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Scholles Blog

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Die Clancy Family auf dem Weg zum Ayers Rock

23.02.2009 | Bilder30 | Kommentare4 | Australien  - Adelaide, South Australia
Eine grandiose Tour begann am Freitag morgen, als ich von meinem Tourguide am Hostel abgeholt wurde. Nach und nach stiegen immer mehr reiselustige Menschen ein, als wir...

...von Hostel zu Hostel fuhren und nach einer Weile bestand unsere Truppe aus Schweizern, einer Hollaenderin, einem Schweden und neben weiteren Nationalitaeten ueberraschenderweise nur einem weiteren Deutschen.
Schnell lernte man sich kennen und ich erfuhr von Markus, dass er gerade seine Polizei-Ausbildung abgeschlossen hat, Robert (der Schwede) Koch ist und Niki, die Hollaenderin, Medizin studiert.

Etwa nach 100 km fiel einem der Schweizer, die alle im mittleren bis hoeheren Alter waren, auf, dass die "Swags" (Erklaerung folgt spaeter), in denen wir in den kommenden Tagen schlafen sollten, auf dem Anhaenger runterzufallen drohten. Also hielt Clancy, der Tourguide, an und straffte die Seile. Leider hatten wir einen der Swags verloren. Unser motivierter Clancy liess sich davon nicht unterkriegen und verkuendete, dass wir jetzt mal eben 15 kim zurueckfahren und Ausschau halten, ob wir am Strassenrand etwas finden. Nach 15 km waren wir immer noch erfolglos, also machten wir uns wieder auf den richtigen Weg. Ich war erstaunt, wie gelassen Clancy jedoch reagierte und die Laune der Gruppe dennoch aufrecht erhielt. Die Australier wissen eben, wie man eine Situation gelassen angeht.

Nach einem Lunch-Stop in Port Augusta mit Sandwiches und der wahrscheinlich letzten Moeglichkeit fuer die weiteren Tage, etwas guenstig im Supermarkt einzukaufen, fuhren wir durch die wunderschoenen Flinders Ranges und passierten kleine Staedte wie Quorn und Hawker. Auf dem Weg hoppelten ab und zu ein paar Kaenguruhs ueber den Weg und Clancy hielt gerne fuer Fotos an und erzaehlte einige wirklich interessante Informationen zu den Tierchen.

Ueberhaupt hatten wir mit unserem Tourguide wirklich ins Schwarze getroffen. Nicht nur in der Swag-Situation hielt er immer seine Laune. Auch als unser Kuehlwasser auslief und wir 2 Stunden lang auf einen Mechaniker warten mussten (die Zeit haben wir uns mit einer Runde Wasserball im Pool vertrieben), war er immer noch motiviert und strahlte die typisch lockere Aussie-Mentalitaet aus!

Einmal hielt er mitten im Nichts auf der Strasse an. Ich glaube zu der Zeit hatte gerade jeder ein Nickerchen gehalten und wachte verwundert aus dem Schlaf auf. Clancy suchte irgendetwas im Busch am Strassenrand und kam kurze Zeit spaeter mit einem Reptil in der Hand wieder raus. Wir stiegen alle neugierig aus und er zeigte uns dann an dem Exemplar in seinen Haenden, wie sich das Tier gerade haeutet und erzaehlte weitere interessante Details zu dem Wesen. Dann setzte er es fuer ein Fotoshooting ab und stubste es mit der Hand an um die Schnelligkeit der Echse zu demonstrieren. Australian Wildlife zum anfassen, grandios!

Die erste Nacht verbrachten wir in einer Unterkunft in Angorichina in der Parachilna Gorge. Am Abend machten wir erst einmal ein typisch austalisches Barbeque mit Kaenguruh-Fleisch, sehr lecker!

Der naechste Tag begann nach einem ausgewogenen Fruehstueck mit einer klasse Mountainbiketour durch die Parachilna Gorge. Einfach grandios, wenn man ueber die roten Huegel duest, das typisch Australische Tier ueber die Strasse huepft und man eine atemberaubende Sicht auf die Landschaft hat!
Es sollte ein langer Tag im Bus nach William Creek werden, da wir einige Kilometer zuruecklegen mussten. Doch es blieben dabei immer noch viele Gelegenheiten um schoene Dinge auf dem Weg zu sehen.

So hielten wir zum Beispiel in dem kleinen Ort Copley an, um die Spezialitaet der Ortschaft zu probieren: Den Quondong Pie. Quondong ist eine Buschpflaume, die irgendwie nach Aprikose und Pflaume schmeckt. Es wurde mit ein wenig Vanille-Sosse serviert und ich kann bestaetigen, dass es wirklich sehr lecker ist.
Erfrischt ging es weiter und wir schauten uns eine Kohlemine an, einen Reifen mit Weltrekord, da er fuer seine Art einen besonders langen Weg zurueckgelegt hat. Diente auch ganz gut als Fotomoeglichkeit!

Der naechste Stop war sehr aussergewoehlich, als wir Talc-Alf kennenlernten. Er lebt sehr distanziert und abgeschottet, wenn man das mal milde ausdruecken will, und hat sein Leben der Deutung von Namen und Steinhaeuerei gewidmet. Er erklaerte uns die Bedeutung bestimmter Laender anhand von Bildern, die mit den Buchstaben verknuepft sind. Es kam mir zwar wie die Glaubwuerdigkeit von Horoskopen vor, doch bewunderte ich, dass es Menschen gibt, die seit 30 Jahren in so einer Umgebung wohnen und so begeistert von ihrer Arbeit erzaehlen koennen. Wir machten auf seinem Grundstueck erstmal Lunch mit Sandwiches und belustigten uns an dem Hund, der total aufgeregt darauf wartete, dass jemand seinen Tennisball wirft, nur damit er ihn dann stolz zurueckbringen kann.

Wir verfolgten unsere Route weiter in den Norden und freuten uns schon alle auf die von Clancy angekuendigte Schwimmmoeglichkeit. Wir hielften das alle fuer einen Witz, da wir seit Kilometern nichts als Trockenheit gesehen haben. Umso ueberraschter waren wir dann, als wir den "Bubbler" sahen. Im Prinzip ist der "Bubbler" ein Teich mitten im Nichts, doch das kuemmerte uns nicht und wir begaben uns alle schnell ins Wasser. Sehr erfrischend! Und Indiana Jones liess auch wieder gruessen! Als man sich hinstellen wollte, versank man naemlich im unbefestigten Sand! Wir hatten vielleicht unseren Spass! :)

Der Bubbler war unser letzter Stop, bevor wir in William Creek einkehrten und unser Lager aufschlugen. Uns wurden die Swags erklaert. Ein Swag ist im Prinzip ein Bett, das fuer draussen bestimmt ist. Man hat eine Matrazte, die einen weiten wasserdichten Ueberzug hat, in dem man seinen Schlafsack steckt. Richtig bequem, kann ich nur sagen! Und vor allem ist das Gefuehl, wenn man im Outback unter der Milchstrasse einschlaeft unbeschreiblich!

Doch bevor wir schlafen gingen, wollten wir uns alle nach dem langen Tag ein kuehles Bier in dem Pub von Williams Creek goennen. Williams Creek hat 4 Einwohner und da ist es umso ungewoehnlicher, wen ich hinter der Bar antraf!
Ich unterhielt mich mit Markus und Robert und bestellte mir gerade ein Bier, als mich das blonde Maedchen hinter der Bar fragte, ob ich schonmal in Bundaberg war. Da fiel mir irgendeine Aehnlichkeit auf. Nach ein paar Sekunden erkannten wir uns beide wieder und stellten fest, dass wir uns vor 7 Monaten in dem Horror-Hostel in Bundaberg gesehen hatten! Sie war mit ihren beiden Freundinnen gerade dort angekommen, als Heiko, Phillip, die anderen und ich ihr von unseren schlechten Erlebnissen erzaehlten und sie sich dann auch partou dazu entschieden, mit uns zurueck nach Brisbane zu fahren, wo sie gerade herkamen. Und jetzt hatte sie vor 2 Monaten in die Zeitung geblickt, nach einem Job gesucht und ist seitdem in Williams Creek angestellt. Krass, Zufaelle gibts!
Ich erzaehlte ihr dann von meiner Arbeit in dem 9-Seelendorf Madura und wir konnten uns gegenseitig mit Erfahrungen von Arbeit mitten im Nirgendwo austauschen. Wir waren einer Meinung, dass es keine bessere Arbeit in Australien geben kann und es eine einmalige Erfahrung ist!

Am naechsten Tag fuhren wir weniger als 200 km bis wir unser Ziel, die Opalstadt Coober Pedy, erreichten. In Coober Pedy gibt es viele Untergrundwohnungen, das nicht nur der viele Abbbau, sondern auch die hohen Temperaturen zu verantworten haben. Die sogenannten "Dugouts" sind Wohnhoehlen, fuer die man im Vergleich zu einem Hausbau fast gar nichts bezahlen muss. Und als Bonus darf man jeden Opal behalten, den man beim Bau seines Eigenheims findet! Da waere vielleicht eine Ferienwohnung in Coober Pedy gar keine so schlechte Idee!

Unsere Gruppe verdoppelte sich fast in Coober Pedy, da dort die Gruppe B der Tour mit unserer zusammentraf. Sie haben weniger bezahlt, dafuer aber auch alles bis zur Opalhauptstadt versaeumt. Es kamen ein paar Hollaenderinnen, Franzoesinnen, Brasilianer und ein verrueckter Italiener, Andrea, dazu. Wir hiessen sie alle in unserer "Clancy Family" herzlich willkommen und gingen nach einer Tour durch eine Hoehle erstmal alle schoen im Swimmingpool der Stadt Wasserball spielen!

Am Abend gabs im Restaurant Pizza und ich hatte das Gefuehl, dass wir es mit der Gruppe alle genauso gut wie mit Clancy getroffen hatten. Es schien, als ob sich jeder mit jedem super verstand, man machte Witze uebereinander, hatte schnell Running-Gags und war sich gegenseitig behilflich - eine grosse Clancy-Family! :)

Es wurde ein neuer Standart gesetzt: Aufstehen um halb 5. Wir dachten erst, dass es ein weiterer Spass sei, doch passierte es wirklich, dass wir jeden Tag um halb 5 aufstanden um frueh genug aufzusein und viel erleben zu koennen.

An diesem Tag waren alle aufgeregt, denn es war der Tag, an dem wir in dem Yalara Camp ankommen sollten, in dem wir die naechsten zwei Tage unter Sternenhimmel schlafen wuerden. Und der Punkt, von dem wir die Kata Tjutas, den Ayers Rock und den Kings Canyon anfahren und erleben wuerden.
Wir machten einen Zwischenstopp in einer Aborigine-Community, in der traditionelle Kunst der Einwohner verkauft wurde und passierten danach schliesslich die Grenze zum Northern Territory und verliessen somit South Australia.

In dem Camp angekommen schnappten wir uns ein paar Stuehle, ein paar Getraenke und Gespraechspartner und begaben uns auf den naechsten Huegel, von dem wir die Sonne hinter den Olgas (Kata Tjuta) untergehen und den weit entfernten leicht-roetlichen Ayers Rock (Uluru) sahen. Einfach faszinierend! Ich konnte es kaum erwarten in ein paar Tagen den roten Felsen von Nahem zu sehen!

Am naechsten Tag machten wir uns aber erst auf den Weg zu den Olgas und wanderten durch das "Valley of the Winds", das durch die Felsformationen fuehrt. Clancy erklaerte mit ein paar Steinen und Sand sehr anschaulich, wie die Olgas und der Ayers Rock vor etlichen von Jahren wahrscheinlich entstanden sind. Eine Ansammlung von Geroell und Schlamm verklumpte sich in einer Senke und trat durch Erdbewegungen teilweise wieder an die Oberflaeche.

Wir bedankten uns alle bei uns selbst fuer die uberaus kluge Entscheidung, vor dem Trip ein Fliegennetz fuer den Kopf zu kaufen. Das machte sich spaetestens jetzt bezahlt. Ohne Netz fragt man sich, was in die kleinen gefahren ist, dass die wirklich alles geben, sich genau auf die Augenlieder und Mundwinkel zu setzen oder auf geiheime Flugmission in Nasen- und Ohrenloecher zu fliegen. Entschuldgen 'se mal?

Zum Lunch fuhren wir zurueck zum Camp und verbrachten den Nachmittag alle wieder in Pool und bloedelten ein paar Stunden herum, bis es Abendessen gab. Anschliessend fuhren wir zu dem offiziellen Platz, an dem alle Tourbusse den Ayers Rock waehrend des Sonnenunterganges bewundern. Als wir ankamen, waren wir alle schockiert von der Menschenmasse, die vor dem Zaun aufgereiht war und den Felsen anstarrte, als ob es ein Tier waere. Obwohl wir selbst ja zum Gucken dort waren, empfanden wir das alle als sehr unangemessen. Vor allem waren die meisten sich auch schon wieder schnell in den Bus setzten und wegfuhren, sobald die Sonne hinterm Horizont war.

Doch wir hatten unseren Spass! Es scheint, als ob man nicht genuegend Bilder vom Uluru machen kann und immer wieder neue Ideen dazu kommen! Neben traditionellen Bildern waren aktive Springbilder und "Ich setz dem Felsen mal was auf den Gipfel"-Bilder die Favoriten!

Doch neben den ganzen Fotos war es ein wunderbares Gefuehl, sich ein eigenes Bild von dem legendaeren Ayers Rock zu machen, den man schon von so vielen Bildern kennt. Jetzt war ich noch interessierter, den Felsen von Nahem zu sehen.
Am folgenden Morgen sahen wir die "Uluru Silhouette", wie Clancy sie nannte. Wir waren fast die einzigen an dem Ort, was eine Wohltat war. Es war kurz vor Sonnenaufgang und zwar ein ganz besonderer, da wir an einem Platz waren, von dem die Sonne hinter dem Uluru aufgeht und sich somit ein schoener Hell-Dunkel-Kontrast abzeichnet.

Ich bin immer wieder davon ueberrascht, wie schnell die Sonne in Australien auf- und unterzugehen scheint. Man dreht sich gerade einmal um und schon hat sich das Gruen in Blau oder das Gelb in Rot verwandelt. Australische Sonennuntergaenge haben schon etwas Magisches.

Wir fuhren endlich direkt zum Ayers Rock! Zu einem der Ikonen Australiens!
Je naeher man fuhr, desto besser erkannte man die Oberflaeche und desto groesse wurde er vor allem!

Wir parkten, stiegen aus und liefen erstmal ein Stueck und an ein paar Stationen erklaerte Clancy uns etwas zu der Geologie oder Mythologie des Ulurus. Jetzt von nahem erkannte man erst die unglaubliche Vielfalt! Man erkannte sehr unregelmaessige Strukturen, dabei jedoch auch gleichmaessige Linien, dann Hoehlen mit Wandmalereien und sogar einem kleinen Wasserloch. Die Oberflaeche bestehet im Prinzip aus grossen Kerben und es muss ein unglaubliches Naturschauspiel sein, wenn es an diesem Ort einmal regnet. Clancy meinte, er sei schon 3 mal in den Genuss gekommen zu sehen, wie das Wasser seinen Weg ueber den Sandstein findet.

Zu eine der vielen Geschichten der Einwohner erzaehlte er, dass zwei Jungs in der Traumzeit einen grossen Berg voll Lehm bildeten und, da sie ja Jungs sind, ein bisschen darauf rumtobten und runterrutschen. Daher die Spuren in dem Berg. Und waehrend sie so runterrutschten sammelten sie Steine auf dem Weg auf und warfen sie nach hinten ueber die Schultern. So entstanden die Olgas.

Nachdem Clancy uns sein Wissen vermittelte schickte er uns auf einen Spaziergang. Einmal um den Ayers Rock. Wir benoetigten ungefaerh 2 Stunden und waren den vielen Wolken im Himmel dankbar dafuer, dass sie die Hitze auf uns abhielten. Ich unterhielt michh dabei nett mit Niki(der Hollaenderin), Markus und Robert. Wir drei Jungs fingen irgendwann an Bruder Jakob zu singen und brachten es auf 4 verschieden Sprachen - Wow! Wir wahren maechtig froh, als wir einmal herumwaren. Auch Clancy war Stolz auf uns: "Congratulations, you've just surrounded a big red rock!"

Nach diesem Erlebnis machten wir uns mal wieder alle in den Bus und begaben uns wieder auf den Weg. Zur Einleitung spielte Clancy ueber die Musikanlage Willi Nelsons "On the Road again", das sich schnell als Kultlied bei uns einbuergerte. Und so begann jede unserer Busreisen, wie lang auch immer, mit eben jenem Lied. :)

Wir hatten mal wieder einen langen Tag voller vieler Kilometer vor uns. Auf dem Weg zur King Creek Cattle Station, in dem wir unser Zelt aufschlugen, begegnete uns ploetzlich ein aussergewoehnliches australisches Tier. Als wir alle mehr oder weniger doesten und eine lange Strasse langfuhren mit ein paar Baeumen am Strassenrand trat Clancy ploetzlich auf die Bremse und schrie "CAMEL!" Und tatsaechlich! Hinter einem Baum blickte uns mit einem mueden Laecheln ein Kamel an! Hehe, Verrueckt! Ja, es gibt hier wirklich Kamele in Australien. Sie wurden urspruenglich aus Afrika importiert und als Nutztiere zum Beispiel auf Expeditionen verwendet. Die nicht mehr verwendeten Tiere wurden von ihren guetigen Besitzern in die Freiheit gelassen und amuesieren heutzutage Touristen und Backpacker, in dem sie ab und zu am Strassenrand auftauchen oder als Reittiere bei stimmungsvollen Sonnenuntergaengen am Strand dienen.

In der Kings Creek Cattle Station verbrachten wir noch eine letzte gemeinsame Nachte in der Gruppe am Lagerfeuer und Clancy fuehrte uns in die Kunst des Didgeridoospielens ein. Ich war selbst ein wenig ueberrascht, wie gut ich schon die verschiedenen Toene aus dem Instrument herausbekam. Hab ich also in den letzten 7 Monaten wohl etwas aufgeschnappt! Robert und ich spielten uns dann ein paar Lieder auf der Gitarre vor. Irgendwann spielte ich einfach ein paar Akkorde und er meinte "Hey, das kenn ich doch! Das ist doch Eagle Eye Cherrys 'Save Tonight'!" Tatsaechlich! Ich hatte nur ein paar Toene nach Laune gespielt und hatte gar nicht bemerkt, dass ich eins der Lieblingslieder unter australischen Backpackern kann! Und so gaben wir in Gitarre und Gesang beide das beste, was wir konnten, was ein Spass! :)

Am naechsten und somit leider letzten Tag unserer Tour begaben wir uns zum Kings Canyon auf Wanderung. Es ging erst sehr steil den Berg hinauf und ich fuehlte mich ein wenig wie Frodo & Sam, die auf ihrer Mission sind, den Ring zu zerstoeren (Ausser dass wir uns in Australien und nicht in Neuseeland/Mittelerde befanden). Meine Mitreisenden fanden meine Anspielungen und Herr der Ringe Zitate, passend zur Situation, auch nicht schlecht und so wusste ich, dass ich nette Menschen getroffen hab. Wenn man den gleichen Humor hat, macht das viel aus. Und wenn andere dann noch meinen Humor haben - Na Bombe! :)

Wir wanderten wieder von Station zu Station, begleitet von Clancy und seinen Informationen und Geschichten vor Ort. Nach einer Weile kamen wir zum "Garden of Eden", der seinem Namen alle Ehre macht. Mitten in der Schluchte befindet sich naemlich ein Rockpool, von dem ich zwar schon ein paar in Australien gesehen habe, doch es immer wieder faszinierend ist. Und vor allem erfrischend! Fast jeder kam sogar mit schwimmen, was ein unglaublich gutes Gruppengefuehl gab, als man so im Wasser herumbloedelte.

Leider versagte meine Kamera auf dem Weg im Kings Canyon. Ich weiss nicht, was fuer ein Fluch auf mir liegt, doch scheinen auch die Tage der Samsung gezaehlt zu sein. In Madura legte ich meine Kamera naemlich einmal auf meinen Arbeitstisch. Dann muss die Klimaanlage Wasser auf die Linse getropft haben, denn von da an hab ich auf allen meinen Bildern einen Wasserfleck, den ihr bestimmt schon bemerkt habt. Damit konnte ich leben, doch die Kamera anscheinend nicht mehr sehr lange. Und so sieht sie durch ihr Objektiv nun alles unscharf. Es war eine gute Kamera. Sie hat mich durchs Outback begleitet und Hitze und Tropen ertragen. Doch es scheint, als ob ich Abschied nehmen muss, und meinem Schicksal ins Auge blicken werde: Eine neue muss her...

Nach dem Bad im Rockpool begaben wir uns auf den Rueckweg zum Camp und schliesslich auf die letzte Etappe nach Alice Springs. Auch wenn die Tour kurz vor dem Ende war, schien die Laune in der Gruppe am Hoehepunkt. Man kann es sich wie eine Klassenfahrt vorstellen, in der es nur eine grosse Clique gibt. Und so verabreteten wir uns fuer den Abend alle in einer Bar, als einer nach dem anderen in einem anderen Hostel ausstieg.

Abends trafen wir uns wieder und es wurde erzaehlt, wo es bei wem jetzt hingeht. Einige zog es weiter in den Norden, viele nach Perth und manche, wie mich, wieder nach Adelaide.

Doch blieb ich noch 2 Naechte und einen Tag in Alice Springs, und so machte ich mich am letzten Freitag auf Sightseeing Tour. Ich ging erstmal zum Coles Supermarkt, um mich mit Proviant einzudecken. Auf dem Weg traf ich Raul, ein Koreaner von unserer Clancy-Family. Er gab mir freundlicherweise den Visitor-Guide, da er meinte, er sei fertig mit seiner Tour. Es gaebe nicht besonders viel hier zu sehen.

Ich beschloss den Anzac Hill hochzulaufen - von dort soll man eine schoene Sicht auf die Stadt haben. Als ich nach 3 Minuten den Gipfel des kleinen Huegels erreicht hatte genoss ich eine wirklich schoene Sicht auf die Stadt. Von dort oben erkannte ich, wie die Macdonnal Ranges Gebirgsketten an Alice Springs angrenzen und machte ein langes Picknick mit meinen mitgebrachten Nektarinen und Sandwiches. Sehr entstpannend. Sogar so entspannend, dass ich ungefaehr 2 Stunden dort sass, ein bisschen gelesen habe oder in die Ferne hinausschaute.

Abends traf ich mich noch ein letztes mal mit den in Alice uebrig gebliebenen Familienmitgliedern und wir erzaehlten uns bis spaet in die Nacht lustige Geschichten.

Samstag nahm ich dann den Bus wieder nach Adelaide herunter, mit dem gleichen Anbieter wie die Tour nach Alice. Die beiden Franzoesinnen von der Clancyfamily waren auch dabei, ansonsten noch ein Pole und ein paar andere Nationalitaeten. Wir machten so gut wie keine Stops auf dem Weg, was wir alle sehr gut fanden, da es eigentlich nur ein Transferbus ist und kein grosser Tourbus mit vielen Aktivitaeten.

Die Nacht verbrachten wir wieder in Coober Pedy und ich hatte Lust nach Opalen zu suchen und reich zu werden. Also holte ich mir eine Karte, wo die "Public Noodling Areas" verzeichnet waren, in denen man legal nach Opalen sucehn durfte. Nur hatte ich keine wirkliche Ahnung wie Opale 'in freier Wildbahn' aussehen, da die Opale im Laden sorgfaeltig gereinigt und poliert sind. Also schnappte ich mir einfach alles, dass irgendwie wei ein schoener Stein und schick aussah. Ein paar davon funkelten tatsaechlich! Sollte ich wirklich einen wertvollen Opal gefunden haben? Ich ging zu einem Laden, in dem Opale verkauft wurden und in der wir vor einer Woche auch die Tour gemacht hatten und sie haben sich die Steine angesehen. Und festgestellt, dass es wirklich nur schoene Steien sind, jedoch keine Opale. Schade, aber nun kann ich behaupten, dass ich es zumindest probiert habe! Man weiss ja nie! ;)

Gestern traf ich nach sehr ereignisreichen Tagen also wieder in Adelaide ein und hatte ueberhaupt keine Vorstellung, was ich jetzt machen will. Ich wusste, dass ich am 1. Maerz auf jeden fall in Adelaide sein will, da dann Katrin und Ellen kommen, die zwei sehr netten Maedchen, die ich in Townsville getroffen habe und ins Hostel eingeschmuggelt hab. :)

Ich hab dann erstmal Markus angerufen, von dem ich wusste, dass er noch bis Dienstag in Adelaide ist und wir haben uns getroffen. Gestern waren wir noch mit einer Horde Schweizer beim Chinesen und anschliessend auf dem derzeitigen Festival.

Heute habe ich mich dann an meine Wochenplanung gemacht und habe mich gefragt was ich jetzt bis Sonntag machen will. Ich hatte ueber eine Kangaroo Island Tour nachgedacht, doch kam mir dann eine noch spontanere Idee. Und somit flieg ich morgen nach Perth und verbringe dort mit ein paar meiner Leute von der Clancy-Family ein paar nette Tage, bis ich am Sonntag hierhin zurueckfliege. Wahrscheinlich besuche ich Rottnest Island oder mache einfach nur Sightseeing in der City. Das letzte mal war ich so auf die Jobsuche aus, dass ich die Stadt nicht erkunden konnte. Das wird nun nachgeholt. :)

Australien ist ein grosses Abenteuer, man weiss nie was passiert!

Keep on rockin',
Freddy Scholle

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Kommentare (4)

  • (#1) ElliPirelli sagte am 23.02.09 um 12:16 Uhr:

    Hammer Blog ;-)

    Wir sehen uns, wenn du aus Perth wieder da bist... und wenn du nach Rodnest willst, geh uebernacht oder von Freemantle aus!!!

  • (#2) SurfinOZ22 sagte am 23.02.09 um 14:34 Uhr:

    hey,
    toller blog^^
    weißt du noch wie viel du für die tour bezahlt hast? (ich brauch mal son kleinen überblick..)
    lg, sarah

  • (#3) Katrin-goes-OZ sagte am 23.02.09 um 23:35 Uhr:

    Ich liebe deinen Blog!! :D Deine Geschichten sind der Wahnsinn. Ich mag das Foto, wo ihr durch die Flinders Ranges mit dem Mountainbike fahrt. Voll cool! Ich will auch:) Wenn ich deine Bilder sehe, dann freu ich mich richtig auf meine Tour im Mai aber vielleicht sogar auf die Jobs die wir hoffentlich bekommen werden... wer weiss, vielleicht verschlaegt es uns auch ins Outback! :)
    Und ja, halte dich an Ellens Rat... definitiv die Faehre von Fremantle, die ist naemlich 20 Dollar billiger als aus Perth. Und fuer Rottnest auf jeden Fall Schnorchelausruestung vorher leihen. Die kostet da naemlich 17 Dollar! ;-) Freu mich so auf Sonntag... juhu:-)

  • (#4) timo sagte am 28.09.10 um 20:43 Uhr:

    sehr schöner blog......

    ich hatte selber den clancy bei mir zu besuch. auf seiner europa-tour. unglaublicher typ.. :-)


    freut mich, dass euch diese reise viel spass gemacht hat.


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