Zu erst einmal das wichtigste: Ich habe diese Woche zum 1.12. gekündigt, aber dazu später mehr.
Ich glaube, am besten fang ich mit ner Beschreibung meines normalen Tagesablaufs an.
Mein Tag beginnt mit dem ersten Weckerklingen, um 6.45 was jeden Tag erstmal 2 mal auf 7.03 verschoben wird. Danach folgt das übliche Bad, Frühstück und Rucksack gepackt. Danach gehts ca. 7.45 los, um mit dem Bus (Linie 2) um die 30 Minuten nach Downtown zu kutschen. Die Busfahrt verkürz ich mir mit lesen...ich habe bis jetzt 8 Bücher und keine Ahnung was ich mit denen machen soll, wenn ich aus Calgary verschwinde.
Jedenfalls bin ich dann gegen 8.20 im Restaurant, dann umziehen und ab in den Kampf. Wenn ich meinen Job mit einem WOrt beschreiben sollte, dann wäre das NASS. In den ersten Tagen, sahen meine Hände nach vollendeter Arbeit aus, wie nach stundenlangem Baden. Inzwischen sind sie nicht mehr so aufgeweicht aber dafür zerkratzt, zerschrammt, verbrannt und allgemein beschädigt. Meistens bemerk ich erst am Abend die neusten Wunden und frag mich immer, woher habe ich denn jetzt schon wieder, diesen Kratzer. Aber, naja ist wahrscheinlich Berufsrisiko!
Dann wird erstmal der Arbeitsplatz organisiert, und aufgeräumt, denn die Nachtschichtdishwasher hinterlassen immer ein ziemliches Chaos. Joar und dann wird abwechselnd Dish gewashed, vieles verschiedenes Töpfe, Schüsseln, Kochgeschirr, Plastikbehälter usw., und food geportioned (um Geld zu sparen, besteht hier jedes Essen aus genau genormten Portionen die dann in der Pfanne kombiniert werden). Jedenfalls ist das einer der Gründe wieso ich gekündigt habe. Das Essen zu portionieren, ansich ist das nicht das Problem, aber dass ich oft einfach in letzter Sekunde, mehrere Sachen bekomme, oder einfach etwas zu portionieren habe, weil der der es eigentlich machen muss keine Lust hat oder in die Mittagspause will bzw. angeblich keine Zeit hat (stimmt auch abundzu, aber häufig bzw. bei 1-2 bestimmt Köchen, hab ich echt das Gefühl es läuft nach dem Motto: "Ham ja nen dummen ders macht!"), is auf dauer sehr enervierend. Außerdem glaube ich nicht das ich zum Tellerwäscher geboren bin...ich fühl mich geistig ziemlich unterfordert.
Jedenfalls wird dann ab ca. 11 alles für die Lunchzeit (Mittagessen) vorbereitet, d.h. es wird, von mir, ein Teppich ausgelegt das die Kellnerinnen nicht hinfallen, einweichende Lösungen für Besteck und Dipschälchen bereitgestellt usw. .
Dann kommt das Mittagessen, das je nach Gästezahl mehr oder weniger stressig ist. Hier hab ich hauptsächlich Teller, Schüsseln etc., sowie Pfannen zu putzen. Außerdem Besteck und jegliche Trinkgefäße.
Danach kommt wieder Geschirr wie am Anfang, weil die Köche wieder mit Essensvorbereitungen weitermachen, sowie jetzt auch noch Teller vom Mittagessen und Gästen die danach Essen. Das geht weiter bis ich fertig bin, dass ist je nach Gästeaufkommen 14-16.30 uhr, aber meistens bin ich so gegen 14.30-15.30 raus.
Also über 90% der Restaurantmitarbeiter is echt nett und es macht auch Spaß, mit ihnen zu arbeiten, aber wie gesagt: Tellerwäscher sein stinkt! Außerdem sind auch einige, manchmal echt blöd und denken nicht nach bei dem was sie machen, was einem auf Dauer sehr nervt und die Arbeit allgemein um einiges erschwert!
Danach gehts mit der Linie 4 nach Hause, weil die Haltestelle näher ist, als die der Linie 2. Nuja, und dann mach ich Essen und vertreib mir die Zeit mit Lesen, spazieren und Filme und Serien im Internet angucken. Joar und sonst...
Die Wochenenden verbring ich meist ziemlich faul mit nichtstun...
So und, sonst zu meinem Leben in Calgary, gibt es auch nicht viel zu sagen.
Ich hab mir fleißig neue Klamotten, vorallem T-Shirts geshopt, nachdem ich dann mal ein Old Navy, in der Nähe gefunden habe, was sehr praktisch war, denn die hatten 15ten Geburtstag und so bin ich zu T-Shirts zum Preis von 5 Dollar gekommen :)
Wie viele schon wissen gabs Anfang Oktober nen frühzeitigen WIntereinbruch, mit viel Schnee und bis zu -15°C. Wie mir versichert wurde, ist das selbst für Kanada sehr ungewöhnlich und kam doch sehr überraschend. Das führte einen Tag dazu das ich anderthalb Stunden im Bus saß um, in die Stadt zu kommen und so zu spät kam. Das scheint hier im Winter die Regel zu sein, das der Verkehr sich im WInter einfach mal komplett staut, und nahezu nichts mehr geht. Obwohl man ja eigentlich davon ausgehen könnte, das eine Stadt die jedes Jahr Tonnen von Schnee und Temperaturen bis -40°C hat, etwas besser auf sowas vorbereitet ist.
Nach 1-2 Woche war das dann, aber auch wieder vorbei und die Temperaturen pegelten sich bei 0 bis 10 Grad ein, und da es hier kaum Regen gibt, scheint auch jetzt noch fast jeden Tag die Sonne, was ja nicht schlecht ist, ne?
Dann kam Halloween. Auch wenn sie hier nicht ganz so verrückt sind, wie in Amerika, gabs doch genügend Halloweenschmuck auf den Straßen und Süßigkeiten in Großpacks zu kaufen. Das Halloweenwochenende hat sich eine der deutschen (Lena), mit denen ich hergekommen bin, ausgesucht einen Kurztrip nach Calgary zu unternehmen, sodass auch zu Halloween was los war. Da wir aber leider weder Kostüme besaßen, noch so wirklich wussten, wo und was hier so wirklich abgeht, hammer uns auf den Besuch einiger Pubs, in Downtown, beschränkt. Als uns der Barkeeper im 2. Pub fragte, wo den unsere Kostüme seien, meinten wir beide einstimmig, das wir als deutsche Touristen verkleidet wären, womit er zufrieden war. Im letztem Pub hatten wir dann ein älteres Päärchen getroffen, das uns, aufgrund unserer nichtkanadischen Herkunft, einige Kurze spendiert hat, was uns bei den Preisen hier wirklich nicht ungelegen kam.
Ich hab dann 2 Wochen später einen Gegenbesuch in Canmore gemacht, wo Lena auf ner Skihütte, als Küchenhilfe, arbeitet. Canmore ist, ein etwas größeres Kaff, ca. 1 Stunde von Calgary entfernt, und nicht halb so touristisch wie Banff, sodass es doch etwas ruhiger ist, was sich aber denk ich mal ändern wird, wenn die Skisaison richtig losgeht. Außerdem ist es, meiner Meinung nach schöner gelegen, von dem was ich in meinen 2 Tagen dort gesehen habe. Sobald man die Stadt verlässt, ist man direkt in den Bergen!
Joar, und dann, als ich wieder in Calgary war, hab ich mich spontan, nach nem stressigem Montag, dazu entschieden, schon Anfang Dezember zu kündigen und die Zeit bis Mitte Januar (so lange habe ich mein Zimmer noch gemietet, also keine Angst, falls mir jemand noch was schicken möchte. Alles was bis Mitte-Ende Dezember rausgeht dürfte mich noch erreichen!) mit WWOOFing und Kurztrips in die Umgebung von Calgary und Edmonton vertreiben werde! Man will ja den Travelteil nicht zu kurz kommen lassen!
Naja, und dann Mitte-Ende Januar werde ich mich wahrscheinlich nach Vancouver Island begeben, um mir dort einen Job zu suchen, wenns klappt dann werd ich da als Blumenpflücker arbeiten.
Und sonst gibt es eigentlich nicht mehr viel zu sagen, hier in Calgary passiert nicht viel. Außer das die Kanadier volle Möhre auf der Schweinegrippeimpfungspanickwelle mitreiten und jeder kleine Husten, erstmal generell Schweinegrippe und potentiell tödlich ist.
Wie dem auch sei
Liebe Grüße aus der Cowboystadt Calgary
Fragen beantworte ich wie immer gern und einige Fotos gibt es auch!
schön schön ...
Es freut mich sehr zu lesen, daß Du jetzt im Küchendienst perfekt bist und dafür sogar früe aufstehst, werde Dich daran erinnern!!
Oh Cousin, du scheinst ja als Tellerwäscher geradezu aufzugehen. Solch eine lange Zeit ohne Parties kann ich mir bei dir gar nicht vorstellen. Aber der Alkoholgehalt im Blut bleibt doch bei einem normalen Pegel, oder? Viel Spaß! :D
Hallo Du "Dishwasher-Wunder",
schön, dass es Dir gut geht, Du Dich aber "umorientieren" willst. Wenn es bis jetzt mit der Million noch nichts geworden ist, dann ist es sicher gut, etwas Anderes zu probieren ;)
Wir waren zwei Wochen durch Sachsen unterwegs - war auch mal ganz nett! Die ganze Zeit schleppe ich eine Kleinigkeit für Dich mit mir herum, leider noch keine Verpackung gefunden....! Aber versprochen, diese Woche geht es noch auf den Weg, nicht dass es noch "verjährt"!
Beste Grüße aus B
Endlich wieder ein Bericht von Dir.( Oma ist geich zwanzig Jahre jünger geworden).Die Freude war groß! S.-O. freut sich schon auf deine Heimkehr -wegen dem Autowaschen,- dann spart er viel Arbeit, wenn es der Profi durchführt! Morgen, am 25.11. muss er zum 3. Mal in die U.-Klinik. Hoffentlich klappt diesmal alles wie gewünscht. Sonst geht alles, seinen normalen Gang. Nur Du fehlst. Sei herzlich gegrüßt von uns und beib immer schön gesund.
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