 45 Minuten Fahrzeit angesagt. Schon nach wenigen Minuten hielten wir an. Dzaiman wollte uns etwas zeigen. letzendlich war es eine tote Ameise. Das besondere daran war das ein Pilz aus ihrem Kopf wuchs. Hintergrund ist folgender: Es gibt hier einen richtig gemeinen Pilz. Wenn Ameisen seine Sporen einatmen übernimmt der Pilz die Befehle an das Gehirn. Der Pilz kann quasi die Ameise steuern. Irgendwann läuft die Ameise einen Baum oder Busch hoch (gesteuert vom Pilz) und beißt sich in einem Blatt fest. In dem Moment tötet der Pilz die Ameise und treibt aus. Als erstes durch die Füße nach draußen, dort festigt der Pilz sich selbst und die Ameise am Blatt fest. Anschließend spriest er selber aus dem Kopf der Ameise aus und ernährt sich quasi von ihr. Ziemlich crazy, wie aus einem Horrorfilm.
Direkt in der Nähe wuchsen auch Fleischfressende Pflanzen, das fand ich sehr interessant, da ich selber mal welche hatte. Es handelte sich um die Kecherpflanze (pitcher Plant)
Nach 30 Minuten kamen wir an einem Punkt, wo es ein schwaches Mobilsignal gab. Die Fläche war nur knapp 30x40m groß. Alle sprangen aus den Autos und hielten ihre Handys in die Höhe, den jeder wollte Kontakt zur Familie und Lebenspartnern aufnehmen. Nach knapp 15minuten erwischte ich ein Signal und konnte eine Sms and meine Familie und Freundin schicken.
Nach weiteren 10 Minuten erreichten wir die Lodge. Ein recht luxuriöes Teil, eine Übernachtung hier kostet wohl um die 300€. Wir wurden begrüßt und danach ging es eigentlich auch schon gleich wieder los in den Wald. Zusammen mit einem Guide machten wir uns auf den Weg zu einem Aussichtspunkt. Auf dem Weg dorthin sahen wir zwei Red Leaf Monkeys. Besser gesagt der Guide entdeckte sie. Wir wären wahrscheinlich tausendmal dran vorbei gelaufen. Der Aufstieg zum Aussichtspunkt dauerte knapp 45 Minuten. Die Aussicht war sehr schön aber auch nicht unglaublich.
Zurück in der Lodge kaufte ich mir als erstes eine eiskalte Cola, das war wirklich erfrischend. Über der Repzeption war ein großer Bereich mit Restaurant und diversen Sitzmöglichkeiten sowie ein großer Holzboden mit Kissen. Dort machten wir es uns gemütlich. Es gibt hier zwar kein Telefon dafür aber Internet über Satellit. Ist schon krass wie sehr man sich nach nur 4 Tagen ohne, auf das Internet freut. Leider war es extrem langsam. Ich hatte aber das Glück etwas mit meiner Freundin zu chatten, die ich wirklich sehr vermisse hier.
Zum Mittag gab es ein Büffet. Ich freute mich sehr über Salat. Das Essen in unserem Camp ist geschmacklich echt gut, aber natürlich auch sehr einfach und es gibt kaum Abwechslung.
Den Nachmittag verbrachten wir damit einfach abzuhängen.
Gegen 16:00uhr mußten wir leider wieder los. Alle waren traurig ;-)
Bevor wir aber fuhren war noch ein Canopy Walk angesagt. Ein Weg durch die Baumkronen. Zwischen den Bäumen waren Brücken gespannt und man konnte in knapp 30-40m umherlaufen.
Auf der Rückfahrt hielten wir wieder an dem Mobilspot und die Jagd auf ein Signal begann von vorne.
Ich hatte Glück und bekam schnell ein Signal, ich rief kurz meine Freundin an um ihre Stimme zu hören, leider wurde das Gespräch nach kurzer Zeit unterbrochen und das wars dann mit Empfang.
Keine 5 Minuten sprang Dzaiman auf und lief in Richtung der Bäume. Er hatte etwas endeckt. Orang Utans! Juhu erneut. Es handelte sich wieder um eine Mutter mit Baby. Eine Zeitlang konnte man sie im Gewirr der Äste nur erahnen, doch als wir bereits dachten sie ziehen sich weiter zurück in den Wald, kamen sie doch noch kurz hervor um sich der gaffenden Masse zu präsentieren.
Den Abend verbrachten wir damit am Essenstisch zu sitzen und zu quatschen. Ich möchte die Gelegenheit nutzen meine Teamgenossen vorzustellen. Ich kenne sie ja nun ein paar Tage und weiß mehr über sie zu berichten:
Martin aus Holland: Ich mag ihn sehr, er ist neben mir der einzige kleine Shell Kacker. Er ist ganz normaler Operator. Er ist ein Ruhepol und spricht ausgezeichnet englisch, eigentlich wie alle hier außer mir und Nuriki. Für ihn ist immer alles cool, er bemüht sich stets sehr relaxt bei allem zu wirken sei es das ein Blutegel ihn attakiert oder er bis zu den Knöcheln im Schlamm steckt. Allerdings kaufe ich ihm das nicht immer ab. Wir verstehen uns prächtig.
Edward aus Holland: Edward ist so ein bißchen der Phillip Lahm der Truppe. Also ein absoluter Streber, der immer alles perfekt machen möchte. Er ist Ende Dreißig und arbeitet bei Shell als Cost Estimator. Anfang nächsten Jahres steigt er allerdings noch weiter auf und betreut die Kosten bei einem riesigen Milliarden Projekt von Shell. Dafür muß er 1 Jahr nach Paris ziehen und anschließend 3 weitere Jahre nach Südkorea. Alles samt Familie. Er ist der einzige der Truppe der mich manchmal etwas nervt, weil er so viel Buisness Englisch spricht und irgendwie immer alles perfekt und schnell machen möchte. Trotzdem ist auch er ein netter Kerl
Quentin aus Frankreich: Wie schon gesagt ein Sunnyboy, der stets ein schelmendes Grinsen aufsetzt welches ihn bestimmt in seiner Jugend vor der ein oder anderen Strafe bewahrt hat. Er ist irgendwie Verkaufsmanager für Nordosteuropa (Nordwest?) für Bitumen, welche auch bei uns in der Raffinierie anfallen. Er besitzt eine 30qm Wohnung in Paris für die er sage und schreibe 250000€ hingeblättert hat. Wir necken uns oft, was an der alten Frankreich Deutschland Abneigung liegt. Aber alles nur Spaß. Immer wenn etwas grob oder laut ist sagt er: \"jaja wieder typisch deutsch\" ich ziehe ihn hingegen mit seinen nicht vorhandenen \"h`s\" auf wie z.b \"We ave the best food ere in France\"
Claire aus Irland: Ist Anfang dreißig und arbeitet als Ingineurin auf einer Platform in der Nordsee. Sie ist immer recht neutral und so ein Typ den eigentlich jeder mag. Sie mag Pferde, dafür aber keine Insekten. In Sachen Insekten ist sie sogar sehr ängstlich und die gibts hier i m Gegensatz zu Pferden natürlich zu Millionen. Quentin nutzt das Regelmäßig aus um sie zu erschrecken. Er streichelt ihren Nacken mit einem Zweig und lacht sich halb tot wenn sie aufschreit. Ich hatte direkt einen Stein bei ihr im Brett da ich am ersten Abend eine 6cm große Kakerlake von ihrem Moskitonetz entfernt habe. Beim ersten Versuch hat mich die doofe Kakerlake übrigens getreten. Die haben so kleine Stacheln an den Beinen, das hat man richtig gemerkt, bzw. ich hab mich erschreckt.
Joyce aus Malaysia: Sie ist glaub ich Mitte zwanzig und doch nicht so streberhaft wie ich am ersten Tag angenommen hab. Auch sie ist sehr nett, nur ihr Essverhalten ist manchmal etwas seltsam. Sie hat ständig hunger und von Zeit zu Zeit schmatzt sie beim Essen wie ein alter Chinese. Außerdem isst sie kleine Hühnerknochen mit, in ihrem Mund kracht es dann so, das mir ein eiskalter Schauer über den Rücken läuft. Tja ander Länder...
Achmed aus Ägypten: Er ist genau wie ich dreißig und arbeitet als ääääh ja genau, keine Ahnung.... irgendwas Buinessmäßiges. Jedenfalls ist sein Arbeitsplatz ein Rig nahe Kairo. Ein Oilrig wird im Gegensatz zur Ölplatform nur zum Anbohren von Ölquellen genutzt, die Platform ist dann später für das Fördern zuständig.
Achmed ist ziemlich klein (Geht mir bis knapp unter die Schultern) und etwas rundlich. Er wirkt wie ein kleiner Bär. Lustig ist wenn irgendetwas seltsames ist und er die Augen aufreißt und \"Interestiiiiing!\" sagt. Hmm kann man so nicht beschreiben, muß man gehört haben. \"Was hier gibt es Riesenkakerlaken? Interestiiiiing!\"
Achmed kann man mit einem Wort beschreiben: \"Tollpatsch\". Wer ist nicht da? Achmed!. Wer kommt zu spät? Achmed! Wer läßt die über Wochen getrocknete Bodenprobe Sand/Erde fallen und über seine Hose rieseln? Achmed! Wer tritt mit einer sagenhaften Unschuldsmine auf einen Baumsetzling ohne es zu merken? Achmed! Jeden Tag fliegt er irgendwo im Gelände auf die Fresse. Ein Tag, keiner Fällt hin, Achmed dafür 4 mal. Er ist aber auch sehr charmant, man muß ihn gerne haben.
Nuriki aus Japan: Der einzige Teilnehmer der nicht von Shell ist. Er studiert Mathematik und ist Mitte zwanzig. Leider spricht er nur ein paar Brocken englisch und es ist fast nicht möglich sich mit ihm zu unterhalten. Dabei vermute ich das er von zeit zu zeit mehr versteht als wir denken. Er ist wie wahrscheinlich für Japaner üblich sehr höfflich und zurückhaltend, immer wenn man ihm was reicht oder in grüßt verneigt er sich. Aber reden tut er so gut wie gar nicht und wenn man ihn etwas fragt z.b \"wo wohnst du?\" Wiederholt er grundsätzlich die Frage in einem fragenden Ton, als ob er wissen möchte ob man das wirklich wissen will? Dann folgen quälende 10 sekunden in dem er laute Denkgeräusche von sich gibt. Hmmmm hee hmmmm haaa. Dabei hält er zwei Finger vor den Mund und schaut die ganze Zeit hoch zu seinem Gehirn. Wenn man dann Glück hat bekommt man eine Antwort: \"I Live in Tokio\" Mehr als solche Sätze sind leider nicht möglich, allerdings mögen wir ihn alle und wir geben uns echt Mühe ihn in die Gruppe mit einzubeziehen.
Tag 8.
Buuuh wieder zurück an die Arbeit. Alle wollten lieber wieder zur Rainforest Lodge, aber wir waren ja nicht zum Spaß hier. Heute gab es eine neue Aufgabe. Im Wald sind an bestimmten Stellen unter großen Bäumen 1x1m großes Tücher gespannt. Die fangen Sachen auf die von den Bäumen fallen, z.b Äste Blätter etc. im Fachjargon nennt sich das Deadfall. Unsere Aufgabe war es diese Sachen einzusammeln. Dies war natürlich rasch erledigt. Eine viel Aufwändigere Sache war es Äste einzusammeln die in einem Umkreis von 10m rund um die Tücher lagen. Drei Achsen (Nord, Südwest und Südost) wurden abgegangen und alle befindlichen Äste auf einer imaginären Linie untersucht. Und glaubt mir, hier liegt verdammt viel von diesem Zeugs rum. Jeder Ast der nicht schon von früher markiert war und/oder 1m lang bzw. 2cm dick war wurde eingesammelt und vermessen. (Länge, Dicke kurzes Ende, Dicke langes Ende und Dicke an der Fundstelle sowie der Verwesungsgrad auf einer Skala von 1-5) Klingt vielleicht etwas verwirrend, aber ich weiß nicht wie ich das sonst beschreiben soll.
Die Blutegelattacken lassen einen immer mehr kalt. Wenn man eins am Körper sieht zieht man es ab und schnipst es weg. Die Viecher sind sowas von zäh, ich hab auf ein mit meinem Stiefel eingeschlagen. Nach 3 mal hauen, lief es immer noch umher, er nach dem 5 mal war es wirklich zermatscht. Dzaimen hat eins mal ganz langgezogen und einen Knoten reingemacht. Wir haben es beobachtet. Es konnte tatsächlich den Knoten selber lösen und ist von dannen gezogen. Eins ist doch tatsächlich durch die Meschstruktur meiner Hosentasche geschlüpft und hat angefangen an meinem Obschenkel zu knabbern.
Heute hab ich herausgefunden, das eine Fledermaus unter meinem Bett wohnt, das freut mich, denn ich mag Fledermäuse. Sie hängt richtig wie Dracula an einem Holzbalken nach unten. In der Unterkunft leben auch viele Geckos, die mag ich auch allerdings kacken die hin und wieder auf unsere Betten...
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