...Mein Flug hat leider 4 Std Verspätung, aber ich habe ziemliches Glück, denn mein Anschlussflieger von Delhi nach Kathmandu hat auch Verspätung, so dass ich keine Nacht in Delhi verbringen muss, sondern noch abends in Kathmandu ankomme...Die nächsten Tage sind auch in Kathmandu schön sonnig (ein Glück, sonst heißts nämlich kalt duschen bei den Solarduschen hier ;)), aber insgesamt ist es hier im Norden natürlich schon deutlich kühler.
Von einer weißen Weihnacht sind wir aber dennoch weit entfernt, als wir bei Leonie und Paul, die übrigens einen hervorragenden Weihnachtsbaum improvisiert haben :) zusammen mit Steffi und Bü den heiligen Abend begießen. :)
Da mir eine Woche Kathmandu dann doch relativ lang vorkommt fahre ich mit Bü spontan für ein paar Tage nach Pokhara, westlich von Kathmandu...
Beeindruckend, was für ein Gegensatz Pokhara im Vergleich zum stressigen, dreckigen und luftverschmutzten Kathmandu ist, fühlt sich fast wie Urlaub an und es fällt schwer, zu glauben, dass man sich tatsächlich noch in Nepal befindet. Wahrscheinlich liegt das aber auch nur daran, dass wir uns hauptsächlich an der Lakeside also dem Touri-Fleck in Pokhara aufhalten...
Als Touri kann man sich hier auf jedenfall eine schöne Zeit machen. Von einem hochgelegenen Aussichtspunkt machen wir einen beeindruckenden Paragliding-Flug vor der Kulisse der 8000er. Am nächsten Tag leihen wir uns Motorräder und fahren selbst nochmal zu 2 Aussichtspunkten um das Panorama von Dhaulagiri, Annapurna und Manaslu (in der Ferne ist er gerade noch zu erahnen) und co zu bestaunen. Eine Runde auf dem See paddeln darf natürlich auch nicht fehlen, aber dann geht es am 30.12. zurück nach Kathmandu, schließlich wollen wir Silvester dort feiern!
Das klappt auch soweit ganz gut, als wir nach einem leckeren Essen die erste Bar aufsuchen. Allerdings sind die Öffnungszeiten hier auch an Silvester für Europäer etwas ungewohnt und obwohl wir uns echt Mühe geben ist nach 2 Uhr kein Laden mehr zu finden in dem man das neue Jahr noch ein bisschen feiern könnte...
Vielleicht auch nicht so verkehrt, denn für mich steht am 1. Januar ein 17-stündigern Bustrip bis an die indische Grenze an. An den selbstmörderischen Fahrstil der meisten Busfahrer hat man sich mittlerweile gewöhnt, Straßensperren aufgrund eines Streiks kurz vor der Grenze sind dann aber doch mal was Neues (scheinbar Maoisten, die mit einigen Mini-Vans voll roter Fahnen und Flaggen sämtlichen Verkehr lahmlegen). Sieht zwischendurch nach einer weiteren Nacht in Nepal aus, nach 2 Stunden entscheiden sie sich aber, Reisebusse fahren zu lassen... Glück gehabt!
Am nepalesischen Immigration-Office treffe ich 4 Amis, nach dem Ausfüllen des Ausreise-Formulars laufe ich mit denen zusammen über eine lange Brücke auf die indische Grenze zu, fast wie im Film ;)... nach kurzer Suche finden wir auch auf der anderen Seite das Immigration-Office. Die Einreise-Formalitäten lassen sich erstaunlicherweise ohne größere Probleme abhaken und wir fahren zu 5. in einem Jeep in ca. 3 Std ins Touristen-Dörfchen Darjeeling, hoch in die Berge. Von dem Elend, was während des Reisens doch ziemlich allgegenwertig ist, ist hier oben wieder kaum etwas zu merken.
Aufgrund der Höhe ist es hier oben aber auch nochmal etwas kühler. Nachts fallen die Temperaturen auf ca. 0°C, bei Häusern ohne jegliche Isolierung, geschweige denn Heizmöglichkeiten, ist das nicht zu unterschätzen...
Der Kanchenjunga zeigt sich leider nur einmal kurz, ansonsten ist es ziemlich wolkig und nebelig hier oben. Daher besuche ich mit den Amis eine Teeplantage und das gerade stattfindende Festival (Tee-Festival natürlich), probiere jede Menge Tee und am Ende decken wir uns noch ordentlich mit Tee ein. Das kleine Bergdorf ist echt schön, aber ich glaube nach 3 Tagen hat man hier alles gesehen, von daher auf in wärmere Gefilde.
Auf dem Weg Richtung Flughafen sehe ich hier aber den bisher extremsten, in Indien so oft beschriebenen, Gegensatz zwischen arm und reich. Auf der einen Straßenseite leben Familien in Blechhütten, oder teilweise sogar nur unter abgespannten Planen und auf der anderen Straßenseite steht keine 100 Meter weiter ein riesiges neues Einkaufszentrum.
Ziemlich krasser Gegensatz, wenn man als Ausländer daran vorbeifährt, auf dem Weg zum Flieger in die nächste Stadt...
Varanasi, Pilgerort der Hindus am Ganges, ziemlich beeindruckende Stadt, die Abseits der Hauptstraßen aus tausenden kleinen Gassen besteht, durch die nicht einmal indische Kleinwagen fahren können. Ich habe das Glück hier einen Bekannten eines Studenten aus meiner Gruppe treffen zu können, der mir die Stadt zeigt. Von Sarnath, dem angeblichen Ort an dem Buddha seine erste Predikt gehalten haben soll, über die Verbrennungsstätten der Hindus im nördlichen Bereich der Ghats, bis hin zur Ganga Aarti, der Zeremonie zur Huldigung des heiligen Flusses, versuche ich, mir alles anzuschauen, was es in und um Varanasi zu sehen gibt, bevor mein Rückflug nach Pune geht und diesen 2-wöchigen Trip beendet.
Wieder über Delhi und wie erwartet verspätet... Aus der Maschine raus, steht dort ein Bus parat, der direkt übers Rollfeld bis vor den Anschlussflieger fährt. Schade, dass das nicht immer so ist.... :)
Sehr cool Mr. Flip...Vorallem die Paraglidingbilder. Haben die Amis alle die gleiche Jacke gehabt?
LG in die Ferne
Den Namen hab ich jetzt wohl weg... ;)
Die Amis haben sich in Nepal alle mit gefaketen Daunenjacken ausgestattet für 20€ das Stück ;)
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