...Klassen. Yuan Yuan. Xing Xing. Und Le Le. Sie alle sind Level K2. Das heisst, dass sie zwischen 3 - 6 Jahre alt sind. Sie koennen erst wenige Saetze und noch nichts schreiben. Es geht vor allem darum mit ihnen Woerter zu wiederholen! Sie koennen Farben, Formen und Zahlen.
Eine Unterrichtsstunde dauert 20 - 30 Minuten. Und doch ist es ziemlich anspruchsvoll, die Kinder waehrend der ganzen Zeit zu beschaeftigen. Wenn der Unterricht lustig ist, dann bleiben sie auf ihren Stuehlen sitzen. Ansonsten machen sie Trouble. Kelly meinte, dafuer muss man sich schon mal zum Idoten machen. Das lieben die Kinder am meisten. Dann sind sie gespannt und schenken dir ihre Aufmerksamkeit.
Schwierig wird es, alle Namen zu behalten. Denn auf den ersten Blick sehen alle Kinder gleich aus. Die ersten Minuten vor einer Unterrichtsstunde steht man vor dem Klassenraum und versucht durch die Glastuer herauszufinden, ob das die richtige Klasse ist. Zum Glueck haben die Kinder alle englische Namen, so dass es einfacher wird, sie sich einzupraegen. Leider sind die Eltern bei der erneuten Namenswahl sehr erfinderisch gewesen. So heissen die Maedchen auch schon mal Apple.
Es muss sehr komisch sein, wenn der Englischlehrer neue Vokabeln zum Thema Essen zeigt.
Teacher: "Apple!"
Apple: "Yes, teacher!"
Teacher: "No, not you. This is an apple!"
Apple: "This is me?"
(Zumindest, wenn sie schon so gut Englisch koennten, um sich zu beschweren, wieso sie mit einem Apfel gleich gestellt werden!)
Ein anderes Maedchen hat den Namen Prada bekommen. Wie die Luxusmarke. Aber Prada moechte nicht reden. "Prada, how are you?" Aber Prada sagt nichts. Vielleicht ist das nicht gut genug? Einmal, erzaehlte Kelly, kam Prada mit ihrer Mutter. Dabei hatte sie eine Sonnenbrille und eine Handtasche angezogen bekommen. Als sie am Kindergartentor ankamen rief sie nach ihrer Mutter. Und nahm dann die Sonnenbrille ab und gab sie mit der Handtasche zusammen ihrer Mutter. Ich fragte dann, wie die Mutter sei. "Oh, just Prada. Grown up!"
Neben Herbert und Jonathan gibt es da auch noch einen Jungen, der Running heisst. Dass ist vielleicht der verrueckteste Name. Jedesmal wenn Kelly - sie lernten gerade Aktionen - zum Rennen aufforderte, fuehlte sich nur Running angesprochen. Ob er realisiert, welchen Namen seine Eltern ihm gegeben haben?
Jedenfalls werde ich dann bald diese drei und den Rest unterrichten. Und drei Namen kann ich ja jetzt schon!
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