...Richtung Heimat. Wilde „flashbacks“ schossen mir wirr durch den Kopf, als mein Flieger eine paar letzte Ehrenrunden auf dem Rollfeld drehte. Erinnerungen von Erlebnissen und Obskuritaeten meiner Reise. Nachdem ich von Neuseeland kommend in Melbourne eingetroffen war, hatte ich mein Lager im Stadtteil St. Kilda aufgeschlagen. Eine dieser unerwarteten Wiedersehen mit Bekannten, welche man staendig auf einer solchen Reise hat, die einen aber immer unglaublich verzuecken, erlebte ich am Tag nach meiner Ankunft. Ich traf unverhofft auf Dani und Lenny, welche ich aus Darwin kannte. Wenige Tage spaeter sollte ich mit Lenny in seinem Pickup und zwei Freunden mit Motorrad auf einen kleinen Roadtrip an der Ostkueste entlang nach Sydney starten. Es war ein allerletztes Aufbaeumen vor dem Ende meiner Reise. Ein Suizidtrip, der von verzweifelter Torschlusspanik geschuert wurde. Zum finalen Mal genoss ich die australische Landschaft, Straende und das fuer einen Roadtrip so typische Gefuehl der Freiheit. Zwei Naechte verbrachte ich unter freiem Sternenhimmel, im Pennerbett unter einer Plane und im wohl billigsten Schlafsack der suedlichen Erdhalbkugel schlafend. Nach einem dreitaegigen und glorreichen Ritt erreichten wir Sydney. Es war mein dritter Aufenthalt in der Hauptstadt von New South Wales und ziemlich ereignislos. Nach drei Tagen war ich froh, die Stadt wieder zu verlassen und fuhr mit dem Zug wieder nach Melbourne zurueck. Den Spaetherbst meines Australienabenteuers verbrachte ich damit, Melbourne in all seinen Farben und Formen zu geniessen, sprich Ausstellungen, Parks und Konzerte zu besuchen. Ich erfreute mich taeglich ueber talentierte und hochgradig untalentierte, aber aufgrund ihres Mutes aufzutreten bewundernswerten, Strassenmusikanten und versuchte, mir so viele ans Herz gewachsene australische Spezialitaeten wie nur irgend moeglich in meinen Wanst zu pressen. Die Zeit verflog und es war an der Zeit „Lebewohl“ zu sagen. Es war ein gutes Jahr gewesen. Ein Jahr, vollgepackt mit Abenteuern und staendig neuen Herausforderungen. Aber so, wie sich ein Kettenraucher in vier Stunden durch ein Paeckchen Zigaretten qualmt, ohne bewusst von der schwindenden Zahl der Glimmstaengel Notiz zu nehmen, waren jene 12 Monate Down Under an mir vorbeigezogen. Mein Deutsch war mittlerweile, gelinde gesagt, auch beschissen. Ich hatte, und man verzeihe mir diesen so abgenutzten Ausdruck, den Traum gelebt und wie ich nun so aus dem kleinen Fenster meines Fliegers nach Bali auf den, in der klaren Nacht so dunkel daliegenden Kontinent hinunterschaue, laechle ich zufrieden.Ich hatte gefunden und war bereit fuer neue Herausforderungen. Ein Schleier von Melancholie legt sich ueber mein Herz, wirklich traurig bin ich aber nicht. Es war mir klar gewesen, das die Reise irgendwann enden musste........... ..........alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.
schön gesagt! bis MORGEN
MORGEN!!!!!!
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