...Man erinnert sich, dass das die beiden Maedchen sind, mit denen ich in Adelaide in der Schokoladenfabrik war. Sie kamen zufaellig am selben Tag aus Neuseeland wieder nach Melbourne, als ich auch dort war. Also verabredeten wir uns auf einen Kaffee um uns unsere Erlebnisse zu erzaehlen.
Ich schnappte meine sieben Sachen, die ich immer mitnehme, wenn ich rausgehe. Kamera, Rucksack, Kapuzenpulli, etc. Gerade als ich bei meinen ersten 10 Metern aus dem Hostel war, fing es platzregenartig an zu schuetten und ich musste wohl oder uebel umkehren und zuruecklaufen. Das brachte einiges Gelaechter unter den Menschen an der Rezeption, die nur sahen wie ich ein paar Sekunden zuvor trocken raus war und jetzt als Imitat einer nassen Katze wieder eintrat. Da musste ich selbst auch ueber mich lachen, hehe.
Mit trockenen Kleidern und Regenjacke, die ich das erste mal seit 8 Monaten ausgepackt und angezogen hatte, ging ich los und traf ein paar Minuten spaeter Anna wieder. Wir beschlossen erst einmal in einen Starbucks zu gehen und bestellten uns beide einen grossen Cappucino. An der Kasse wird man immer nach seinem Namen gefragt, damit man anschliessend mittels Aufruf seine Bestellung abholen kann. “What’s your name?” – “Freddy.” – “...Philipp?” – “Hm, yeah, that’ll do.” (Zu deutsch: “Jo, Passt schon.”)
Nachdem Anna und Philipp ihr warmes Getraenk in den Haenden hielten, setzten wir uns gemuetlich auf ein paar Sofas, ich erzaehlte ihr von meiner Outbacktour, meinem Spontantrip nach Perth und in den Suedwesten und schliesslich der Great Ocean Road Tour. Sie hatte einige lustige Dinge in Neuseeland erlebt, wo sie mit Karina einen Monate lang in einem kleinem Auto hin und hergereist ist.
Schliesslich kam noch Karina dazu, die auf leider unerfolgreiche Jobsuche gegangen war und wir bestellten uns noch eine Ladung Koffein. Die beiden erzaehlten mir dann noch, dass sie gerade bei einem Melbourner Couchsurfing machen und sich die Wohnung als echter Volltreffer herausstellt, da sie total modern eingerichtet ist, eine grosse DVD-Sammlung, ein gemuetliches Sofa und einen liebevollen Gastgeber hat. Couchsurfing sollte ich auch mal ausprobieren!
Am naechsten Tag trafen wir uns am Federation Square, um in das Film-Museum zu gehen, in der gerade die Ausstellung “Setting the Scene” lief. Der Federation Square ist ein moderner grosser Komplex mit Cafes, einem Visitor Information Centre, Restaurants, Geschaeften und einem schoen gestalteten Platz, auf dem ab und zu Strassenkuenstler ihr Koennen praesentieren. Ab und zu finden auch noch besondere Veranstaltungen und Maekte statt, wie zum Beispiel an jenem Tag, dem “Wicked Sunday”. Spontan wie wir sind, sagten wir uns, dass wir auch noch am naechsten Tag ins Museum gehen koennten, denn der Wicked Sunday war nur an dem Tag. Auf dem Markt versuchten Menschen von verschiedenen Firmen oder Restaurants Schallplatten, Cappucino-Maschinen oder zum Beispiel Hochzeitskuchen zu verkaufen. Als ich mir die Schallplattensammlungen ansah, bekam ich die Lust mir alte Vinylscheiben von Bob Dylan und den Rolling Stones zu kaufen, doch entschied ich mich dagegen, da es mir gerade zu aufwaendig gewesen waere, die Platten immer herumzutragen oder nach Hause zu schicken. Also entschied ich mich, dass ich mir spaeter, wenn ich mal eine eigene Wohnung habe, einen Schallplattenspieler kaufen und eine schoene Plattensammlung anlegen moechte.
Der Markt neigte sich schon dem Ende zu, was sich jedoch als Vorteil fuer uns 3 begeisterte Kaffeetrinker herausstellte. Die Menschen, die Cappucinomaschinen verkaufen wollten, gaben naemlich kleine Geschmacksproben heraus. Doch jetzt, da sie fast nach Hause fahren wollten und in der Maschine noch Milch drin war, die sie loswerden wollten, bekamen wir in normaler Groesse kostenlose, gute Heissgetraenke. Als wir beim 3. Stand waren traf ich noch ein paar alte Bekannte wieder. Siegried und Rene, 2 der Schweizer von der Clancy-Family, sah ich aus ein paar Metern Entfernung sich freudig unterhaltend mir entgegen laufen. Fuer sie sollte es bald wieder zurueck in die Schweiz gehen, doch haben sie viel vom Land gesehen, sind viel herumgeflogen, haben noch ein paar Touren gemacht und freuen sich nun wieder auf ihr Zuhause.
Am naechsten Tag gingen wir dann in die Ausstellung “Setting the Scene”, in der die Wirkungen, Herrstellungen und Hintergruende der Filmkulissen, -raeume und Charakterbeziehungen anhand von Texten, Modellen und natuerlich Filmausschnitten erklaert wurden. Wir waren besonders erstaunt ueber die Kulisse des Films “Terminal” mit Tom Hanks. Wir sahen eine kurze Dokumentation ueber das Filmset und erfuhren, dass fuer den Film eigens ein kompletter Flughafenterminal erbaut wurde, mit allen Geschaeften wie Starbuckscafes, Restaurants und Duty-Free-Shops. Noch dazu wurde jeder Person in dem Film der genaue Weg beschrieben, in der sie gehen muss, damit es wie ein realistischer Flughafenverkehr aussieht. Der Grund fuer diesen Aufwand ist, dass es noch komplizierter waere den Film in einem oeffentlichen Terminal zu drehen ohne den normalen Flughafenverkehr nicht aufzuhalten.
Weiterhin wurden die Wirkungen von Raeumen erklaert, wie sie die Staerken und Gedankengaenge der Charaktere symbolisieren koennen, wie z.B. Labyrinthe oder das Gefaengnis aus dem deutschen Film “Das Experiment”. Nach der Ausstellung gingen wir ins “Bimbos”, eine Bar, bzw. ein Restaurant, das man daran erkennt, dass eine grosse Babyfigur an der Eingangsfassade haengt. Wir assen lecker, guenstige Pizza und belustigten uns in dem ovalgeformten Akkustikraum, der so gebaut wurde, dass man z.B. seine gegenuebersitzende Person in 10facher Lautstaerke hoert. Unheimlich wurde es, als ich ploetzlich das Gespraech des Tisches ausserhalb des Raumes und ein paar Meter weiter deutlich mitverfolgen konnte. Das musste ja auch andersrum gehen, also machte ich mir einen Spass daraus und sagte dinge wie “Hallo? Ist da wer?” und verwirrte damit die fremden Menschen.
Was einem in Melbourne wahrscheinlich als erstes auffaellt ist die unglaubliche Vielfalt der architektonischen Stile. Ueberall trifft man auf Kontraste. So findet man z.B. moderne, bunte Haeuster neben alten Bauten im viktorianischen Stil, die aussehen, als ob sie schon etliche Jahrhunderte dort stehen. Das ist auch das merkwuerdige: Man weiss, dass Melbourne eine relative junge Stadt ist, und dass die Gebauede, die man sieht, nicht alt sind. Dennoch besitzen sie einen alten Baustil. Das ist es auch, was einige nicht an Melbourne moegen. Mir gefaellt jedoch diese Stadt der Kontraste.
Nach ein paar Tagen hatte ich meinen letzten Abend in Melbourne erreicht und wollte mich gegen 21 Uhr in den Nachtbus nach Canberra setzen - der Hauptstadt Australiens. Doch am Nachmittag wollte ich mich vorher noch mit Lisa, der Osnabrueckerin von der Great Ocean Road Tour, auf einen Kaffee treffen. Ich traf sie am Fed Square und lernte zwei australische Freunde von ihr kennen, Trish und Sam. Wir gingen mit dem Paerchen in ein kleines, charaktervolles Kaffee und ich lernte die beiden kennen. Trish versuchte mich zu ueberzeugen, dass ich doch noch eine Nacht und einen Tag laenger in Melbourne bleiben sollte, da Canberra langweilig waere und ich mit 2 Tagen viel zu viel Zeit eingeplant haette. Erst wollte ich an meinem Plan festhalten, doch als sie mir dann noch ihr Zuhause als kostenlose Uebernachtungsstaette anbot, konnte ich ja nicht ablehnen. Ausserdem meinten die beiden, dass sie Lisa und mir noch das richtige Melbourne zeigen moechten.
Nachdem wir meine Sachen bei ihr Zuhause abgeladen hatten, gingen wir in eine nette Bar, in der wir alle reichlich Essen fuer unser Geld bekamen. Ich muss gestehen, dass ich noch nie so ein grosses Chicken Schnitzel Parmigiana auf meinem Teller gesehen habe. Man wuerde normalerweise denken, dass man so eine Portion nicht aufessen kann, doch denkt man als Backpacker anders. Was man bezahlt, muss man auch vollends auskosten, hehe.
Lisa und ich fuhren dann nach Hause, sie schlief auf dem Flur auf einer Matratze und ich konnte mit meinem Schlafsack sogar auf Trishs Bett, da sie die Nacht bei Sam verbrachte. Am naechsten Morgen zeigt mir Lisa erstmal eine nette, kleine Baeckerei, in der wir unser Fruehstueck holten. Einen riesigen Blaubeer-Muffin fuer 2 $, lecker! Auf dem Weg nach Hause pflueckten wir noch ein Bluemchen aus einem Vorgarten, die wir Trish als Dankeschoen mit einer kleinen Nachricht auf den Kuechentisch stellten, bevor wir unsere Sachen packten. Lisa zog wieder ins Hostel und ich bunkerte vorerst mein Gepaeck bei ihr, da ich ja erst abends den Bus nehmen wollte.
Wir trafen nocheinmal Trish und Sam zunaechst auf einen Kaffee wieder und gingen dann in die Brauerei von dem Bier “Little Creatures”. Eigentlich wollten wir uns dort die kostenlosen Fahrraeder ausleihen, doch waren wir schon relativ spaet dran. Also bestellten wir uns jeder ein Glas Bier und machten es uns in einer Sitzecke gemuetlich. Das Bier schmeckte und wir machten uns wieder auf den Weg. Wir gingen durch ein paar kleinen liebevolle Laeden, in denen man Kleidungen oder Accesoires kaufen kann, bis wir schliesslich zurueck in die Innenstadt fuhren. Sam wusste, dass dort eine Kunstausstellung eroeffnet wurde. Wir, als knstinteressierte Menschen, konnten uns das natuerlich nicht entgehen lassen. Also gingen wir in die Galerie und nahmen freudig die Gratisgetraenke entgegen und schauten uns die modernen Bilder an den Waenden an. Super waren auch die anderen Menschen auf der Vernissage, die mit schrillen Klamotten und feschen Hairstyles ihre Form von Koerperkunst praesentierten.
Nach einer Weile verabschiedete ich mich, da mein Bus bald ging und bedankte mich bei Sam, dass er und Trish mich ueberredet hatten, noch einen Tag laenger in Melbourne zu bleiben. Durch sie hab ich ein anderes Melbourne kennen gelernt, das angenehme Vorstadtleben, die Cafes und Menschen, die man normalerweise nur als Einheimischer kennt.
Ich ging schnellen Schrittes zum Hostel zurueck, sattelte meinen Rucksack auf und ging wieder schnellen Schrittes weiter zur Busstation. Ich kam rechtzeitig an und hatte noch ein paar Minuten, in denen ich mir die Beine vertreten konnte. Auf mich wartete eine zehnstuendig Nachtfahrt nach Canberra.
Die erwarteten verspannten Muskeln stoerten mich nicht sonderlich, als ich am naechsten Morgen in der Haupstadt Australiens ankam. Ich freute mich ueber das gute, warme Wetter und ging schnell zum Hostel. Dort konnte ich noch nicht in mein Zimmer, also schloss ich mein Gepaeck im Schliessfach ein, goennte mir ein 5-Dollar-Fruehstueck mit Eiern, Speck und Spaghetti auf Toast und plante dabei meinen Tag. Vor mir stand nun nur noch ein Tag um Canberra zu erkunden. Als geubter Sightseer durchblaetterte ich ein paar Broschueren und legte mir eine Route auf dem Strassenplan Canberras zurecht. Nachdem ich den letzten Bissen Toast vertilgt und den letzten Schluck Cappucino aufgetrunken hatte, sattelte ich meinen kleinen Rucksack auf und ging los richtung “Parliamentary Zone”.
Viele Menschen, die ich getroffen hatte, meinten zu mir, Canberra sei total langweilig. Dort gaebe es nichts zu sehen und es lohne sich nicht, dort hinzufahren. Doch ich wollte der Stadt eine Chance geben und mir ein eigenes Bild machen.
Nachdem ich ueber die Commonwealth Bruecke ueber den Lake Burley Griffin gelaufen war bog ich links ab und merkte auch ohne auf den Plan der “Parliamentary Zone” zu blicken, dass die Stadt ein kuenstliches, geschaffenes Bild hat. Canberra wurde erschaffen, da man sich bei der Wahl um die Hauptstadt Australiens nicht zwischen Melbourne und Sydney entscheiden konnte. So wurde ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben und die Architekten Walter Burley Griffin und Marion Mahony Griffin wurden mit ihrem Stadt-Design ausgewaehlt. In dem Modell befanden sich viele Gruenflaechen, die mir auch auffielen.
Ich kam am Peace Park vorbei, einem Friedenssymbol und ging weiter an dem International Flag Display vorbei, an dem die Laender mit diplomatischer Praesenz in der Haupstadt repraesentiert warden. Die Flaggen wehen am Tag, sowie bei Nacht mit Beleuchtung. Abends reflektieren sie sich dann bunt im Lake Burley Griffin.
Als ich durch den Garten der National Gallery ging, sah ich beeindruckende Skulpturen, die durch ihre Form und ihr Material zwei Wirkungen zugleich erziehlten: einen Kontrast mit der Umgebung und gleichzeitige Eingliederung in die Natur. Die Skulptur “Cones” von Bert Flugelman gefiel mir besonders, da sie schoene Licht- und Schattenspiele bewirkte. Ich ging ein wenig weiter und war ploetzlich sehr ueberrascht, als ich die “Buerger von Calais” sah! Ein echter Auguste Rodin, der mich sofort an eine Stunde im Kunst-LK erinnerte, in der wir die Wirkung und Emotionen der individuellen Figuren als Gesamtes analysierten. Als ich ein Foto machte, stand ein Mann mit lila Regenschirm so, als ob er genau dort stehen wollte. Die Buerger von Calais und er bilden zusammen eine ganz neue, interessante Konstellation. Vielleicht haenge ich mir genau das Bild spaeter einmal als Poster an die Wand.
In der National Gallery selbst waren jegliche Kunststile verteten. Von Claude Monets impressionistischen Gaerten, ueber Picassos Kubismus bis Andy Warholes PopArt-Bildern. Ich war beeindruckt, einmal Bilder von einigen der beruemtesten Kuenstler aller Zeiten direkt vor Augen zu haben!
Das Old Parliament stand als naechstes auf dem mehr oder weniger vorhandenen Plan. Fuer einen Dollar Eintritt konnte ich entscheiden ob ich mich der gerade gestarteten Gruppe anschliesse, die mit Fuehrer durch das Haus geht, oder auf eigene Hand das Parlament zu erkunden. Ich stellte mich erst zur Gruppe, doch fand ich den Fuehrer zu langweilig, so dass ich selbst durch die Gaenge und Zimmer ging. Mir gefielen besonders die Einrichtungen der Raume im relative “alt-modernen” Stil, wenn man das so nennen darf. In dem Gebauede wurden Moebel verwendet, die aus feinem, australischen Holz geschaffen wurden. Lustig fand ich, dass sogar die Aschenbecher und Muelleimer aus edlem Holz geschaffen waren. Fuer die hohen Maenner nur das beste.
In der Kids-Play-Area hab ich mich dann auch ein bisschen ausgetobt. Es gab einen Raum, in dem man sich als verschiedene Personen verkleiden kann. Zum Beispiel als einer vom Militaer in Uniform, vom Staat im feinen Anzug oder als Protestant. Als Protestant gefiel ich mir mit einer Art Baerentoeter-Jacke im Spiegel am besten. Was das nun zu bedeuten hat?
Nun ging es zum Parliament House, im Prinzip der Bundestag Australiens. Nachdem ich den flughafenaehnlichen Gepaeck-Check bestanden hatte und passieren durfte bewunderte ich die Architektur in dem Haus und ging ein bisschen umher. Ploetzlich stand ich vor einem Glaskasten in dem ein Teil der Magna Carta ausgestellt wurde. Man durfte Fotos machen, jedoch nur ohne Blitz, da man sonst das feine Papier beschaedigen koennte. Weiterhin ist der Glaskasten mit Argon-Gas gefuellt um den weiteren Verfall des Papiers zu verlangsamen.
Ich sah eine lange Schlange von Menschen, die auf irgendetwas warteten. Ich dachte mir “Hm? Einfach mal anstellen.” Ich musste meinen Rucksack und jegliche elektronischen Gegenstaende abgeben, nochmals durch eine Flughafenkontrolle und befand mich ploetzlich in der “Questioning Time” in den Chambers, in der ab 2 Uhr taeglich die Politiker sich gegenseitig Fragen zu zukuenftigen oder bereits abgeschlossenen Handlungen stellen koennen. Ich hatte das Gefuehl, alle wichtigen Leute der australischen Politik waren anwesend, somit auch der Premierminister Kevin Rudd. Er beeindruckte mich wirklich und mit seinen Argumenten bei der Beantwortung von Fragen schien er mir eine gute Wahl als australischer Premier zu sein.
Geleitet wurde alles vom “Mr. Speaker”, der fuer Ordnung bei den Diskussionen sorgt. Einmal vergriff sich ein Politiker in seiner Wortwahl und beschraenkte sich bei der Diskussion mit einer Politikerin nur noch auf Beleidigungen. Da erhob der Mr. Speaker schnell seine Stimme und schickte den Mann fuer eine Stunde vor die Tuer. Fand ich lustig.
Es wurde unter anderem ueber die Victorian Bushfires, Arbeitssituationen und die geplante Senkung der Alkoholsteuer fuer Alkopops gesprochen. Nach 2 Stunden interessierten Zuhoerens verliess ich dann die Chambers, holte meinen Rucksack wieder und machte mich wieder auf einen Wanderweg, denn ich wollte heute noch zum Anzac Memorial. Wenn man vorm Parliament House steht und runterblickt, erkennt man nochmals die Struktur der Stadt und erkennt ganz hinten das Anzac Memorial – da wollte ich hin, auf gings!
Auf dem Weg fiel mir die angenehme Lebensweise Canberras auf und ich konnte mir sogar vorstellen, hier einmal zu leben. Ich ging eine ruhige Strasse mit hohen, dichtbewachsenen Baemen entlang, kam dabei an ein paar Tennisplaetzen vorbei, auf denen ein paar Jugendliche ein paar Baelle schlugen waehrend die Nachmittagssonne warm hinunterschien. Dabei stieg mir Lavendelduft der Buesche von den liebevoll bepflanzten Vorgaerten in die Nase, waehrend unbekannte Fruechte, die am Strassenrand wuchsen, mich wieder daran erinnerten, dass ich mich in Australien befand.
Das Memorial hatte leider schon geschlossen, als ich um halb 6 ankam, doch unterhielt ich mich erst einmal mit der Frau, die den Eingang versperrte. Sie erzaehlte mir, dass in dem Gebaeude gerade umgebaut wird, ich jedoch nicht mehr hereinkoennte. Sie schien ihren Job noch nicht lange zu machen und Angst zu haben, ihn zu verlieren, wenn sie jetzt mit mir Ausnahmen machen wuerde. Sie habe den ganzen Tag ueberstanden, ohne einen Patzer zu haben. Ich hab mich dann einfach so lange mit ihr unterhalten, bis ihre Vorgesetzte zufaellig vorbeikam. Die gestattete mir dann, sehr schnell ein Foto von dem Atrium zu machen, na immerhin, hehe! Als einer der Bauarbeiter noch ein Foto von mir in Richtung Parliament House gemacht hatte, war ich zufrieden und begab mich zurueck zum Hostel.
Die Dusche war erfrischend, nachdem ich einen halben Marathon zurueckgelegt hatte und mich schon selbst riechen konnte. Wie ein neuer Mensch ging ich dann Abends in den Supermarkt und sah beim Einkaufen einen Fernseher, in dem die Abendnachrichten liefen. Es wurde gerade von der heutigen Questioning Time berichtet.
Als ich nach Hause ging, lief ich durch die Fussgaengerzone, in der die Baeume mit Lichterketten beleuchtet wurden. Ich setzte mich auf eine Bank, ass ein Broetchen und rief dann meinen Lieblingshollaender Bart an. Er arbeitet seit einer ganzen Weile schon im Suedwesten, ist mit seinem Job, dem Gehalt und den Kollegen zufrieden. Es geht ihm also sehr gut, doch leider mussten wir feststellen, dass wir uns wohl nicht mehr in Australien sehen werden. Doch in Europa sind wir ja im Prinzip Nachbarn.
Nach unserem Gespraech lud ich meine Einkaeufe im Hostel ab und fand meine Idee gut, den ereignisreichen Tag im Casino Canberra ausklingen zu lassen. Zuerst schaute ich den Pokerspielern zu und entschied dann, mein Glueck beim elektronsichen Roulette zu versuchen. Ich hab sogar gewonnen und hatte Gewinn gemacht, doch verfiel ich dann dem Fluch des Weiterspielens und verlor alles, touché!
Am naechsten Morgen ging es nach Sydney, die letzte grosse Station meiner Australienreise. Seither ist viel passiert, das es verdient hat, in einem eigenen Eintrag erzaehlt zu werden.
Melbourne und Canberra. Zwei sehr unterschiedliche Staedte. Ich fand beide Reisen spannend, wie lang sie auch gewesen sein moegen. Melbourne war so vielfaeltig, wie man es erwartet hat. Canberra war interessanter und vielfaeltiger, als viele erzaehlt haben. Beide Staedte haben etwas Besonderes. Beide Staedte verdienen es, erkundet zu werden.
Keep on rockin’,
Freddy Scholle
hi du!, bin hier grad zufällig gelandet ;)
wusst garnicht, das du so nett immer alles festhälst! Find ich super, bin dafür ja leider immr zu faul gewesen...naja, die Carina schreibt man übrigens mit "C"! :)
liebe grüsse, bis bald!
Anna
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