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Susi_und_Joes Blog

Burma

31.01.2012 | Bilder30 | Kommentare1 | Thailand  - Bangkok, Krung Thep Mahanakhon
... ist uebrigens das selbe Land wie Birma und Myanmar. 3 Namen fuer ein Land der besonderen Art. Von Bangkok sind wir nach Yangon geflogen und haben dort unsere...

...ersten 2 Tage verbracht. Das erste was einem auffaellt sind Maenner in Rocken und dass sehr viele Menschen die Fruechte der Betelpalme kauen, deren roter Extrakt wohl eine leicht berauschende Wirkung hat. Dieser Extrakt faerbt Mund und Zaehe blutrot und wird regelmaessig in nicht zu ueberhoerbarar Lautstaerke auf die Strasse gerotzt. Herzlich willkommen ;)
Herausragend in jeglicher Hinsicht ist in Yangon die Shwedagon Pagode oder Stupa. Die Pagode an sich ist beeindruckend, wie ein riesiger Goldklecks in dieser stickigen und staubigen Metropole. Das Leben um dieses monumentale Bauwerk ist aber nicht weniger aufregend. Unzaehlige Buddisten pilgern taeglich dorthin umzu beten, meditieren oder den Moenchen Spenden zu bringen. Wir waren fruehmorgens und nochmal nachmittags dort und es war auch fuer uns angenehm entspannend dort oben. Abends wurden rund um die Pagode zig hunderte kleine Feuer entfacht. Neben dem Shwedegon hat Yangon noch mehr zu bieten, aber wir haben uns dafuer entschieden weiter nach Mandalay zu fahren.
Die Fahrt dorthin war auch irgendwie ein Erlebnis: Wir fuhren auf der gerade fertig gestellten Autobahn gen Norden. Unser Bus konnte nicht schneller fahren als 90 Km/h, da wohl noch jede alte Ost-Autobahn diese neue Stecke in den Schatten gestellt haette. Die 4 Spuren der Autobahn kamen einem etwas gespenstisch vor, da unser Bus weit und breit das einzige Verkehrsmittel zu sein schien, neben dem einem oder anderem Fahrad, das wir uberholt haben.. Hat halt kaum jemand in ein Auto in diesem Land.
In Mandaly sind wir 5 Tage geblieben, denn von dort aus gab es eine Menge zu besichtigen. Die Stadt ansich hat uns etwas besser gefallen als Yangoon und das Umland ist wirklich schoen und vielfaeltig. Das Erlebnis ist aber das Land ansich. Stehend auf der Laderampe von Pick-Ups fahren, von den Einheimischen manchmal aus- aber vor allem angelacht zu werden. Von jungen Moenchen wurden wir angesprochen, da die ihr englisch ueben wollten. Frauen und Maenner waschen sich und ihre Waesche in braunen Fluessen. Das beste Essen gab es an Staenden die mit Sonnenuntergang am Strassenrand ihre Plastikbestuhlung aufgebaut haben, um dann Chapati, Reis und Curry zu verkaufen.. Auf der anderen Seite ist das Land leider so arm, dass die Hygiene etwas auf der Strecke bleibt und das Reisen nicht immer komfortabel ist.
Fuer die Strecke von Mandalay nach Bagan gilt das aber nicht - die haben wir sehr bequem auf einem Boot zurueckgelegt. Da wir uns aber am Vorabend ziemlich den Magen verdorben haben war es trotzdem nicht wirklich entspannend.
Bagan ist wundervoll. Unzaehlige Pagoden von klein bis riesig, einige Jahrhunderte alt und alle irgendwie anders. Wir haben uns an einem Tag auf einer Pferdekutsche die Highlights zeigen lassen und sind am naechsten Tag dann selber aufgebrochen, um auf Fahrraedern schoene Pagoden etwas ab vom Schuss zu finden. Einige kann man besteigen und hat dann die Ausblicke die diesen Ort so besonders machen - Tuerme soweit das Auge reicht.
Da alle Busfahrten ausgebucht waren, sind wir mit einem chinesischem Paar per Privattransport im Auto nach Kalaw gefahren. Auf den Strassen herrscht uebrigens Rechtsverkehr, aber ein Grossteil der Fahrzeuge hat den Lenker ebenfalls rechts..
Die Strecke hatte es in sich. Waehrend die ersten 2/3 noch relativ in Ordnung waren, haben wir fuer die letzten 150 Kilometer 4 Stunden gebraucht. Die Strasse war sobald wir in die Berge gekommen sind einfach unbeschreiblich schlecht. Wir sind an einigen Bautrupps vorbeigefahren die versucht haben befahrbare Strassen zu bauen. Wenn man sich ihre bescheidenen Geraete dafuer angeschaut hat, wurde klar, warum das nicht gelingen kann. Es war schon erschreckend zu sehen, dass Frauen in einfachen Bambuskoerben Steine transportieren, die am anderen Ende von ihren Kolleginnen mit blossen Haenden eingebaut wurden. Mit selbstgebauten Giesskannen wurde dann das heisse Bindemittel aufgetragen - barfuss.
Von Kalaw haben wir wenig gesehen, da wir uns entschieden haben gleich am naechsten Morgen eine 3-Tageswanderung zum Inle-Lake zu starten. Die Organisation war zwar etwas caotisch und die Gruppe mit 9 Personen groesser als versprochen, aber nach 2 Grossstaedten und der Touri-Hochburg Bagan haben wir uns auf 3 Tage entspanntes wandern gefreut. Und auf gruene Landschaften, denn dort wo mehr los ist, ist fast alles von einer dicken Staubschicht ueberzogen. Die Landschaft ist abwechslungsreich, wir sind auf 1600 Metern gestartet. Waehrend der See auf ca. 800 Metern liegt. Vorbei an meist vertrockneten Reisfeldern (hier ist halt gerade Trockenzeit), Chili-Plantagen und kleinen Doerfern, in denen man keine Traktoren, aber dafuer Ochsengespanne sieht. Frueher war die Gegend von dichten Waeldern und Teakbaeumen bewachsen, aber die wurden fast komplett abgeholzt und wir haben nur noch vereinzelte Reste davon gesehen. Tagsueber schien durchgehend die Sonne bei knapp 30 Grad aber nachts wurde es mit ca. 5 Grad unerwartet kalt. Und dass wir kaum gepolstert auf dem Boden eines Klosters und eines Dorfbuergermeisterhauses geschlafen haben, hat es nicht gemuetlicher gemacht..
Am Inle-Lake angekommen sind wir per Boot in das Dorf unseres Hostels gebracht worden. Am Folgetag haben wir uns mit 2 anderen aus unserer Gruppe ein eigenes Boot mit Fahrer gechartert und sind einen Tag lang ueber den See geschippert wurden. Sehr schoen und nach knapp 60 km Wanderung super entspannt. Der See ist an den meisten Stellen nicht tiefer als 2-3 Meter und in den See wurden ganze Stelzendoerfer gebaut, andere Doerfer und riesige Gaerten schwimmen auf dem See.
Dave, ein Amerikaner, der bei Wanderung und Bootsfahrt dabei war, hat uns dann vorgeschlagen per Zug wieder Richtung Yangoon zu reisen. Da uns noch die Strassen gegenwaertig waren, waren wir schnell ueberzeugt. Zunaecht sollte es Richtung Thazi gehen und dann eventuell noch weiter nach Toungoo. Morgens um 9h ging es los, bis Thazi 9 und bis Toungoo 14h Stunden hiess es. Die Ausblicke waren super schoen und das Zugfahren ansich mal wieder ein Erlebnis. Die Wagons stammten anscheinend noch aus der britischen Kolonialzeit - wir haben uns gluecklicherweise die Upper Clas gegoennt. Es ging kaum schneller als im gemuetlichen Joggingtempo voran und auch auf schnurgerader Strecke in diesem Tempo wurde man zum Teil durchgeschuettelt wie in einer Achterbahn. Schranken und Flaggen werden noch per Hand bedient. An jedem Bahhof wurden wir von fligenden Haendlern und ihren Essenssvariationen belagert - ganz lecker teilweise. Als dann irgendwann die Daemmerung einbrach und wir uns erkundigen wollten wie lang es noch nach Tahzi sei hat der kettenrauchende Moech neben uns versucht zu erklaeren und aufzuzeichnen, dass dieser Zug nicht nach Tahzi faehrt sondern weiter gen Yagon, wofuer man allerdings irgedwann umsteigen muesste. Und alles ohne ein Wort Englisch.
Der zweite Teil unserer Fahrt sollte dann etwas anstrengender werden. Um 2h nachts mussten wir umsteigen, um 5h waren wir in Toungoo und haben dann entschieden weiter bis Bago zu fahren, was schon vor den Tueren Yangons liegt und einige Sehenswuerdigkeiten hat. Dort um 11h angekommen, waren wir fuer ausgiebiges Sightseeing allerdings zu muede. Einen Tag spaeter ging es dann nach Yangon und und von dort wieder zurueck nach Bangkok.
Wir hatten eine wirklich spannende und schoene Zeit, es war aber auch ziemlich anstrengend und teilweise deprimierend. Ein Land das ueberdurchschnittlich reich an Rohstoffen ist (Erdoel, Gas, gute Boeden, Teakwaelder, Jade, Gold, Diamanten,..) und in dem 90 % zur armen Unterschicht gehoeren, waehrend der Chef der Militaerregierung ueberlegt Manchaster United zu kaufen. Trotzdem sind die Menschen super freundlich, interessiert und einladend.

Heute abend wartet schon der naechste Zug auf uns, um uns nach Laos zu bringen.

Walk on!

Myanmar (früherer Name: Burma/Birma) ist ein Land in Südostasien. Im Südwesten grenzt es an den Golf von Bengalen und an das Andamanische Meer. Angrenzende Länder sind Bangladesch, Indien, China, Laos und Thailand.

Das Land wird von einem sozialistischen Militärregime regiert, dessen Politik wegen der Einschränkung grundlegender Menschenrechte kritisiert wird.

In Myanmar gibt es viele Volksgruppen, die allein 100 Sprachen und Dialekte sprechen. Neben den Burmanen, die zwei Drittel der Gesamtbevölkerung ausmachen, gibt es die Karen, Shan, Chin, Arakanesen, Wa, Palaung, Mon, Kachin, Akha, Lahu, Naga, Intha. Aufgrund der vielen Volksgruppen flammen immer wieder Unruhen in einigen Regionen auf. Viele Völker wollen eine komplette oder teilweise Unabhängigkeit. Ein Beispiel sind die Karen im Grenzgebiet zu Thailand, die mit einer Kinderarmee für einen eigenen Staat kämpfen. Offiziell gibt es in der Zwischenzeit zwischen der Regierung und allen rebellischen Gruppen eine Waffenruhe.

Weite Teile des Landes sind nach wie vor für den Tourismus gesperrt. Einige weitere Orte sind zwar zugänglich, allerdings herrschen verschiedene Einschränkungen. Teilweise ist eine spezielle Reiseerlaubnis notwendig, teilweise braucht man einen Führer, teilweise sind die Reiserouten vorgegeben. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Zum einen dient es dem Schutz des Reisenden (auf der Inlands-Strecke nach Kengtung kommt es immer wieder zu Überfällen), zum anderen sollen einfach einige Regionen vom Blick des Ausländers verborgen bleiben. Die Wirtschaft des Landes wird zur Zeit von zahlreichen Joint Ventures aufgebaut. Die typische Konstruktion dieser Joint Ventures sieht etwa so aus: Ein ausländischer Investor stellt das Geld zur Verfügung und bekommt 49% der Anteile des Unternehmens. Eine Tochter oder ein Sohn eines hochhrangigen sozialistischen Nomenklaturamitgliedes bekommt 51% der Anteile - oft ohne jede finanzielle Einlage. So privatisiert die herrschende sozialistische Militärkaste den Reichtum des Landes.

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Kommentare (1)

  • (#1) from st.pauli with love sagte am 15.02. um 03:40 Uhr:

    ICK WILL AUCH NOCH BURMA !!!!


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