Timo Von Meyer
Der Kopf schmerzt. Es ist schwer einen Gedanken zu fassen. Jeder Amtemzug rasselt in der Lunge, der Puls rast.
So fuehlt es sich an, wenn man auf 4000-6000 m herumkraxelt. Die Cordillera Blanca ist die hoechste Gebirgskette der Welt, ausserhalb des Himalayas, und 22 Gipfel ueber 5000m lassen einen das keine Sekunde vergessen.
Die "Haupstadt" der Region ist Huaraz. Die Stadt scheint nur einen Zweck zu haben: Touren an Backpacker zu verkaufen und sie dabei kraeftig zu bescheissen. Wir haben am Ende fuer 4 tage 125 Dollar bezahlt. Mitreisende von uns haben 250 Dollars bezahlt, und ihnen wurde ein eigener Esel zugesichert plus Pfannkuchen zum Fruestueck, etc.
Es ist am Ende wohl meinen nun guten Spanischkentnissen zu verdanken, dass wir nicht uebers Ohr gehauen wurden. So machen wir uns am fruehen Morgen auf den Weg, mit 4 Israelis als Mitreisende. Das waren interessante Gespraechspartner, gerade weil alle ihren Armeedienst abgeleistet hatten. Der eine sogar als Offizier 7 jahre lang. Im Endeffekt konnten man gute kontroverse Gespraeche fuehren, wobei der Konsens war, dass sie Frieden wollen, doch solange Hamas sie nicht als Staat anerkene, sei dies nicht moeglich.
Die gute Stimmung liess den ersten Tag relativ leicht erscheinen. Es ging stetig bergauf, doch nie zu stark und die erste Nacht im Zelt verlief ohne Zwischenfaelle. Tag 2 ging es dann aber richtig los. Kurzes Fruehstueck vor den in die aufgehende Sonne getauchten 6000-ern.
Der Pfad schlaengt sich immer weiter in die Hoehe. Das Panorama wird immer atemberaubender, im wahrsten Sinne des Wortes. Der Nevado Taulliraju (5830m) ist einer der groesstem Gletscher Amerikas und seine Auslauefer beruehrten unsern Weg immer wieder, waehrend wir uns zum Punta Union Pass hohquaelten. Dann auf 4700 m erreihten wir die verbindung zwischen den 2 Taelern. Nach einer kleinen Verschnaufpause kletterten wir als Sahnehauebchen an den gletscher heran.
Es gibt keine Worte dafuer, wie klein ich mich gefuehlt habe, unter diesem massiven Bergriesen. Mein Kopf schmerzte allerdings recht heftig, trotz der kokablaetter, die man staendig im Mund hat. Der Sauerstoff fehlt. Es ist in etwa damit zu vergleichen mit einer Grippe einen 100 m Sprint hinzulegen, und dass aus Spass an der Freude. Je hoeher es geht, desto geringer ist der Luftdruck und desto schwerer faellt das Atmen. Die Lungen muessen mehr arbeiten, um ausreichend Sauerstoff zu bekommen. Abhilfe schaffrt koka. Damit kann man die Leistungsfaehigkeit bei minimaler Ernaehrung steigern. Es schmeckt allerdings recht bitter.
Wir machten ein paar Fotos und stiegen dann ab zu den Lagunen im Santa Cruz Tal.
Der tag klang mit Spagetti und Coca Tee gemuetlich aus, waehrend draussen der eisige Wind tobte. Da wir am zweiten tag mehr als normal geschafft hatten, goennten wir uns einen weiteren spektakulaeren Sidetrip. Auf rund 5000m gibt es einen Mirador, von dem man die ganzen Giganten der Cordillera bestaunen kann. Das Wetter war gut, und wir kamen nach 3 Stunden dort an. Es war eine Art Plattform, von der sich die raue Schoenheit der Berge offenabrte. Ich fuehlte mich sehr an die Werbung fuer Timberland erinnert; Take it all On.
Der Nevado Huscaran (6760m, Perus hoechster Berg), Nevado Santa cruz (6241m) sind mit Sicherheit die beeindrucksten gewesen.
Dann erreichten wir nach einigem Abstieg das Endlager, und nun sitze ich weder in mancora vor einem echt laahmen PC und kaempfe gegen die tastatur, die eine fiese Verzoegerung in der Schreibweise hat. Trujillo war sehr interessant, mit vielen pre-inca ruinen und einer recht heubschen colonialinnenstadt. mancora ist der surfort von peru, mit vielen gemuetlichen chillstraenden und partyhungrigen backpackern. das wird uns weohl erstmal beschaeftigt lassen.
in diesem sinne
hasta pronto
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