...digitalisieren zu koennen, so war ich froh, mal wieder die Zeit zum Schreiben gefunden zu haben.
Einen Tag zuvor war meine alte Bekannte aus Brisbane, Kathrin, aus Neuseeland wiedergekommen und wollte nun ein paar Tage in Sydney verbringen. Sie schickte mir eine Nachricht, in welchem Hostel sie sei, und ich entschied mich, auch in das “Asylum” im Kings Cross zu ziehen. Das Hostel machte sofort einen sympathischen Eindruck: Klein, wenig Menschen, charaktervoll. Im Keller gab es einen kleinen Fernsehraum mit 4 Computern, bei denen man den ganzen Tag kostenlos ins Internet konnte.
So checkte ich nachdem ich meinen Rucksack im Zimmer abgeladen hatte erst einmal meine E-Mails. Ich sah, dass Alicia auch online war und nachdem wir uns eine Weile unterhalten hatten, stellten wir fest, dass wir zufaellig beide gerade in Sydney waren und verabredeten uns an der naechsten Strassenecke. Es stellte sich heraus, dass sie gleich nebenan im Internetcafe sass.
Kurze Zeit spaeter umarmten wir uns. Das letzte mal hatten wir uns vor 4 Monaten gesehen. Jetzt waren wir im Kings Cross und ueberlegten, wo wir denn jetzt hinwollten. Wie schon erwaehnt, ist Kings Cross mit der Reeperbahn in Hamburg vergleichbar, also faellt es einem nicht schwer, eine nette Bar zu finden und so gingen wir auf ein frisches Bier ins “O'Malleys”, in dem es fast den ganzen Tag “Jugs” fuer 6$ gibt.
Unser letztes Treffen war auch zufaellig. Nachdem ich mit Bart und Suzanne in Fremantle das Gefaengnis besucht hatten, wollten wir noch in ein nettes Cafe. Wir suchten uns das naechste aus und bestellten uns verschiedene, spezielle Biersorten. Die Kellnerinnen waren alle blond, doch eine kam mir sehr bekannt vor: Alicia. Da sie gerade mitten im Arbeitsstress war, kam kein richtiges Gespraech zustande. Das wurde jetzt nachgeholt.
Nun hatten wir eine ausgiebige Unterhaltung ueber fast alles. Sie war eine sehr gute, besondere Gespraechspartnerin und unsere Unterhaltung verlief so, dass die Person gegenueber genau das aussprach, was man schon immer sagen wollte, doch nie die richtigen Worte dafuer finden konnte.
Merkwuerdigerweise hatten wir das gleiche Bild von der Australienreise. Wir hatten beide nur noch ein paar Tage in Australien und nun das gleiche Gefuehl. Es kam uns so vor, als ob die Reise schon abgeschlossen war und die letzten Tage nur noch Abschied nehmen bedeuten sollten. Von dem Land. Von den Menschen. Von der eigenen Reise und dem eigenen Weg.
Wir verabredeten uns fuer den Abend, dann sollte ich auch Janine wiedersehen. Auf dem Weg zum Hostel schickte ich Kathrin eine SMS: “Wo bist du?” - “Bin im Zimmer, kommst du hoch?”
Ich rannte die Treppe voller Vorfreude hoch, machte die Tuer auf und Kathrin und ich fielen uns nach 7 Monaten des Nichtsehens wieder in die Arme. Es gab sehr viel zu erzaehlen, doch zunaechst zogen wir uns die Flip Flops aus, die Schuhe an und gingen mit einer Tuete Billigwein (“Goon-Bag”) zum D.Lux Hostel, wo wir uns spaeter mit Janine & Alicia wiedertreffen wollten.
Sofort schwelgten wir in alten Brisbane-Geschichten und waren fasziniert von unseren Erlebnisen des letzten halben Jahres. Der Wein floss gut und nach einer Weile wollten wir in die “World-Bar”, wo wir jedoch nicht reingelassen wurden, da wir noch unsere Goonbag dabei hatten. Die wollten wir aber nicht wegwerfen, so abartig er auch schmeckte, und wir wanderten ein bisschen durch die Strassen, bis wir einen sympatischen Strassenmusiker fanden, der auf Wunsch alte Lieder wie “Brown-eyed Girl” spielte. Neben ihm bewegte sich rytmisch ein falscher Elch-Kopf, der unsinnigerweise seinen Mund auf und zu machte. Doch irgendwie passte es zu der ganzen Atmosphaere. Irgendwann waren wir so von der Musik und dem Elch betoert, dass wir vor dem Musiker auf dem Buergersteig unser Tanzbein schwangen, ganz nach dem Motto: “Egal, was alle denken – Man muss auch mal an sich denken!” Als der Goon alle und wir voll waren, befanden wir es als gute Entscheidung, schlafen zu gehen. Im Zimmer fand ich den Lichtschalter nicht, also ueberlegte ich kurz und gab der Energiesparlampe eine leichte Backpfeife. Licht ging aus, ich war gluecklich.
Am Freitag blieb ich bis halb 4 nachmittags im Bett liegen. Die Quittung fuer den Abend zuvor. Irgendwie schaffte ich es noch ins Tribal Travel Internetcafe und bekam nach einer Weile einen Anruf von Alicia, die zehn Minuten spaeter ebenfalls im Tribal Travel eintraf. Nach einer halben Stunde surfen gingen wir dann Richtung Royal Botanic Gardens und trafen dort Janine und Matteo, einen italienischen Freund von den beiden.
Uns fiel auf, dass wir uns ganze 6 mal in Australien gesehen hatten – zufaellig! In Byron Bay lernten wir uns kennen, in Rainbow Beach sass Janine neben mir im Internetcafe, an der Lagune in Airlie Beach erkannten wir uns wieder und verbrachten ein paar Tage zusammen. In Townsville haben mich die beiden in ihr Hostel geschmuggelt, wo ich 3 Naechte umsonst geschlafen habe. In Fremantle traf ich Alicia beim Kellnern wieder und auf dem Weg zurueck in die City unterhielt ich mich eine Minute mit Janine, die zufaellig im gleichen Zug und auf dem Weg zur Arbeit war. Schliesslich gab es in Sydney ein Wiedersehen.
Vielleicht waren das eine der bemerkenswertesten Begegnungen mit zwei Freundinnen, die ich in Australien kennen gelernt habe. Als ob es Schicksal war, dass wir uns zu Beginn, bei den wichtigen Stationen Australiens und schliesslich ganz am Ende in Sydney wiedersehen sollten.
Samstag ging ich mit Alina, Kathrin, ihrem Bekannten Yoval aus Israel und Diana auf den Markt in The Rocks, der Altstadt Sydneys. Wir sahen Glasblaesern bei der Arbeit zu, bewunderten kreative Schmuckhersteller, die aus zusammengeschweissten Loeffeln Skultpuren formten und kauften uns am Ende ein paar Erdbeeren mit Schokoladenmantel am Spiess (Man muss sich ja auch mal was goennen, hehe). Abends machten wir einen Ruhigen und schauten uns in der TV-Lounge die Komoedie “The Rocker” und das Oskar ausgezeichnete Drama “The Wrestler” an. Beide Filme waren irgendwie merkwuerdig, aber gut.
Am Sonntag ging ich mit der Cousine, Kathrin, Diana und ihrem Bekannten Tom noch einmal ins “ClimbFit” klettern. Es war wieder mal sehr genial und ein Fortschritt war deutlich spuerbar. Die Grenzen, die wir beim ersten Mal getestet hatten, hatten sich nun entfernt und Alina und ich beschlossen, Zuhause einmal im Monat zusammen klettern zu gehen. Nach einer Weile musste Tom nach Hause und Diana ging mit. Kathrin, Alina und ich wollte noch ein paar Routen klettern und machten uns spaeter auf den Weg zur Railway Station in North Sydney, bis wir 3 merkten, dass wir Hunger hatten und gingen spontan ins naechste, sympathische Restaurant. Wir goennten uns ein 3 Gaenge Menu mit Nachos als Vorspeise, verschiedenen Pastagerichten als Hauptgang und Schokoladenkuchen zum Nachtisch. Dabei hatten wir in der kleinen Runde eine sehr nette und ungezwungene Unterhaltung ueber fast alles und jeden.
Abends schauten Kathrin und ich uns den sehr schoenen Film “Nick and Nora's infinite Playlist” an und anschliessend nutzte ich noch kurz den kostenlosen Internetzugang. Alicia war auch wieder online, und hinter ihrem Namen war eine kleine Info, die aussagte, dass sie und Janine morgen Australien verlassen und nach Bali fliegen wuerden. Ich schrieb ihr eine kurze Nachricht und wir trafen uns wenig spaeter, um uns noch einmal persoenlich unterhalten zu koennen. Dieses Mal war es ein anderer Abschied, da wir uns garantiert nicht mehr in Australien wiedersehen wuerden. Es folgte ein Abschied. Nicht nur von den beiden, sondern auch von der Vergangenheit und den Orten, in denen ich die zwei erlebt hatte.
Montag traf ich Alina und Ruby in der City wieder und wir wollten beide zu der Organisation “AIFS”, mit der wir nach Australien geflogen sind, um uns ueber die Steuerrueckzahlung zu informieren, die jeder Reisende am Ende seines Trips ausfuellen muss. Als wir unsere Mitgliedsausweise vorzeigten und die Frau unsere gleichen Nachnamen “Scholle” lass, sahen wir schon, dass ein Missverstaendnis aufkam. Sie hielt uns wie selbstverstaendlich fuer die Eltern von der kleinen Ruby. Aber kann ich auch verstehen, da wir in den letzten Wochen ein sehr schoenes, familiaeres Verhaeltnis aufgebaut hatten.
Ich bekam eine Mitteilung aufs Handy und erfuhr, dass Anna auch in der Stadt sei. Nachdem Alina wieder mit Ruby nach Hause gefahren war traf ich mich mit ihr am naechsten Starbucks am Hyde Park. Wo auch sonst? Es war der wahrscheinlich einfachste Treffpunkt, da wir beide als Koffein-Abhaengige eine Art Spuernase fuer den naechsten Starbucks entwickelt hatten. Nach freudiger Begruessung verbrachten wir viel Zeit in der Stadt, ohne wirklich etwas zu machen und hatten einen netten Nachmittag.
Schliesslich hatten wir Hunger, aber keine Lust einzukaufen. Also gingen wir zurueck in mein Hostel und kochten uns etwas aus dem Free-Food-Shelf zusammen. Es gab Reis, den wir einfach mal kochten, bis wir merkten, dass wir beide ploetzlich Lust auf Milchreis hatten. Da stellte sich nur die Frage, wie man Milchreis macht. Probieren geht ueber Studieren, also kippten wir zu dem fertiggekochten Reis einfach etwas Milch, Zimt und Zucker hinzu und waren anschliessend maechtig gespannt auf unser Werk. Wir legten in der TV-Lounge den Film “10 Dinge, die ich an dir hasse” mit Heath Ledger ein und genossen unseren leckeren, selbstkreirten Milchreis. Spaeter gingen wir noch spontan mit Philipp, einem Freund von Kathrin, auf den Pub-Crawl des Hostels und hatten einen feuchtfroehlichen Abend mit vielen Gratisgetraenken.
Dienstag war mein letzten Tag in Australien. Dieser Tag zeigte mir selbst, was ich in Australien gelernt habe.
Nachdem ich erst einmal bis 12 Uhr mittags ausgeschlafen hatte erhielt eine SMS von Alina, in der sie fragte, ob wir uns in zwei Stunden in der City treffen wollen. Ich schrieb ihr eine kurze, positive Meldung zurueck, als mir einfiel: “Achja, ich flieg ja morgen nach Neuseeland!” Ich fing also an, meinen Backpack aufzuraeumen als ich bemerkte, dass ich noch Waesche machen musste, als ich Philipp und Kathrin traf, die gerade auf dem Weg zu einem Waschsalon waren um ihre Kleider zu waschen. “Hey, koenntet ihr vielleicht ein paar Dinge von mir mitwaschen?”
Ich lieff los Richtung Wynyard Station, wo ich meine Cousine treffen wollte. Ich kannte den genauen Weg nicht, doch half meine Erfahrung: Man kommt immer dort hin, wo man hinwill. Ich kam an der Wynyard Station an, musste aber noch zehn Minuten auf Alina warten. Also folgte ich einem meiner Lieblingshobbys, setzte mich auf eine Bank und beobachtete Menschen. Ich beobachtete Menschen, die sich begegneten, beobachtete ihre Mimik und ihre Haltung und bildete mir eine leichte Vorstellung ueber die individuellen Persoenlichkeiten und Geschichten dieser Menschen.
Mit Alina ging ich zu einem Klamottenladen, in dem sie eine Hose umtauschen wollte, an der ein Knopf immer abfiel. Anschliessend gingen wir eine Weile durch die Strassen Sydneys und Alina ueberreichte mir einen Gutschein fuer den Pylon Outlook der Harbour Bridge, den sie bei der Buchung ihres bevorstehenden Bridge Climbs gratis dazu bekommen hatte. Wir verabschiedeten uns, da sie noch nach Hause wollte um mit ihrem Freund in Deutschland zu telefonieren und ich lief 'eben' zur Harbour Bridge. Mir fiel nun nicht zuerst auf, dass ich die Distanz “weit” nicht mehr kannte und eine Entfernung nicht mehr in Kilometern, sondern in Minuten gemessen wird.
Auf dem Pylon, also einem der hohen Pfeiler der Harbour Bridge, hatte ich einen fantastischen Blick auf die Stadt und dachte dabei ueber meine Reise durch Australien nach.
Von dort oben sah ich das Opera House und die Bank, auf der ich vor ueber 8 Monaten das erste mal sass und die Kraft Australiens auf mich wirken gelassen hatte. Seither hatte ich so viel gemacht und doch so wenig. Australien ist gross! Ich dachte weiter nach.
Nahe der Armut fuellte ich meinen Geldbeutel, in dem ich Erdbeeren pflueckte, nur um nach einem Tag die Flucht zu ergreifen. Mit Heiko entleerte ich Container mit Fischmehl und half als Moebelpacker dabei mit, unbenoetigte Buerogegenstaende zu verlagern. Bei Greenpeace konnten wir mit unseren sympathischen Weltretterpersoenlichkeiten nicht ueberzeugen, also hing ich bei einer Kunstaustellung Bilder auf und lernte einen der unglaublichsten Lebenskuenstler kennen: Alexander Hauser. Er rief mir meinen urspruenglichen Reiseplan wieder in den Sinn: Mit dem eigenen Auto durch Australien reisen. Mit meinen Freunden Leo und Wouter ging es es weiter, doch war Frank am Ende mein laengster Reisepartner. Zusammen mit “Lee” und Wauzi” trat ich das Leben als Roadtripper an, wir paddelten in Kanus, bretterten durch den Dschungel auf Fraser Island und tauchten durch die bezaubernden Unterwasserwelten des Great Barrier Reefs.
In Airlie Beach restaurierte ich mit Bart Borsten das Boot eines netten Ehepaares, bevor ich mich auf die grosse Rundreise begab. Durch die Wueste, durch die weite Leere, die Stille, die Tropen, den Regen, den wunderschoenen Westen. Die Arbeit als Tankwart im kleinen Madura und meinen kleinen Kollegenkreis mit den grossen Herzen und grossen Persoenlichkeiten werde ich nie vergessen koennen.
Nachdem ich in den letzten Monaten das Reisen grossgeschrieben hatte, den grossen roten Felsen bestaunen durfte, die grossen Staedte erkundet und dem Premierminister Kevin Rudd bei der Tagung gelauscht hatte, ging es zur letzten grossen Station meiner Australienreise: Sydney. Hier fing alles an. Hier sollte es enden. Und da befand ich mich nun und blickte gedanklich versunken auf den weiten Horizont hinter dem Opernhaus. Wow.
Ich ging zurueck zum Hostel, da ich mich noch umziehen wollte. Heute Abend sollte es in das Theaterstueck “The Alchemist” gehen, dass im Sydney Opera House aufgefuehrt wurde. Die Karten hatten wir vor ein paar Tagen gekauft. Als ich durch die Stadt ging, bemerkte ich einen Schuhladen und mir kam wieder in den Sinn, dass ich noch Wanderschuhe fuer Neuseeland benoetigte. Meine alten hielten mit ihrer nicht vorhandenen Wasserfestigkeit ja noch nicht mal der nassen Strasse stand, ohne dass ich anschliessend nasse Socken hatte. Ich ging rein in den Laden, probierte die naechstbesten Schuhe an, sie passten, waren bequem und wurden gekauft. Zack, so schnell geht das. Sind doch nur Schuhe.
Kurz vorm Hostel kamen mir Philipp und Kathrin entgegen, die schon auf dem Weg zum Opernhaus waren. Sie meinten zu mir, dass sie meine Sachen gewaschen hatten, sie jetzt wunderbar riechen aber noch nass sind, sie haengen aber im Hinterhof auf der Waescheleine. Ich bedankte mich, sagte “Bis gleich” und packte 'daheim' meine nassen Klamotten schnell in den Trockner. Innerhalb von 5 Sekunden hatte ich den erlernten Wattestaebchentrick angewandt, umsonst getrocknet und 3 Dollar gespart.
Ich zog mich schnell um, spuelte mein Gesicht mit kaltem Wasser ab und lief richtung Opernhaus los. Ich ging den gleichen Weg, den ich vor 3 Wochen mit Alex, Diana, Miriam und Sebaschtian gegangen war. Irgendwann hatte ich leider meine Orientierung verloren und fragte einen Jogger “Excuse me, mate. Do you know the fastest way to the Opera House?”. “Yeah, it's right there”, sagte er und zeigte auf die Spitzen des Gebaeudes, die man von unserem Standpunkt erkennen konnte. Drei Minuten spaeter war ich da und traf Alina, Diana, Kathrin und Philipp wieder. Alte und neue Freunde.
“The Alchemist” war ein sehr gut inszeniertes Stueck und von der Handlung her sehr verzwickt, doch konnte man durchsteigen, wenn man wollte. Wir genossen das Stueck und mussten an einigen Stellen richtig lachen, da die Schauspieler es wirklich drauf hatten! Nach der Auffuehrung schlichen wir uns nach oben zum grossen Eingang auf die Premiere des neuen Star Trek Filmes. Leider war sie schon vorbei, doch war es interessant, die geladenen Gaeste zu beobachten.
Alina verabschiedete sich, da sie ihren Bus nicht verpassen wollte. Sie werde ich das naechste mal in Deutschland wiedersehen. Von Diana musste ich mich dann auch verabschieden, da ich noch meinen Rucksack fertig packen musste. Also gingen Philipp, Kathrin und ich zu unserem Hostel zurueck. Meine Waesche war trocken, sie wurde gefaltet und mit geuebt-gekonnter Technik packte ich meinen Backpack. Erst dann realisierte ich erst richtig, das Australien bald vorueber ist und stellte fest, dass das Packen meines Rucksacks nicht das Ende meiner Reise bedeuten konnte, auch wenn ich schon in fuenf Stunden wieder aufstehen musste.
“Philipp, Kathrin – lass uns noch eben rueber ins O'Malleys auf ein paar Bier”.
Katrin hatte sich vor ein paar Tagen ein Auto gekauft und plante nun zunaechst mit Philipp nach Byron Bay zu fahren, dann wahrscheinlich auf einer Farm Erntearbeit zu betreiben. Ich war froh, dass wir uns noch einmal in Sydney treffen konnten. Auch wenn man sich sagt, dass man sich in Deutschland wiedertreffen wird, ist ein Treffen in Australien etwas anderes.
Als ich in mein Zimmer ging, fiel mir auf, dass dies ein perfekter letzter Tag in Australien war: Man wacht mit ruhiger Einstellung auf, denn es bringt nichts, Stress in den Tag zu bringen. Man trifft Freunde, diese helfen einem bereitwillig und geben sogar mehr, als man verlangen kann. Man schaut sich Australien an. Auf dem Weg bekommt man durch Zufall etwas, das man noch benoetigt, aber schon fast vergessen hatte. Man wendet an, was man durch andere gelernt hat. Wenn man nicht mehr weiter weiss, bleibt man nicht stumm, sondern bittet um Hilfe, egal wen. Die Loesung ist meist naeher als man denkt. Man trifft Freunde und lernt, dass Zeit mit Freunden die schoenste Zeit im Leben ist. Und genau so endet der Tag am schoensten.
Als ich aufwachte, sattelte ich meinen Rucksack auf und ging zum Bahnsteig. Ich nahm den naechsten Zug Richtung Flughafen. Anders als fuer viele ging es fuer mich jedoch noch nicht zurueck nach Deutschland. Mich sollte es um die Welt fuehren.
In den letzten Stunden befand ich mich schon nicht mehr in Australien. Meine vergangene Reise lief auch nicht mehr wie ein ausgedachter Film in meinem inneren Auge ab. Es war vielmehr so, als ob ich etwas gelernt hatte, doch nicht darueber nachdenken musste, was es sei. Es war da. Ich war da. Ich war es. Und ich bin es.
Dann laechelte ich und ging durch das Gate.
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