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Scholles Blog

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Vom Roadtripper zum Backpacker

12.02.2009 | Bilder7 | Kommentare1 | Australien  - Adelaide, South Australia
So war ich also nach 5 Wochen in Madura ploetzlich wieder in der Zivilisation. Und dann noch in einer grossen Stadt wie Adelaide. Zunaechst war es wirklich merkwuerdig,...

...doch nun, nach einer Woche habe ich durch eine Alltagssituation gemerkt, dass ich mich hier schon ganz gut zurecht finde.

Ich war gerade bei der Post um ein Paket nach Hause zu schicken und bemerkte anschliessend einen etwas hilflosen jungen Menschen mit grossem Rucksack. „Hey, you look a bit lost..?“ Er meinte, er suche das Hostel ‚Sunnys‘ und war dann ganz gluecklich, als ich ihm sagte, dass es auch mein Hostel waere und ich ihn eben begleite. Haben uns auf dem Weg ein bisschen unterhalten und ich habe erfahren, dass er aus Alberta, Kanada kommt und heute in Adelaide gelandet ist.

Ansonsten habe ich in den letzten Tagen sehr viele Leute kennen gelernt und alte Gesichte wiedergesehen. Im Durchschnitt ein Bekannter aus fruehren Zeiten pro Tag, hehe. So sah ich einige Menschen aus meinem Lieblingshostel in Brisbane, dem Cloud9, wieder, einen netten Chinesen aus meinem Hostelzimmer in Broome und gerade heute 2 Freundinnen von meiner Fraser Island Tour. Es war interessant zu erfahren, was die Leute bisher gemacht haben und einer aus dem Cloud9 meinte zu mir, dass ich in dem Hostel einiges ausgeloest und veraendert haette. So genau wollte er das leider nicht elaeutern, doch er meinte, dass viele dann wohl gemerkt haben, dass es noch andere Orte als Brisbane in Australien zu entdecken gaebe und viele Bekannte dann ausgestroemt sind.

Die ersten Tage in Adelaide habe ich eher ruhig verbracht. Da es ja auch sehr heiss war, konnte man nicht wirklich viel unternehmen, doch war es unglaublich erfrischend, als es dann zum Ende der letzten Woche abkuehlte. Jetzt kann man wieder rausgehen, ohne von einer Hitzewand erschlagen zu werden. Jetzt kann man wieder durchatmen. Und jetzt kann man wieder Plaene schmieden, so dachte ich mir.

Und so kam es, dass ich mich mal ueber Guided-Tours ins Outback informiert habe und dann spontan eine einwoechige Tour gebucht hab! Doch dazu spaeter mehr. Erstmal merkte ich dann, dass ich meinen kleinen Gedanken verwirklichen wollte, oder eher musste, mich von einem geliebten Reisebegleiter zu trennen.

Vor ein paar Tagen haengte ich dann Zettel aus und verkuendete, dass Frank einen neuen Besitzer sucht. Naja, ganz so hab ich es nicht geschrieben. Hab mich sowieso sehr knapp gehalten, da ich bei den anderen Aushaengen gemerkt habe, dass man bei langen Texten schnell das Interesse verliert, wenn zu viel verraten wird. Also beschraenkte ich mich auf Preis, Model, Kilometerstand und dem Zusatz, dass das ganze mit Camping-Equipment geliefert wird.

Ich hatte eigentlich schon nicht mehr damit gerechnet, vor der Tour den Wagen verkaufen zu koennen, doch dann meldete sich gestern ein Interessierter und schaute sich wenig spaeter das Schmuckstueck an. Mit bombastischer Verkaufsstrategie ueberzeugte ich ihn und seine Freundin von der ueberdurchschnittlich guten Qualitaet von Frank und spielte mit Professionalitaet und Sympathie, bis wir uns schliesslich die Haende reichten und der Kauf feststand. Das ging ja einfach !? Fands auch klasse, dass die noch nicht mal eine Probefahrt machen wollten, hehe.

Heute wurden dann offiziell alle Formalitaeten, Schluessel und Geldbetraege getauscht und ich wurde ploetzlich vom erfahrenen Roadtripper wieder zum Backpacker.

Gestern hatte ich dann auch Lust ein bisschen die Gegend zu erkunden und dachte trotz des kuehlen Wetters, dass ich mal einfach zum Strand Glenelg fahre. Gerade als ich zur Strassenbahn ging sah ich 2 Bekannte, eine davon aus meinem Lieblingshostel, und fragte, wo sie denn hinwollen. Zur Schokoladenfabrik Haighs. Hey, das klingt doch viel besser als Strand! Die beiden meinten dann auch, ich solle einfach mal mitkommen und fragen, ob die nicht noch einen Platz in der Fuehrung fuer mich frei haetten. Und ich hatte Glueck! 2 Leute hatten abgesagt, also konnte ich mit, juchee!

Die Frau von der Schokoladenfabrik begruesste uns alle recht herzlich und begann von der Geschichte und Schokoladen-Produktion der Fabrik zu erzaehlen, bis sie sich einen weissen Handschuh anzog und uns mitteilte, dass sie jetzt nicht Michael Jackson immitieren, sondern schoene Gratis-Schokolade verteilten will. Juchee!

Anschliessend fuehrte sie uns durch die Fabrik und wir konnten durch eine Glasscheibe die fleissigen Mitarbeiter beobachten, wie sie z.b. jede der feinen Pralinen mit der Gabel verzierten oder die Ostereier mit spezieller Technik in Folie einpackten. Sie meinte dann scherzhaft, dass sie sich innig geschworen haben, keine Osterhasen herzustellen. Das ist besonders interessant, wenn man den Hintergrung dazu kennt.

So sagt man, dass im 19. Jahrhundert ein Englaender 24 Kaninchen mit auf seinen australischen Landsitz genommen hat, da er aus Langeweile ein paar der Kaninchen schiessen wollte. Nunja, er hat dann wirklich nur ein paar der Tiere erschiessen koennen, der Rest ist entflohen und hat sich vermehrt. Sie haben sich so schnell vermehrt, dass es eine Plage hab, die so weit reichte, dass sogar ein Zaun, der „Rabbit Proof Fence“, aufgerichtet wurde, der Westaustralien vor der Plage schuetzen sollte. Jedoch wurden bei Baubeginn schon Tiere westlich des Zauns gesichtet, was den Bau eines 2. Zauns veranlasste. Ein 3. Zaun stoesst schliesslich auf Zaun Nr. 2. Heute wird die Plage mit dem Virus Myxomatose in Schach gehalten. Wenn man die Geschichte nun bedenkt, kann man also verstehen, warum sich die Schokoladenfabrik gegen Schokoladenkaninchen entschieden hat.

Zum Ende der Tour gab es noch einmal Gratis-Proben und ich kann mir jetzt schon vorstellen, die Tour noch einmal mitzumachen! Der Gratis-Kaffee war uebrigens der beste, den ich seit langem getrunken habe.

Und morgen geht es los! Morgen mache ich mich mit 20 anderen Reiselustigen auf den Weg nach Alice Springs. Dabei lassen wir uns viel Zeit und reisen erst durch die wunderschoenen Flinders Ranges, fahren durch kleine Orte und uebernachten Nachts in der Parachilna Schlucht. In den Folgetagen reisen wir durch die Opal-Stadt Coober Pedy, uebernachten in einer Schlafstaette in Untergrund-Hoehlen, sehen und umwandern den legendaeren Ayers Rock, bestaunen Kata Tjuta, wandern in dem Tal „Valley of the Winds“, lassen uns von dem Kings Canyon bezaubern und erreichen nach einer Woche Alice Springs. Dort werde ich 2 Naechte verbringen und anschliessend wieder nach Adelaide touren, dabei wieder eine Nacht in Coobers Pedy im Untergrund schlafen.

Ich bin sehr gespannt was die folgenden Tage bringen, vor allem frage ich mich, wie ich auf den Ayers Rock (Uluru) bei Sonnenuntergang und –Aufgang reagieren werde.

Nach dem Trip werde ich euch von meinen Erlebnissen berichten, bis dahin passt auf euch auch, lasst es euch gut gehen und

Keep on rockin‘,

Freddy Scholle

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Kommentare (1)

  • (#1) Wilsi sagte am 12.02.09 um 14:27 Uhr:

    Hi Scholle,
    viel Spass am Uluru! Wir aber glaub jetzt sehr heiss.
    Ich hatte auf der Tour von Adelaide nach Alice Springs sehr viel Spass.
    Alles Gute Aus Honk Kong Wilsi


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