...eine Woche voller Erlebnisse und wir liessen die guten alten Zeiten aus Brisbane wiederaufleben.
Mit dem Shuttlebus des Hostels fuhren wir zum D.Lux im Stadtteil Kings Cross. Wenn man einen Vergleich aufstellen will, kann man sagen dass es bei Nacht die Reeperbahn Sydneys ist. Viele Clubs, Bars und Menschen. Wir haben uns das D.Lux ausgesucht, da es eines der preisguenstigsten Hostels in der Auflistung im Internet war.
Nachdem wir unsere Sachen in unserem Zimmer abgeladen hatten, gingen wir einfach mal raus und durch die Strassen. Wir hatten Hunger, also gingen wir zum naechsten Supermarkt Coles, kauften uns 20 cent Broetchen, die gerade im Angebot waren und setzten uns auf eine Mauer, um in Ruhe essen zu koennen. Als ich nach rechts blickte, kam mir die Person bekannt vor und es stellte sich heraus, dass es Sebastian aus meinem Hostel in Adelaide war. Oder Sebaschtian, wie ich ihn aufgrund seines wuertemberdischen Akzents immer nenne. Zu dritt trafen wir im Hyde Park Diana und Miriam wieder und nachdem wir eine Weile auf dem Rasen geruht hatten, beschlossen wir mal zum Opera House zu gehen, da Sebaschtian noch nie in Sydney war und etwas sehen wollte.
Schon merkwuerdig, jetzt wieder in Sydney vor dem Opera House zu stehen. Es war das erste, was ich zu Beginn meiner Australienreise gesehen hatte und jetzt bin ich mit meinen Leuten hier und habe ein ganz anderes Bild von dem Gebaeude. Wir konnten es uns natuerlich nicht nehmen lassen, das ein oder andere artistische Bild von uns zu knipsen und haben uns diesmal in Komposition und Idee wahrscheinlich selbst uebertroffen. Einige asiatische Touristen wollten sogar mit uns Fotos haben, wie wir unsere Kunststuecke vor dem Gebaeude ausuebten.
Wir schlenderten durch die Botanic Gardens, fanden ein grosses Luftmaennchen, in dem wir keinen weiteren Sinn fanden, ausser bloed dran herumzuzerren (Bild), machten eine Wasserschlacht am Brunnen und verliessen den Park auf der anderen Seite wieder. Wir kamen gerade die Treppe hinunter, als wir eine Situation sahen, wo wir einfach schmunzeln mussten. Vor unseren Augen wurde ein roter Ferrari abgeschleppt! Wir fragten den Mann vom Abschleppdienst, ob der Wagen zu lange geparkt haette, doch meinte er, dass er nicht wegen Falschparkens abgeschleppt wurde, sondern sich einfach nicht mehr anlassen liesse. War aber ein schoenes Bild, wie er den Wagen auf seinen Abschlepper befoerderte.
Am naechsten Tag, am Samstag, traf ich meine Cousine Alina nach etwa einem Jahr des Nichtsehens wieder. Sie lebt, nachdem sie ein paar Monate durch das Land gereist ist, nun schon ein halbes Jahr in Sydney und arbeitet als Aupair-Maedchen in einer Familie mit drei Kindern im Alter von zwei, vier und sechs Jahren. Ich erhielt eine SMS von ihr, dass ich mir heute Abend frei halten solle. Es gaebe keine Ausrede, denn sie haette eine Ueberraschung fuer mich. Ich sollte geschlossene Schuhe, lange Hose und ein gutes Hemd anziehen. Was sie wohl mit mir vorhatte?
Wir trafen uns in der Stadt am Bahnsteig und nahmen den Zug zum Olympia Stadion. Ploetzlich befanden wir uns auf den besten Logenplaetzen beim Rugby-Spiel zwischen den Waratahs und den Crusaders. Wir sassen neben der Kommentatorenkabine und hatten einen wunderbaren Ausblick auf das Spielfeld. Alina hatte die Karten von ihrem Gastvater bekommen und mich dazu eingeladen, echt genial!
Bevor das Spiel losging hatten wir uns schon in alte und neue Familiengeschichten vertieft, uns etwas von der Bar zu essen und zu trinken geholt und es uns auf unseren bequemen Sitzen bequem gemacht. Direkt nach Anstoss war das Spiel durchgaengig actionreich und es wurde nach Aussi-Regeln gespielt. Man koennte jedoch eher meinen, dass keine Regeln vorhanden sind, da auf die ueblichen Protektoren verzichtet wird. Wir waren jedenfalls beeindruckt von dem rasanten Zusammenspiel der einzelnen Spieler, wie sie zum Beispiel bei einer Art „Einwurfball“ zu zweit einen Mitspieler an den Beinen hochhoben, so dass dieser ca. zwei Meter in die Luft springen konnte.
Der Vorteil der Logensitze kam uns sehr zu gute. Nicht nur, dass wir ein Upperclass-Feeling hatten, da wir sogar Teppichboden unter unseren Sitzen hatten, sondern auch die um einiges kuerzere Schlange an der Bar gefiel uns gut!
Meine Cousine und ich haben uns schon immer gut verstanden, und so unterhielten wir uns jetzt auch wieder pausenlos. Zuerst war es komisch, jemanden aus meiner Familie in Australien wiederzutreffen, dann fande ich es jedoch genial! Wir haben die gleichen Interessen und konnten uns jetzt ja auch ueber unsere Australienplaene unterhalten, da wir genau wussten, von welchen Orten wir redeten. Nachdem wir nach der 2. Halbzeit mit jeweils 2 Bieren zurueck zum Platz kamen, waren wir doch ein wenig verwundert. Ploetzlich waren wir die einzigen, die noch in unseren Platzbereich sassen, auf dem Spielfeld stand ein Podium und es wurden bereits die Pokale fuer Gewinner und Verlierer vergeben. Nanu, irgendwie hatten wir beide angenommen, dass es noch weiterginge. Davon liessen wir uns aber nicht abhalten, tranken unsere Biere auf und begaben uns dann in die exklusive Bar, wo wir noch eine Weile waren, bevor wir den Zug Richtung Innenstadt nahmen.
Wir wollten zusammen ins „Ivy“, ein Nachtclub im Herzen Sydneys. Im Zug unterhielten wir uns mit ein paar Australiern mittleren Alters ueber das Spiel und die Welt. Wir fanden uns alle gegenseitig sympatisch, deswegen stiegen wir irgendwo mitten auf dem Weg zur Stadt aus dem Zug aus, gingen auf ein paar Biere in eine Bar und erzaehlten uns gegenseitig unsere spannenden Lebensgeschichten. Alina unterhielt sich am meisten mit Rachel und ich mit ihrem Mann Ando, der mir versicherte, dass das Bier hier zwar nicht schlecht sei, sein selbstgebrautes Bier zuhause jedoch um einiges besser schmecken wuerde. Er fragte mich auch noch, ob ich auf Jobsuche sei, und ich sagte einfach mal ja. Er wollte sich mal umhoeren, ob er einen Gelegenheitsjob fuer mich auftreiben kann. Nachdem wir unsere Handynummern ausgetauscht und uns nach einer Weile von den Aussies verabschiedet hatten, fuhren Alina und ich weiter in die Stadt, verbrachten noch einen netten Abend in dem Club und liessen unseren gelungenen Abend bei einem Burger von McDonald’s ausklingen.
Am Sonntagnachmittag gingen Alex und ich zu den Centennial Parks, in dem wir uns mit meiner Cousine verabredet hatten. Die Tante ihrer Betreuungskinder hatte Geburtstag und es wurde ein grosses Picknick gemacht. Ich lernte Alinas Gasteltern und die Kinder Charlie, Benji und Ruby kennen. Zusammen verbrachten wir einen schoenen Tag im Park, Alina und Alex lernten sich kennen und wir spielten mit den Kindern eine Runde Rugby mit abgeschwaechten Regeln. Jetzt erfuhren meine Cousine und ich auch ein paar der Spielregeln. Learning by Doing sozusagen.
Nach dem Picknick gingen wir 3 Abends noch in die naechste Stadt, Bondi Junction, in eine schwedische Pizzeria namens „Sven's“. Wir wurden auf Schwedisch von einer Kellnerin begruesst ich unterhielt mich eine Weile mit ihr ohne dass Alex und Alina die geringste Ahnung hatten, wovon wir sprachen und setzten und schliesslich an die lange Essenstafel. Das Restaurant war im Vikingerstil charaktervoll eingerichtet und selbst die leckeren, im Steinofen gebackenen Pizzen hatten Namen aus der altnordischen Mythologie. Loke, Thor und Midgard kann ich nur empfehlen!
Am Montag gingen wir mit Diana in der Stadt auf Shopping-, bzw. "Not-Shopping-Tour". Da mir in Melbourne im Zimmer ein Flip-Flop geklaut wurde (was mir ein Raetsel ist, weshalb man nur einen Flip-Flop klaut), besorgte ich mir die Naechstbesten in meiner Groesse und waehlte die 10$-Latschen mit ueberzeugenden australischen Farben aus dem Souvenirshop. Bei der Not-Shopping-Tour gingen wir durch Klamottenlaeden, probierten Kleider an, die uns sowieso zu teuer waren, setzten uns Peruecken im Magic Shop auf oder lasen Comics im Comicladen. Abends gingen wir in eine Sushi-Bar, in der man in grosser Runde sitzt, in der Mitte gekocht wird und auf einem kleinen Laufband viele Teller mit unterschiedlichen Spezialitaeten herumfahren. Die roten Teller waren die guenstigsten und die schwarzen die teuersten, dafuer aber auch aufwendigsten Sushigerichte. Da ich rohen Fisch nicht mag, hab ich mir einfach 2 schwarze Teller mit vegetarischen Sushis vom Laufband genommen. Reis, Sundried Tomatoes, Avocado und Feta-Kaese sind eine gelungene Kombination! Anschliessend trafen wir drei uns mit Emily („Emu“) wieder und gingen einen trinken. Dabei konnte ich sie davon ueberzeugen, dass Alex und ich ein paar Tage bei ihr auf dem Sofa schlafen wollen. Ein Backpacker muss ja sparen, auch wenn er sich Sushi und Pizzas goennt.
Ein paar Tage spaeter, nachdem Alex und ich in Emus Gaestezimmer eingezogen waren und es uns schon gemuetlich gemacht hatten, trafen wir uns mit Alina um ein natuerliches Workout zu bekommen. Wir gingen zusammen in der Kletteranlage ClimbFit unser Koennen zeigen. Dabei klettert man immer zu zweit, wobei einer den Partner von unten sichert, in dem er das Sicherungsseil unter Kontrolle hat. Von normalen Kletterwaenden bis zu ca. 10 Meter Hoehe, einer Kletterwand, die nach dem Prinzip eines vertikalen Laufbands funktioniert und einem freischwingenden Seil war alles dabei, um seine Grenzen auszutesten. Ich versuchte mich am Seil, dass mich an den Spotunterricht von frueher erinnerte und schaffte es zu meinem eigenen Erstaunen sogar bis ganz nach oben.
Eine Kletterdisziplin war sogar nur mit meiner Cousine als Team moeglich. Man kann sich die Disziplin wie eine sehr grosse Leiter vorstellen mit 4 dicken, etwa 2 Meter auseinander liegenden Bambusstaeben. Das Ziel ist es natuerlich, bis ganz nach oben zu kommen, was alleine als Normalsterblicher nicht ganz ohne ist! Also half ich zunaecht Alina mittels Raeuberleiter auf den ersten Pfosten, sie gab mir die Hand und durch ausgekluegelte Techniken schaffte es Team Scholle nach 20 Minuten auf den obersten Bambuspflock. Great Success!
Donnerstag nutzten Alex und ich um mal nichts zu tun. Wir scherzten schon immer mit den anderen, dass wir bei den ganzen Aktionen auch mal Ruhe brauchen. „Wann haben wir denn mal Zeit fuer uns!?“ Es fiel dann auf Donnerstag, da wir uns von dem Klettertag vorher, aber vor allem der Nacht zuvor ausruhen mussten. Wir sind spaeter an dem Abend noch in die Scruffy Murphy’s Bar gegangen, in der gerade Karaoke Nacht war und verguenstigte Getraenke. Wir sangen zwar nicht, nutzten die Nacht aber dennoch bis zur spaeten Stunde aus. Ich lernte eine Bekannte von Alex kennen, von der er mir vorher erzaehlte, dass er sie in Neuseeland kennengelernt hat, wo sie mit ihrem schwedischen Freund herumgereist ist. Aha, da musste ich mal was ausprobieren! Ich stellte mich als schwedischsprechender Finne vor, was zur Haelfte ja wahr ist, und testete ihr Schwedisch-Wissen. Kompliziert wurde es, als sie mir Fotos von ihrem letzten Skandinavienurlaub zeigte, auf denen finnische Schilder abgebildet waren. Sie fragte nach den Bedeutungen, die ich nicht kannte, also dachte ich mir einfach irgendetwas aus.
Als Finne war ich der einzige Nicht-Deutsche an dem Abend, was den Vorteil hatte, dass wir alle Englisch sprachen. Mit einem weiteren Deutschen unterhielt ich mich dann ueber verschiedene Sprachen und er versuchte mir den Berliner Akzent zu erklaeren. „Instead of ‚I’ you say ‚Ick’.“. Ich tat sehr interessiert und gab vor, auch ein paar deutsche Saetze sprechen zu koennen. Mit gebrochenem Deutsch gab ich ein paar schlechte Anmachsprueche von mir, angeblich ohne die Bedeutungen zu wissen und stiess auf allgemeine Belustigung. So ging es bei amateurhaftem Hintergrundgesang weiter, bis wir die Zeit vergassen und so zu unserem ruhigen Donnerstag kamen.
Am naechsten Tag trafen wir Alina, Benji und Ruby im Park wieder, wir vergnuegten uns auf dem Spielplatz und fuhren anschliessend mit zu Alina, wo ich ihre Heimat kennenlernte. Alina bekochte die Kinder, Alex und mich sehr gut und versorgte uns sehr fuersorglich nach dem Motto: „Wollt ihr noch etwas essen, oder vielleicht einen Kaffee oder Tee?“ Da konnten wir ja nicht ablehnen und liessen uns mal wieder gerne bemuttern. Im Garten bauten wir nach dem Essen noch einen kleinen Parcour auf um die Kids bei Laune zu halten, die im Gegensatz zu uns einfach nicht mueder werden wollten. Wir blieben dann noch bis Abends, bis wir uns nach einem schoenen Tag verabschiedeten. Anschliessend gingen wir gleich nach Hause, da wir am naechsten Tag fit sein wollten.
Der Samstag galt dem V-Festival (sprich:„Wie-Festival“), ein Tag voller Spass, Wiedersehen mit alten Bekannten und Konzerten bekannter Bands in den Centennial Parks. Emu hatte mir ein Ticket mitbestellt und Alex kaufte sich noch spontan ein Ticket im Eingangsbereich. Drinnen auf dem Gelaende trafen wir Emu, Diana, ihren Mitbewohner Roger aus Oesterreich und Dutchie von der Great Ocean Road Tour wieder. Wir setzten uns auf die Wiese und schauten von weitem der Saengerin Duffy bei ihrem Auftritt auf der „That Stage“ zu und genossen dabei die vielen Gratis-CocaCola-Dosen die wir beim Eingang bekommen hatten.
Spaeter gingen wir zur „This Stage“ rueber, als die Band „Razorlight“ gerade zu spielen begann. Alex und ich waren total begeistert, da es eine unserer Lieblingsbands ist! Direkt nach Razorlight sangen die Jungs von den „Kaizer Chiefs“ ihre bekannten und unbekannten Lieder, bevor die finale Band auftrat: „The Killers“. Die Stimmung war genial und die Atmosphaere grandios, als sie ihren beruehmten Gute-Laune-Song „Mr.Brightside“ zum besten gaben und die Menge jedes Wort zu kennen schien.
Gegen 22 Uhr war das Festival schon beendet und wir verabschiedeten uns alle voneinander, bevor Emu, Alex und ich noch ein paar Pizzen holten und uns Zuhause den Film „AntiTrust“ anschauten.
Ab und zu kommt es vor, dass man sich nur noch eine Frage stellen kann: 'Wo sind wir denn jetzt schon wieder gelandet?' So auch am Sonntag.
Nichtsahnend standen wir auf, als ich eine SMS von meiner Cousine las, dass ich sie so schnell wie moeglich anrufen sollte. Am Telefon erzaehlte sie mir, dass es klappt! Wir hatten schon vorher darueber geredet, doch stand es noch nicht fest. Aber nun hatte ihr Gastonkel Frederic das Segelboot mieten koennen.
Wenig spaeter trafen Alina, Alex, Diana und ich uns am Hafen und lernten Frederics sympatische Freunde kennen, mit denen wir auf den Segeltoern im Sydney Harbor starten wuerden. Wir stiegen auf das Boot und sobald wir aus dem Hafen waren, spannten wir die Segel und liessen uns vom Wind fortwehen. Schon bald erblickten wir die Sydney Harbour Bridge und das Opera House, doch hatten wir ein anderes Ziel. Wir steuerten eine ruhige Bucht an, in der wir auf das Deck stiegen und einer nach dem anderen ins angenehm kalte Wasser sprangen. Wir praesentierten uns gegenseitig die waghalsigsten Spruenge oder duempelten einfach nur im Rettungsring herum, mit einem kuehlen Bier in einer Hand und in der warmen Nachmittagssonne.
Durch die Boxen ertoenten stimmungsvolle Gitarrenklaenge von Ben Lee und franzoesischen Bands, als Frederic Maiskolben und Sandwiches mit bestimmt 15 verschiedenen Zutaten auspackte und freudig jedem in die Hand drueckte.
[Um einen Eindruck von der friedlichen Atmosphaere vermitteln zu koennen habe ich ein stimmungsvolles Video hinzugefuegt.(rechts oben neben dem Text)]
Als wir wieder Richtung Hafen segelten, verabschiedete sich die Sonne allmaehlich und wir sahen wie die Sonne zu unserer Rechten neben dem Opera House und hinter der Harbour Bridge unterging. In dem Hafen angekommen fuehlte man sich, als ob man gerade stundenlang meditiert haette. Ein wirklich einmaliger Sonntag.
Alex und ich lebten nun schon eine Woche in Bondi Junction und am Abend wollten wir dann wieder in ein Hostel ziehen. Wir waren also schon eine Woche nahe dem Strand und doch waren wir noch nicht zusammen zum beruehmten Bondi Beach gegangen. Mit Cousine, klein-Ruby und Strandlaune gingen wir also zum Beach, tauchten ins kalte Salzwasser, braeunten uns in der Sonne und doesten in der Waerme. Ruby konnte sich nicht fuer das Wasser begeistern. Sie zog das Doesen im Kinderwagen vor und komischerweise schlief sie mit halbgeoeffneten Augen. Alina meinte, das mache sie oefters, also brauchten wir uns keine Sorgen machen.
Abends zogen wir aus Emilys Wohnung aus und hinterliessen ein paar gekaufte Bluemchen und ein Glas Tartaresauce als Dankeschoen, wovon sie mal erwaehnte, dass sie die mag.
Unser Plan war eigentlich, die Nacht irgendwie kostenlos zu ueberstehen, da wir nicht fuer ein Hostelbett bezaehlen wollten. Wir hatten schon verschiedene Plaene ausgearbeitet, doch nach einer Weile entschlossen wir uns doch in ein Hostel zu ziehen, anstatt die Nacht durchzumachen, im Kino zu sitzen oder bei McDonald’s zu schlafen. Also buchten wir uns fuer eine Nacht in das „at Big“ ein, in dem auch ein Kumpel von Alex wohnte.
Gestern flog Alex morgens dann nach Perth, er will dort sein Bestes bei der Jobsuche geben und den Westen bereisen. Sehr gute Entscheidung, da der Westen meiner Meinung nach der schoenste Teil Australiens ist.
Ich hatte mich entschieden einen mehrtaegigen Ausflug in die Blue Mountains zu unternehmen, wo ich gestern mit dem Zug hingefahren bin und mich noch immer befinde. Unpraktischerweise habe ich mir den Wetterbericht vorher nicht angesehen, dann haette ich gewusst, dass es hier in Katoomba pausenlos regnet und starker Nebel herrscht. Gestern, als ich angekommen bin, habe ich mich erst einmal fuer 2 Naechte im YHA eingebucht und mich als Mitglied ausgegeben um 3 Dollar pro Nacht zu sparen. Meine Mitgliedskarte konnte ich nicht vorzeigen, da ich sie..aehm..verloren hatte? Nachdem ich ein paar Fragen beantworten musste, wo und wann ich denn dem YHA-Club beigetreten waere, wollte ich schon die 3 Dollar mehr hinnehmen, doch anscheinend habe ich den Rezeptionisten mit meinen ausgedachten, spontanen Antworten ueberzeugen koennen.
Ich habe mich dann trotz Regenwetter und starkem Nebel auf den Weg zu dem Aussichtspunkt auf die Three Sisters gemacht, da ich ja nicht umsonst hierhin gekommen sein wollte. Meine Regenjacke schuetzte mich teilweise vor Naesse, doch merkte ich spaetestens jetzt, dass ich neue Schuhe brauche. Beide Sohlen haben jeweils schon seit einer Weile einen grossen Riss, der mir das unglaubliche Gefuehl verleiht, direkten Kontakt mit dem Boden und der Umwelt zu haben und jede Pfuetze intensiv spueren zu koennen. Ob sich das verkaufen lassen wuerde?
Beim Aussichtspunkt stand ich vor einer Nebelwand, wie ich zuvor noch nie eine Nebelwand gesehen hatte. Ich erkannte noch die Baeume, die fuenf Meter von mir entfernt waren, doch keine Spur von den Three Sisters. Jetzt war kreative Vorstellungskraft gefragt, in einem Meer von Weiss dei wagen Konturen der heiligen Bergformation zu erkennen. Ich erkannte zwar nichts, doch irgendwie hatte es schon etwas Mysterioeses, ins Nichts zu blicken, und dennoch zu wissen, dass sich soviel dahinter verbirgt.
Morgen geht es zurueck nach Sydney, Alex wird dann weg sein, doch ist eine Freundin (Kathrin) aus Brisbane angekommen, die ich lange nicht mehr gesehen habe und es sicherlich viel zu berichten gibt. Bis dahin nutze ich die Zeit hier in den Blauen Bergen noch, um einmal komplett auszuspannen, zu lesen, in der Video-Lounge einen Film zu gucken oder zu schreiben. Manche gehen zum Blogschreiben in ein Cafe. Ich fahre in die Berge.
Keep on rockin’,
Freddy Scholle
Hihi, was ein Wiedersehen! Es war zwar anstrengend, aber das Backpackerdasein ist nu mal hart. Danke fuer die tolle Zeit und auf ein erneutes Wiedersehen in good old Germany!
Alex aka "Das Schokokroetchen"
hey hey,
netter post.. kommt mir wie ein märchen vor - dabei war ich bei den meisten aktivitäten dabei! s.u.p.e.r.!
bis morgen dann in the rocks...
c ya, mate!
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