...kurze Info zum Milford Sound, und erfuhren zum Beispiel, dass der Niederschlag 6 Meter pro Jahr betraegt. In der Nacht und am Morgen dachten wir schon, unsere Tour wuerde ins Wasser fallen, da es pausenlos regnete. Doch kurz nachdem die Tour losging, klarte es sich immer mehr auf und der starke Regen stellte sich als etwas Gutes heraus!
Dadurch, dass es die ganze Nacht durchgeregnet hatte, hatten sich unzaehlig viele Wasserfaelle gebildet, die nun die hohen Gebirge hinunterstroemten. Was fuer ein Anblick! Die Wolken verdeckten Teile der Berge und umgaben sich mit einem halbdurchsichtigen Schleier, so dass eine fast mystische Atmosphaere entstand, als wir Kurs Richtung Tasman Sea nahmen. Waehrend wir immer weiter Richtung Ozean hinausfuhren wurde es zunehmend windiger und die Wellen immer hoeher. Es war lustig, wie alle Menschen sich ploetzlich mit uns nach vorne an die Spitze stellten und wir bei jedem Auf und Ab ein „wuooo“ von uns gaben.
Auf dem Rueckweg kamen wir in den Genuss der Milford Shower, als der Kapitaen unter einen riesigen Wasserfall fuhr nach dem Freizeitparkmotto „Hier werden sie richtig nass!“. Richtig schoen wurde es noch, als es zum Ende hin immer mehr aufklarte, die Sonne heraus kam und auf die Berge schien. Dazu zauberte sich noch ein Regenbogen her und es bot sich ein traumhaftes Bild des Fjordes. Ich fand die Tour sehr schoen, doch leider war es auch wieder sehr touristisch und man hatte vorher schon viele Bilder gesehen, so dass es mal wieder schwer war, sich ein eigenes Bild zu machen.
Auf dem Hinweg nach Milford war es ja regnerisch und dunkel, nun war es hell und gutes Wetter. Also konnten wir den Rueckweg von Milford nach Te Anau diesmal richtig in Angriff nehmen und machten zunaechst bei „The Chasm“ Halt. The Chasm ist im Prinzip der Cleddau River, der sich durch seine enoreme Wasserkraft den Weg durch Stein gebahnt hat. Ein unglaubliches Bild, wie ein reisender Fluss durch Stein schiesst! Ich fand den Spruch auf dem Info-Schild auch gut: „The Power of Water continues to shape our heritage“ .
Danach ging es durch den Homer Tunnel, einen 1207 Meter langen, one-way Tunnel, der per Ampel geschaltet ist. Er ist nicht flach, sondern hat eine Steigung, was den Bau durch den Granitstein frueher durch hereinstroemende Wasser- und Schneemassen erheblich erschwert hatte und auch zu Todesfaellen fuehrte. Vor dem Tunnel befanden sich ein paar Touristen, die trotz vieler Hinweisschilder, dass man die besonders schlauen und hinterlistigen Kea Papageien nicht fuettern soll, genau das taten und wieder einmal die individuelle Dummheit einiger Menschen verdeutlichten. In Kurz: Idioten.
Nach ein paar Aussichtspunkten mit fantastischer Sicht hielten wir beim Boardwalk zu den Mirror Lakes an und gingen den kurzen Holzsteg bis zum Wasser. Die Mirror Lakes bilden an einem ruhigen Tag ein wunderschoenes Spiegelbild der Earl Mountains und waren auch wieder von einer merkwuerdigen Atmosphaere umgeben. In dem Wasser sah man die Baeume weiterwachsen, wie ich es noch nie zuvor gesehen hatte.
Wir fuhren weiter und hoerten irgendwann ein sehr boeses Geraeusch am linken Vorderreifen und hielten es nach einer Weile fuer richtig, eben anzuhalten. Wir stellten fest, dass das Gummi vorne locker war. Hae,…so eine Situation hatte ich doch schon einmal? An dieser Stelle moechte ich einmal Katrins Daddy danken, dass er ihr eine Rolle Panzertape mitgeben hatte. Es war uns sehr nuetzlich, wir klebten das herunterhaengende Stueck wieder am Wagen fest und es hielt den ganzen weiteren Weg. Man sollte also immer Panzertape dabei haben.
Wir kamen wieder in Te Anau an und da es schon abends war, suchten wir uns einen Schlafplatz. Im Ort war es sehr schwierig, da ueberall No-Camping-Schiler verteilt waren, also fuhren wir ein Stueckchen aus dem Ort raus und fanden eine Stelle, die dauerhaftes Schlafplatzpotential hatte: Eine Bootrampe. Dort war auch gleich eine Toilette dabei, wir waren am Wasser und kein Warnschild zu sehen. Wir entschieden zu bleiben und machten einen ruhigen Abend mit kochen, lesen, unterhalten und schliesslich schlafen.
Ausgeschlafen genossen wir den ganzen Freitag um nicht viel zu unternehmen. Beim vielen Rumreisen ist es auch mal ganz schoen, einen nicht ereignisreichen Tag zu haben und einmal gedanklich die Erlebnisse verarbeiten zu koennen. Das machten wir, in dem wir in der Bibliothek den Internetzugang ausnutzen, ich ein bisschen im Reisefuehrer California herumblaetterte, wir dann ein leckeres Pilz-Nudelgericht am Ufer des Lake Te Anau kochten, im Cafe noch einen Cappucino tranken und zu unserer Bootrampe zurueckkehrten um mal wieder Tagebuch zu schreiben. Ein schoener, ruhiger Tag.
So aehnlich ging es fuer mich am naechsten Tag weiter, da Katrin eine weitere Bootsfahrt zum Doubtful Sound unternahm, die mich aber nicht so reizte wie sie. Also holte ich mir, nachdem wir uns fuer den Tag verabschiedet hatten, erst einmal einen Cappucino und Muffin undging zur Bibliothek, die aber noch nicht offen hatte. Davor stand eine Reisende aus Israel und wir unterhielten uns ueber die Vorzuege des Alleinereisens. Im Internet konnte ich dann auch wieder schreiben und stellte nach ein paar Stunden meinen Australienblog fertig. In dem Cafe am Ufer, dass wir schon ein paar mal besucht hatten, nahm ich mir die Zeit, die Mails von Nele Ewers-Peters zu lesen. Eine Freundin, die gerade in Neuseeland Work & Travel gemacht hatte. Leider war ich nie dazu gekommen, ihre Mails mit den Erlebnissen zu lesen und holte dies nun nach. Es war fantastisch ihre Geschichten zu lesen, vor allem da ich mich gerade am Ort des Geschehens befand und mit vielen Begriffen etwas anfangen konnte.
Als Katrin begeistert von ihrer Tour wiederkam, machten wir uns auf den Weg nach Queenstown, unserem naechsten Ziel. Es war schon Abend, also suchten wir uns ein paar Kilometer davor nahe Kingston ein nettes Plaetzchen und campten auf der Raststaette am Lake Wakatipu. Als Nachtlektuere las ich Neles Facharbeit, die sie zum Thema „Symbole der Maori“ geschrieben hatte. Waehrend ich immer mehr ueber die Geschichten und Mythen erfuhr, begann meine Begeisterung fuer diese faszinierende Kultur immer groesser zu werden und ich konnte es gar nicht erwarten damit in Beruehrung zu kommen.
Keep on rockin‘,
FS
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