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Scholles Blog

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Das Leben in Airlie Beach

24.11.2008 | Bilder10 | Kommentare1 | Australien  - Airlie Beach, Queensland
Nach einer schoenen Zeit in Rainbow Beach und Fraser Island machten wir uns also wieder auf den Weg. Unser naechstes Ziel sollte irgendwo in Richtung Agnes Water/Town of...

...1770 sein, da dort fuer uns die letzte Moeglichkeit an der Ostkueste war, um noch einmal unsere Surfkuenste zu erproben. Agnes Water hat naemlich den noerdlichsten surfbaren Strand an der australischen Ostkueste, da weiter noerdlich das Great Barrier Reef die Surfgebiete stark einschraenkt.

Doch bescherte ich Frank the Tank (er wurde von mir mit Rotwein auf jenen stolzen Namen getauft) zu Beginn der Reise erstmal ein kaputtes Ruecklicht, als ich auf dem Hostelparkplatz rueckwaerts ausparken wollte. Da stand doch ploetlich ein Baum, der vorher nicht da war! So schien es jedenfalls, doch merkten wir dann, dass unsere Beladungstechnik von Frank ausgefeilt werden muss. Irgendwie schafften wir es dann auch, dass ich von dem Zeitpunkt an nach Hinten freie Sicht hatte. Leider beschuetzte das den Guten nicht vor weiteren Schaeden.

So fuhren wir gemuetlich die Strasse lang, als ich deutlich irgendetwas am hinteren rechten Reifen spueren konnte. Als wir dann in eine Stopping Bay gefahren sind wurde es deutlich. Das Gummi, dass eigentlich den Schmutz nach hinten abhalten sollte hat sich ueberlegt mal nach vorne zu klappen und den Reifen wie eine Orange zu schaelen. Demnach bildete sich ein langes stueck Reifen, dass sich wie eine Schlange um die Ueberbleibsel wickelte. Also Ersatzrad gewechselt und am naechsten Tag ein neues gekauft. No dramas! :)

Am naechsten Morgen fuhren wir nach einem mehr oder weniger erholsamen Schlaf auf einem Rastplatz weiter Richtung Agnes Water. Dort angekommen haben wir erst einmal die Hostel abgeklapptert. Jedoch nicht um nach freien Betten zu fragen, sondern um die Free Food Bereiche in den Kuechen abzuchecken. So haben wir erstmal Muesli gefruehstueckt und uns spaeter zum Mittag Baked Beans gemacht. Frisch gestaerkt sind wir dann zum Lookout gefahren und noch ein kleines Stueck gewandert. Es ist ein ganz schoener Aussichtsplatz, doch haben wir von denen schon zahlreichere und bewegendere gesehen.

Dann haben wir uns mal nach Surfboards erkundigt und beim einzigen Laden in Agnes Water schon einmal Bretter fuer den naechsten Morgen reserviert. Der naechste Tag wurde dann ein sehr schoener Surftag, doch wurde uns mal wieder bewusst, wie wichtig ein Surfshirt doch ist, da die Reibung auf dem Brett irgendwann schoene Schuerfwunden bringt, die einen noch 1-2 Wochen an das Surferlebnis errinnern. Aber war trotzem lustig! :)

In Mackay, eine Weile noerdlich von Agnes Water haben wir uns erstmal fuer den Tauchkurs in Airlie Beach durchchecken lassen. Die ganze Prozedur kam mir wie meine Musterung vor, mit dem grossen Unterschied, dass ich diesmal gute Werte bekommen und bestehen wollte. Nach Seh-, Hoer- und Balancetest und 2 Stunden wurde mir dann ein gueltiges Dive Medical in die Hand gedrueckt. Nachdem ich jedoch 150$ bezahlen musste. Na gut, ich wollte den Tauchkurs ja machen, doch versteckte Kosten sind nun wirklich nicht meine besten Freunde. Doch scheinen die mich irgendwie zu moegen. ;)

Nahe Mackay liegt der Eungella National Park mit ueber 860 Pflanzenarten und besonders ausgepraegten Regenwaeldern. Hoch oben auf dem Berg findet sich der Broken River in dem man Schnabeltiere (Platypus) beobachten kann. Das klang interessant, also sind wir nach dem Dive Medical dort hingefahren. Doch zunaechst zu einem Rockpool um uns ein kostenloses kuehles Bad zu goennen. Yeah, FREE BATH! :)

Anschliessend fuhren wir also zum Broken River und wir ueberbrueckten die Zeit dann mit einem kleinen Snack als wir ankamen, da man bei Daemmerung eine groessere Chance hat um die kleinen Tierchen zu entdecken. Als es so weit war gingen wir leise zum Aussichtspunkt, wo schon 15 andere begeisterte Tierbeobachter waren. Schnell sahen wir auch schon den ersten und waren erst einmal ueberrascht, dass sie mit 30-40cm viel kleiner sind, als man sie sich vorgestellt hat. Aber putzig und ich war kurz davor meiner Katze daheim einen weiteren Spielgefaehrten mitzubringen. Doch muss ich noch abwaegen, ob sie lieber mit einem Schnabeltier oder einer streifenfoermigen Bartagame (mein anderes australisches Lieblingstier) spielen moechte. ;)

Abends erreichten wir dann Airlie Beach und feierten ein froehliches Wiedersehen mit den 3 hollaendischen Maedels vom Canoeing-Trip in Noosa. Es war interessant miteinander die Geschichten auszutauschen, die wir in den Wochen nach dem Trip erlebt haben. Wir sind dann noch ein paar Tage mit ihnen feiern gegangen oder haben einfach nur an der Lagune gechillt. Dort hab ich dann eine Menge Leute wiedergetroffen, die ich mal in Byron Bay und anderen Staedten kenenn gelernt habe. Auch wieder spannend, wenn man seine Reiseerlebnisse austauschen kann!

Montag startete dann Leos und mein Tauchkurs (Wouter hat schonmal einen gemacht und wollte seinen Advanced machen). Der Tauchlehrer hatte uns mit seiner freundlichen aktiven Persoenlichkeit sofort im Bann und erzaehlte uns erst einmal ein wenig Theorie uebers Tauchen. Von nun an bewegten wir uns immer von gemuetlichen Theorie zu Praxis-Bloecken. Letztere sahen so aus, dass wir im Pool grundlegende "Skills" durchgingen. Also von Maske und Gewichtguertel bis komplettes Tauchequipment abnehmen und wieder aufsatteln. Sehr schnell bekam ich dann ein Gefuehl fuer die Techniken und es machte Spass, wenn man seine Fortschritte schnell sah und der Dive Instructor einem unter Wasser begluckwuenschend die Hand reichte. :) Ueber Land begeisterte er uns alle mit einem "Wicked!" hinter jedem 2. Satz. :)

Nach 2 Tagen Tauchkurs ging es dann endlich am Dienstag Abend mit der Anaconda III los. Die Crew begruesste uns herzlich mit Champagner und erzaehlte uns 30 Reisenden die Einzelheiten ueber die kommenden 3 Tage und 3 Naechte. Einer der Crewmitglieder war ein Tauchlehrer vom Kurs, die meisten anderen kannte ich nicht, doch lernte ich diese in den folgenden Tage gut kennen. Sehr sympathische Crew und so lustig! Fuer jeden Spass zu haben! Der Koch wurde nur "Stomper" genannt und sah aus wie ein Wikinger und immer wenn er von etwas begeistert war gab er einen hohen quitschiegen Urschrei von sich. Zufaelligerweise habe ich ein weiteres Crew-Mitglied vorher schon auf der Strasse in Airlie Beach getroffen und ein paar Worte mit ihm gewechselt. Doch zu seiner Geschichte komme ich spaeter noch.

Einige der Reisenden habe ich vorher schon einmal gesehen und mit Bart ("like Bart Simpson", wie er sich immer vorstellte), einem Hollaender, habe ich mich in Rainbow Beach schon einmal im Hostel unterhalten. Wir verstanden uns wirklich gut! Doch wusste ich schon, dass er mit auf den Trip geht, da er auch im Tauchkurs war. Von ihm hab ich uebrigens die tollen Bilder bekommen. Danke nochmal Bart! :)

Am naechsten Tag segelten wir zum Whitehaven Beach, einem der Top7-Beaches of the World! Ist auch wirklich ein schoener Strand, den wir nach einem kleinen Tauchgang in dem wir unsere Skills das erste mal im Salzwasser bei 2m Tiefe durchgingen fuer ein Volleyballmatch nutzten. Germany versus Netherlands. Es ging 1 - 1 aus, bevor wir leider wieder den Strand verlassen und weitersegeln mussten. Doch freute ich mich auch schon, da der naechste Tauchgang in der Luncheon Bay schon auf uns wartete. Diesmal ging es bis 10 Meter runter und ich musste kontinuerlich meine Ohren "poppen", also den Druck ausgleichen. Auf dem Meeresgrund gingen wir noch einmal unsere Skills durch, wie zum Beispiel das Wasser aus der Brille zu entfernen (Bisschen umklappen und durch die Nase ausatmen).

Dann segelten wir auch weiter und erreichten am naechsten Tag das atemberaubende Great Barrier Reef! Ueber Wasser sah man sehr schoen die farblichen Unterschiede in Blau, Gruen und Tuerkistoenen. Jetzt wurde es richtig spannend, da unser naechster Tauchgang schon wieder bevorstand. Es ging darum die Skills nun bei unser maximalen Tiefe von 18m noch einmal durchzugehen.

Vor dem Tauchgang werden immer Teams bestehend aus 2 Buddys gebildet. Mein Buddy war diesmal Leo und so ging es dann auch los. Unter wasser tauchten wir in der gruppe von 10 durch atemberaubende Korallenwelten und sammelten uns irgendwann wieder am Meeresgrund. Doch Leo und ich haben uns aus versehen bei 2 Advanced Divern angehaengt, da wir sicher waren, dass sie zu unserer Gruppe gehoerten. Als uns der Dive Instructor zur Gruppe zurueckholte merkten wir ploetzlich,dass wir schon auf 22.7m Tiefe waren, also 4,7m tiefer als uns erlaubt war! Zum Glueck war der Instructor sehr relaxed, aber ein paar Stunden danach hatten wir beide dann doch ein recht schlechtes Gewissen.

Es wurde Ernst, denn der naechste Tauchgang war unsere praktische Pruefung. Wir wurden schon vorgewarnt, dass die beiden Instructors uns absichtlich schlecht behandeln werden. So koennte es passieren, dass sie einfach mal unsere Masken oder die Luftzufuhr abreissen. Ich formte ein Buddyteam mit Annika, einer Deutschen, und nach dem Buddycheck ging es auch los. Uns wurde gesagt, dass wir selbst navigieren muessen und somit das Korallenriff immer zur linken Seite lassen sollen. Und wenn wir 10 m Tiefe ueberschreiten, dann sind wir durchgefallen. Das hiess also, dass wir unsere Anzeigen staendig im Auge haben mussten. Es war der erste Tauchgang, bei dem wir unsere Richtung und Geschwindigkeit selbst bestimmen konnten. Das war sehr aufregend, da wir einach mal zum Korallenriff tauchen konnten und unter Wasser ein bisschen rumalbern konnten.

Wouter hatte mir einen Trick verraten, wie man ausser der normalen Technik den Luftdruck in den Ohren regulieren und das Wasser aus der Brille bekommen kann. Einfach eine Rueckwaertsrolle machen! War so lustig, dass ichs gleich zweimal gemacht hab! ;) Der Tauchgang war erfolgreich und von dem Zeitpunkt an darf jeder aus der Gruppe sich stolz als Certified Diver bezeichnen! Auch ich! :)

Wir waren nun qualifizierte Taucher und uns wurden zwei besondere Tauchgaenge angeboten: Ein Cave Dive und ein Night Dive. Der erste war sehr cool! Der zweite wicked!! Beim Cave Dive schwommen wir durch einen Tunnel bei 8m Tiefe, was aufregend war, da man nicht wusste, ob es als naechstes wieder hoch, runter, links oder rechts ging. Zudem war es sehr eng und man musste sich ab und zu mit den Fingern abstossen. Als ich mich am kleinen Finger geschnitten habe, merkte ich erstmal wie scharf die Korallen vom Great Barrier Reef sind!

Der Night Dive war wie der Name schon sagt ein Tauchgang bei Nacht. Das hiess kein Licht ausser einer Taschenlampe, mit der jeder ausgestattet wurde. Dann wurde mir erstmal die faszinierende Unterwasserwelt bewusst! Wir tauchten durch eine Passage, in der Schildkroeten ihren Schlafplatz haben. So sahen wir riesige Schildkroeten, die genervt von unseren Lichtern andere Schlafplaetze suchten oder liebevoll von uns gestreichelt wurden. Wir sahen sogar eine Moraene, die sich hinter einer Schildkroete schlaengelte und nach kurzem Beobachten fiel mir auch die einige Meter lange Wasserschlage auf mit dem schoenen Tigermuster! Wicked!

Zum Schluss war noch eine witzige Situation, als eine kleine Schildkroete direkt auf mich zuschwomm und mit vertraeumten Augen ein paar Zentimeter von mir entfernt in meine Augen blickte. So wie ein Mensch, der kurz nach dem Aufwachen die Person vor sich zu erkennen versucht. Ein unbeschreibliches Gefuehl...

Mit diesem wahrscheinlich besten Tauchgang endete es auch und wir segelten am naechsten Tag wieder gen Airlie Beach. Abends trafen wir Reisenden uns alle noch einmal zu einer kleinen Abschiedsfeier und man konnte nochmal die ganzen Geschichten auf dem Boot Revue passieren lassen.

Am naechsten Tag bekamen wir dann unsere Ausweise, die es uns nun erlauben auch woanders tauchen zu gehen. Andy sass dort auch, das Crewmitglied welches ich vor dem Trip schon auf der Strasse kennen gelernt habe. Ich fragte ihn was er heute macht und er meinte, er wollte eigentlich einen Segeltrip machen, doch sei das Wetter dafuer ungeeignet. Er schlug mir und Bart dann als Alternative ein paar Bierchen vor und nach kurzem Ueberlegen goennten wir uns dann ein kuehles Blondes. Spaeter gingen wir noch in Andys Wohnung, eine typische sympathische Mitt-Zwanziger Wohnung mit der wahrscheinlich schoensten Lage in Airlie Beach. Direkter Blick auf den Strand, die Boote und das Meer...

In den folgenden Tagen unternamen wir immer oefter etwas mit Andy und wurden Freunde. Fuer Mittwoch hat er uns sogar zu einem Racing Trip mit seinem Boot eingeladen, Wicked! So kam mir also der Gedanke fuer laengere Zeit in Airlie Beach zu bleiben und nach einem Job zu schauen. Jetzt haben Bart und ich tatsaechlich einen Job im Hafen gefunden und fangen Mittwoch an ein privates Boot zu reinigen und zu streichen. Mal schauen, ob wir das dann trotzem noch mit Andys Segeltrip geregelt bekommen.

Ich bleibe also eine Weile hier und verdiene wieder Geld. Leo und Wouter wollten jedoch weiter nach Townsville, da sie dort eine Bekannte haben. Folglich bedeutete das leider, dass sich unser 3er-Team aufloeste. Ein sehr merkwuerdiges Gefuehl, da wir nun 2 Monate zusammen gereist sind und wirklich gute Freunde geworden sind. Also hab ich die beiden heute zu ihrem Bus nach Townsville begleitet und wir versuchten es kurz zu machen, da wir alle schon ein wenig traurig waren. Doch wussten wir, dass wir uns ja nicht fuer immer verabschieden. Wer weiss, vielleicht fahre ich nach meiner Hafenarbeit ja nach Townsville und wir reisen wieder zusammen. Auf jeden Fall bin ich fuer die wunderbare Zeit dankbar die wir miteinander hatten! Wicked!

Viele Dinge sind in der letzten Zeit passiert. Ich habe Leute wiedergetroffen, habe Freundschaften geschlossen und andere Freunde verabschiedet. Ich habe ein neues Hobby durch meinen Tauchkurs gefunden, von dem ich nie in Erwaegung gezogen habe, dass es so atemberaubend ist! Ich war kurzzeitig nur noch mit Hundert Dollar unterwegs und habe jetzt einen Job, auf den ich mich schon richtig freue! Es macht mir Freude darueber zu schreiben und anderen davon zu berichten, auch wenn es schwierig ist, meine Erfahrungen in Worte zu fassen. Ich danke euch aber fuer euer nettes Feedback! Sei es von der Oma per SMS oder von Menschen, die ich persoenlich nie gesehen hab. :)

Ich hoffe euch geht es allen gut und ihr geniesst eure Zeit genau so wie ich, egal wo ihr seid!

and of course...Keep on rockin'!

Freddy Scholle

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Kommentare (1)

  • (#1) Flink sagte am 25.11.08 um 22:56 Uhr:

    Wohl der bis jetzt spannenste und längste Blog! :)
    Gefühlte Lesezeit kürzer als kürzere Blogs!
    Muss echt aufregend gewesen sein und geballt mit Erlebnissen! Bin echt mitgerissen worden!

    liebe Grüße
    (Fahr nicht in den Südosten..da soll's Schneien! ;)


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