...Nachtbus nach einem anstrengenden Tag in Airlie Beach am Besten? Man nutzt die Vorzuege des Hostels, in welchem man Tags zuvor geschlafen hatte obwohl man zum gegenwaertigen Zeitpunkt gar nicht gebucht ist und verbringt die restlichen Stunden in einem weltweit bekannten Fastfoodrestaurant um dessen kostenloses W-Lan Angebot zu nutzen um seine Blogs fuer die lieben Leser zu schreiben!
So oder so aehnlich koennt ihr euch das jedenfalls vorstellen, denn mit unserem ganzen Gepaeck und ohne Unterkunft konnten wir nun wirklich nichts besseres machen. Lena und ich hatten natuerlich wieder einen Nachtbus gewaehlt um Uebernachtungskosten zu sparen; klingt clever ist aber sau anstrengend!
Wie gerne waeren wir doch einfach todmuede ins Bett gefallen, nun mussten wir bis um 2 Uhr in der Frueh auf den Bus nach Townsville warten, um dann morgen auf grosse Wandertour zu gehen. Wer was sehen will muss stark sein! :-)
Die Stunden schlichen nur so dahin, der Abend war aber trotzdem sehr angenehm, hier und da konnte man einige gute Partymukke aus den etlichen Diskotheken aufschnappen und der ein oder andere Burger wurde auch verspeist.
Nach unendlicher Wartezeit machten wir uns dann mit dem ganzen Ramsch auf zur Bushaltestelle wo wir erneut auf das rote Monster warteten.
Puenktlich wie immer funkelten dann auch mitten in der Dunkelheit die Scheinwerfer dieses Ungetuems auf, den ganzen Kram unten reingeknallt, aufgesetzt und sofort in Schlafposition begeben. 5 Stunden mussten nun reichen um die Batterie fuer den morgigen, vorab bemerkt : anstrengenden Tag! aufzuladen und sich von dem gestrigen Tag zu erholen.
Die Fahrt verlief ohne Probleme, der Bus war halbleer und schon bald wurde man sanft von der morgendlichen, immer heisser werdenden Sonne durch die Fensterscheiben des Busses geweckt.
Welcome to Townsville! Knappe 2800 km noerdlich von Syndey bildet diese grosse Stadt zum einen den Gateway nach Magnetic Island, zum anderen aber auch die schnellste Verbindungsstrasse ins Northern Territory oder den Ayers Rock von Queensland aus gesehen. (Wohlgemerkt mehrere Tausend Kilometer Westlich).
Vom Baustil her koennte man sie in etwa mit einer Kleinstadt in der spanischen Pampa vergleichen; gechillter Countrystyle, ruhige Gassen und Strassen und eine schier endlose Altstadt. Das war zumindest das, was man auf den ersten Blick aus dem Bus mit seinen mueden Augen erkennen konnte.
Fuer weitere Erkundungen blieb uns aber nun keine Zeit mehr. Nun hiess es, im noch verschlafenen kaputten Zustand das Gepaeck aus dem Bus zu hiefen, ein Schliessfach fuer den Tag zu finden um sich dann mit dem Noetigsten im kleinen Rucksack auf die Faehre zu begeben. Ob nun Glueck oder gute Organisation des Greyhounds; Fakt war, dass die Haltestelle zugleich auch der Faehrablegepunkt nach Magnetic Island war und wir dementsprechend nicht lange danach suchen mussten. Selbst fuer Schliessfaecher war gesorgt. Ja was will man denn am fruehen Morgen mehr als dass einem alles in den Schoss gelegt wird?!
Weniger erfreut waren wir allerdings dann ueber die horrenden Faehrpreise von 26 Dollar Return pro Person fuer die Faehre, war doch die Insel nur knappe 8 km vom australischen Festland entfernt! Sie ziehen einem das Geld aber auch wirklich aus der Tasche die Aussis. Weil sie aber so ein geiles Land haben, drueckten wir natuerlich auch hier wieder ein Auge zu und bezahlten brav.
Die Faehre war dann auch schon bald startbereit und wir konnten mit dem Boarding beginnen. Ein kleines aber feines Ding war das letzten Endes; kein Wunder bei der kurzen Strecke und der Tatsache, dass alle 30 Minuten ein Transferservice fuer die Passagiere angeboten wird. Wir entschieden uns fuer das obere Abteil (offen), was im Nachhinein angesichts der sehr hohen Wellen und des starken Windes einer eher schlechte Entscheidung gewesen war. Dennoch wurde man durchs Geschaukel ordentlich wach geruettelt und kam munter und voller Tatendrang nach knapp 20 min auf Magnetic Island an.
Unser Plan war es natuerlich wie immer, innerhalb kuerzester Zeit so viel wie moeglich zu unternehmen und zu sehen. Da die Schliessfaecher nur bis 18 Uhr erreichbar waren, mussten wir eine entsprechend fruehere Faehre wieder zurueck nehmen und wurden natuerlich dadurch zeitlich ein wenig eingeschraenkt. Im Visitors Centre holten wir uns schnell Informationen ueber interessante und nicht allzu weite Wanderwege ein und erfrischten unsere Sinne noch mit einem leckeren Kaffee.
Ein paar (fuer uns kurz erscheinende) Wanderwege dabei dann herausgesucht, machten wir uns dann auf den Weg in Richtung Startpunkt. Mit dem Bus ging es in 10 Minuten einmal quer ueber die Insel nach Horeshore Bay. Dieses, in einer geschuetzten Bucht, liegende kleine Fischerdorf machte mit seinem langgezogenen Strand und den niedlichen Bummellaeden einen sehr einladenden Eindruck auf uns. Umgeben von Bergen und Wasser ging es nun darum, den Wanderweg zu finden – eine durchaus schwierige Uebung!
Zum Zeitpunkt unseres Erscheinens war der Startpunkt durch die Meeresflut versperrt. Einfach durchwaten geht natuerlich aufgrund der Stroemungs -und Quallengefahr auch nicht, also mussten wir uns irgendwie einen anderen Weg durch das Dickicht bahnen. Man weiss natuerlich nie, welches Tier in dem naechsten Busch sitzt oder ob der naechste Sandfleck vllt ein kleines Moor sein koennte. Auf jeden Fall waren wir mit unseren Flipflops nicht gerade gut ausgestattet, doch der Spassfaktor und Nervenkitzel war dadurch nur umso groesser.
Geplant war ein knapp 2,8 km langer Wanderpfad bis zur Bucht Radical Bay (siehe beigefuegte Karte). 2,8 km hoeren sich vielleicht auf den ersten Blick leicht an, doch die hohe Luftfeuchtigkeit die am heutigen Tag herrschte und auch die Tatsache der vielen Hoehenmeter, ueber die wir uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Klaren waren, verwandelten das ganze Vorhaben in eine schweisstreibende Angelegenheit.
Nun muss ich aber ein Wort zur Vegetation dieser Insel verlieren!: Schon nach unsere Ankunft hatte ich das Gefuhel, ich waere auf einmal in ein Land gebiemt worden was aussah, wie eine Kreuzung zwischen kanadischen Bergen und Harzer Hochlandschaft . Wo man auch hinblickte, stachen einem riesige tannenaehnliche Baeume, unzaehlige gewaltige Felsbrocken (man hatte das Gefuehl, ein Riese haette die Insel vor langer Zeit beim Felsbrockwettwerfen erschaffen), aber auch tiefe Schluchten und steile Bergzuege in die Augen. Dementsprechend steil und anspruchsvoll war dann auch unser Wanderpfad. Es ging durch dichtes Buschwerk, ueber grosse Felsbrocken hinunter in tiefe Schluchten und wieder hinauf. 20 Minuten nach einer Gabelung dann unser Ziel.
Auf einer Anhoehe konnte man die wunderschoen gelegene Radical Bay Bucht erkennen. Eingebettet in steile Felsklippen wirkte sie auf den ersten Blick wie eine uralte Piratenbucht. Keine Menschenseele war zu sehen. Viele Palmen und Blumenfelder gaben dem ganzen dann noch das noetige Etwas und uns klappte wie so oft mal wieder der Mund auf. Nach unzaelig geschossenen Fotos von oben wollten wir natuerlich mehr ueber diese Bucht erfahren und entdecken und begannen mit dem Abstieg zur Bucht.
Unten angekommen wieder eine voellig andere Perspektive. Nun hatte man das Gefuehl, die riesigen Felsklippen und das angrenzende Meer bildeten eine fuer uns scheinbar unueberwindbare Mauer. Man hatte das Gefuehl, man waere gefangen im Paradies!
Nach einiger Zeit tauchten dann doch ein paar Leute auf, die hierher mit ihren Jeeps zum Angeln gekommen waren. Frage: Woher nur? Wir blickten auf unsere Karte und erkannten eine eingezeichnete Schotterpiste, die geradewegs auf die Verbindungsstrasse zwischen Faehrhafen und Horeshore Bay fuehren sollte und zugleich den Startpunkt unserer naechsten Wanderung bilden wuerde!
Erinnert euch: Segeln auf den Whitsundays, Nachtfahrt im Bus, nun am wandern wie die Bekloppten mit dem Hintergedanken heute wieder eine Nachtfahrt zu haben, die Sonne brannte, die Steigungen der Insel liessen die Waden aufschreien und die Schwuele uns den Schweiss nur so runterlaufen. Trotzdem hatten wir einen knapp 3 km Marsch schon hinter uns und noch 7 km vor uns. Immer weiter, immer weiter, wir wollen mehr von dieser Welt sehen und sie somit besser verstehen :-)
Die schier endlose Schotterpiste, unsere Flipflops :-D und die Hitze waren Grund genug dafuer, dass wir uns nach knapp einer weiteren Stunde angekommen an der Hauptstrasse eine kurze Zeit ausruhen wollten. Im Schatten einer Bushaltestelle wurde Kraft getankt und der Wasservorrat aufgefuellt.
Naechstes Ziel war ein ehemaliger Militaerbeobachtungspunkt im 2. Weltkrieg, The Fortes, nun natuerlich als Aussichtspunkt hoch auf einem Berg ueber der Insel umgebaut. Hoch ueber der Insel heisst natuerlich auch wieder hoch hinaus fuer unsere Beine. Der Gedanke an den 360 Grad Ausblick liess unsere Beine jedoch schneller laufen. Der Weg dann wie erwartet steil durch dichten Wald, hier und da konnte man schon ein wenig die Hoehe unseres Weges erahnen und in der ferne das blaue Meer schimmern sehen.
Nach knapp 40 Minuten steilem Anstieg kam dann endlich ein Gebaeude zum Vorschein. Die letzten Stufen wurden mit Bravour gemeistert und schon blies uns ein mehr als erfrischender Wind ins Gesicht. Ein Wahnsinnsausblick!!! Ganz tief unten im Tal konnte man die Radical Bay erkennen (da unten waren wir doch gerade erst), das Meer in weiter Ferne, viele weitere Berge und Huegel, ja auch die Faehranlegestelle war in Sicht! Dieser Aufstieg hatte sich allemahl gelohnt.
An dieser Stelle nun breche ich meinen Blog ab. Naja was heisst abbrechen. Mehr oder weniger ist es das fuer Magnetic Island eigentlich gewesen. Doch wie ich eben bin – ich sitze gerade mal wieder irgendwo auf der Welt und versuche meinem Erlebten hinterher zu schreiben, doch wieder einmal bleibt mir keine Zeit denn mein Transfer zur naechsten Station wartet bereits.
Im folgenden Blog dann alles zur Weiterfahrt Richtung Norden nach Cairns und unserem 2 taegigen Ausflug nach Cape Tribulation und den aeltesten REGENwald der Welt.
Bis dahin liebe Gruesse irgendwo auf unserem schoenen Planeten von Lena & Mitch :-)
Dieser Eintrag wurde in der Kategorie Sydney erstellt.
Mensch Mitch! Mal wieder tolle Fotos und ein super Bericht. Sitzen hier eigentlich schon in den Startlöchern zum Flughafen, um dich endlich wieder in den Arm zu nehmen. Siehst trotz der Strapazen übrigens richtig gut aus!
Bye-bye, Mamaiiiiiii
Zimmer piccobello, Bett frisch bezogen, Geschenke eingepackt, Kuchen und Auflauf in Vorbereitung und ? Wo bleibt er denn, wann kommt er denn endlich, wie lange dauert`s noch ...? Doch noch 2x schlafen...
Yours Mamaiii, Doppellell und Carauschel u.v.m. in (D) (L)auerstellung
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