...15.6.2010 war ich also wie schon berichtet mit meinem Daddy bei Sea World.
Wir hatten super Wetter und vor allem die Delfinshow und die Haibecken haben genauso wie mich auch meinen Papa beeindruckt.
Nach vierstündiger Rückreise (normalerweise dauert es nur 2 Stunden) waren wir sehr erschöpft wieder in Brisbane bei meiner Familie und für mich hieß es nun packen :-(
Ich konnte mich also nicht mehr davon drücken und auch wenn ich am liebsten sofort ins Bett gelegen wäre habe ich mich dazu gezwungen wach zu bleiben und gepackt.
Vom Platz her hat es, nachdem ich weitere 5 Kilo für Izalea aussortiert hatte, gereicht. Nur das Wiegen stand noch am nächsten Tag bevor doch da meine Familie keine Waage hat musst ich sie von einem anderen Au - Pair leihen und das wollte ich erst machen wenn ich alles zusammen gepackt hatte.
Total müde habe ich mich dann kurz vor Mitternacht endlich schlafen gelegt und mussten nach ein paar Stunden schon wieder sehr früh aufstehen, da es am Mittwoch Morgen nach Moreton Island ging.
Netterweise hat uns Paul zur Fähre gefahren. Der Trip auf Moreton Island war für mich nichts neues doch es hat mir trotzdem gut gefallen.
Für meinen Papa war aber Sandboarding, Whale Watching, Wüstenfahrt auf Sand und Schnorcheln neu und es hat ihm auch viel besser gefallen wie erwartet.
Da wir ja bereits schon Winter haben ist das Meer natürlich nicht mehr so arg warm und jeder wollte sich zuerst davor Drücken ins Wasser zu gehen doch unser Tourguide hat uns mit Wetsuits ausgestattet und auf ging es schnorcheln bei den Shipwrecks.
Da die Gruppe den Tag davor Lucy, den Hai der in einem der Wrecks wohnt, gesehen hatte und ich doch wirklich nicht auf Haie treffen wollte hatte ich schon ein wenig Angst.
Vor allem war das Wasser ziemlich trüb und man hatte keine weite Sicht.
Das ganze hat mich so sehr an die Szene von „Finding Nemo“ erinnert, wo Hammerhaie Alias Erkan und Stefan bei den Shipwracks auf Merlin und Dori gestoßen sind.
Dazu kam noch dass ich mich an einem Schiff am Bein aufgerissen hatte und wie man spätestens vom Film weiß reagieren Haie auf Blut da sie so ihre Beute riechen.
Ab diesem Zeitpunkt wollte ich am liebsten wieder zum Auto zurück schwimmen doch alleine hatte ich auch Angst und blieb brav bei meiner Gruppe.
Wieder heil aus dem Wasser und zum Glück ohne gesichteten Hai bemerkte ich dass ich mir mein ganzes Bein am Schiff aufgerissen hatte und es total arg blutete.
Im Wasser habe ich das weder gespürt noch gesehen doch an Land sah das ziemlich schlimm aus im ersten Moment.
Auch einige anderen haben sich an den Schiffen aufgerissen doch bei mir war es wesentlich schlimmer und ich hatte schon Angst ich muss an meinem letzten Tag in Brisbane noch ins Krankenhaus.
Eine Weile später hat es dann aber zum Glück aufgehört und weh hat es auch überhaupt nicht getan.
Nach Eineinhalbstündiger Fährefahrt hat uns Paul wieder vom Hafen abgeholt.
Alle Kinder waren dabei und haben mich so herzlich begrüßt das ich schon da so traurig wegen dem Abschied am nächsten Tag war!
Die Familie hat für das letzte gemeinsame Dinner total aufgetischt - es gab Lachs und andere Leckereien.
Die habe es mir wirklich nicht gerade leicht gemacht wegzugehen!
Ich dachte ja schon ich kann die Nacht davor vor lauter Aufregung gar nicht schlafen doch nachdem ich fertig gepackt hatte und exakt auf die Kilos kam die mir erlaubt waren bin ich dann doch ins Bett gelegen und konnte erstaunlicherweise gut schlafen.
4.45 am am nächsten Morgen meldete sich mein Wecker und ich musste mich schon wieder so früh aus dem Bett quälen.
Als ich aus dem Bad kam um mich fertig zu machen hat Paul schon ein leckeres Frühstück zubereitet. Unglaublich was die alles für mich gemacht haben und das auch noch so früh am Morgen.
Leider konnten nicht alle mit an den Flughafen fahren und somit musste ich mich schon von Elise, Zali und Oskar in Birkdale verabschiedenL Das war so furchtbar traurig und die Kinder und Elise haben total geweint. Spätestens da konnte ich meine Tränen auch nicht mehr zurück halten. Ich wollte einfach nicht gehen; doch ich musste.
Nach einer schlimmen Abschiedspartie kam eine halbe Stunde später schon die nächste.
Nun hieß es auch bye bye Paul, Jakemo und Zephyr. Es ist so traurig gewesen, vor allem wenn ich dran denke dass gerade Zephyr und Jakemo so anders aussehen werden wenn ich sie das nächste Mal sehen werde. Die sind jetzt noch „so klein“ doch wenn ich wieder nach Australien komme oder die Familie mich besuchen kommt sind sie bestimmt schon halb Erwachsen!
Selbst mein kleines Patenkind Veda und ihr Bruder Vincent werden nun schon so groß sein wenn ich zurück komme und das waren nur 10 Monate!
Im Flughafen ging dann wie immer in Australien alles ganz schnell.
Unsere Tickets habe ich am Flughafencomputer eingescannt und ausgedruckt. Am Schalter mussten wir dann nur noch unser Gepäck aufgeben und ich hatte total Angst es sind doch zu viele kg.
Leider war es dann auch so und wir hatten beide je 2KG zu viel. Da aber ein Mann am Schalter war hat er nichts gesagt, im Gegenteil, er hat es gesehen und uns ganz viel Spaß mit einem Augenzwinkern gewünscht J
Unser erste Flug ging von Brisbane nach Cairns. Über Cairns hatten wir einen perfekten Blick auf das wunderschöne Great Barrier Reef.
Bei wunderschönem und warmem Wetter sind wir in Cairns gelandet.
Man merkte deutlich den Unterschied dass wir noch höher in Norden waren und somit war es natürlich deutlich wärmer als in Brisbane.
Von Cairns ging es dann ab nach Alice Springs ins Outback.
Auch hier war es wieder eine andere Zeit und somit war ich euch ab dem 17.6.2010 nur noch 7,5 Stunden voraus!
Schon vom Flug aus konnte man sehr gut erkennen dass wir mitten im Nirgendwo waren. Wobei, Alice Springs ist ja mit 20.000 Einwohnern die größte Stadt im Outback.
Der Flughafen war fast genauso mini wie in Proserpine wo ich mit Caro, Lena und Nico war.
Es war sehr heiß und ich hatte viel zu viel an.
Am späten Nachmittag sind wir 8 Stunden später dann endlich bei unserer Campervan Vermietungsstelle angekommen.
Dort gab es dann noch einiges auszufüllen und einen Einführungsfilm für unser kleines Wohnmobil in Deutsch!
Dabei wurden wir mal wieder wie die Deppen hingestellt (Bsp.: „Wie Sie ja sicherlich schon gehört haben fährt man in Australien mit dem Lenkrad auf der rechten Seite. Das bedeutet für Sie dass sie auf der Straße links fahren müssen.“ Danach gab es noch einen ausführlichen Film zum Fahren auf der anderen Seite der so aufgebaut war als ob wie die dümmste Nation wären)
Als es dann endlich zum Van ging war ich schwer beeindruckt da er wirklich so war wie ich zuvor nur von Bildern gesehen hatte.
Total ausgestattet mit Kühlschrank, Herd, Mikrowelle, Tischen, Stühlen, Wasserkocher,...konnte unserem Trip durch das Outback nichts mehr im Wege stehen.
Zuerst wollten wir für zwei Nächte in Alice Springs bleiben. Vor allem deswegen da Freitag Abends das zweite Deutschlandspiel gegen Serbien anstand.
Nachdem wir Donnerstags den letzten Platz auf dem Campingplatz bekommen hatten machten wir uns auch schon bald an unser Bettlager.
Nachdem wir alles gefunden hatten machten wir es uns gemütlich und haben auf meinem Computer noch einen Film angeschaut.
Wie praktisch doch so ein Campervan ist solange man Wasser und Strom hat!
Freitags haben wir dann ganz gemütlich gefrühstückt und sind danach in den Desert Park nach Alice Springs gegangen.
Der war wirklich super toll, kann ich jedem der nach Alice Springs gehen möchte nur empfehlen. Auf roter Erde, wie man sie sich in Australien vorstellt, ist man durch den Park geführt worden. Sehr abwechselnd gestaltet konnte man alle paar Meter alles mögliche über Natur, Pflanzen und Tierwelt Australiens erfahren.
Selbst auf deutscher Sprache konnte man sich durch den Park führen lassen.
Mein Papa hat dort auch sein erstes Kangaroo gesehen.
Zahlreiche Führungen konnte man im Park machen doch wir entschieden uns für den sehr interessanten Film über die Geschichte Australiens und der Wüste die am Ende zum life Movie wurde, da die Leinwand im Kino langsam heruntergelassen wurde und die echte Wüste zum Vorschau kam – sehr beeindruckend!
Nach dem Park sind wir im großen Supermarkt Einkaufen gegangen da es im Outback keine Supermärkte gibt.
Somit war unser Campervan vollgestopft mit Dosen, Dosen und noch mehr Dosen!
Eigentlich wollte wir am Abend zum Sonnenuntergang schauen auf den Anzac Hill gehen doch dann zogen leider Wolken auf und man hatte keine schöne Sicht mehr.
Somit hatten wir mehr Zeit zum Abendessen, denn Freitag Abend um 9 kam das zweite Fußballspiel der Weltmeisterschaft Deutschland gegen Serbien.
Man glaubt es kaum doch das Spiel wurde tatsächlich auch im Outback von Australien übertragen, sogar auf einer Leinwand im Biergarten. Noch viel erstaunlicher war aber wie viele Deutschen sich selbst dort getroffen hatten.
Das Pub war überfüllt und zu Beginn des Spiel war auch eine super Stimmung.
Diese ging aber spätestens nach dem 1:0 für Serbien flöten und kurz danach bekam Klose auch noch eine rote Karte...unser Anfeuern vom Outback hat wohl nicht geholfen L
Recht enttäuscht sind mein Papa und ich auf unseren Campingplatz zurück gefahren.
Am nächsten Morgen ging alles sehr schleppend voran und es war schon fast Mittag bis wir uns auf den Weg Richtung Ayers Rock gemacht hatten.
Davor haben wir uns aber noch einmal ein Kanister Wasser im Supermarkt gekauft da Wasser hier wirklich das wichtigste überhaupt ist.
Als mein Papa das Auto zuschließen wollte ist es passiert – der Schlüssel ist gebrochen!
Mein erster Gedanke – gut dass das noch in der Stadt passierte und nicht irgendwo hunderte km von Alice Springs entfernt.
Trotzdem war es ein riesiges Theater da mir die Frau von unserer Campervanvermietung erst mitteile wir müssen 4 Tage warten bis sie einen Ersatzschlüssel von Melbourne besorgen könnte. Dann konnte ich leider nicht mehr so nett zu ihr sein und habe ihr unsere Lage deutlich erklärt, ich will ja schließlich bis Peter & Paul wieder Zuhause sein!
Plötzlich konnte sie sich dann doch gleich darum kümmern doch die Option Schlüsseldienst fiel schon mal weg da es Samstag war. Somit sind wir Stundenlang am Parkplatz vor dem Supermarkt festgesessen und ich habe mich mehrmals von den besoffenen Aboriginis auf der Straße dumm anmachen lassen müssen. Das ist wirklich ganz schlimm dort. Alle Arbeitslos, Dauerbesoffen und sehr unverschämt. Es war wirklich sehr aufschlussreich zu sehen wie heruntergekommen die meisten Ureinwohner Australiens sind.
Irgendwann habe ich einen Stuhl und mein Buch ausgepackt und mich zum Lesen hingesetzt.
Mehrmals mit doofen Blicken wurde ich angeschaut da wir mitten in der Stadt auf dem Parkplatz waren.
Bestimmt zehn mal habe ich die unfreundliche Frau von der Campervanvermietung angerufen und gefragt wieso sich nichts tut.
Finally nach drei Stunden warten in der prallen Sonne kam der Abschleppdienst und auch unser neues Auto.
Da meinem Papa sein Englisch nicht gerade das Beste ist musste ich alles erklären und regeln obwohl ich gar nichts dafür konnte.
So schnell wie möglich habe ich alles erledigt und das neue Auto mit zwei Autoschlüsseln überreicht bekommen.
Jetzt musste nur noch alles umgeladen werden und dann konnte es endlich Richtung Uluru gehen.
Da es bereits 2pm war, reichte uns die Zeit natürlich nicht mehr bei Tageslicht dort anzukommen und in der Nacht darf/soll man nicht durchs Outback fahren da es erstens sehr gefährlich ist wegen den Tieren und zweitens wegen den riesigen Trucks die dort ohne Rücksicht über die Straße heizen.
Auf etwa halber Strecke haben wir an einem schnucklich kleinem Campingplatz mitten im nirgendwo übernachtet
Schon bald nach Sonnenuntergang wurde es immer kälter und bis Mitternacht war es so bitter kalt dass ich in zwei Schlafsäcken schlief und mein Papa seine Mütze aufziehen musste und sich mit einer weiteren Decke zudeckte.
Es ist also wahr dass es im Outback in der Nacht extrem kalt wird und am Tag sehr schön und heiß. Ich schätze es hatte 1-2 Grad und keine Wolke am Himmel.
Das war aber das schöne daran denn der Sternenhimmel war unglaublich und unbeschreiblich schön.
Ich staunte so sehr dass ich freiwillig noch mal aus dem Campervan ging um mir die Sterne genauer anzuschauen.
Bestimmt zehn Bilder habe ich davon gemacht doch da ich keine Spiegelreflexkamera habe wurde das leider nichts. Es gibt hier in Australien so viele Sachen die man mit Bildern leider nicht oder nicht so gut festhalten kann – die MUSS man einfach life gesehen haben!
Danach konnte ich dann kaum noch schlafen da ich mich immer wieder vergewissern musste ob die schönen, riesigen Sternbilder der Südhalbkugel noch dort waren.
Dadurch haben wir auch am nächsten Morgen „verschlafen“ da wir uns schon früh auf den Weg zum Kings Kanyon machen wollten. Dieser lag nämlich noch 200 km weit weg von unserem Campingplatz. Bis wir dort ankamen war schon Mittagszeit und da wir beschlossen haben noch am Sonntag zumindest Richtung Ayers Rock weiter zu fahren sind wir nur die kleine Strecke gewandert.
Die war allerdings mini klein doch man sah alles was man sehen musste nur eben nicht die Sicht von oben. Der Kings Kanyon ist schon sehr schön doch ich freute mich auf den Ayers Rock da dieser ja ein sehr großes Symbol Australiens ist.
Auf dem Weg zum Rock mussten wir schon wieder tanken da die nächste Tankstelle erst 250 km später kam und dazwischen rein gar nichts war.
Der Rückweg kam uns wesentlich schneller vor und daher beschlossen wir gleich am Sonntag bis zum Ayers Rock durchzufahren.
Kurz bevor wir Rast machen wollten sah ich plötzlich in der Ferne einen riesig großen Felsen und wusste sofort: Der AYERS ROCK!!!
Gigantisch toll sah man diesen außergewöhnlichen Monolithen im nirgendwo glänzen.
Umso näher wir kamen umso faszinierter war ich davon.
Man kennt den Ayers Rock ja nur von Bildern, Filmen oder Postkarten doch in Wirklichkeit sieht er noch mal ganz anders aus.
Als wir am Campingplatz beim Ayers Rock ankamen war schon fast dunkel und da wir am nächsten Tag den Sonnenaufgang am Uluru anschauen wollten, schauten wir noch einen Film auf meinem Laptop und gingen früh schlafen.
Weil die Sonne im australischen Winter erst um halb 7 aufgeht mussten wir zum Glück nicht schon um 4am aufstehen um den sunrise zu sehen.
Wir beschlossen eine Stunde vor Sonnenaufgang loszufahren um auch noch den „schwarzen“ Rock zu sehen.
Der Ayers Rock verändert seine Farbe tatsächlich bei jeder Tageszeit und Wetterlage.
In der Nacht ist er logischerweise schwarz, wenn ihn die Sonne anstrahlt orange am Morgen und eher Rot am Abend, ohne Sonne schaut er braun aus und nach Regen grau – faszinierend!
Nachdem wir aus verschiedenen Perspektiven den Sonnenaufgang fotografiert und angeschaut hatten, parkten wir auf einem Parkplatz am Ayers Rock und ich habe in unserem Campervan toasts with eggs, baked beans and cheese zum Frühstück gemacht. Ein Frühstück mit so einer tollen Aussicht hatte ich auch noch nie gehabt!
Anschließend haben wir uns natürlich noch auf den Weg gemacht und sind die 10,5 km lange Strecke um den Uluru gelaufen.
Leider darf/soll man den Rock ja nicht besteigen. Das hätte ich wirklich auch noch gerne gemacht zumal es sogar eine Aufstieghilfe gibt doch an dem Tag an dem wir dort waren war das Klettern wegen zu starkem Wind sowieso komplett verboten.
Berührt habe ich ihn allerdings mehrmals und natürlich unzählig viele Fotos davon gemacht.
Nach zweieinhalb Stunden Wandern und mehreren Besichtigungsstellen waren wir dann wieder am Anfang bzw. Ende wobei es das dort ja nicht gibt. Auf jeden Fall waren wir wieder bei unserem Auto und beschlossen für den Nachmittag zu den nahe gelegenen Olgas, auch Kata Tjuta (viele Köfpe) genannt, zu fahren und diese uns noch anzuschauen.
An mehreren Plätzen machten wir auf dem Weg halt um uns die zwölf „Köpfe“ zu bestaunen.
Diese waren wahrhaftig zum Teil höher als der Ayers Rock und zusammen auch wesentlich größer.
Dort angekommen wollten wir eigentlich nur noch eine kleine Runde laufen da wir ja schon am Morgen um den Ayers Rock rumgelaufen sind und auch auf dem Weg zu den Olgas zu den Aussichtsplätzen zum Teil ein Stückchen laufen mussten.
Nachdem wir aber schon nach 20 Minuten beim ersten Aussichtpunkt waren, noch genug Energie zum weiterlaufen hatten und vor allem mehr von den schönen Olgas sehen wollten beschlossen wir kurzerhand noch ein Stückchen weiterzugehen.
Die Strecke wurde immer anspruchsvoller und man musste zum Teil echt schon Klettern um weiter zu kommen. Zum zweiten Aussichtspunkt waren es nur weitere 1,5 km doch für diese Strecke brauchten wir deutlich länger wie erwartet. Dort angekommen wollten wir eigentlich wieder umkehren doch rechneten uns aus dass es nur 2 km länger sei wenn wir die ganze Runde laufen würden.
Gesagt getan liefen wir die Strecke weiter und wunderten uns schon wieso wir so gut wie keinen anderen Wanderern begegneten.
Es war ziemlich heiß und wir waren froh unsere Trinkflaschen wieder aufgefüllt zu haben.
Immer wieder dachten wir es müsste bald dem Ende zugehen doch keine Kilometerangabe war in Sicht.
Irgendwann kam ein Schild und wir konnten es kaum glauben dass es weitere 2,5 km bis zum Ziel waren.
Genau zwei Wanderern sind wir auf dem Rundweg begegnet und somit konnten wir uns wirklich stolz schätzen als einer der wenigen an dem Tag dort die ganze Strecke gegangen zu sein.
Vor allem da wir ja schon am Morgen um den Ayers Rock gelaufen sind. Die meisten Leute machen die Olgas und den Uluru an zwei Tagen doch wir haben alles an einem Tag gemacht und somit stolze 20 km hinter uns gelegt – fast so viel wie ein Halbmarathon :-)
Müde und erschöpft sind wir wieder zurück zum Ayers Rock gefahren um dort den Sonnenuntergang anzuschauen.
Da wir auch plötzlich ziemlich Hunger hatten, stellten wir uns auf den sunset Parkplatz und ich kochte wieder direkt vor dem Uluru unser Abendessen.
Viele neidische Gesichter starrten auf uns als wir unser Abendessen bei Sonnenuntergang genossen hatten – wer kann schon sagen er hatte Dinner am Uluru :-)
Die nächsten Tage gestalteten sich eher als langweilig da wir die meiste Zeit auf dem Highway verbrachten.
Allerdings gab es auch im „nichts“ einige Highlights...
Da wäre zum einen der Oberfreak von einer Tankstelle an der wir tankten.
Sein Laden gestaltete sich aus Geld und Souvenirs aus den verschiedensten Ländern.
Natürlich wurden auch wir gleich gefragt aus welchem Land wir kommen.
Als er hörte von Deutschland packte er erst einmal aus.
Er hatte unglaublich viele Sammlerstücke aus Deutschland wie z.B. Bierdeckel vom Oktoberfest oder Scheine von der einstmaligen deutschen Mark.
Mit einem Stab deutete er uns in Sekundenschnelle alle „Schätze“ die er aus Deutschland hatte.
Ich glaube dem sein Laden ist mehr Wert als er jemals auf dem Konto hatte, hahaha.
Nun kommen die weniger schönen Dinge die wir auf dem Weg im nichts gesehen haben.
Leider ist es tatsächlich wahr dass auf dem Highway im Outback sehr, sehr viele tote Kangaroos auf der Straße und dann auch noch meistens zerstückelt herumliegen.
Das hat sogar meinen Papa so sehr erschreckt und geekelt dass er nun kein Kangaroofleisch, wie er eigentlich vorhatte, essen wollte!
Aber auch lebendige Tiere sind uns über den Weg gelaufen.
Da wären zum einen Kamele die ganz gelassen an der Straße standen genauso wie Kühe und Pferde. Am krassesten war aber die schwarze Schlange die so schnell wie der Blitz gerade noch so vor unserem Auto über die Straße vorbei schlängelte. Ich wusste gar nicht wie schnell Schlangen sein können. Das hat mich dann schon wieder beunruhigt da ich gesehen habe dass auch hier Schlangen hausen.
Am Mittwoch sind 1000 km von Alice Springs (Mitte von Australien) bis fast Katherine (ziemlich weit im Norden aber noch nicht in Darwin) gefahren und was wir da an Wetterunterschiede feststellten war auch unglaublich.
Während es in Alice Springs genauso wie auch in Brisbane zumindest in der Nacht Winter ist konnte man von Rast zu Rast hoch in den Norden immer deutlicher spüren wie es heiß wurde.
Ist ja schon witzig – in Europa fährt man in den Süden damit man schönes Wetter hat und auf der Südhalbkugel muss man für Sommertemperaturen in den Norden fahren J
Als wir in Katherine ankamen hat es einem fast die Socken aus den Schuhen gehauen – es ist in Australien mitten im Winter und es ist HEIß!!!
Unglaublich aber wahr habe ich mich innerhalb von unserer Lunchpause trotz Sonnencreme schon wieder ein bisschen verbrannt da ich keine Sonnencreme drauf gemacht hatte! Die Sonne ist hier im Winter genauso Aggressiv wie in Brisbane im Sommer. Mir war es hier schon wieder zu heiß und ich konnte wirklich kaum in der Sonne bleiben. Diese Temperaturunterschiede von warm und kalt machen einen in Australien manchmal echt fertig.
Somit wechselte ich vom Ayers Rock bei kälte mit zwei Schlafsäcken und langem Schlafanzug zu kurzem Schlafanzug und meinem dünnen Schlafsack und schwitze immer noch!
Am Donnerstag den 24. Juni sind wir dann weiter in den Kakadu National Park gefahren der circa 200 km Östlich von Darwin liegt.
Dieser ist wohl der berühmteste Nationalpark Australiens.
Vor allem auch deshalb da dort ein großes Krokodilgebiet Australien liegt.
Durch die dauerhafte Wärme im Northern Territory fühlen die sich dort pudelwohl.
Zwei von 20 Arten der Krokodilen die es auf der ganzen Welt gibt leben in Australien.
Das sind die Süß – und Salzwasserkrokodile.
Die Süßwasserkrokodile sind kleiner und können Menschen anscheinend nicht töten. Somit ist das Baden in Süßwasserflüssen und Seen auf eigene Gefahr erlaubt – unglaublich oder?
Da gibt es tatsächlich Menschen die in einem Wasser baden gehen wo es eventuell Krokodile hat!
Bei Salzwasserkrokodilen schaut das aber anders aus. Diese scheinen aggressiv und auch größer zu sein.
Ich möchte allerdings keinem der Biester persönlich begegnen und somit bleib ich brav an Land auch wenn es unerträglich heiß ist und das Wasser verlockend ausschaut. Das ist aber gerade das gemeine wo es vor allem Deutschen schon einige Menschenleben kostete!
Nach 100 km im Nationalpark hatten wir endgültig genug von der vielen Autofahrerei und machten uns auf die Suche nach einem Campingplatz.
Da wir endlich am Nachmittag und nicht erst am Abend am Campingplatz ankamen hatten wir zum erstenmal Zeit ein wenig zu relaxen und einfach mal nichts zu machen.
Der Campingplatz war direkt am billerbong gelegen in dem es natürlich unzählig viele crocs gab doch zum Glück hatten wir mehrere sehr tolle Pools in unserer Anlage sodass keiner auf die Idee kommen musste sein Leben im Fluss aufs Spiel zu setzen.
Am Morgen jedoch saß der Schreck einer Frau sehr tief. Sie suchte ihren Sohn und konnte ihn nirgendwo finden. Total verzweifelt schrie sie über den ganzen Campingplatz doch als ich sie rufen hörte sah ich gerade ihren Sohn und brachte ihn zurück zu seiner Mama.
Total am Zittern fiel sie ihm in die Arme. Ich glaube es wäre das schlimmste was passieren könnte wenn sein Kind an einen Krokodilfluss läuft und das hungrige Krokodil schon wartet – man ist einfach total Machtlos gegen diese Viecher!
Freitag morgens haben wir eine Bootstour am berühmten Yellow Water River gebucht.
Diese hat sich auch wirklich gelohnt. Der Fluss war super schön mit ganz vielen verschiedenen tollen Vögeln und Pflanzen. Aber das war natürlich nicht das Highlight.
Wir wollten Krokodile sehen und die bekamen wir dann auch fast Haut nah zu sehen.
Ich habe ja schon einmal eine Crocodiletour mit Lena, Caro und Nico in Cape Tribulation gemacht aber die Tour im Kakadu National Park war wesentlich besser.
Wir haben ganz viele Krokodile gesehen. Unter anderem auch ein gähnendes, ein Krokodil das gerade auf Beutejagd war und anscheinend leicht in unser Boot springen hätte können (sehr beruhigend!) und das tollste war das Krokodil das wir im Wasser schwimmen sahen. Esist bestimmt einen Kilometer neben unserem Boot hergeschwommen und an den Rand des Bootes wollte ich daher nicht so sehr gehen.
Auch wurde uns erzählt dass im Yellow Water River schon einige Menschen getötet wurden und vor drei Jahren natürlich auch mal wieder ein Deutscher- anscheinend nimmt unser Volk die Macht dieser aggressiven Biester nicht so ernst!
Ich muss allerdings sagen dass es einfach wirklich total verlockend ist in das Wasser zu springen. Vor allem weil es so heiß ist und das Wasser mehr als einladend wirkt. Trotzdem will ich noch nicht sterben und koche lieber in der Sonne wie Krokodilfutter zu werden!
Nach der Tour sind wir in ein Aboriginal Center gegangen und haben einiges über die Ureinwohner Australiens gesehen und erfahren.
Am Nachmittag ging es ein wenig auf Wanderschaft wobei es in der Hitze keine 20 km mehr wurden :-)
Die Strecken waren alle nur wenige Kilometer lang aber das hat auch gereicht.
Die letzte Strecke war sehr gruselig und ich hatte mega Angst dass aus dem Wasser oder Gebüsch sofort ein Krokodil springt und uns angreift.
In der wet season (Sommer) ist der Weg sogar verboten da alles überflutet ist und somit die crocs überall herumschwimmen können. Da hier aber gerade dry season (Winter) ist durfte man durch den Regenwald an den ganzen Sümpfen und Flüssen vorbeilaufen.
Ich wollte mitten drinnen am liebsten wieder umdrehen und finde das ziemlich verantwortungslos da man oft nicht sieht was sich rechts und links von einem befindet und wir bei der Bootsfahrt am Morgen sahen dass die Krokodile sehr oft am Ufer liegen und genau da sind wir gelaufen!
Zum Glück sind wir wieder heil herausgekommen und ich würde da nie wieder reinlaufen. Wir hätten das ja auch gar nicht gemacht doch es waren dort ziemlich viele Menschen und trotzdem kann das nicht sicher sein.
Meine letzten drei Tage Australien habe ich dann in Darwin verbracht.
Als wir dort an einem Campingplatz ankamen sind wir erst einmal in den Pool gesprungen – das hat gut getan!
Gegen Mittag sind wir in die Stadt gefahren und haben schnell gemerkt dass Darwin eine recht kleine Stadt ist (100.000 Einwohner)
Trotz furchtbar schlechter Orientierung haben wir alles sofort gefunden.
Für Sonntag haben wir uns vorgenommen in den Botanischen Garten zu gehen und am Abend auf den Nachtmarkt direkt am Meer.
Dort durfte man sogar ins Wasser gehen und es gab Lifeguards obwohl schon öfters Krokodile gesehen wurden – unglaublich aber es waren tatsächlich Menschen im Wasser!
Ich habe mich auch getraut mir den Füßen ins Wasser zu gehen aber nur weil dort gerade so viele Menschen im Wasser waren. Das Wasser war so warm wie Badewannenwasser, kein Wunder dass sich die Krokodile dort wohl fühlen!
Der Markt hat uns extrem an das Peter & Paul Fest erinnert und somit wurde ich schon eine Woche vorher darauf eingestimmt :-)
In Darwin gibt es die berühmten, tollen Sonnenutergänge Australiens und deshalb haben wir uns an den Strand gesetzt und diesen dort angeschaut. Unvorstellbar wie viele Menschen dort waren um den Sonnenuntergang anzuschauen. Es ist wohl der berühmteste Platz Darwins.
Das hat sich aber auch gelohnt denn es war der schönste Sonnenuntergang den ich jemals in Australien gesehen hatte.
Auf dem Heimweg sahen wir dann noch ein Feuerwerk – was für ein schöner, letzter Abend in Australien!
Doch das war noch nicht alles. Als ich an meinem letzten Morgen in Australien aufwachte wollte ich nachschauen ob es schon hell ist und habe den unglaublich schönsten Sonnenaufgang direkt von unserem Campervan aus gesehen.
Das war wirklich ein tolles Geschenk von Australien an mich und ja – ich werde wieder zurückkommen!!!
An meinem letzten Tag musste ich noch einiges erledigen. Letzte, leichte Souvenirs kaufen und gleichzeitig ein letztes Mal den Koffer ausmisten, mein australisches Bankkonto löschen (das war sehr traurig) und ich bin ENDLICH zum Friseur gegangen!
Ich hatte ganz schön Angst davon da ich schon seit mehr als eineinhalb Jahre nicht mehr beim Friseur war und wusste dass sie mir ziemlich viel abschneiden würden.
Leider war es auch so doch es war nix zu machen – was ab musste, musste eben ab :-(
Somit habe ich nun eine für mich ziemlich kurze Frisur mit der ich mich erst noch richtig anfreunden muss. Eines steht auf jeden Fall fest: Ich werde nun öfter zum Frisör gehen und hoffen dass meine Haare dann trotzdem recht schnell wieder lang werden.
Kurz bevor ich mich dann endgültig von Australien verabschieden musste habe ich mir dann natürlich noch meinen letzten Boost geholt und „Janine’s Favourite“ sehr genossen :-)
Dann hieß es den Campervan abgeben, an den Flughafen fahren, letzte australische Telefongespräche erledigen - es ging einfach alles so schnell...plötzlich saß ich schon im Flugzeug dabei kommt es mir so vor als wäre ich erst gestern auf meine große Reise nach Australien aufgebrochen.
Australien wollte mir aber noch eine letzte, tolle Erinnerung mit auf den Heimweg geben. Wir sind genau bei Sonnenuntergang geflogen und wie bestellt saß ich im Flugzeug am Fenster und konnte den total genialen Sonnenuntergang auf dem Weg in die Lüfte genießen. Während dem Flug sind wir immer dem Sonnenuntergang hinterher geflogen bis wir ihn nach zwei Stunden nicht mehr einholen konnten und er sich endgültig verabschiedet hatte.
Hinter uns war Australien in schwarzer Nacht verschwunden – bye bye and see ya next time (hopefully soon!)
Nach nur vier Stunden Flug sind wir bereits in Singapur gelandet und haben dort erstmal einen weiteren Hitzeschock bekommen. Es war mitten in der Nacht und trotzdem 30 Grad heiß!
Singapur liegt eben ziemlich nah am Äquator und ist einfach rund um das Jahr und 24 Stunden am Tag heiß!
Nachdem wir unser Gepäck sehr schnell erhalten haben und auch mit dem Taxi wenig später im Hotel ankamen waren wir total froh endlich wieder ein richtiges Bett zum schlafen zu haben. Nach zwei Wochen Campervan war das echt mal wieder nötig!
In Singapur wollten wir keine großen Touren mehr machen und somit haben wir uns die meiste Zeit auf Stadterkundung gemacht.
Von „Little India“ bis „China Town“ gibt es dort alles.
Auch am Strand auf einer Insel waren wir an einem Tag und ich habe mir einen heftigen Sonnenbrand geholt obwohl ich mich so oft eincremte. Die Sonne ist hier wohl wieder anders wie in Australien denn da war ich am Ende zumindest mit Sonnencreme abgehärtet und hatte gar keinen Sonnenbrand mehr obwohl es in Darwin auch sehr heiß und sonnig war.
Nach mehreren Shoppingcentern habe ich dann auch endlich meinen Platz gefunden. Vivo City – das Paradies aller Frauen!
Meinem Papa wurde das aber schnell zu bunt und ich habe mich dazu entschlossen dass ich morgen meinen letzten Tag dort alleine verbringe und mein letztes Geld und Gewicht für den Koffer verbrauche J
So, nun ist es also endgültig soweit – nur noch einmal bzw. mit Flugzeug zweimal schlafen und dann bin ich wieder zurück.
Ich freu mich wirklich sehr euch alle wieder zu haben.
Kann es kaum erwarten zu erfahren was in den letzten 10 Monaten in Bretten alles passiert ist und bestimmt seid ihr auch auf meine abenteuerlichen Geschichten gespannt!
Bis Freitag meine lieben und vielen Dank dass ihr mich immer so toll unterstützt habt – ohne euch wäre mir bestimmt langweilig geworden. Es ist echt toll zu wissen dass man so tolle Freunde hat!
huhu,
also es wird wohl echt langweilig wenn es keine berichte mehr zum lesen gibt;-) war immer so super spannend. gänsehautfeeling pur
bis bald
Blogeintrag gelesen von 246 Besuchern.
Spam?