...entschloss ich mich daher, Kopenhagen zu besichtigen... Also erstmal - Kopenhagen ist teuer. Ja, das steht in jedem Reiseführer, aber was nicht erwähnt wird, ist WIE teuer... Nehmt einfach das Doppelte vom gewohnten Preis - so teuer ist es da meistens... Wenn ihr\'s wie wir macht und in ein Hostel geht und euch jetzt denkt: \"Wenn\'s so teuer ist, dann nehm\' ich mal lieber ein paar Nudeln mit!\" dann lasst\'s gleich - in dänischen Hostels gibt es nicht diese netten Küchen zum selber Kochen - aus \"hygienischen\" Gründen... Ein Wort noch zu unserem Hostel - wir waren im \"Generator\" - das hat erst Juni 2011 aufgemacht, was man auch merkt. Die Ausstattung ist total neu, das Personal aber auch noch nicht richtig eingespielt (man konnte uns z.B. nicht wirklich sagen, wo es was billiges zu Essen gab...). Jeden Abend gibt es einen Mottoabend - von Disco (sie haben auch eine kleine aber nette Tanzfläche) über Beer Night bis Karaokeabend. An der Bar gibt es alle möglichen Getränke zu moderaten Preisen - leider macht diese schon um 11h zu. Wäre in Ordnung, denn um 11h machen in Kopenhagen die Bars auf (und das Hostel liegt direkt an einer Straße mit lauter Bars), aber unter der Woche ist da nichts los - außer zwei kleinen und dementsprechend überfüllten.... In der Touristeninformation, aber auch in Hostel, gibt es Stadtpläne gratis, die einem verschiedene Rundgänge durch die Stadt vorschlagen. Da wir fast an der Zufußroute wohnten, haben wir uns am 1. Tag uns direkt auf den Weg gemacht. Allerdings sind wir nicht sehr weit gekommen, weil es zu schütten anfing, so dass wir den Weg zur Strøget einschlugen, um bereits ein paar Andenken einzukaufen - naja, da wurde uns das Ausmaß des dänischen Preisdurchschnitts erst bewusst... Noch eine Anmerkung zum Fortbewegen in der Stadt: Die meisten Sehenswürdigkeiten, liegen in den 1. 2 Zonen (laut Metrofahrplan ;) ), d.h. es befindet sich alles in Laufweite. Wer zur Kleinen Meerjungfrau will, sollte dorr aber lieber mit den Öffentlichen oder mit dem Fahrrad fahren! Man kann die sich in der Nähe von Sehenswürdigkeiten ausleihen - für 20 Kronen Pfand. Die genauen Punkte sind auf besagtem Stadtplan eingetragen ;) Man muss allerdings gleich sagen, dass viele Touristen den Trick kennen und es ausgesprochen schwierig ist, ein Fahrrad zu bekommen. Ein kleiner Tipp aber - wer am Nyhavn ist, sollte nach Leuten Ausschau halten, die mit so einem Fahrrad unterwegs sind - wenn sie suchend aussehen, fragt sie doch mal, ob sie ihr Fahrrad noch brauchen. An dem Platz SOLL nämlich eigentlich ein Fahrradpunkt sein, aber den gibt\'s wegen einer Baustelle grade nicht ;) so haben wir jedenfalls unsere Fahrräder gekriegt^^ Ansonsten ist das öffentliche Verkehrsmittelnetz sehr gut ausgebaut - man kommt damit eigentlich überall hin. Es ist aber auch ziemlich teuer... Wer nicht gleich ein 24h Ticket lösen will, kann sich auch eine 10er Karte kaufen - bei Metroautomaten oder 7 Eleven Läden (so ne Art von Spätkauf). Das steht da nirgends dran, aber man kriegt die da ;) Am 2. Tag jedenfalls sind wir nach Malmö gefahren. Das geht ganz in 20 Min. für jeweils 17€ über die Øresundbrücke. Gleich zu Anfang - man sollte dort gleich Lebensmittel einkaufen + sich überlegen, dort shoppen zu gehen, weil die Schweden auch originellere Läden haben ;) Malmö hat uns persönlich besser gefallen als Kopenhagen - es ist ein süßes kleines Städtchen mit vielen alten aber auch schönen neuen Häusern. Man sollte sich auf jedenfall den Lilla Torg angucken - ein sehr netter kleiner Platz. Dann sollte man auf jedenfall an den Strand gehen - von dort hat man einen tollen Blick auf die Øresundbrücke und Kopenhagen! Malmö hat auch ein Schloss, in dem ein Kunstmuseum ist und das von einem wunderschönen, grünen Park umgeben ist. Ihr seht also, man sollte sich Malmö nicht wegen der Sehenswürdigkeiten angucken, sondern der Stadt selbst wegen. Gegessen haben wir abends im Stadtteil Triangeln, das multikulturelle Viertel. Wer allerdings schon mal in Städten wie Berlin war, darf sich nicht zu viel Multikulturalität erhoffen, das ist sicher nicht vergleichbar ;) Von da kann man jedenfalls wieder mit der Bahn nach Kopenhagen fahren. Gleich gegenüber des Malmö Hbhf gibt es übrigens eine Touristeninformation - die geben einem eine Karte und auch Tipps für die Gestaltung des Tages. Den 3. Tag haben wir mit einer gratis Tour durch Kopenhagen begonnen - jeden Tag um 11:00 stehen auf dem Rathaus Platz Menschen mit roten T-Shirts rum, die einen auf eine Gratistour mitnehmen (natürlich freuen sie sich am Ende über Trinkgeld, man wird aber nicht dazu gezwungen + freuen sich auch über eine kleine Geste, wenn es das Budget nicht anders zulässt ;) ). Wir hatten eine sehr nette Kanadierin als Guide, die uns die Stadt mit viel Begeisterung + Elan gezeigt hat. Diese Tour möchte ich wirklich allen ans Herz legen - man erfährt unglaublich viel über die Stadt, die Gruppe ist ziemlich klein und unser Guide hat sich echt Mühe gemacht, die Geschichte (und Geografie) Kopenhagens lebendig und anschaulich zu vermitteln. Danach haben wir uns 2 Fahrräder geschnappt und sind zur kleinen Meerjungfrau geradelt. Wir hatten schon vorher gelesen, dass sie sehr klein sein würde, aber entschieden, dass wir das Wahrzeichen der Stadt sehen müssten. Die Statue ist wirklich klein - sagen wir lebensgroß ;). Es schart sich eine Traube von knipsenden Touristen um sie, so dass es sehr schwer ist sie in Ruhe zu betrachten und ein Foto von ihr zu machen. Viele sind enttäuscht, nachdem sie sie gesehen haben, aber ich fand sie sehr schön, gerade weil sie nicht so übermäßig groß war. Wer die Geschichte von ihr von H. C. Andersen gelesen hat, weiß sicherlich, dass sie keine war, die protzig im Mittelpunkt stehen wollte, sondern eine natürliche Anziehungskraft auf andere ausübte. Wäre sie größer gewesen, wäre es missglückt, sie darzustellen. Wir sind dann weiter geradelt - nach Christianshavn. Ich hatte es mir in den Kopf gesetzt, den dortigen Kirchturm zu erklimmen - man kann da nämlich das letzte Stück außerhalb des Kirchturms bezwingen, bis zur Spitze. Wenn ihr da seid, macht es! Mit 4€ ist der Aufstieg auch vergleichsweise günstig und man bekommt einen unglaublichen Ausblick auf die Stadt - viele Umdrehungen lang! Es ist aber auch eine ziemliche Schinderei und nichts für Leute mit Klaustrophobie. Man zwängt sich mehrmals an Holzbalken vorbei und klettert kleine schiefe Treppen hinauf... Wir sind dann von da aus noch nach Christiana gefahren - der \"Freistadt\" inmitten von Kopenhagen, die seit Jahren von der linken Szene besetzt ist. Überall liest + hört man, dass man das unbedingt gesehen haben muss. Und es war auch auf jedenfall interessant ;) Überall saßen Leute herum, teilweise mit Kinderwägen daneben, und rauchten ihre Joints, die man ganz offen auf der Straße kaufen konnte. Nein - ich habe keinen probiert. Das war mir dann doch zu blöd - ich wollte nämlich noch ein bisschen was von der Stadt mitkriegen. Vor allem aber vom Tivoli. Der Tivoli ist der Freizeitpark Kopenhagens - jedenfalls der bekanntere + der zweitälteste Europas. Es ist ziemlich teuer (natürlich), aber es lohnt sich - vor allem wenn man bis nachts bleibt wie wir. Wir sind gegen 19h da reingegangen - für 95 Kr. Zuerst haben wir uns ein bisschen umgeguckt und uns dann doch entschlossen, einen drauf zu machen (ha ha :p) und die Wildcard für die Fahrgeschäfte zu kaufen. Es hat sich aber gelohnt - allein die guten Sachen kosten schon 75 Kronen... Um 23 Uhr schließt der Park - in einem Meer von bunten Lichtern. Das war so ziemlich das Schönste an diesem Tag! Erst da haben wir die liebevoll gestalteten Seitenwege und die detailreichen Dekorationen wahrgenommen... Am 4. und unserem letzten Tag sind wir morgens zur Carlsbergbrauerei gefahren. Carlsberg ist schließlich DAS Bier Kopenhagens und deswegen wollten wir uns das noch zum Schluss gönnen. Mit 9€ Eintritt und noch dazu ohne geführten Rundgang, gehört das allerdings auch nicht zu den Low Budget Attraktionen... Vielleicht solltet ihr euch überlegen zur Tuborg Brauerei zu gehen - die ist etwas weniger bekannt, vielleicht aber dafür günstiger. Mein Vater war da vor einiger Zeit + der meinte, man hätte auf jedenfall eine richtige Führung gehabt... Immerhin waren im Preis zwei Freibiere enthalten, die wir uns nach dem Weiterbilden über die Brauereikunst und die Familie Carlsberg gegönnt haben ;) Zum Abschluss sind wir noch zu unserem Lieblingspark in der Nähe des Hostels gegangen, der das Rosenborgschloss umgibt und haben da noch ein paar Minuten genossen, bevor unser Zug ging :) Auch wenn uns anfangs die Kosten ziemlich erschreckt haben, kann ich sagen, dass mir Kopenhagen gefallen hat. Es ist jedenfalls eine Stadt, die man gesehen haben sollte, weil sie sehr anders ist als andere Städte: Sie ist ruhiger, weniger überfüllt und hübscher - vom Zweiten Weltkrieg hat sie so gut wie nichts abbekommen und so findet man immer noch viele alte Häuser. Sie hat Charme, diese Stadt - also guckt sie euch an! Allerdings tut mir einen Gefallen und versucht nicht, diese Sprache zu lernen - ihr würdet ja doch dran scheitern ;) LG, Nicole
Dieser Eintrag wurde in der Kategorie Ich erkunde die Welt... erstellt.
Blogeintrag gelesen von 193 Besuchern.