...mittelalterlicher Hort traditioneller Bräuche, während Enver Hoxhas Zeit drang kaum was nach außen, dann kam die Wende, der (Pyramiden)Crash und die Meinung über Albanien besteht immer noch aus Vorurteilen.
Ich bin nun hier und es gefällt mir ungemein. Es ist zwar einiges sehr anarchisch, trotzdem ist Tirana eine sehr sichere Stadt in der man sich (auch Frauen) frei bewegen kann. Die Hilfe der Weltbank, der UN und der OSZE trägt dazu bei, dass sich rasch Standards bilden können. Noch gibt es viel Verschmutzung, aber viele Programme, die der Aufklärung und Veränderung dienen.
Die Menschen wirken sehr aufgeschlossen und freundlich. Nicht immer am ersten Blick, doch nach einigen Worten zeigt sich ein ganz neues Bild. Das Entgegenkommen der Leute fordert keinen Tribut, im Gegenteil man erfreut sich am Besucher/ der Besucherin und fragt begierig nach, wie es denn im eigenen Lande bestellt sei und der Besuch des Auslands immer sehr willkommen sei.
Als AlbanerIn in Wien muss man entweder seinen Ausweis herzeigen oder wird des potenziellen Diebstahls bezichtigt. Ein Jammer.
Ich hatte die Möglichkeit, hier viele Menschen zu treffen und zu befragen. Die Vergangenheit wird nur bruchstückhaft wiedergegeben. Der Fokus liegt in der Gegenwart und Zukunft, Wie lange hat Österreich, Deutschland, Spanien,... gebraucht, um ihre Vergangenheit aufzuarbeiten.
Die Symbole des Kommunismus sind gering. Die Hoxha-Villa im Zentrum steht leer und unbespielt. Die alten Bauten werden neu genutzt oder verfallen zwischen den Raiffeisen-geförderten Plattenbauten à la Balkan (oder östliches Grenzland in Österreich).
Die Menschen haben neuere Mobiltelefone als ich (keine Kunst). Die Kids kommen aus einem H&M-Katalog. Die Musik braucht noch mehr Globalismo, aber das Denken steht für mich hoch im Kurs. Noch sozialistisch geschult, üben die Menschen hier täglich Solidarität.
Zwar hupen alle Autos, aber keiner schimpft. Die Polizei lächelt milde, wenn alle bei rot drüber wollen. Es funktioniert trotzdem. Keiner will den anderen verletzen. Blutrache ist was für Hinterwäldler.
Mag sein, dass Albanien Umschlagplatz für Drogen ist. Die Geldwäsche in Österreich ist auch kein Lercherl. Von beidem bekommt man im Alltag nix mit. Das Essen ist überall gut und frei von Massentierhaltung. Die Kühe und Schafe widen in Parks und der Stadtumgebung. Das Gemüse schmeckt nach Gemüse. Das Bier und der Wein sind chemiefrei und geschmackvoll und es gibt sogar einen Bioladen in der Vaso Pasha.
Landschaftlich ist Tirana zwischen Meer und wundervollen Bergen gut eingebettet. Der Blick erinnert an Tirol oder Tibet. Das Land muss noch mehr erkundet werden, aber im Herbst bin ich ja wieder hier.
Einstweilen.
Bussis!
Interessanter Blogbeitrag!
Ich kann Happy Traveller nur zustimmen! Interessante Aspekte die du ansprichst und auch schöne Fotos! :-)
Hat mir auch gefallen. Mehr Infos gibts noch hier:
http://www.traveling-world.de/l57/Albanien/
Netter Beitrtag.Albanien hat sich echt verändert.
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