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Scholles Blog

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Kapitel drei – Stille Wasser, Inseln in der Sonne und Tomatensuppe

15.04.2009 | Bilder17 | Kommentare0 | Neuseeland  - Te Anau
Ich war gar nicht mehr gewohnt, in einem richtigen Bett zu uebernachten. Das schoene war, dass es im Old Stone Backpackers keine Check-out-Zeit gab und ich den Luxus eines erholsamen langen Schlafes gut ausnutzen konnte.

Zum Fruehstueck machten wir uns Pancakes der schnellen Art mit Pancake-Mix, bei dem man einfach nur Wasser hinzugeben muss und in wenigen Minuten das fertige Essen vor einem hat. Anschliessend gingen wir nochmal kurz zum Strand und fuhren dann weiter Richtung Dunedin. Auf dem Weg hielten wir bei den Moeraki-Boulders am Koekohe Beach an, die wie viele uebergrosse Murmeln aussehen, die jemand im Strand verteilt hat. Es war ein sehr schoenes Bild, wie viele Kinder sich auf den runden Steinen amuesierten und fangen spielten.

Nachdem wir etliche Stops auf dem Weg machten, da wir eine nette Atmosphaere einfangen wollten, hielten wir beim Shag Point etwas weiter suedlich als naechstes an. An diesem Punkt am Wasser kann man Seeloewen beobachten und das taten wir auch eine Weile. Wir sahen den sympatische Tieren zu, wie sie miteinander an Land und im Wasser spielten, durch die Gegend tauchten oder sich einfach nur auf einem warmen Felsen ausruhten und in den Tag hineindoesten. Inseln in der Sonne. Was fuer ein Leben.

In Dunedin hatte fast alles geschlossen, da es Ostermontag war, doch fanden wir einen Hardwarestore um uns wieder Gaskartuschen zu besorgen und fuhren dann zur Otago Halbinsel, die durch Dunedin erreichbar ist. Es war schon Abends, also versuchten wir nochmal unser Glueck bei der Pinguinbeobachtung (erfolgslos) und suchten dann einen Schlafplatz. Es stellte sich schwieriger als sonst heraus, da die Halbinsel eine hoehere Bevoelkerungsdichte als erwartet hatte. Auch waren die potentiellen Plaetze recht unheimlich. Einmal bogen wir in eine Strasse ein und vor uns befand sich ploetzlich ein riesiges Holzinstrument das im Halbdunkeln einem Folterinstrument glich. Uaah. Schliesslich fanden wir aber noch eine grosse Gruenflaeche, die vielleicht eine Raststaette war, kochten etwas und gingen schlafen.

Morgens wurden wir von einem Schaf geweckt, dass auf einem Huegel maehend hin und herrannte und zwei Huehner begruessten uns, in dem sie um unser Auto umherschlichen. Das brachte uns auf die Idee, zum Fruehstueck Eier zu machen, was ein sehr lustiges Vorher-Nachher Bild brachte, hehe. Anschliessend schauten wir beim Albatross Centre vorbei. Leider war der Eintrittspreis zu hoch um in das Gebiet gehen zu koennen, wo man die maechtigen Voegel bestaunen kann. Doch gab es ein sehr interessantes Museum und an einer Wand war aus Holz die Spannweite eines Albatrosses dargestellt und man konnte mit seiner eigenen „Spannweite“ den Vergleich aufstellen. Selbst ich mit meinen langen Armen konnte dem Tier nicht das Wasser reichen. Wie gross die sind! Es muss unglaublich beeindruckend sein, so einem Tier einmal in der freien Wildbahn zu begegnen!

Zurueck in Dunedin schauten wir uns die steilste Strasse der Welt an. Mit 19 Grad Steigung hat sich diese Strasse einen Platz im Guinness Buch der Rekorde gesichert und es wird unten beim Anfang davor gewarnt, mit schweren Fahrzeugen den Weg hochzufahren. Wir entschieden uns also, den Van unten stehenzulassen und meisterten den doch recht anstrengenden Marsch zum hoechsten Punkt. Dort befand sich sogar ein Wasserspender, fuer die mutigen „Besteiger“, die sich dieser Herausforderung erfolgreich gestellt hatten.

Anschliessend schauten wir uns eine Sumpflandschaft an du wir begaben uns auf die Southern Scenic Route, die uns wie eine Schnitzeljagd ueber schoene Landschaften nach Te Anau bringen sollte, wo wir in ein paar Tagen ankommen wollten. Es fing mit den schoene Pukanui Wasserfaellen an, bevor wir zum suedlichsten Punkt der Suedinsel fuhren. Dort mussten wir erst ueber eine der unzaehligen Schafswiesen Neuseelands (40 Millionen Schafe!) gehen, bis wir an einem Schild ankamen und eine wunderschoene Sicht auf der Meer hatten, das mit gewaltiger Kraft gegen die hohen Felschen preschte.

Etwas weiter in Fortrose fanden wir einen sehr schoenen Rastplatz direkt am Ufer, auf dem schon ein paar andere Leute campten. Es war uns direkt sympatisch dort, vor allem weil es am Wasser war, unser Lieblingsuebernachtungsstaette. Gerade als wir ankamen, ging die Sonne in einem bunten Farbspektaktel zwischen lila und orange unter. Nicht nur eine einmalige Fotomoeglichkeit, sondern auch einfach nur wunderschoen!

Der naechste Tag begann sehr gemuetlich, wir machten erstmal Fruehstueck und bewegten uns dann weiter auf der Southern Scenic Route nach Te Anau. Wir durchfuhren einige kleine Staedte wie Orepuki, Tuatapere und Cliffden und gelangen zum Lake Hauroko, dem tiefsten See Neuseelands. Es bot sich eine angenehme ruhige Atmosphaere mit dem stillen Wasser und dem lang hinausfuehrenden Holzsteg. Wir machten Lunch.

Kurze Zeit spaeter erreichten wir Te Anau und buchten zunaechst unsere Bootsfahrt auf dem beruehmten Milford Sound fuer den naechsten Tag. Bei einem leckeren Muffin und Cappucino schrieben wir in einem Cafe ein paar Postkarten, bevor wir uns abends auf den Weg zum etwa 2 Stunden entfernten Bootssteg in Milford machten. Die Nacht brach herein, der Weg wurde immer kurviger und dann begann es auch noch stark zu regnen. Doch hatten wir gute Musik, also war es irgendwie eine gemuetliche Fahrt. In Milford stellte sich wieder die Schlafplatzfrage auf, aber hatten wir nicht viele Moeglichkeiten und stellten uns einfach auf den Parkplatz und campten, wo man eigentlich nicht campen durfte. Wir hatten keine grosse Lust zu kochen, deswegen machten wir uns einfach eine leckere Tomatensuppe aus der Dose warm. Bevor wir schlafen gingen, dachten wir ueber die vergangenen Tage nach und stellten wir nicht zum ersten mal fest, dass Neuseeland sehr vielfaeltig ist.

Keep on rockin‘,

Freddy Scholle

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