...mich in den 3 Tagen oefter einfach mal in der Haengematte oder im Pool wieder. So laesst es sich auch leben!
Ich hatte schon von mehreren Leuten gehoert, dass der Sonnenuntergang am Cable Beach in Broome besonders schoen sein soll, also bin ich an einem Abend hingefahren, um mir selbst ein Bild davon zu machen. Ich wurde Zeuge des bisher farbenpraechtigsten Sonnenuntergangs meines Lebens. Es fing an mit warmen Gelb- und Orangetoenen, doch richtig intensiv wurde es, als die Sonne im Meer versunken war. Die Wolken fingen das kraeftige Licht besonders schoen auf und das Meer schien immer blauer zu werden. Wirklich umwerfend! Bestimmt eine Stunde lang sah ich mir das Wunderwerk der Natur an. Fotos koennen niemals das wiedergeben, was ich erlebt habe.
Meine Zeit verbrachte ich jedoch nicht nur in der Haengematte und am Pool, sondern plante ich auch fleissig meine naechste Route, naemlich die Westkueste bis nach Perth herunterzureisen. Zuerst ueberlegte ich, noch einmal Zettel fuer Mitfahrgelegenheiten aufzuhaengen. Es waere von den Benzinkosten her guenstiger gewesen, auf jeden Fall, doch entschied ich mich intuitiv schliesslich dagegen und beschloss wieder alleine zu reisen.
Samstag wollte ich dann weiterreisen, am morgen jedoch zunaechst einen Reifen wechseln. Der Reifen, den ich mitten im Outback aufgeschraubt hatte, hatte naemlich die falsche Groesse. Waehrend meiner ungeplanten Aktion mitten im Nichts fiel mir durch die gegeben Umstaende (Hitze + Anstrengung + Aergernis) wohl einfach nicht auf, dass der Reifen selbst ein paar Nummern zu klein war. Naja, er hat einige tausend Kilometer gehalten und ruht jetzt als williger Ersatzreifen im Kofferraum.
Als ich dann den Reifen wechseln wollte, passierte mir mal wieder etwas, das nur mir passieren kann: Der Wagenheber ging kaputt! Ohne Wagenheber loszufahren fand ich dann doch zu abenteuerlich, und so machte ich mich auf die Suche nach einem Laden, um einen neuen zu bekommen. Nach nur einer Stunde fand ich auch einen und besorgte mir einen superschicken hydraulischen Wagenheber, der den Wert des Wagens wahrscheinlich bombastisch gesteigert hat. Es war der billigste, den ich bekam, doch faellt das scheinende Gelb auf jeden Fall auf, wenn ich das naechste mal in der Pampa einen neuen Reifen aufziehe.
Mit geprueften Wageninstrumenten, funkelndem Wagenheber, neuem Emergency-Honig und vor allem viel Motivation ging es gegen Mittag schliesslich los!
Ich wollte einfach nur ein paar hundert Kilometer fahren, mein erstes grosses Ziel sollte die Gegend um Port Hedland sein und dann wollte ich an der Kueste weiterreisen bis nach Coral Bay.
Ich genoss einfach die Zeit mal wieder 'on the road' zu sein und fuhr zufaelligerweise genau auf den punkt 333,3 km bis zum Sandfire Roadhouse, wo ich erstmal wieder aufgetankte und eine unangenehme Entdeckung machte: Mein Auto schien vor Ameisen nur so zu wimmeln! Den ersten Verdacht hegte ich, als ich einen 10-L-Wassercontainer anhebte und ca. eintausend kleine Ameisen auf dem Boden wie auf einem Heavy-Metal-Konzert durch die Gegend tobten. Den zweiten Verdacht hegte ich, als unter meiner Matratze eine noch groessere Party zu steigen schien.
Es half also nichts und es folgte eine komplette Ausnehmung von Frank. Rucksack, Kissen, Matratze, Foam-Underlay, Didgeridoo und die ganzen anderen mehr oder minder wichtigen Inhalte meines Autos sammelten sich auf dem Parkplatz des Roadhouses. Gluecklicherweise war ich im Besitz eines sehr hilfreichen Insekten-Sprays. Somit spruehte ich die gesamte fast volle Dose "Bushman" in saemtliche Ecken und beendete die Ameisen-Party in Frank. Feierabend! Nicht nur fuer die Ameisen, sondern auch fuer mich.
Zuerst unterhielt ich mich mit 3 Franzosen, die mit ihrem 600$-Auto innerhalb von einer Woche von Melbourne ueber den Sueden, Westen und durchs Outback wieder nach Melbourne fahren wollten. Klang ganz realistisch, zumindest zeitlich gesehen. Ob sie jedoch mit den 200$ pro Kopf wie sie meinten hinkommen, bleibt dahin gestellt. Auch ein Abenteuer.
Dann kam ich mal wieder in Kommunikationslaune und sah einen Mann mit Ambulance-Uniform an einem Tisch sitzen. Er sah so aus, als ob er zur Raststaette gehoerte und da er auch ein sympathisches Erscheinungsbild hatte, fragte ich ihn zur Abwechslung mal, ob ich auf dem Parkplatz stehen bleiben und in meinem Auto schlafen koennte. Er meinte, das waere kein Problem und fragte die uebliche Frage, mit der man in diesem Land ins Gespraech kommt: "So where are you from?"
Ich erzaehlte ihm ein paar Erlebnisse von meiner bisherigen Reise und er erzaehlte mir dann von seinem Job. Er besitzt das Roadhouse schon einige Jahrzehnte und hat irgendwann eine Ausbildung zum freiwilligen Helfer im Rettungsdienst abgeschlossen. Die Raststaette ist ca. 200 km von der naechsten Stadt entfernt und falls mal etwas in dieser Gegend passiert, ist er der rettende Helfer. Er bekommt kein Geld dafuer, da er "Volunteer" ist, und arbeitet manchmal mit dem "Royal Flying Doctor" zusammen, der in Notfaellen mit seinem Hubschrauber anreist. Ich finde, dass ist eine sehr gute, soziale Beschaeftigung. Und das sagte ich ihm auch, bevor wir uns beide eine gute Nacht wuenschten.
Am naechsten Tag fuhr ich weiter, doch aenderte ich meine Route nachdem die Franzosen mir von dem Karijini National Park erzaehlten und bog nach Port Hedland Richtung Inland ab. Ich hatte vorher schon ueberlegt ob ich dorthin fahre, doch war ich mir nicht sicher ob die Strassenverhaeltnisse gut genug sind. Doch wenn ein 600$-Auto das schafft, dann schafft Frank das allemal!
Nach 6 Stunden Fahrt kam ich nachmittags in dem Park an und begann ein wenig zu wandern. Ich war aber nicht in allzu grosser Wanderlaune, also entschied ich mich nur den kleinen Weg bis zu den "Fortescue Falls" zu gehen. Der Nationalpark ist wirklich schoen und ich konnte es gar nicht erwarten in dem Wasserfall und klaren Natur-Pool schwimmen zu gehen. Erfrischt machte ich mich auf den Rueckweg zum Auto, denn ich wollte noch ein paar hundert Kilometer fahren, bevor die Sonne unterging. Waehrend der Daemmerungszeit wird einem naemlich davon abgeraten zu fahren, da die wildlebenden Tiere dann aktiver sind und die Wahrscheinlichkeit fuer Unfaelle hoeher ist.
In Paraburdoo hatte ich dann gerade aufgetankt und war wieder bereit weiterzufahren, als mich ein Herr mit langen, blonden Rastas darauf aufmerksam machte, dass mein vorderer linker Reifen nicht gut aussehe. Ich machte mir selbst ein Bild davon und sah, dass keine Chance zur Weiterfahrt bestand. Man konnte teilweise schon den Metallring im Reifen sehen. Hiermit beschuldige ich oeffentlich die sogenannten "Grids"! Ab und zu befinden sich diese Gitter auf der Strecke, um den Tieren ein Ueberqueren unmoeglich zu machen. Doch klappt das auch ganz gut fuer Autos. Ich hatte jedenfalls bei jedem Ueberqueren das Gefuehl, als ob meine Reifen sich wie ein Radiergummi auf einer Kaeseraspel fuehlen. Autsch.
Es half nichts, und ich musste die Nacht in Paraburdoo verbringen und mir am naechsten Tag einen neuen Ersatzreifen besorgen. In der Kleinstadt gibt es einen Menschen namens Toni, der Reifen verkauft, so sagte man mir. In einer Milchbar fragte ich den Angestellten, wie ich das denn bitte finden kann. Mit seinen gluecklichen, funkelnden Augen gab er mir die Wegbeschreibung: "Die Strasse runter und das 3. Haus links. Es ist das gruene Haus - das einzige gruene in Paraburdoo." Dort traf ich auf Tonis Frau (Toni war verreist), die mir sogar die passende Groesse verkaufen konnte. War teuerer als meine anderen Reifen, die ich bisher besorgt hatte, aber verstaendlich. Ich war ja in einer Kleinstadt mitten in der Pampa, hehe.
Weiter gings – mein naechster Stop sollte Coral Bay sein. Beim Nanutarra Roadhouse hatte ich mit 306 km schon etwa die Haelfte des Weges hinter mir und somit beschloss ich, einfach mal ein wenig laenger Rast zu machen. Erst unterhielt ich mich mit dem Tankwart, der ungefaehr so alt war wie ich. Er fragte, als ich mit meiner australischen Bankkarte bezahlte, ob ich schon viel in diesem Land gearbeitet habe. Ich sagte ja, doch bin ich auch wieder auf Arbeitssuche, da mein Geld knapp wird. Er sagte, dass er immer 3 Wochen in dem Roadhouse arbeitet und dann eine Woche frei hat. Er war schon drauf und dran seinen Boss zu fragen, ob ich dort arbeiten kann, doch sagte ich ihm dankend, das waere nicht noetig. Um ehrlich zu sein, konnte ich mir zu dem Zeitpunkt nicht vorstellen, fuer noch laengere Zeit von der Menschheit isoliert zu sein. Beim tagelangen Rumreisen fehlten mir die Zivilisation und ich freute mich wieder eine Weile in einer Grossstadt wie Perth zu verbringen.
Nach einem Kaffee und einer Unterhaltung mit 2 netten Deutschen, Amin und Manuela, setzte ich mich nach ca. 2 std Rast wieder hinters Lenkrad. Ich merkte zunehmend, dass ich mich auf dem Weg zur Kueste und in den Sueden bewegte, da die Wildnis nicht mehr ganz so trocken und wuest aussah, sondern immer gruener und lebendiger wurde.
In Coral Bay fuhr ich direkt zum Parkplatz am Strand und sah das wundervolle tuerkis-blaue Ningaloo Reef direkt am Ufer. Rechts neben mir stand ein Campervan mit einem sympathisch aussehendem italienischen Paerchen und gerade als ich Hallo sagen wollte, sprach mich Matheo an. Ob ich einen kostenlosen Platz kenne, wo sie mit ihrem Campervan uebernachten koennten. "Ehrlich gesagt wollte ich dich das auch gerade fragen!" Er meinte dann, er wuesste vielleicht eine abgelegene Strasse, die wir spaeter mal auschecken koennten.
Sie sind dann spazieren gegangen und ich freute mich auf ein Bad im Meer. Man, war das erfrischend! Da es ca. 5 Uhr nachmittags war, war das Wasser angenehm warm und ich chillte einfach mal eine Stunde lang treibend, sitzend und schwimmend im Meer. Dann las ich noch mein Buch, das ich ein paar Tage zuvor in der Hostelbibliothek fand und wieder Lust hatte es zu lesen: Peter Pan. Auch wenn es ein Kinderbuch ist, fand ich es schon ziemlich brutal geschrieben. Ich meine, Captain Hook wird die ganze Zeit von einem tickenden Krokodil verfolgt, dass ihn auffressen will, da es beim letzten Angriff, als es einen Arm gegessen hatte, auf den Geschmack des ganzen Koerpers kam!? Mir fiel auch auf, wie viele Andeutungen und Weisheiten in solch einem Maerchen eigentlich stecken. Hat also gute Gruende, dass man Kindern Geschichten vorliest.
Dann traf ich Matheo und Lucia wieder und ging mit den beiden einen trinken. Matheo hat mir ein Bier ausgegeben und ich lernte die beiden naeher kennen. Lucia hatte jetzt fuer ein halbes Jahr als Architektin in Sydney gearbeitet, doch leider ging die Firma wie die ganze Welt im moment finanziell bergab und somit musste sie zum Bedauern aller die Arbeitsstelle verlassen und reist nun mit ihrem Freund rum, den sie schon aus Schulzeiten kennt. Er ging nach der Schule zu den Canary Islands und hat dort gearbeitet und gesurft und sie haben sich ab und zu noch gesehen. Jetzt sind sie beide 27 und Lucia hat ihn schliesslich ueberredet nach Australien zu kommen. Von dem was ich mitbekommen habe, fuehren die beiden eine sehr leidenschaftliche Beziehung.
Ueber einen holperigen Weg fanden wir dann einen sehr schoenen Schlafplatz. Um uns herum waren weite Felder und keine Menschenseele zu sehen. Ich baute die tuerkise Bank auf, die ich damals in Rainbow Beach von unseren Campingnachbarn geschenkt bekommen hatte und wir machten uns etwas zum Abendessen warm. Als die Nacht hereinbrach waren wir alle vom Sternenhimmel begeistert und redeten irgendwann ganz natuerlich ueber das Universum und die Kraefte, die alles und jeden zusammen halten. Matheo war der Ueberzeugung, dass die Sterne und alle Materien durch Liebe zusammen gehalten werden und wie er das sagte, wirkte er sehr ueberzeugend.
Am naechsten Morgen fuhren wir nochmal zum Strand und nach einem Fruehstueck auf der tuerkisen Picknick-Bank leihte ich mir ein Schnorchel-Set aus und wir gingen am Ningaloo Reef schnorcheln. Das spezielle an dem Reef ist, dass es direkt vom Strand in Coral Bay zugaenglich ist und man nicht mit dem Boot rausfahren muss. Matheo und ich gingen ein stueckchen am Strand lang zu einem Stueck, von wo man sich einfach mit der Stroemung treiben lassen kann. Irgendwann kommt man am normalen Strand wieder an. Das Schnorcheln und ein paar Meter in die Tiefe tauchen war ganz cool, wir haben einige bunte Fische, ein paar Seegurken und zwei sehr grosse Muscheln gesehen, doch sonst nichts besonderes - meine Tauchgaenge am Great Barrier Reef konnte das Schnorcheln nicht toppen!
Mittags verabschiedeten wir uns und tauschten ein paar Kontaktdetails aus. Waren zwei klasse Tage mit den beiden und vielleicht sehen wir uns in ein paar Monaten nochmal in Sydney wieder, doch habe ich das Gefuehl, als ob das einfach eine dieser Bekanntschaften war, die nur fuer den Moment und den Ort bestimmt sind.
Ich fuhr ein paar hundert Kilometer weiter, bis ich Abends schliesslich am Overlander’s Roadhouse ankam und beschloss, dort zu uebernachten. Also machte ich mir etwas zu Essen warm und schaute draussen eine Weile dem Fernsehprogramm zu. Letztendlich blieb ich sogar ein paar Stunden haengen und schaute mir Sendungen an, in denen die Arbeit von Cops gefilmt wurde, wie sie betrunkene Teenager nach Hause schicken und zur Strafe das unerlaubte Feuer mit deren Bierreservern loeschten. In den Nachrichten anschliessend kam noch eine Meldung, dass die Australier sehr empoert sind ueber die Blossstellung von Nicole Kidman durch Thomas Gottschalk, als sie in der Abend-Show Didgeridoo spielen musste. Ein Aboriginee kommentierte, dass es geradezu eine Beleidigung fuer seine Kultur waere.
Nach einer Serie, in der ein Maedchen Visionen ueber ihre Zukunft hat und sich der Nachbarsjunge schliesslich eine Kugel in den Kopf jagt, wurde mir bewusst, dass mir das Fernsehen in den letzten Monaten keineswegs gefehlt hat, parkte mein Auto in einer schattigen Ecke, verhaengte die Fenster und ging schlafen.
Morgens weckte mich ein kleiner wuetender Mann, der an die Scheibe klopfte und mir sagte, es drohe eine hohe Geldstrafe, da ich in einer “No Camping”-Zone stehe. Ich tat einen auf Mitleid und versuchte ihm zu erklaeren, dass ich gestern so unglaublich muede war und doch kein Geld habe! “Na gut”, meinte er, “dann bezahl mir 10$, aber verschwinde dann sofort!” Alles klar, noch gut bei weggekommen, hehe.
War auch irgendwie praktisch, dass er mich so frueh um 6 Uhr geweckt hat, denn so konnte ich den Tag sehr gut ausnutzen. Ich fuhr zum 80 km entfernten Shell Beach, ein Strand auf dem Weg nach Denham, der nicht aus Sand besteht, sondern aus unzaehlig vielen Muscheln. Ich spielte ein bisschen mit den Muscheln, lies sie durch meine Finger gleiten und schreibte fuer die Nachwelt “Merry X-Mas” ans Ufer.
30 km weiter wollte ich mir die Stromatolithen angucken. Ein kleines Stueck musste ich am Strand zu einem Steg entlanglaufen und wurde dann Zeuge dieses Naturwunders. Die Stromatolithen sind durch Wachstum und Stoffwechsel von Mikroorganismen entstanden, haben flaechenmaessig mattenartige oder auch blumenkohlartige Formen und vor einigen tausend Jahren bedeutend in der Evolution beigetragen. Als sich die Stromatolithen damals entwickelten, setzten sie immer mehr Sauserstoff frei und hoben so den Sauerstoffgehalt in allen Atmosphaeren um bis zu 20%. So ermoeglichten sie die Entwicklung Sauerstoff atmendender Lebensformen. Bemerkenswert, wie ich finde!
Als ich wieder beim Auto war und mir die Karte Westaustraliens anschaute, beschloss ich, dass ich an dem Tag in Perth ankommen wollte. Zwischendurch hatte ich auch mal wieder Handyempfang und sprach mit Bart, der schon seit einer Woche in Perth war und sich ueber die Nachricht, dass ich bald ankomme, sehr freute.
Doch bevor ich in Perth ankam, wollte ich mir noch eine andere Attraktion nahe der Stadt Cervantes anschauen: Die “Pinnacles”, bis zu vier meter hohe Kalksteinsaeulen. Ich waehlte die 3 km Selbstfahrerstrecke durch die Wueste und fuhr mit Frank den sandigen Weg entlang. Ehrlich gesagt fand ichs nicht so spektakulaer und war nach einer halben Stunde auch schon wieder aus dem Park raus. Vielleicht sieht es besonderer aus, wenn die Saeulen morgens laengere Schatten werfen, oder vielleicht habe ich auch einfach schon zu viele, atemberaubendere Dinge gesehen. Oder beides.
Perth machte auf mich als Stadt direkt einen sympathischen Eindruck, als ich Abends schliesslich ankam. Es war jedoch schwer zu meinem Hostel zu gelangen, dadurch, dass die Stadt nur aus vielen Einbahnstrassen zu bestehen scheint und der Tatsache, dass ich seit 3 Wochen kaum Kurven gedreht habe. Doch nach nur einer Stunde kam ich auch an, nahm eine Dusche, Bart und ich gingen ein Bier trinken und erzaehlten uns, was wir in der letzten Zeit erlebt haben. Nachdem ich abgereist bin hatte er in Airlie Beach ein nettes Maedchen kennen gelernt, Suzanne, die einen Tag spaeter hier in Perth angekommen ist. Seitdem unternehmen wir oefter etwas zusammen. Heute waren wir zum Beispiel im Vorort Fremantle im Gefaengnis. Natuerlich nur zur Besichtigung. War sehr interessant und die Geschichten ueber geplante Ausbrueche waren lustig. Eine Gefangene aus dem Frauengefaengnis fand nach dem Ausbruch, dass sie nicht den naechsten Zug in eine andere Stadt nehmen will, sondern beschloss erstmal einen an der naechsten Hotelbar trinken zu gehen. Da sie jahrelang keinen Alkohol mehr getrunken hatte, wurde sie sehr schnell sehr betrunken bis jemand die Polizei rufte, die dann kam und sie wieder ins Gefaengnis steckte. Touché!
Ansonsten bin ich jetzt wieder fleissig auf Jobsuche und will die naechsten 2-3 Monate in Perth oder Umgebung arbeiten, damit ich wieder ins hohe, finanzielle Plus komme und mir meine zukuenftigen Reisen nach Neuseeland, Amerika und eventuell Mexiko auch leisten kann.
Bei meiner Westkuestenreise ist mir aufgefallen, dass es eine wirklich besondere Erfahrung ist, mit dem eignenen Auto alleine durch ein Land zu reisen. Man hat das Gefuehl, als ob man das ganze Umfeld und sich selbst viel intensiver wahrnimmt. Mir ist auch aufgefallen, dass ich oft die Gegenwart eines guten Freundes, einer guten Freundin oder meiner Familie sehr geschaetzt haette und mir wurde bewusst, dass ich mich jetzt schon auf ein Wiedersehen im naechsten Jahr freue.
Nach 5 Monaten ist der Unterschied zu meinem Leben zuvor in Deutschland sehr klar. Ich erlebe unglaublich viel. Jeder Tag kann ein neues Abenteuer bedeuten und man weiss nie, wo man in einer Woche vielleicht steckt, welche Menschen man trifft hat und was alles passieren wird. Wie eine gute Freundin mir mal sagte: “Hauptsache: Kein Tag wie der andere.”
Einen schoenen 4. Advent und eine schoene Weihnachtszeit,
Freddy Scholle
Wow, das ist aber ein langer Blogeintrag:) Aber sehr cool geschrieben. Du hast echt Talent! Meine Eintraege hoeren sich dagegen irgendwie seltsam eintoenig an;-) F
Find ich toll, was du alles erlebt hast. Australien ist eben ein Abenteuer!
Hab gehoert, du arbeitest jetzt im Roadhouse? Hast du denn da Empfang?!
Geben hier gerade unseren Van ab und muessen uns ein Taxi zurueck in die Stadt von Brissie nehmen. Heute abend sind wir schon in Surfers, und dann machen wir "Urlaub vom Urlaub". hahaha:) Hoffe, du hast noch viel Spass in Perth!
Katrin
gelesen! ;)
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